18.12.2017, 17:37 UTC+1

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

Beiträge: 2 381

Wohnort: 1010, WIEN

Beruf: Kath.Priester des röm.Ritus (Stephansdom) u.Erzpriester des byzant.Ritus(für Ukrainer) / Gymnasiallehrer ( Rk ) i.R.

141

01.06.2015, 12:28

@herzrosenduft

Für ein solches Dogma gibt es WEDER in der Heiligen Schrift, noch bei den KIRCHENVÄTERN irgend einen theologischen Ansatz! Die Erlösung ist das Werk Gottes, Maria ist nur ein Mensch, der selbst der Erlösung bedürftig war, wie Pius IX in seiner dogmatischen Erklärung 1854 (Maria ist ohne Erbsünde) "weil sie im HINBLICK auf den ERLÖSERTOD Christi am Kreuz von der ERBSÜNDE befreit war!"
Ein neues (päpstliches) DOGMA wäre ein großes Hindernis der ökumenischen Gespräche mit den altorientalischen und orthodoxen Kirchen, eine Risiko, dass kein Papst eingehen wird. Abgesehen davon, dass ein solches Dogma theologisch nicht begründet werden kann.
Msgr. Franz Schlegl

herzrosenduft

Erleuchteter

Beiträge: 5 866

Wohnort: Deutschland

Beruf: Gärtner

142

01.06.2015, 12:53

@Monsignore Schlegl
Vielen Dank für Ihre Antwort. Mich hat es stutzig gemacht, dass Maria im Neuen Testament bei der Botschaft des Engels selber von sich sagt: Ich bin die Magd des Herrn.
Das ist eine biblische Aussage, die eigentlich auf die Frage: Ist Maria Miterlöserin? geprüft werden könnte. Hinter dieser Aussage Mariens steckt etwas verborgen, was in der Theologie bisher noch kaum gedeutet wurde. Besser gesagt: Mir ist eine Deutung nicht bekannt, was es heißt Maria ist die Magd des Herrn. Immerhin könnte man einen Bezug zum Ausdruck Gottesknecht bei Jesaja herstellen, der sich auf den Messias bezieht. Ich habe auch den Katechismus daraufhin noch nicht befragt.
_______________________________________________________________________________________

Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

143

01.06.2015, 18:56

Vielleicht einige Gedanken dazu:
Hier scheint eine ähnliche theologische Konstellation vorzuliegen wie bei der historischen Diskussion um den Begriff der "Theotokos", der Gottesgebärerin. Der Begriff war an sich durchaus missverständlich, weil die Vorstellung, dass ein begrenztes irdisches Wesen den unendlichen Gott gewissermassen zur Welt zu bringen vermöge, verschiedenen damaligen Theologen widersinnig schien. Sie brachte Jesus als Mensch zur Welt, aber Gott? Erst eine theologische Ausformulierung, wie des genau zu verstehen und was bei dieser Vorstellung auszuschliessen sei, half Missverständnisse auszuräumen und führte schliesslich zur Annahme dieses Dogmas durch die Kirche.

Ähnliches mag für den Begriff "Mittlerin alles Gnaden" gelten, an dem sich die protestantische Welt reibt. Auch hier musste von der Kirche theologisch klar ausgeschlossen werden, dass Maria der einzigen Mittlerschaft des Gottmenschen Jesu etwas wegnehme oder dazu in Konkurrenz trete.

Für eine theologische Begründung der "Miterlösung" gäbe es natürlich schon biblische Ansätze bei Paulus: "....was am Leiden Christi noch fehlt". Jedes Leiden Christi hat eine erlösende Dimension. Wenn also die Kirche als "Mystischer Leib Christi" leidet, erfüllen die Glieder an Christi Leib das, was am Leiden Christi noch fehlt, und weil Maria das Urbild der Kirche und das "Urbild der Kirche" ist, könnte in dieser Sicht theologisch durchaus von einer mit-erlösenden Dimension Mariens gesprochen werden.
Auf eine Diskussion möchte ich mich an dieser Stelle aber nicht einlassen, und ich sehe natürlich auch das Problem im Austausch mit dem orientalischen Christentum.
cor ad cor loquitur
John Henry Newman

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Copertino« (01.06.2015, 19:03)


Thema bewerten