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herzrosenduft

Erleuchteter

Beiträge: 5 866

Wohnort: Deutschland

Beruf: Gärtner

21

24.03.2011, 18:12

Tripolis (kath.net/Fidesdienst) “Ich verstehe nicht, wo uns all dies
hinführen soll. Kann es sein, dass Menschen nicht verstehen, dass Bomben
gar nichts lösen?“ So kommentierte Bischof Giovanni Innocenzo
Martinelli, Apostolischer Vikar von Tripolis in Libyen, das Bombardement
des Landes durch die NATO. „Was wollen Sie mit diesen Bombardements
erreichen?“



“Noch einmal appelliere ich, dass man versucht, eine diplomatische
Lösung zu finden, vielleicht durch die Vermittlung von manchen führenden
afrikanischen Politikern.

aus http://www.kath.net/detail.php?id=30728
_______________________________________________________________________________________

Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

domenik

Fortgeschrittener

22

26.03.2011, 14:02

In den letzten Wochen wurde z.B. der Name des amerikanischen Professors Gene Sharp bekannt, der schon vor Jahren Theorie und Praxis der friedlichen Revolution entwickelt hatte (Link).


Beispiele über friedliche Revolutionen sind schon bekannt "Auf alles waren wir vorbereitet. Nur nicht auf Kerzen und Gebete" sagte der SED-Funktionär Horst Sindermann.

Zu protestieren kann man viele Ideen entwickeln. Friedliche Revolutionen können aber nicht überall funktionieren. Es gibt Länder wo die Geheimdienste fragen z.B. "warum du ein schwarzes Hemd trägst", sie überprüfen, ob das Symbol des Protests ist…

In Video zeigt Gene Sharp das Buch "Gandhi as political strategist". Gandhi war friedlich, er hat friedliche Bewegung geführt, aber keiner fragt, warum das möglich war. Es waren nicht allein Ghandis Ideen, die eine friedliche Revolution ermöglicht haben. Ghandi sagte, ohne Institutionen der britischen Justiz wäre die gewaltlose Bewegung unmöglich gewesen. Solche Institutionen waren sehr wichtig für den Aufbau der Demokratie in Indien. Hier lesen wir: "Indien hatte bei seinem Start in die Unabhängigkeit nicht nur schlecht Bedingungen. Es hatte auch die Möglichkeit, bald eine Konstante Regierung aufzubauen, da eine unabhängige Justiz, fähige Beamten und Politiker, sowie eine professionelle Armee bereits vorhanden waren. Und alle diese Institutionen waren auch unbedingt notwendig für den Aufbau eines souveränen ökonomischen Staates."

In islamische Teil - vor der Teilung Britisch-Indians und Entstehung Staat Pakistan - gab es solche Institutionen nicht. Dort haben die Muslime alles abgelehnt wie die Sprache der Kuffar (die englische Sprache). Die Gesellschaft in Pakistan ist heute (wie in Libyen) eine Stammgesellschaft…

Islamische Webseiten bringen folgende Zitat von Todenhöfer: "Der Kolonialismus hat der arabischen Welt weit über hundert Jahre Entwicklung gestohlen."

Kolonialismus gab es aber auch woanders, z.B. in Indien. Indien gilt heute, gemessen an der Einwohnerzahl, als größte Demokratie der Welt, hat viele Fachkräfte, hat Industrie und die Wirtschaft läuft gut…

Konnte Indien das alles erreichen ohne Kolonialismus? Solche Fragen werden so einfach ignoriert und werden niemals von Todenhöfer und islamische Vereine beantwortet, denn sie sich nicht selbst widerlegen wollen.

"Die Muslime versuchen das Elend in ihren Ländern immer nur den anderen und vor allem dem Westen anlasten" das hören wir immer wieder. Ich glaube die Muslime haben Recht, wenn sie das tun. Denn die Frage "wollen diese Völker die Verantwortung tragen oder nicht" ist vielleicht eine falsche Frage. Richtig wäre zu fragen, "können sie die Verantwortung selbst tragen", Viele denken, dass sie das nicht können:

In diesem Thread glaubt ein User, die Revolutionen seien von langer Hand organisiert und vorbereitet, das heißt diese Völker können selbst nicht entscheiden irgendwas zu verändern. Andere User reden über Diktatur und wer regiert denn das Land, es kommt Chaos, Bürgerkrieg…

Die Unabhängigkeit in den so genannten arabischen Ländern hat nur Kriege, Diktatur, Rückständigkeit und Ignoranz gebracht. Diese Völker sollten noch lernen bis sie die Fähigkeit gehabt haben unabhängig ein Land zu führen. Heute fange ich sofort zu lachen, wenn ein Islamist über Internet fordert, den Westen zu boykottieren. Wenn er das will, dann soll er vor allem kein Internet benutzen.

Andere Länder verdienen trotzdem die Unabhängigkeit, die sind andere Kulturen. Die muslimische Welt muss ihren eigenen Weg gehen – so antworten manche und setzen gleichzeitig voraus, dass es andere Kulturen gibt, welche ihren eigenen Weg gehen und alles selbst entwickeln konnten. Welche sind aber diese Kulturen? Die Wissenschaften (Naturwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Politikwissenschaft usw.), welche wir heute alle Menschen haben und unsere Leben verändert haben, sind westlich, ganz genau sind europäisch. Kennt jemand z.B. eine chinesische oder lateinamerikanische Wirtschaftstheorie? Falls Ja, ich möchte sie sehen. In anderen Kulturen schauen die Menschen auch amerikanische Filme und hören westliche Musik…

Der Westen darf aber die Lebensweise anderer Kulturen nicht verändern, beantworten andere, die das selbst entschieden haben, ohne die Menschen in andere Kulturen zu fragen, ob sie wirklich keine Veränderung möchten. Dass es in andere Kulturen keine Meinungsfreiheit gibt (die Menschen dort zu fragen), wird ausgenutzt. So kann man die Menschlichkeit zeigen und seinen besten Weg, die Kultur und die Lebensvielfalt anderer Völker zu schützen, d.h. keine Veränderung erlauben. Und damit dieses Ziel erreicht wird, müssen andere Völker ihre Lebensweise und ihre Kultur niemals verändern. Sie müssen immer nur das tun, was ihre Vorfahren getan haben.

Der Satz "Der Westen darf aber die Lebensweise anderer Kulturen (z.B. in Osten) nicht verändern" klingt so als wäre jemand irgendwie, sagen wir, eine Theorie geschrieben und etwas bewiesen hätte. Es wird aber zuerst nicht mal versucht folgende Fragen zu beantworten: Was bedeuten hier "Westen" und "Osten"? Wer hat diese Begriffe erfunden? Und warum soll ich sie akzeptieren?

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »domenik« (27.03.2011, 00:20)


23

26.03.2011, 15:44

Domenik, ich gehe mit Dir einig, dass wir heute die kolonialistische Epoche durchaus differenziert betrachten sollen, ja müssen, und dass wir auch das Positive zu würdigen haben, das christlicher Idealismus in kolonisierten Ländern aufgebaut hat. Ich denke dabei nicht nur an Länder des Ostens und Afrika, sondern auch an Lateinamerika. Kulturromantiker gehen bisweilen naiv von einem idalen Zustand vor der Kolonisierung aus, den es so nicht gegeben hat.
cor ad cor loquitur
John Henry Newman

24

01.04.2011, 23:56

Gaddafi soll mit westlichen Militäreinsatz daran gehindert werden, sein eigenes Volk abzuschlachten, nur um seine Macht aufrecht erhalten zu können.

Handelt es sich hierbei wirklich um einen humanitären Einsatz des Westens oder was steckt auch noch dahinter? Welches Interesse hat der Westen an Nordafrika und um welchen Einfluss wird da gebangt?

Christoph Hörstel ist ein Kenner des Nahen und Mittleren Ostens. Als jahrelanger Auslandskorrespondent für die ARD sammelte er viele Erfahrungen vor Ort, als auch über die Medien. Im Gespräch berichtet er, wie man die nordafrikanischen Rebellionen einzuschätzen hat.

Kriegsgebiet Naher und Mittlerer Osten - Das Konzept des Terror-Managements im 21. Jahrhundert
cor ad cor loquitur
John Henry Newman

Lorger

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25

02.04.2011, 09:45

In Libyen greift die Staatengemeinschaft ein, in Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) schaut sie weg. Damit wird bewiesen, dass alleine das Erdöl der Grund ist, dass sich die Staatengemeinschaft in die Politik eines Landes einmischt.

26

02.04.2011, 10:12

In Libyen greift die Staatengemeinschaft ein, in Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) schaut sie weg. Damit wird bewiesen, dass alleine das Erdöl der Grund ist, dass sich die Staatengemeinschaft in die Politik eines Landes einmischt.


Ich denke, da hast du recht. Der nächste "Regent" ist dem Westen zu Dank verpflichtet und zusammen profitieren sie von den Erdölvorkommen des Landes.



Wenn man betrachtet welche Länder an "vorderster Front" teilnehmen , dann weiss man,was davon zu halten ist.
Herr, stärke mich , Deinen Geboten zu folgen .

Klomb

Meister

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Beruf: Wächter der Rechtgläubigkeit ;)

27

03.04.2011, 01:11

In Libyen greift die Staatengemeinschaft ein, in Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) schaut sie weg. Damit wird bewiesen, dass alleine das Erdöl der Grund ist, dass sich die Staatengemeinschaft in die Politik eines Landes einmischt.

Kein Erdöl? Das stimmt nicht. Hier kannst Du nachsehen.

28

03.04.2011, 15:52

Stimmt, die Elfenbeinküste hat auch gewisse Erdölvorkommen, einem Vergleich mit Libyen hält das westafrikanische Land aber nicht stand. So überstiegen die Erdölimporte der Elfenbeinküste in den letzten Jahren die Importe massiv (2008: Export 1,5 Mrd. USD / Import 2,6 Mrd. USD), auch wenn die Ölexporte in der Tendenz zugenommen haben. (von Klomb angeführte Quelle: Importe anklicken)


Ebenso betrugen (Stand 2006) die geschätzten Erdölreserven Libyens das 190fache jener der Elfenbeinküste. (Quelle)

Vor diesem Hintergrund ist das Argument von Lorger nicht ganz von der Hand zu weisen.
cor ad cor loquitur
John Henry Newman

domenik

Fortgeschrittener

29

03.04.2011, 16:25

Gaddafi soll mit westlichen Militäreinsatz daran gehindert werden, sein eigenes Volk abzuschlachten, nur um seine Macht aufrecht erhalten zu können.

Handelt es sich hierbei wirklich um einen humanitären Einsatz des Westens oder was steckt auch noch dahinter? Welches Interesse hat der Westen an Nordafrika und um welchen Einfluss wird da gebangt?

Christoph Hörstel ist ein Kenner des Nahen und Mittleren Ostens. Als jahrelanger Auslandskorrespondent für die ARD sammelte er viele Erfahrungen vor Ort, als auch über die Medien. Im Gespräch berichtet er, wie man die nordafrikanischen Rebellionen einzuschätzen hat.

Kriegsgebiet Naher und Mittlerer Osten - Das Konzept des Terror-Managements im 21. Jahrhundert


Einzig die Amerikaner sind für alles verantwortlich, egal wer stirbt. Auf der anderen Seite gibt es auf der Erde immer noch 6 Milliarden Menschen. Sie können weiterhin leben, weil die Amerikaner es denen erlaubt haben, zu leben. jetzt müssen wir uns bei den Amerikanern dafür bedanken. Die Amerikaner können alles selbst und allein entscheiden. Christoph Hörstel trägt keine Uhr, er muss immer die Amerikaner fragen, denn die Amerikaner entscheiden wie spät es ist.

Ich habe auch nicht verstanden was "vor Ort" bedeutet. Heißt es dort zu sein wo gerade ein Kampf stattfindet, wo es sehr gefährlich ist? Als der Krieg z.B. in Bagdad angefangen hat, haben sich die Journalisten in einem sicheren Ort gesammelt...

"Die Amerikaner unterstützen Al-Qaida" sagt Hörstel als wäre das ein Geheimnis. Im Irak, in der Provinz Anbar (Ramadi, Falludscha) waren die so genannten Al-Sahwa-Räte alle Mitglieder bei Al-Qaida. Jeder weiß, dass Sie viel Geld von Amerikaner bekommen haben. Nach paar Monaten als die Amerikaner nicht mehr zahlen wollten, haben diese Stämme wieder bedroht Terroranschläge zu üben. Sie konnten das aber nicht mehr, weil jeder der das Geld wollte, musste vorher vor Innenministerium seinen Ausweis vorlegen, Fingerabdruck abgeben, Formular (Name, Adresse) ausfüllen… Die Amerikaner haben alle diese Daten gehabt.

Noch ein Beispiel: 1996, obwohl es bis zum 36. Breitengrad eine Schutz- und Flugverbotszone gab, haben die Amerikaner den Einmarsch der irakischen Truppen im Norden des Landes nicht verhindert. Im Norden unterstützten die Amerikaner die irakische Opposition (INC). Das Ziel war, die Opposition zu bewaffnen, damit die Iraker selbst das Land befreien. Das Problem aber war, mehr als die Hälfte der Mitglieder der irakischen Opposition waren Agenten Saddams. Man konnte nicht genau wissen welche Aufgaben sie hatten. Erst nach dem Einmarsch der irakischen Truppen konnte man genau wissen wie viele sie waren und wie sie hießen…

Solche Beispiele würde Christoph Hörstel als Beweise für seine komische Behauptungen nehmen und das darf er, weil nur er Kenner und immer vor Ort ist. Er weiß aber nicht mal wie ein Krieg aussieht... Ja und die Amerikaner wollen nur Rohstoffe und Öl, Christoph Hörstel braucht gar kein Öl…

"Wie müssen klar festhalten, dass allein die Entscheidung der UNO zur Teilung Palästinas keine rechtmäßige Grundlage hatte… Warum sollten die Palästinenser ausbaden was Hitler den Juden angetan hat" sagt Christoph Hörstel.

So ein Schwachsinn und hässliche Methode den deutschen ein schlechtes Gefühl zu geben und danach auszunutzen . Stell Dir vor Christoph Hörstel will irgendwo ein Staat gründen, was bringt ihm die Unterstützung des Westen, wenn kein Mensch dort leben will? Ein Staat braucht vor allem Menschen, die Bevölkerung und die Armee… Im Westen gab es die Idee Staat Israel zu gründen, es war aber nur eine Idee, die im Westen erfolglos war. Heute noch gibt es in Europa und USA Juden, die nicht nach Israel auswandern möchten. Wer Staat Israel gegründet hat, waren die Muslime selbst. Sie haben mehr als 2 Millionen Juden Ihre Staatsangehörigkeit entzogen, von ihnen verlangten ihre Heimatländer zu verlassen und wurden nach Israel geschickt. Und damit Israel weiterhin existieren kann, geben die Muslime den Juden kein Recht auf Rückkehr. Christoph Hörstel und seine muslimische Freunde reden nicht darüber, das wäre für sie ein Dorn im Auge. Wir haben aber auf Verantwortungslosigkeit der Muslime gewohnt, wir wissen, dass Muslime zu kritisieren gar nichts bringt…Heute sind genau diese jüdische Gruppen, die jeden Dialog mit Muslime ablehnen.


Über Rückkehr müssen wir heute anders reden: Israel sagt, alle Juden die in USA, Europa und anderswo leben, haben das Recht zu ihren ursprünglichen Heimatland Israel zurückzukehren.
Eine ähnliche Rückkehr wie Israel können die Muslime fordern, in dem sie Länder wie Irak und Syrien usw. verlassen und in ihrem ursprünglichen Heimatland die arabische Halbinsel zurückzukehren. Die Muslime verlangen aber keine Rückkehr wie Juden, im Gegenteil, sie schicken die Menschen weg in fremden Ländern und sie verlangen, dass sie nie wieder zurückkehren, bis sie diese fremden Ländern islamisieren, turkisieren, arabisieren um die Freiheit und Demokratie überall abzuschaffen…

30

03.04.2011, 17:35

@domenik, lange Beiträge sind mühsam, weil sie lange Antworten provozieren!

"Einzig die Amerikaner sind für alles verantwortlich, egal wer stirbt."

Ich habe seine Aussagen nicht so aufgefasst, dass die USA die einzig bestimmende Macht wäre auf der Welt und in der Region. Auf welchen Satz beziehst Du deine Behauptung? Vielmehr erkennt er durch seine jahrelange Erfahrung in Afghanistan natürlich Versäumnisse der westlichen Allianz klarer als Andere. Das war ja auch der Grund, dass ihn die Bundeswehr engagiert hatte, um in Koblemz ihre ISAF-Offiziere auf ihre Einsätze vorzubereiten.

"Ich habe auch nicht verstanden was "vor Ort" bedeutet. Heißt es dort zu sein wo gerade ein Kampf stattfindet, wo es sehr gefährlich ist? Als der Krieg z.B. in Bagdad angefangen hat, haben sich die Journalisten in einem sicheren Ort gesammelt... "

Mit "vor Ort" meint Hörstel offensichtlich Kabul, wo AfghanInnen gezeigt wurden, welche die Angriffe der westlichen Allianz freudig begrüssten.

"Die Amerikaner unterstützen Al-Qaida" sagt Hörstel als wäre das ein Geheimnis."

Das wird aber immer noch tabuisiert, bis heute, nämlich dass Osama Bin Laden und weitere Saudis als Al Qaida gegen die Russen in Afghanistan ausgebildet und gefördert wurden, um der Sowjetunion "ihr Vietnam" zu bereiten, wie sich Brzezinski ausdrückte. Kürzlich hat Aussenministerin Clinton das übrigens öffentlich beklagt, dass die USA damit ihren eigenen Feind in die Welt gesetzt habe.

Jeder weiß, dass Sie viel Geld von Amerikaner bekommen haben. Nach paar Monaten als die Amerikaner nicht mehr zahlen wollten, haben diese Stämme wieder bedroht Terroranschläge zu üben. Sie konnten das aber nicht mehr, weil jeder der das Geld wollte, musste vorher vor Innenministerium seinen Ausweis vorlegen, Fingerabdruck abgeben, Formular (Name, Adresse) ausfüllen… Die Amerikaner haben alle diese Daten gehabt. "

Was willst Du damit sagen? Jedenfalls überreicht die Bundeswehr den Taliban bis in die jüngste Zeit offenbar regelmässig Koffer voll Schutzgeld, um vor Angriffen halbwegs sicher zu sein.


Das Problem aber war, mehr als die Hälfte der Mitglieder der irakischen Opposition waren Agenten Saddams. Man konnte nicht genau wissen welche Aufgaben sie hatten. Erst nach dem Einmarsch der irakischen Truppen konnte man genau wissen wie viele sie waren und wie sie hießen… Solche Beispiele würde Christoph Hörstel als Beweise für seine komische Behauptungen nehmen und das darf er, weil nur er Kenner und immer vor Ort ist."

Das betrachte ich als unbelegte Unterstellung, dass er sich als einziger Kenner betrachtet. Zugute zu halten ist Herrn Hörstel vielmehr, dass er immer wieder, dank seiner guten Kontakte im Land, konkrete und plausible Lösungsszenarien zu einem friedlichen Übergang in Afghanistan entwickelte in einem Zeitraum, als das Ansehen der deutschen ISAF-Truppen noch nicht im Eimer war. Ich verstehe seinen Ärger, wenn er heute erkennt, dass diese Chancen vorüber sind.

"Er weiß aber nicht mal wie ein Krieg aussieht... "

Bitte erläutern! Du weisst es offenbar.

"Ja und die Amerikaner wollen nur Rohstoffe und Öl, Christoph Hörstel braucht gar kein Öl…


Nicht nur die Amerikaner, auch die Franzosen, wir Schweizer, Ihr Deutsche, alle brauchen wir Öl, selbstverstädnlich auch Herr Hörstel.

"Wie müssen klar festhalten, dass allein die Entscheidung der UNO zur Teilung Palästinas keine rechtmäßige Grundlage hatte… Warum sollten die Palästinenser ausbaden was Hitler den Juden angetan hat" sagt Christoph Hörstel. "

Natürlich hatte die Entscheidung der UNO keine völkerrechtliche Grundlage, sie wurde durch Fakten geschaffen. Ich kann ja auch kenen Veronesen enteignen, weil meine Urgrosseltern mal in verona lebten. Konkrete Lösungen müssen aber immer auch menschlich vernünftig sein und berücksichtigen, dass möglichst wenig neue Verletzungen entstehen.

"Und damit Israel weiterhin existieren kann, geben die Muslime den Juden kein Recht auf Rückkehr. Christoph Hörstel und seine muslimische Freunde reden nicht darüber, das wäre für sie ein Dorn im Auge. Wir haben aber auf Verantwortungslosigkeit der Muslime gewohnt, wir wissen, dass Muslime zu kritisieren gar nichts bringt…Heute sind genau diese jüdische Gruppen, die jeden Dialog mit Muslime ablehnen. "

Glaubt man der offiziellen Geschichtsschreibung, so bestand die Politik Deutschlands ab 1933 darin, die systematische Auswanderung aller Juden zu beschleunigen. Dass dies zugleich eine einzigartige Möglichkeit bot, die deutschen Juden für die Sache des Zionismus zu gewinnen, wird gerne ignoriert. Gemäss dem israelischen Historiker und Journalisten Tom Segev reiste einige Monate nach Hitlers Machtantritt ein höherer zionistischer Funktionär nach Berlin, um mit den Nationalsozialisten über die Emigration deutscher Juden und den Transfer ihres Eigentums nach Palästina zu verhandeln. Das Resultat ihrer Verhandlungen war das „Haawara-Abkommen“, welches auf einander ergänzenden Interessen beider Seiten beruhte. Die Haawara (hebr. Umsiedlung) wurde durch Treuhandgesellschaften abgewickelt, die man für diesen Zweck in Deutschland und Palästina gegründet hatte. Die Guthaben jener auswanderungswilligen Juden, die Deutschlands Nachbarländer bevorzugten, blieben hingegen gesperrt! Das Haawara-System funktionierte bis zur Mitte des zweiten Weltkrieges. Aber das sprengt diesen Thread und erwähne ich nur, weil Du diesen Aspekt in die Diskussion eingeführt hast.

"Über Rückkehr müssen wir heute anders reden: Israel sagt, alle Juden die in USA, Europa und anderswo leben, haben das Recht zu ihren ursprünglichen Heimatland Israel zurückzukehren. Eine ähnliche Rückkehr wie Israel können die Muslime fordern, in dem sie Länder wie Irak und Syrien usw. verlassen und in ihrem ursprünglichen Heimatland die arabische Halbinsel zurückzukehren. … "

Generell können solche "Rückkehrrechte", um welche Völker es sich auch handeln mag, immer eine problematische Sache und faktisch pragmatisch anzugehen, auch wo man sie als Prinzip formuliert, da z.B. in der jüdischen Diaspora mehr Menschen leben als Juden in Israel. Das gilt entsprechend auch für andere Völker.
cor ad cor loquitur
John Henry Newman

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Copertino« (03.04.2011, 17:45)


31

03.04.2011, 19:00

Nach diesem Exkurs wieder zum Thema zurück. Natürlich ist der Durst nach Energie nur ein Aspekt rund um den Kampf in Libyen, spielt in den Planungen der beteiligten Akteure aber gewiss eine zu definierende Rolle. So mag es von Interesse sein zu wissen, welche ausländischen Beteiligungen in Libyen noch existieren. Zwar verstaatlichte Gaddafi den Grossteil ausländischer Erdöleinrichtungen, dennoch sind einige grössere Erdölkonzerne mit Investitionen in Libyen an gemeinsamen Projekten mit dem Staat beteiligt. Zu diesen Konzernen gehören Marathon (USA), Hess (USA), Conoco (USA), Gulf (früher USA, heute Indien), Occidental (USA), BP (GB), Repasol (Spanien), ENI (Italien) und Total (Frankreich) sowie noch andere. 2009 äusserte Gaddafi erstmals die Absicht, möglicherweise auch die verbleibenden ausländischen Erdöleinrichtungen in Libyen zu verstaatlichen
cor ad cor loquitur
John Henry Newman

32

16.01.2015, 21:19

"Schreckliche Dinge" würden derzeit in Libyen geschehen, betonte der koptisch-katholische Bischof von Guizeh, Antonios Aziz Mina. Er bezog sich einerseits auf die steigende Zahl bewaffneter Gruppen, zudem werde in dem zerstörten Land auch zunehmend deutlich, dass das jüngste Eingreifen geopolitischer Akteure "völlig unüberlegt" gewesen sei. Das schreibt kath.net in einem Artikel von heute.
Das hatte ich vor fast vier Jahren an dieser Stelle bereits ausgeführt. Wer damals noch die Illusion hatte, die westlichen Militärschläge gegen Gaddafi wären als "humanitäre Intervention" zu betrachten, um den Libyern im Rahmen des "arabischen Frühlings" die Freiheit zu geben, erkennt heute leichter als damals, dass es den Interventionisten um ganz andere geopolitische Ziele ging. Den Preis dafür hat das libysche Volk zu bezahlen.
cor ad cor loquitur
John Henry Newman

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