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1

25.01.2002, 15:59

Wort Gottes

Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen,
den Unmündigen aber offenbart hast.
Mt 11,25

Was bedeutet das für Euch?
Soll man "unmündig" bleiben?

Sind "studierte" in Gefahr, dass ihnen das Wesentliche des Himmelreiches verborgen bleibt?

fono

Meister

Beiträge: 2 625

Wohnort: NRW - Sauerland

2

25.01.2002, 21:42

Ich denke "studiert" zu sein kann nicht schaden ;) aber wir sollen uns dabei eben nicht auf unsere eigene Weisheit verlassen. Ist doch vielleicht bei den Rabbinern so: die studieren auch seit Ewigkeiten wann denn der Messias kommt und haben ihn dabei schon verpasst.


Frodo

unregistriert

3

26.01.2002, 12:50

@Fono

Ob es vielleicht heute in manchen Dingen und Situationen ähnlich ist?
Ciao, Frodo


Zitat

Original von fono
Ist doch vielleicht bei den Rabbinern so: die studieren auch seit Ewigkeiten wann denn der Messias kommt und haben ihn dabei schon verpasst.

spectator

unregistriert

4

27.01.2002, 17:48

da magst du rechthaben frodo

5

28.01.2002, 01:31

Vielleicht meint Jesus die, die sich für Weise und Kluge halten, und deswegen keine "Belehrungen" von einfacheren Menschen ertragen.

Weisheit und Klugheit sind ja Gaben d. Hl. Geistes und Tugenden. Das kann also nicht schlecht sein. Aber wie man sie verwaltet und anwendet, da liegt anscheinend eine Gefahr.

Eine Gefahr, der ich selber täglich ausgesetzt bin, die mir aber besonders in diesem Forum immer wieder präsent scheint.

"Der Beginn der Weisheit ist die Gottesfurcht" heißt es in den Psalmen.

Vielleicht ist das also ein Schlüssel, sich nicht für Weise und klug zu halten.

Gottesfurcht in ein Forum zu bringen, wie geht das?

Oder habt ihr bessere "Schlüsseln" um "online" mit "oben" zu bleiben?

jeremy

Schüler

Beiträge: 164

Wohnort: Wien

6

29.01.2002, 02:08

Altes ontologisches Prinzip:
Mit dem Wissen steigt das Nichtwissen.
Was heißt das dann für die Bibelstelle?

Dem vorher gesagten kann ich nur zustimmen. Ergänzenswert finde ich noch den Aspekt, dass sich auf Gott einzulassen damit zusammenhängt, auf andere und vor allem auf ihn zu hören. Auf jemanden hören können und das Gesagte beherzigen, das trifft wohl auch auf Kinder zu...

Interessant wäre noch der griechische Ausdruck für Unmündige.

jer

Marvin

unregistriert

7

30.01.2002, 00:02

Mir fällt zu dieser Frage ein Zitat von dem seligen Josemaria Escriva, dem Gründer des Opus Dei, ein. Er sagte, die größte Feind Gottes ist die Unwissenheit.

Es ist also sehr wichtig, das wir über die wichtigsten Fragen der Welt bescheid wissen.

Ich glaube, z. B. sind die Taliban einfach auch zu falschen Schlüssen gekommen, weil ihnen einfach das Wissen fehlt. Aufklärung ist wichtig. Beten alleine reicht sicher nicht.

Allerdings gibt es auch ein ungezügeltes Streben nach Wissen, eine Neugierde, die nicht immer gesund ist: ''Strebt nicht höher als nach dem was euch zusteht.'' (woher habe ich den Spruch, ich weiss es nicht mehr, kann mir da jemand helfen?)

Frodo

unregistriert

8

30.01.2002, 00:34

@Jerusalem

Weisheit ist eine Gabe des Heiligen Geistes, nicht aber Klugheit.

Ciao, Frodo

Zitat

Original von Jersualem
Vielleicht meint Jesus die, die sich für Weise und Kluge halten, und deswegen keine "Belehrungen" von einfacheren Menschen ertragen.

Weisheit und Klugheit sind ja Gaben d. Hl. Geistes und Tugenden. Das kann also nicht schlecht sein. Aber wie man sie verwaltet und anwendet, da liegt anscheinend eine Gefahr.

Eine Gefahr, der ich selber täglich ausgesetzt bin, die mir aber besonders in diesem Forum immer wieder präsent scheint.

"Der Beginn der Weisheit ist die Gottesfurcht" heißt es in den Psalmen.

Vielleicht ist das also ein Schlüssel, sich nicht für Weise und klug zu halten.

Gottesfurcht in ein Forum zu bringen, wie geht das?

Oder habt ihr bessere "Schlüsseln" um "online" mit "oben" zu bleiben?

jeremy

Schüler

Beiträge: 164

Wohnort: Wien

9

31.01.2002, 00:35

@ Frodo:

Weisheit wird zu den 7 Gaben des Heiligen Geistes gerechnet.

Klugheit zählt neben Gerechtigkeit, dem rechten Maß und Tapferkeit zu den vier Kardinaltugenden. (alter Hut: Kardinal nicht wegen der roten Menschen, sondern der Türangel, lateinisch cardo)

Jerusalem hat also richtig geschrieben, wenn du den ganzen Satz liest und die Kreuzstellung beachtest:

"Weisheit und Klugheit sind ja Gaben d. Hl. Geistes und Tugenden."

jer

Frodo

unregistriert

10

31.01.2002, 00:39

@jeremy

Ja, das stimmt schon, nur ging das aus dem Satz nicht so klar hervor und da ich einmal eine Prüfung zu diesem Thema hatte, ging mir das ins Auge. Wenn man es so liest, wie Du es sagst, dann stimmt es.
Wir könnten jetzt auch noch über die 12 Früchte des Hl. Geistes nachdenken, aber dies ein anderes mal...
Ciao, Frodo :]

Zitat

Original von jeremy
@ Frodo:

Weisheit wird zu den 7 Gaben des Heiligen Geistes gerechnet.

Klugheit zählt neben Gerechtigkeit, dem rechten Maß und Tapferkeit zu den vier Kardinaltugenden. (alter Hut: Kardinal nicht wegen der roten Menschen, sondern der Türangel, lateinisch cardo)

Jerusalem hat also richtig geschrieben, wenn du den ganzen Satz liest und die Kreuzstellung beachtest:

"Weisheit und Klugheit sind ja Gaben d. Hl. Geistes und Tugenden."

jer

Jerusalem

Fortgeschrittener

Beiträge: 468

Wohnort: Salz der Erde

Beruf: seid allezeit Gastfreundlich!

11

10.02.2002, 15:23

Auch hier beweist Jesus, daß er Humor hat!
Das Himmelreich ist nahe!

12

12.02.2002, 19:59

Offenbar wollten die Weisen und Klugen zur Zeit Jesu die Erkenntnisse nicht annehmen, die ihnen Gott gerne gesendet hätte. Nur ein paar Vereinzelte dachten ernstlich darüber nach ( siehe Nikodemus ), aber die waren lange Zeit zu feige, öffentlich dazu zu stehen. Also erwählte Gott weniger gebildete Leute, die nicht so stolz waren wie die, die in ihr eigenes Wissen verliebt waren.
Offen steht die Erkenntnis ja jedem, der sie annimmt. Als Paulus in Athen predigte, fand er auch keinen grossen Anklang. Zu sehr waren die griechischen Denker in ihre eigene Weisheit und Philosophie verliebt, als dass sie das einfache Wort von der Erlösung durch den Glauben an Jesus annehmen wollten.
Jesus sagt: " Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig."

Rainer

gebsy

Fortgeschrittener

Beiträge: 194

Wohnort: Österreich

Beruf: Techniker

13

11.09.2005, 20:42

Kann das so gesehen werden?

Zum Thema des Evangeliums vom 24. Sonntag (Mt 18,21-35).

Ist das Vergeben und Versöhnen schwieriger geworden?
Bei den Gedanken über den Mitmenschen nimmt unser Verhalten seinen Lauf.
Sich über jemanden oder etwas zu „giften“, vergiftet uns sprichwörtlich von Innen.
Als Erlöste haben wir da eine unversiegbare Quelle der wahren Liebe: Jesus am Kreuz!
Wenn ich mich einübe, meine Gedanken unter das Kreuz Christi zu legen und IHN zu bitten, mit seinem Blut mir alle Gedanken wegzuwaschen, die nicht aus der Liebe des Geistes Gottes sind, werde ich erschrecken, wie wenig übrig bleibt.
Aber was übrig bleibt, reicht aus, um mit Gottes Hilfe vergeben zu können und der Versöhnung den Weg zu bereiten …
Belassen wir es nicht bei der Theorie, weil Gott schon alles für uns getan hat!

gebsy
:) Gott ist gut und gerecht ;) ER IST DIE LIEBE :]

14

13.09.2005, 14:38

RE: Wort Gottes

Die "Weisen und Klugen" haben das Rüstzeug, als Bedenkenträger aufzutreten, wenn es um dergleichen wie die Menschwerdung Gottes geht - ohne dass die Bedenken hier jemals schwerer wiegen könnten. Sie bedürfen daher immer der intellektuell mühsamen Freilegung der einfachen Wahrheit, damit ihnen das Verborgene als das Unverborgene erscheinen kann. Diese Schwierigkeit ist den "Unmündigen" erspart.

Aber "selig, die nicht sehen und doch glauben": in dieser Beziehung haben die "kopflastigen" Gottsucher vielleicht doch wieder einen gewissen Vorteil vor den oft allzu zeichengläubigen "kindlichen Gemütern".

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Leo Josef« (13.09.2005, 14:46)


herzrosenduft

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15

27.10.2010, 06:34

Das Wort Gottes hören wir in den Lesungen der heiligen Messe.
-Wir können versuchen es mit unserem Verstand zu ergründen...
-oder wir lassen das Wort Gottes in uns wirken
...und dann spricht das Wort Gottes unaufhörlich in unseren Herzen zu uns, ja es entfaltet sich in unseren Herzen, es wird zu einer Quelle, die unaufhörlich strömt und reines Wasser spendet...
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Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

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16

28.10.2010, 22:18

In Klugen und Weisen verborgen

Das spricht mich irgendwie als Theologe an. Der berühmte, heiligmäßige Kardinal Merry del Val, Staatssekretär des Papstes Pius X, ein unglaublich gelehrter Mann, der viele Sprachen sprechen konnte, wünschte sich einmal als Bischof und Theologe den "tiefen Glauben eines alten Weibleins!" Ich glaube darum geht es. Eine der großen Gefahren unserer Tage, ist eine reine "Schreibtischtheologie", die vielleicht Rede über Gott, aber keine Rede "mit Gott" mehr ist. Die Theologie braucht immer und überall die lebendige Verbindung zum eucharistischen Opfer, dass, wie das zweite vatikanischen Konzil es sagt, die Quelle und den Höhepunkt des christlichen Lebens darstellt. Der heilige Thomas von Aquin war nicht nur ein brillanter Theologe seiner Zeit, sondern auch ein Mönch und Priester, dem wir wunderbare Gebete verdanken. Wenn unsere Theologie zu rationalistisch wird, gehören wir vielleicht zu den Klugen und Weisen, denen aber das entscheidendste verborgen bleibt, nämlich dass GOTT DIE LIEBE IST! Monsignore Franz Schlegl

mysterium fidei

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17

29.10.2010, 13:59

:!:
Ubi petrus ibi ecclesia
Wo Petrus ist, da ist die Kirche

herzrosenduft

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18

17.02.2011, 09:21

Das Wort Gottes hat Kraft

Das Wort Gottes hat eine unbändige Kraft und eine Hoffnung, ähnlich der eines Saatkornes. ... Erst ist ist klein und unscheinbar...dann bricht es auf und bringt Leben hervor...ich stelle mir vor mit welcher Kraft eine Distel die Teerdecke einer Straße durchbricht und einfach wächst...und so stelle ich mir das Wort Gottes vor...das Wort Gottes in der Bibel zu lesen und es in der Eucharistiefeier zu hören ist fruchtbar und bringt irgendwann die Frucht, die im Saatkorn schon zu erkennen ist...
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herzrosenduft

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19

03.03.2012, 09:53

RE: Wort Gottes

Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen,
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