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Calendula

Fortgeschrittener

Beiträge: 488

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1

22.12.2012, 13:52

Weihnachten in der Familie

Jedes Jahr, kurz vor Weihnachten, entsteht bei uns eine große Diskussion, wie wir Weihnachten feiern wollen. In unseren Herkunftsfamilien wurde das ganz unterschiedlich gehandhabt. Ich versuche, auf meinen Mann ein Stück weit zuzugehen, und ich denke, er versucht das umgekehrt auch, aber es ist nicht einfach. Darum jetzt einfach mal die Frage: Wie feiert Ihr Weihnachten?
Möge der Klang des Himmels stets die Musik deiner Seele sein.
(Irischer Segenswunsch)

katinka

Fortgeschrittener

2

22.12.2012, 16:40

Wie man mit den unterschiedlichen Traditionen umgeht muss man auch sehr individuell handhaben. Als ich heiratete kamen sowohl mein Mann und ich aus Familien mit sehr festen Traditionen, wie z.B. der Baum auszusehen hat. Da man den Baum nicht teilen kann, schmückten wir ihn eben abwechselnd ein Jahr so und ein Jahr so (und das machen wir heute noch so, obwohl mein Mann seit Jahren nicht mehr bei uns lebt). Es hat den Vorteil, dass man nicht in äußerer Form erstarrt, sondern auch andere Traditionen wertschätzen lernt.
Manches ist im Laufe der Zeit auch neu gewachsen, oft mit dem Wachsen der Kinder. Z.B. als sie Instrumente spielen lernten, spielten sie Heiligabend vor der Bescherung; als sie Messdiener wurden, richtete sich der Messbesuch auch danach, wann sie eingeteilt waren (wir haben hier Heiligabend mehrere Messen).
Manche Dinge wurden einseitig übernommen, z.B. wurde bei mir zuhause vor der Bescherung immer gesungen und darauf legte ich weiter Wert und mein Mann hatte nichts dagegen, obwohl er das von zuhause nicht so kannte. Auch musste mein Mann immer die Weihnachtsgeschichte lesen.

Ehrlich gesagt ist mir aber die äußere Form nicht mehr so wichtig wie früher. Nach dem Weggang meines Mannes war zwangsläufig auch die Art, Weihnachten zu feiern, nicht mehr wie früher. Dafür kommt für mich die eigentliche Botschaft stärker zum Vorschein. Von daher kann ich nur sagen, es lohnt sich nicht, um Traditionen zu streiten. Schließt Kompromisse und findet eure familieneigene Form.
Si deus pro nobis, quis contra nos? - Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein?

Calendula

Fortgeschrittener

Beiträge: 488

Wohnort: Deutschland

3

26.12.2012, 15:33

@ katinka
Danke, dass Du mir geantwortet hast. Familienbezogene Themen scheinen hier nicht allzu viele zu interessieren. Das finde ich schade, aber man kann es nicht ändern. Für mich persönlich ist es nicht so entscheidend, welcher Theologe was wozu geschrieben hat. Mit meinen inzwischen 6 Kindern ist mein Leben sehr aktiv und "erdverbunden". Und somit versuche ich auch, meinen Alltag so zu gestalten, dass mein Christsein darin sichtbar wird.
Unser Problem mit Weihnachten ist Folgendes: In meiner Familie war es so, dass der Heilige Abend zelebriert wurde. Es war alles sehr schön und feierlich - aber: Als Kind habe ich mich immer gefragt, wozu eigentlich die Weihnachtsfeiertage da sind. "Weihnachten" war doch am 24. Dezember!

Mein Mann und ich versuchen also, den 24. Dezember weniger zu würdigen. Wir bauen mit den Kindern gemeinsam den Baum auf, und die Geschenke bringt auch nicht das Christkind, sondern wir beschenken uns gegenseitig. Heute (am 2. Weihnachtsfeiertag) war ich mit den älteren Kindern in einer sehr feierlichen Heiligen Messe, die von einem Blasorchester begleitet wurde, und außerdem gibt es an beiden Weihnachtsfeiertagen etwas Besonderes zu essen.
Den offiziellen Weihnachtsthread habe ich erst heute entdeckt, sonst hätte ich vielleicht dort gepostet.
Möge der Klang des Himmels stets die Musik deiner Seele sein.
(Irischer Segenswunsch)

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4

26.12.2012, 20:45

Auch bei uns ist Weihnachten nicht nur ein christlich-liturgisches, sondern natürlich auch ein Familienfest, das dem Seelenfrieden förderlich, der schlanken Linie jedoch durchaus unzuträglich ist.

Die Aufgabenteilung zur Vorbereitung ist bei uns flexibel, es kommt auch drauf an, ob die (Büro)Arbeit uns frühzeitig aus den Klauen lässt, um in Ruhe das Fest vorzubereiten. Heuer war's besonders günstig, schon ab dem 22.12. durften die Computer schweigen :)

Die Feier wird dem Anlass entsprechend feierlich, eher ruhig und besinnlich angelegt. Weihnachtslieder sind immer mit dabei, aber bereits deren Auswahl hängt ein wenig von den verfügbaren Instrumenten ab (gibts einen jazzig angehauchten Gitarristen, eine Geige oder ein Klavier?) und die Kids mögen zunehmend Englischsprachiges, auch wenn wir Rudolph und den Santa Claus bisher noch aus der "Setliste" raushalten konnten. Mit pubertierenden Jugendlichen ist es halt anders als früher mit kleinen Kindern; da gilt es immer erst, einen "akzeptablen" Kompromiss zwischen "zu feierlich" und "nur mehr witzig" zu finden. Und natürlich ist die "zentrale Bedeutung" der Geschenke auch nicht wegzuleugnen, die müssen also in den Ablauf eingeplant werden (um ihn nicht komplett zu dominieren ... :rolleyes: )

Da in diesen Tagen zwischen Krippenspiel, Christmette, Christtagshochamt und Stefanitag (bei uns in der Diözese ein Hochfest) genug zu ministrieren, kantorisieren und sonstwie liturgisch mitzuwirken ist, tun wir daheim bei der Familienweihnachtsfeier nicht allzuviel "Christliches". Immerhin war es bisher noch jedes Jahr möglich, dass einer aus der Runde das Weihnachtsevangelium liest - bevorzugt eines der Kinder, sofern der schmale Grat zwischen "kann schon lesen" und "ist noch nicht zu peinlich, vorzulesen" getroffen werden kann - und auf Aufforderung wird auch im Vorfeld der Feier die eine oder andere Weihnachts-Geschichte aus dem Internet downgeloaded und vorgelesen (hier zeigt sich dann, ob der Kompromiss zwischen "sehr feierlich" und "nur mehr witzig" hält ;) )

Und bis letztes Jahr gabs noch ein kleines Weihnachtsmysterium ... obwohl im Zimmer, vor dem alle auf den Beginn der Feier warteten, nachweislich niemand drin war, tönte doch ein leises Glöckchengeläut heraus. Natürlich kann so ein Geheimnis vor Jugendlichen nicht ewig verborgen bleiben, und so brauchte ich heuer den MP3-Player mit dem Spezial-Stück "eine Minute Stille, dann Glöckchengeklingel" nicht mehr aktivieren und konnte ganz hochoffiziell mit dem Glöckchen vor aller Augen die "Bescherung einläuten" :D

Frohe Festtage,
Georg

Beiträge: 1 052

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5

27.12.2012, 09:45

Der Christbaum wird bei uns immer am Abend vor dem 24. von der ganzen Famile geschmückt. (Unsere 3 Kinder sind schon etwas größer) Im Laufe des Vormittags (vom Hl . Abend) holen wir das Friedenslicht (aus Bethlehem) von unserer Pfarrkirche. Nachmittags bauen wir die Krippe auf und warten dann auf die Blasmusikanten die weihnachtsliederspielend durch alle Gassen des Dorfes ziehen bis sie vor unserem Haus halb durchgefroren ihren Weihnachtsgruß darbieten.

Danach feiern wir gemeinsam mit den Schwiegereltern (die nebenan wohnen) und dem Onkel meiner Frau der Priester ist. Es war uns schon immmer ein Anliegen, dem täglichen Gebet in der Familie einen
fixen Platz zu geben. So beten wir auch am Hl. Abend den freudenreichen Rosenkranz und singen zwischen den Gesätzchen Weihnachtslieder. Danach liest unser Priester das Weihnachtsevangelium. Beim Christbaum singen wir dann meist Stille Nacht das unser Sohn mit dem Klavier begleitet.
Nach der Bescherung führen wir sowohl die Tradition des Hauses meiner Frau als auch meine Tradition fort, indem es Würstel UND belegte Brötchen gibt. ;) Wer dann noch kann, darf sich noch der Weihnachtsbäckerei erfreuen. Den feierlichen Abschluss bildet natürlich der gemeinsame Besuch der Christmette.

In den letzten Jahren haben wir die Tradition des Ausräucherns wiederbelebt. So gehen wir mit Weihrauch und Weihwasser segnend durch alle Räume des Hauses. Dies wird zu Silvester und zum Fest Erscheinung des Herrn wiederholt.

Dolfi

Meister

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Wohnort: Schweiz

Beruf: Priester

6

30.12.2012, 14:06

@MSkeptik (Nr 4): "Deine Zipfelmütze"

Mit Verlaub: Ich bin enttäuscht und verärgert über dein Avatar, das bisher (wohl?) nicht dasselbe war. Ein Foto des Kuhstalls deines nachbarn würde mir tausednmal mehr gefallen als diese abgedroschene und lächerliche Schiessbudenfigur-Mütze.

Hierzu - auch auf die Gefahr der Wiederholung - meine offene Meinung zu derartigen Zipfelmützen von Coca-Cola:

Es dürfte
jedem, der sich damit beschäftigt, bekannt sein, dass ich seit vielen Jahren um dieselbe Zeit "etwas" gegen den "Weihnachtsmann" habe, nämlich, dass ich diese "Schiessbudenfigur mit Zipfelmütze" ablehne und damit verdächtige, bewusst, nach gutem esoterischem Vorbild, sich unserer katholischen Glaubensbegriffe zu bedienen, um diese mit einem glaubensfernen und -konträren Inhalt zu füllen. Bitte helft mit, diesem Unfug gegen heilige
Zeiten und gegen den Glauben an die Geburt Jesu Christi, da wo ihr seid, zu bekämpfen und die Täuschung, die dahinter steckt, die nichts anderes will, als irreführen und vom Glauben wegzuführen, aufzudecken, publik zu machen. Möge es den Atheisten gegönnt sein, an das Märchen vom „ewigen Weihnachtsmann“ zu glauben – für Gläubige Menschen hingegen ist es ein Gebot der Stunde, sich davon zu distanzieren, nichts zu kaufen oder zu schenken, das unter dem Zeichen der Zipfelmütze verkauft wird und wo es droben ist – bevor Sie es benützen oder
weitergeben, zu entfernen.

Meine FESTSTELLUNG und BEGRIFFSKLÄRUNG

1. Sie halten richtig fest, dass es eine „Symbolfigur“ ist. Menschen leben mit Symbolen. Sie dienen dazu, auf indirekte Weise auszudrücken, was man so direkt nicht sagen möchte. Der Bogen spannt sich vom „guten Kind“ bis zum „strafenden Knecht Ruprecht“. Nun ist es sicher unbedeutend, von wo oder wie dieser Brauch des „alten Mannes“ ausging; wesentlich aussagekräftiger ist, wo er “Fuss gefangen“ hat.

Und auch hier liegen Sie erneut völlig richtig mit dem „Internet-Text“, von dem ich annehme, dass Sie sich damit identifizieren können, wenn Sie die Verbreitung aufzählen: Nord-, Mittel- und Ostdeutschland ist überwiegend, wie
Ihr Text richtig erwähnt, protestantisch. Hierzu nur als Bemerkung betr. „Ostdeutschland“. Nach dem „Mauerfall“ erfuhr man, wo die eigentlichen „Kommunisten“ lebten: Nicht in Moskau, sondern in Ostberlin! Im „Osten Deutschlands“ waren, nach ersten Meldungen, kaum 5 % der Kinder getauft! Dass diese Menschen mit „Weihnachten“ plötzlich nichts anfangen konnten, und daher bei der sowjetischen Version blieben, bloss mit einem anderen Namen, scheint mir sehr logisch zu sein. Immerhin habe ich hier die tollste Bezeichnung als Weihnachtsersatz gefunden. Man schenkte sich ab Weihnachten „Jahresend-Flügelpuppen“! Das hört sich ganz anders an und ist auch noch erfinderisch, als das westlich-atheistische „Weihnachtsmann“!

In der ehem. Sowjetunion nämlich hatte man Weihnachten mit dem „Fest Väterchen Frost“ ersetzt - natürlich auch in den Satellitenstädten. Das war dort Teil der atheistischen Strategie der Glaubensunterdrückung. Und dieser war absolut identisch mit dem im Westen in den Atheismus schlitternden Gesellschaft und ihrem „Weihnachtsmann“, so, wie Ihr Text ihn beschreibt. Da der Sankt Nikolaus eher ein „westlicher“ bzw. katholischer Begriff ist, scheint es auch logisch zu sein, dort, wo sich der Weihnachtsmann verbreiten konnte. Denn wo es keine „Sancti“ gibt, dort kann es auch keinen „St. Nikolaus“ geben.

(Genau das erleben wir ja auch – wenn Sie mir erlauben, eine Parallele zu ziehen – mit dem fasnachten: Ein urkatholischer Brauch wird seit einigen Jahren auch in den protestantischen Gebieten in zunehmendem Masse gehalten…. Natürlich ohne Aschemittwoch, auch dann, wenn man das Lied „Am Aschemittwoch ist alles vorbei“
auch in den protestantischen Gemeinden singt… nach dem Motto „Jubel, Trubel, Heiterkeit“ ist alles … und schon hat man den echten Sinn der Fastnacht [DIE NACHT, IN DER DAS FASTEN BEGINNT: Fastnacht!], die also im Beginn der FASTENZEIT ihren Ursprung hat, beseitigt. LEIDER machen auch Katholiken hier kräftig mit… leider. Dies ist, wie gesagt, nur eine Parallele, wobei es bei beiden um denselben Vorgang geht).

Es darf angenommen werden, dass man mit derselben Strategie (wie in der Sowjetunion) , wenn auch unbewusst, „Weihnachten“ im Westen noch erwähnen musste, um es langfristig ersetzen zu können. In der Sowjetzone hatte man, um auch den St. Nikolaus zu ersetzen, schon anfangs der Adventszeit mit der Vorbereitung auf das Fest „Väterchen Frost“ begonnen.

(Fortsetzung)
____________________________________________________
"Wir aber verkünden Christus, den Gekreuzigten!" 1 Kor 1.23

Dolfi

Meister

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Beruf: Priester

7

30.12.2012, 14:07

ff

2. Zu der beschriebenen Feststellung bzw. dem Hintergrund und der
Einführungsmodi hier noch eine Begriffsklärung, die sich aufdrängt, :



Wenn nun der „Weihnachtsmann“, laut Ihrem Text, die beiden Eigenschaften des
Sankt Nikolaus und des Knecht Ruprecht vereinen sollte, so muss festgestellt
werden, dass der Text hochgradig unkorrekt ist: Knecht Ruprecht ist von allem
Anfang an der Begleiter von St. Nikolaus gewesen, fernab davon, an Weihnachten
je irgend eine Rolle zu spielen!.

Ferner muss ehrlichkeits- und vollkommenheitshalber schon zumindest erwähnt
werden, dass diese „Leseart“ sich NICHT auf katholische Gebiete bezieht, wenn
man schon aufzählt, in welchen protestantischen Gebieten er sich einnistete
bzw. wo der „Weihnachtsmann“ zuhause ist. Das gehört zu einer objektiven
Beschreibung dazu (ich schätze mal Enzyklopädie, von wo der Text stammen
dürfte), sonst könnte man dem Schreiber des Textes sehr schnell eine gewisse
„Tendenz“ unterstellen. Da nun dieser Text vollkommen einseitig informiert muss
klar gestellt werden, dass sich eine solche auch dahinter verbirgt. Das mildere
Urteil über den Text wäre allerdings, dass er von einem Schreiberling stammt,
der eher das beschreibt, was er kennt und nicht, was der „Weihnachtsmann“
eigentlich ist. Dies umso mehr, als die „Masche“ der nicht objektiven
Darstellung die Jahre hindurch scheinbar „gefangen“ hat, wenn man beobachtet,
dass auch die katholische Welt im nahenden Weihnachtsfest in zunehmendem Masse
auch nur noch dem „raubkapitalistischen Einkauf“ und dem „Festessen“ zu
verfallen droht.

Ein weiterer Klärungsbedarf besteht in der Benennung. WARUM „Weihnachts“-Mann?
Da lobe ich mir die sowjetische Umformung, die ja auch das christliche
Weihnachtsfest übertünchen sollte. WER oder WAS ist der „Weihnachts“-Mann?
Halten wir einmal fest: Weihnachten gibt es seit dem 4. Jahrhundert an diesem
Tag mit demselben Festgedanken. In 1600 Jahren kam aber nie, niemals irgendein
nennenswerter „Mann“, der an diesem Tage etwas so Weltbewegendes gemacht hätte,
zur Welt… Einmal nicht vom christlichen Standpunkt aus, sondern vom Blickwinkel
„des Mannes“ aus gesehen, der sich den Vor[Nach?]-Namen „Weihnachten“ zugelegt
hat, stellt sich die Frage, was denn „Weihnachten“ sei, zu dem dieser „Mann“
mit seinem Namen Bezug nimmt??? Man könnte weitere Fragen stellen, doch schon
daraus erhellt die Irrationalität (wenn nicht gar Dummheit oder doch Tendenz?)
dieser Bezeichnung! Ist da ein „Mann“ geboren worden, der „Weihnachten“
heisst“? Ist es ein königlicher Prinz wie in den Märchen“, eine Phantomfigur…?
Oder doch nur einfach eine Schiessbudenfigur (Das Wort „Figur“ erwähnt ja Ihr
Text auch), gerade gut für eine Zeit, die sich nur zu gerne Träumereien und
Fabeleien hingibt (vgl. 2 Tim 4,3 "Denn es wird eine Zeit kommen, in
der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen
immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln; 2 Tim 4,4 und man wird der
Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden“
). Es
schreit direkt nach einer Klärung, WAS dieser „gute, alte, dicke Mann mit der
Zipfelmütze“ mit dem schon lange vor ihm existierenden „Weihachten“ zu tun hat?
Nun sind Wörter sicher keinem „Patent“ unterworfen. Wären sie es, die
(katholischen?) Gebiete hätten ihre Mühe, all diese irregeleiteten Patentrechtsverletzungen
einzuklagen!

Schliesslich zur Begriffsklärung noch eines: Ich finde es beschämend, dass in
Ihrem Text der Ursprung, „Weihnachten“, - um es klar zu sagen: „Die Geburt Jesu
Christi aus der heiligsten Jungfrau Maria“ nicht einmal erwähnt wird, was die
totale Unobjektivität dieses Textes beweist und somit seine Qualität auf Null
reduziert. Das ist skandalös, absichtlich irreführend, beispiellos atheistisch
und antichristlich.



Fazit:

Nur deshalb, weil er ja „auch“ das Gute belohnt und das Böse bestraft, kann man
sich doch mit so einem Text nicht einverstanden fühlen, ja es ärgert mich, wenn
den Kindern diese und ähnliche Irrationalitäten erzählt werden und sie von
diesen Irrationalitäten noch beschenkt werden, die gerade wegen diesen leichtsinnig-tendenziösen
Darstellungen des Weihnachtsfestes kaum noch eine Darstellung der christlichen
Krippe mit der hl. Familie in Bethlehem, dafür aber jede Menge von „Weihnachts“
-braten, -gänse, kaufaktionen, - achja natürlich, auch Coca-Cola in den Schaufenstern
sehen. (af,8.12.2012)
____________________________________________________
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8

30.12.2012, 19:51

MSkeptic,

ich finde Deine Beschreibung sehr schön (4). Gerade durch diese Mischung, die doch aber das Christliche überwiegend hat, werden Deine Kinder in ihrem Leben zurecht kommen. Wir leben nunmal nicht in einer heilen Welt. Man muß nicht krampfhaft fromm sein. Der ganz selbstverständliche Umgang mit dem Christsein prägt unsere Kinder und meinen hat es nicht geschadet das sie einige Jahre dachten, dass der Weihnachtsmann die Geschenke bringen würde. Den Grund, warum wir Weihnachten feiern kannten sie von klein auf.
Nichts soll dich ängstigen, nichts dich erschrecken. Alles vergeht, Gott nur besteht. Geduld erreicht alles. Wer Gott besitzt dem kann nichts fehlen. Gott allein genügt.
Hl. Teresa von Avila

Dammerl

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Wohnort: Lkr. Garmisch-Partenkirchen

9

30.12.2012, 20:22

Sehr geehrter @Dolfi
ich kann ihnen hinsichtlich des Zipfelmützenonkels nur zustimmen.
Ich verteille immer gerne den Schokonikolaus des Bonifatiuswerks.

Im Übrigen empfinde ich dieses Jahr einen gewissen Trost: Der Weihnachtsmann erhielt in der Werbung "Konkurrenz" durch den Zalando-Boten. Die Zusteller der Deutschen Post trugen einen Button: "Offizieller Partner des Weihnachtsmanns".
Geht diese Entwicklung weiter, wird der Weihnachtsmann als seine eigene Karikatur irgendwann verschwinden und an seine Stelle der "Geschenkebote" treten.

In jedem Ort in der Umgebung gibt es übrigens bei uns einen ehrenamtlichen Nikolaus und den Krampus, der bei Bestellung am Nikolausabend in die Wohnzimmer kommt. Für die Kinder ist es ein ehrfurchtsvolles Erlebnis, wenn sie ihr Gedicht aufsagen oder Gebet sprechen und dann als Belohnung den Bischofstab halten dürfen. Aus einem goldenen Buch werden die guten und weniger guten Taten der Kinder vorgelesen. Dann werden sie gefragt: Sollten sie in den Sack des Krampus oder wird es Geschenke aus dem Sack des Nikolaus geben?
Richtige Angst bei den Kindern kommt eigentlich nie auf, eher ein besonderer Respekt vor dem Nikolaus, der sich zumindest bei mir als Erwachsener zu besonderer Ehrfurcht vor den Heiligen der katholischen Kirche entwickelte.
Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde.
https://emmauspilger.wordpress.com/

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Beruf: Computertechniker

10

30.12.2012, 22:10

An einen "Weihnachtsmann" haben die Kids bei uns nie geglaubt, da gabs immer nur das Christkind. Und den Zusammenhang zwischen "Christkind" und "Geschenken" haben wir tunlichst vermieden, obwohl es ein paar Jahre natürlich die "Wunschliste ans Christkind" gab. Soweit erklärungstechnisch möglich, war das Christkind immer das Christuskind in der Krippe und kein Engerl im Nachthemd, und die Geschenke kamen von den vielen Leuten, die einen lieb haben :)

Dass Santa Claus uns ähnlich wie der Halloween-Kürbis "kulturell überfahren hat" und inzwischen das Geschäftsbild der Saison prägt, ist ein Zeichen der Zeit, aber als christliche Familie mitten in der Welt entkommt man dem nicht. Ergo nützen wir es, um den Kindern bewusst zu machen, wie sehr kulturelle Einflüsse unsere Traditionen mitprägen (oder auch mal übertünchen...), aber dass man vieles doch deutlich besser versteht, wenn man weiß, was der Ursprung solcher Figuren wie dem "Weihnachtsmann" war.

Mein Avatar braucht wirklich niemanden ärgern, aber bitte... die Mütze war nur als Gag gemeint und ist schon wieder weg :rolleyes:

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