18.10.2017, 07:41 UTC+2

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

21

08.11.2003, 17:30

Kreuzestheologie und Rechtfertigung

Grüß Euch !

Ich will mal dem Wunsch vom Geist nachkommen und meine Meinung schreiben ... ;)

Kreuzestheologie:

Ich verstehe darunter folgendes:
Es sit die Theologie des Kleinen, des "leisen Säuselns" das Gott erwählt um das "Große zunichte zu machen
Es ist die Theoligie der großen Gegensätze: Gott ist allmächtig und gleichzeitig ohnmächtig - Gott ist barmherzig, aber gleichzeitig gerecht und auch grausam (AT). Durch diese Gegensätz wird mir gut deutlich wie groß und vollkommen Gott ist, denn nur wer beide Gegensätze in sich vereint, kann "rund" - vollkommen sein. In der Encarta steht zur Gnade folgendes:

Zitat

Augustinus glaubte wie Pelagius, dass Gott den Menschen die Freiheit gegeben hätte, ihm zu gehorchen oder nicht, doch glaubte er außerdem, dass der Makel der Erbsünde durch den Akt der Fortpflanzung von Generation zu Generation weitergegeben werde. Jeder Mensch befinde sich deshalb notwendigerweise in einem Zustand der Sündhaftigkeit. Nur durch die Gnade Gottes könne seine Schöpfung von der Macht der Sünde befreit werden. Diese Gnade sei durch Christus gegeben worden. Der Einzelne könne durch Vermittlung der Kirche und insbesonders durch die Taufe und die anderen Sakramente an ihr teilhaben. Auch wenn die Gläubigen weiter sündigten, würden die von Gott erwählten Menschen sich zuletzt über die Sünde erheben und die Erlösung erlangen, nicht durch eigenes Verdienst oder gute Taten, sondern durch den Triumph der Gnade Gottes. Microsoft® Encarta® Enzyklopädie Professional 2003 © 1993-2002 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.


Das sit jetzt wohl mehr auch die Rechtfertigung, aber es scheint mir, dass ich beide Begriffe zusammen erläutern muss, weil sonst immer irgendetwas fehlt.
Rechtfertigung - auch die feinen Unterschiede zwischen katholisch udn evangleisch, obwohl es eigentlich das Gleiche ist, die Akzente sind nur etwas verschieden ;)

Für mich sind diese zwei Begriffe der Schlüssel zum Verständnis der Paulusbriefe - ist das so ?

Jetzt noch genauer zu meinem Text um die Weisheit und Torheit ...
In Konzelmann/Lindemann steht darüber nur, dass sich Gott über jede menschliche Weisheit hinwegsetzt, dass Gott andere Maßstäbe hat, als der Mensch ...
Mir ist das etwas zuwenig, denn ich dachte eher in die Richtung:

Von wegen Korinth als Hafenstadt, Stadt der "Philosophen" - "Liebe zur Weisheit" und davon dann ausgegangen, dass man eben die Weisheit der Erde nicht zu sehr suchen solle, vielmehr sich Gott zuwenden soll ...
Es gehjt hier m.E, auch um den Glauben, also nicht wie die Griechen die Weisheit suchen, nicht wie die Juden Zeichen fordern vielmehr, selig der, der nicht sieht und dennoch glaubt ...

Zitat

Für Paulus war das Gesetz heilig, gerecht und gut. Nachdem er sich jedoch zum Christentum bekannt hatte, reichte für ihn die Macht des Gesetzes nicht mehr aus, um Sünde und Tod zu besiegen (N. T., Römer 8, 3). Jeder, der sich darauf verließe, würde feststellen, dass das Gesetz in der Hand der Sünde selbst zu einer versklavenden Macht werden könne (N. T., Galater 3, 23-25). Microsoft® Encarta® Enzyklopädie Professional 2003 © 1993-2002 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.


Gott geht es also um unsere Freiheit, wie auch die Gebote uns frei machen sollen

Zitat

Dann sprach Gott alle diese Worte: 2 Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus. Ex. 20,2 (


Jetzt bin ich aber ins "reden" gekommen ...

Naja so weit mal -wie denkt ihr ?

Mathias
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

Geist aus Appenzell

unregistriert

22

08.11.2003, 21:18

Danke Godjonga

Ich kann prinzipiell Deine Gedanken sehr nachvollziehen und denke ähnlich. Eine Frage hat sich mir aber aufgetan, als ich Deinen Beitrag gelesen habe:
Wann und wie ist Gott ohnmächtig?
Wenn Er allmächtig ist, kann Er doch nicht auch ohnmächtig sein.... ?(

Gottes Segen

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

23

09.11.2003, 04:04

...

Grüß Dich Geist !

Ohnmächtig ...
Mir ist der Satz im Ohr - Gott ist ohnmächtig und dadurch auch allmächtig - gehört habe ich ihn damals bei dem Pfarrer in Afrika, mit dem ich ein Jahr zusammen gelebt habe ...

Vieles weiß ich nicht mehr, vielleicht kann mir da einer der Theologen zu Hilfe kommen; ich weiß nur soviel es gibt eine "Ohnmachtstheologie" - und das überschreitet mein Wissen bei weitem, was ich versuchen werde, ist mein Bild, das ich von der Ohnmacht habe Dir vor Augen zu führen ;)

Mein Bild ist das eines großen "Chefs" - das sit ja noch leicht, denn das kann man sich gut vorstellen oder ?
Ein guter Chef, was macht der? Er delegiert - er verteilt Aufgaben, diese Aufgaben sind unsere Berufungen
So wie die GM, die Aufgabe hat, jeden und alles zu Christus zu bringen, so wie es Deine Berufung ist Familie zu leben und als Lehrer tätig zu sein ...
Durch diese Berufungen, diese Aufgaben wirkt Gott in unserer Welt, er ist Allmächtig, aber eben auch ohnmächtig, da er uns benutzt. Er ist der Grund, wir die Exekutive ... - Verstehst Du ?

Nochmal ganz allgemein:
Ich glaube Gott verkörpert in sich jedweden Gegensatz, ob nun Allmacht und Ohnmacht, groß oder klein, wissend oder unwissend ... - manchmal erscheint es sehr unlogisch, wie kann er das eine sein, wenn er das andere ist, aber wir reden ja schließlich von Got und nicht von unserem Nachbarn ;)
Wenn Du meinst Gott begriffen zu haben, dann ist es nicht Gott (bin mir nicht sicher schwanke zwischen Augustinus und Th.v.Aqu. ... ?( ) auch im 2. Vatikanum wird so ähnlich formuliert ...

Derweil mal herzliche Grüße

Mathias

Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

Geist aus Appenzell

unregistriert

24

09.11.2003, 16:53

Ich sehe das anders:

Gott ist allmächtig, und kann nicht ohnmächtig sein. Denn wenn ers wäre, gäbe es eine Macht die grösser ist, als er!

Gottes Segen

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

25

09.11.2003, 17:02

Grüß dich Geist !

Ist das nicht "linear" gedacht ... ?

So ganz nach dem "mathematisch-wissenschaftlichen System - wie quasi, wenn Du B beweisen willst, dann zeige, dass " nicht A" gilt ... q.e.d. ...

Mir fält auch die Frage ein: Kann Gott einen so schweren Stein erschaffen, dass er ihn nicht hochheben kann ... ?

Zu einfach, zu linear, viel zu verständlich - Gott ist (für mich) viel größer, jenseits aller Vorstellungskraft ...

Oder auch, wenn wir sterben und dann evtl ins Fegefeuer kommen - wie lange sind wir da drinnen ?
- Wenn es doch bei Gott keine Zeit gibt ?
(Oder sind wir da noch nicht in der Nähe Gottes ?)
Was ich sagen will es gibt im Himmel "droben" und auf der Erde herunten mehr Dinge, die man mit unseren Fähigkeiten nicht erklären kann (Was natürlich nicht heißen soll, dass man bei jedem "Gespenst" zusammenschrecken muss, wenn es da eine wissenschafltiche ERkläörung dafür gibt ;) )

Wie denkst Du ?

Grüße

Mathias
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

Geist aus Appenzell

unregistriert

26

09.11.2003, 17:53

Zitat

Original von Godjonga
Mir fällt auch die Frage ein: Kann Gott einen so schweren Stein erschaffen, dass er ihn nicht hochheben kann ... ?

Zu einfach, zu linear, viel zu verständlich - Gott ist (für mich) viel größer, jenseits aller Vorstellungskraft ...


Genau darum ist für mich Gott allmächtig und nicht ohnmächtig.
Ich habe ja auch nicht gesagt, dass ich die Allmacht Gottes erfassen kann, Gott bewahre, aber ich kann doch auch nicht mit gutem Gewissen sagen, Gott ist ohnmächtig.
Alles ist von Gott erschaffen, jedes noch so kleinste Ding ist von Gott bestimmt für etwas, hat seinen Zweck und Sinn und seine Vorbestimmung.

Zitat

Original von Godjonga
Ist das nicht "linear" gedacht ... ?


Nein, ist es nicht, denke ich. Aber dies sollte aus den oben stehenden Worten deutlich geworden sein.

Gottes Segen

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

27

09.11.2003, 17:58

Grüß Dich Geist!

Da ist eben unsere Gottesvorstelleung ein wenig anders, wenn natürlich auch gleich geartet ... ;)

Herzliche Grüße

Mathias
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

28

12.11.2003, 12:51

allmaechtig - ohnmaechtig

hallo Godjonga und Geist...
zu:
allmaechtig - ohnmaechtig

Gott hat alle Macht, d.h. er ist allmaechtig
aber
Er ist auch die Liebe
und wer liebt, gibt alle Macht her (ab) und ist demzufolge ohnmaechtig

oder?


das soll mein 'Zwischenruf' in/ zu eurer Diskussion sein;
falls Ihr das/ mich nicht verstanden habt, es ist ja nur so kurz von mir eingeworfen,
bitte nachfragen, wenn Ihr moegt.

Gruss

mave

Geist aus Appenzell

unregistriert

29

12.11.2003, 15:34

Ich denke genau wie Du liebe mave, nur bin ich mir nicht sicher, ob diese Ohnmacht eine gewollte ist. Ich will damit sagen, dass diese Freiheit letztlich eben doch in Gottes Hand ist.

Daher ist Gott für mich nur allmächtig, und nicht auch ohnmächtig. Ohnmacht ist für mich nicht der Begriff für die freiwillig getätigten Entscheidungen. Wenn ich freiwillig auf ein Glace verzichte, bin ich keineswegs ohnmächtig, sondern ich hätte die Macht dies zu tun, umso mehr Gott!

Gottes Segen

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

30

12.11.2003, 15:44

Aber Fakt ist doch auch ...

Grüß Dich Geist!

... dass es immer bei Gegensätzen um eine Münze mit 2 Seiten geht - niemand wird abstreiten, dass die Freiheit auch die Verantwortung, die Pflicht mit sich bringt.

Auch hier scheint es ja ein Gegensatz zu sein, wenn man denkt - wieso, ich bin doch frei, wieso sollte ich dann zu irgendetwas verpflichtet sein ... ?

Ich weiß nicht ob es bei allen Gegensätzen so ist, aber jedenfalls bei der Allmacht und der Ohnmacht kann ich es mir gut vorstellen - ist das nicht auch Kreuzestheologie ?
Die Schwachen, die Ohnmächtigen erwählt Gott ...
Christus=Messias= der Gesalbte, damit der Auserwählte .. verstehst Du wie ich denke ?

Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder - ohne Macht ...

Herzliche Grüße

Mathias
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

Geist aus Appenzell

unregistriert

31

12.11.2003, 16:13

4 Einwände

Zitat

Original von Godjonga
... dass es immer bei Gegensätzen um eine Münze mit 2 Seiten geht - niemand wird abstreiten, dass die Freiheit auch die Verantwortung, die Pflicht mit sich bringt.

Auch hier scheint es ja ein Gegensatz zu sein, wenn man denkt - wieso, ich bin doch frei, wieso sollte ich dann zu irgendetwas verpflichtet sein ... ?

Ich weiß nicht ob es bei allen Gegensätzen so ist, aber jedenfalls bei der Allmacht und der Ohnmacht kann ich es mir gut vorstellen - ist das nicht auch Kreuzestheologie ?
Die Schwachen, die Ohnmächtigen erwählt Gott ...
Christus=Messias= der Gesalbte, damit der Auserwählte .. verstehst Du wie ich denke ?

Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder - ohne Macht ...


Grüss Dich Godjonga

1) "aber" impliziert ein Gegenargument. Hab ich das in Bezug auf mein Posting gelesen?

2) Dualismus ist nicht christlich.

3) Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder....
Wenn ich diese Stelle nicht isoliert lese, so denke ich, dass es da nicht um Macht geht, sondern um den Glauben an Gott, an das frei sein von Vorinformationen, von Vorurteilen.... um ein Stück heile Welt, die in den Kindern noch ist und das unser aller Ziel wieder ist, nachdem wir uns von dem immer so abschätzig gemeinten "Kinderglauben" gelöst haben.

4) Noch einmal:
Ohnmacht ist wenn man keine Macht besitzt, wenn etwas oder alles nicht in seinen Möglichkeiten steht.
Allmacht ist wenn man alle Macht besitzt, wenn alles in seinen Möglichkeiten steht.

Ich glaube, dass Gott allmächtig ist, und dies die Ohnmacht radikal ausschliesst.

Gottes Segen

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

32

12.11.2003, 18:06

:-) Grüß Dich !

Zu den 4 Gegenargumenten ... ;-)

1. Versteh ich nicht - was für ein Aber meinst Du ?

2. Das sit kein Dualismus, vielmehr eine "weitere Sicht", derjenige, der Freiheit ohne Verantwortung praktiziert, hat die Freiheit nur aus einer Seite her angesehen !
Nicht aber die Konsequenzen, geschweige denn die andere Seite des Kern um den es bei der Freiheit geht !

3. Natürlich geht es bei "wenn ihr nicht werde wie die Kinder auch um den Glauben, "auch" ;)
Das ist wohl das "gleiche "Problem" - eine Sache kann man nicht nur aus einem Blickwinkel betrachten - oder ?

4.Ohnmacht ist wenn jemand aus Liebe zu seinen Kindern seine "Macht" über sie hergibt, wir nennen das Freiheit ;)

Herzliche Grüße

Mathias
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

corinquietum

unregistriert

33

12.11.2003, 18:49

Da wir immer nach Menschenweise von Gott denken müssen, können wir sein Wesen nie erfassen noch auch in Worte fassen. Unser Reden bleibt immer hinter Gott zurück; wie schon Augustinus sagt: wenn Du´s begreifst, ist es nicht Gott!
Die Erlösungstat des Gottessohns ist ein Hineingeben in eine Liebe, die wir als eine scheinbare Ohnmacht begreifen. Das Geheimnis ist in der unendlichen Liebe Gottes, seinem Wesen also, begriffen; da kommen wir mit unserem kleinen Verstand nicht mit.
Innigste Liebe kann als Ohnmacht, als Selbstauslieferung an ein geliebtes Wesen begriffen werden. Nur so ist Gott ohnmächtig!

Kleines Beispiel: einem Kind, das mich mit großen, staunenden Augen, in denen klare Unschuld mich anlacht, anblickt, kann ich nur "ohnmächtig" gegenübertreten. Ich bin ihm dann ausgeliefert.

C.

Geist aus Appenzell

unregistriert

34

12.11.2003, 21:25

Zitat

Original von Godjonga

1. Versteh ich nicht - was für ein Aber meinst Du ?


Dein Aber im Titel des vorigen Postings.....

Zitat

2. Das sit kein Dualismus, vielmehr eine "weitere Sicht", derjenige, der Freiheit ohne Verantwortung praktiziert, hat die Freiheit nur aus einer Seite her angesehen !
Nicht aber die Konsequenzen, geschweige denn die andere Seite des Kern um den es bei der Freiheit geht !

Trotzdem redest Du immer im dualen System, brauchst dieses als Dein Argument, weshalb in Gott eben die Ohnmacht auch sein muss.....

Zitat

3. Natürlich geht es bei "wenn ihr nicht werde wie die Kinder auch um den Glauben, "auch" ;)
Das ist wohl das "gleiche "Problem" - eine Sache kann man nicht nur aus einem Blickwinkel betrachten - oder ?


Nein, darum habe ich Dir widersprochen. ;) :P

Zitat

4.Ohnmacht ist wenn jemand aus Liebe zu seinen Kindern seine "Macht" über sie hergibt, wir nennen das Freiheit ;)


Das ist nach meiner Meinung einfach falsch.
Ohnmacht ist nicht die Freiheit. Entweder nutze den Begriff Freiheit, wenn Du den meinst, oder versuche in Dir zu erschliessen, dass Ohnmacht nicht Freiheit ist, sondern den Zustand umschreibt, wenn man "ohne" Macht etwas zu tun, dasteht. (siehe dazu auch bei Werner!)
Und um bei Deinem Beispiel zu bleiben:
Du kannst nicht Gott mit den Menschen vergleichen.

Gottes Segen

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

35

12.11.2003, 21:50

ach so ... ?

Habe ich Werner falsch verstanden ?

Er schrieb doch, dass es auch eine Ohnmacht ist ... ?( ?(

Zitat

Innigste Liebe kann als Ohnmacht, als Selbstauslieferung an ein geliebtes Wesen begriffen werden. Nur so ist Gott ohnmächtig!


?( ?( ?(

Zitat

Trotzdem redest Du immer im dualen System, brauchst dieses als Dein Argument, weshalb in Gott eben die Ohnmacht auch sein muss.....


Ja klar ich benutz "Dualismus" in einer Art und Weise, in der es bedeutet, dass eine Sache mind. 2 Seiten haben muss - wenn Du unter Dualismus was anderes verstehst, müssen wir erst eine Begriffsklärung machen ;)

Zitat

Das ist wohl das "gleiche "Problem" - eine Sache kann man nicht nur aus einem Blickwinkel betrachten - oder ? Nein, darum habe ich Dir widersprochen.


Das meinst Du ernst ????
Das heißt das man eine Sache nur aus einem Blickwinkel betrachtet ??? 8o 8o 8o 8o - und das soll dann womöglich auch noch "richtig" sein ??

Wenn dem so sein sollte, da muss ich mich dann heftigst differenzieren, dass sehe ich anders - "das sehe ich anders" - ist das nicht schon Beweis gegen Deine These :D :D ?

Zitat

Du kannst nicht Gott mit den Menschen vergleichen.


Da sind wir uns einig ;), aber dennoch möchte ich auf Gen 1,27 verweisen: Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.

Vergleichen kann man nicht!, aber wir sind Abbild Gottes, seine Kinder ! - Nicht mehr aber auch nicht weniger !

Herzliche Grüße

Mathias

Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

Geist aus Appenzell

unregistriert

36

12.11.2003, 22:32

Zitat

Original von Godjonga
Habe ich Werner falsch verstanden ?

Er schrieb doch, dass es auch eine Ohnmacht ist ... ?( ?(

Zitat

Innigste Liebe kann als Ohnmacht, als Selbstauslieferung an ein geliebtes Wesen begriffen werden. Nur so ist Gott ohnmächtig!


scheinbare Ohnmacht, siehe einige Zeilen weiter oben....

Zitat

Das meinst Du ernst ????
Das heißt das man eine Sache nur aus einem Blickwinkel betrachtet ??? 8o 8o 8o 8o - und das soll dann womöglich auch noch "richtig" sein ??

Wenn dem so sein sollte, da muss ich mich dann heftigst differenzieren, dass sehe ich anders - "das sehe ich anders" - ist das nicht schon Beweis gegen Deine These :D :D ?


Ich wollte schreiben: Ja, darum habe ich Dir widersprochen, oder besser eine andere Sicht gezeigt. ;)

Zitat

Du kannst nicht Gott mit den Menschen vergleichen.


Zitat

Da sind wir uns einig ;), aber dennoch möchte ich auf Gen 1,27 verweisen: Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.

Vergleichen kann man nicht!, aber wir sind Abbild Gottes, seine Kinder ! - Nicht mehr aber auch nicht weniger !


Das heisst aber wiederum nicht, dass wir auch den selben Geist haben, die selbe Erkenntnis, woher kommen die Fehler bei uns?, Allmacht?
Ich höre dieses Argument immer wieder, aber ist es für Dich hieb- und stichfest in bezug auf seine wörtlich-semantische Aussage?

Bhüeti Gott


Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

37

13.11.2003, 00:04

Grüß Dich ! ;)

Zitat

scheinbare Ohnmacht, siehe einige Zeilen weiter oben....


Von "scheinbar" hat er aber nichts geschrieben ...
Aber... Dein Gottesbild wie ja schonmal geschrieben sieht eben etwas anders aus ... macht ja nichts ;)

Zitat

Das heisst aber wiederum nicht, dass wir auch den selben Geist haben, die selbe Erkenntnis, woher kommen die Fehler bei uns?, Allmacht? Ich höre dieses Argument immer wieder, aber ist es für Dich hieb- und stichfest in bezug auf seine wörtlich-semantische Aussage?


"Nicht mehr, aber auch nicht weniger" - es bleibt dabei ;)

Herzliche Grüße

Mathias
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

Geist aus Appenzell

unregistriert

38

16.11.2003, 08:27

Ok, Diskussion (mir Dir darüber) auf Eis gelegt! 8) ?( 8)

Gottes Segen

herzrosenduft

Erleuchteter

Beiträge: 5 770

Wohnort: Deutschland

Beruf: Gärtner

39

01.11.2014, 18:06

Ich habe ein Problem mit dem siebten Kapitel des Korintherbriefes.
Paulus redet da über die Ehe, und er sieht sie irgendwie nur als Notlösung an, wenn man nicht die Kraft zu einem zölibatären Leben hat.
Dem entgegensteht, was Jesus über die Ehe sagt.
Ich denke, dass beides, Ehe und Ehelosigkeit, eine Berufung ist. Und dass beides gleich gut ist, und man es nicht gegeneinander ausspielen kann und soll.
Was meint ihr dazu?


Was sagt Paulus eigentlich wirklich zur Ehe? Ich verstehe es so, dass Mann und Frau sich als Partner in ihrer Verschiedenheit ergänzen sollen. Der Trauspruch bei der Hochzeit geht meiner Meinung nach auf Paulus zurück. 1 Kor 7,1ff (siehe https://www.die-bibel.de/online-bibeln/e…09fa88cbb93fc4/)
_______________________________________________________________________________________

Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

Beiträge: 2 361

Wohnort: 1010, WIEN

Beruf: Kath.Priester des röm.Ritus (Stephansdom) u.Erzpriester des byzant.Ritus(für Ukrainer) / Gymnasiallehrer ( Rk ) i.R.

40

01.11.2014, 21:37

1Kor

! KOR:
7,1Nun zu den Anfragen eures Briefes! «Es ist gut für den Mann(,) keine Frau zu berühren».

2Wegen der Gefahr der Unzucht soll aber jeder seine Frau haben und jede soll ihren Mann haben.

3Der Mann soll seine Pflicht gegenüber der Frau erfüllen und ebenso die Frau gegenüber dem Mann.

4Nicht die Frau verfügt über ihren Leib, sondern der Mann. Ebenso verfügt nicht der Mann über seinen Leib, sondern die Frau.

5Entzieht euch einander nicht, außer im gegenseitigen Einverständnis und nur eine Zeit lang, um für das Gebet frei zu sein. Dann kommt wieder zusammen, damit euch der Satan nicht in Versuchung führt, wenn ihr euch nicht enthalten könnt.

6Das sage ich als Zugeständnis, nicht als Gebot.

7Ich wünschte, alle Menschen wären (unverheiratet) wie ich. Doch jeder hat seine Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so."

Wir müssen uns in diesem Text vor Augen halten, dass es damals, zweifellos auch unter dem Eindruck der Verfolgung, eine nahe Erwartung der Wiederkunft Christi zum Endgericht gegeben hat. Nur aus dieser Situation ist der ganze Text zu verstehen! Paulus schätzt einerseits den Wert der Askese, ist aber ein guter Beobachter und Pädagoge, dem völlig klar ist, dass dieser Weg für viele, besonders junge Menschen, nicht ohne weiteres begehbar ist. Bereits in der Urkirche findet sich eine große Wertschätzung der Ehelosigkeit, als Weg der Nachfolge Christi. Eine frühchristliche Schrift aus dem 2. Jahrhundert bemerkt ",dass viele Christen grauhaarig würden im Stande der Ehelosigkeit." Ehelosigkeit war also in der frühen Kirche nicht etwas, was Amtsträger auf sich nehmen mussten und ab dem 4. Jahrhundert die Mönche, sondern viele Christen fühlten sich berufen ehelos zu leben.
Heute erkennen wir, dass die Krisen des Zölibates und die Krise der christlichen Ehe UNAUFLÖSLICH miteinander verbunden sind. Wer nicht fähig ist zur Ehe, ist auch nicht fähig zum Zölibat und umgekehrt.
Vor circa 30 Jahren predigte das Oberhaupt der selbstständigen Finnisch orthodoxen Kirche, Erzbischof Pavaali (Paul), "dass auch die Ehe der ASKETISCHEN VERVOLLKOMMNUNG der Ehepartner diene!" Damals habe ich in meiner früheren Pfarre gesagt, wenn sich das ein katholischer Pfarrer trauen würde, hätte er in mancher Pfarre nicht geringe Probleme. Interessant war die Rückmeldungen aus unseren Familienrunden, die mir durchaus recht gegeben haben und gesagt haben, ohne ASKESE könne eine Ehe gar nicht gelingen!Msgr. Franz Schlegl

Thema bewerten