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Cassian

Fortgeschrittener

Beiträge: 469

Wohnort: Wien

2 201

20.07.2015, 17:01

Daß die Taufe aber nicht in der Kirche gespendet werden muß, ist gar nicht so falsch. Lange Zeit fanden die Taufen auch gar nicht in einer Kirche statt, sondern in einem separaten Baptisterium. Entsprechend sind die Taufbecken heute üblicherweise näher am Ausgang als am Altar. Auf diese Weise wird deutlich gemacht, daß der Ungetaufte ja noch gar nicht zur Kirche gehört. Wenn man hingegen ein Taufbecken im Altarraum sieht, ist das ein Zeichen, daß man sich in einer evangelischen Kirche befindet.

In unserer Pfarrkirche wiederum liegt das Taufbecken - in Anlehnung an urkirchliche Vorbilder in den Boden der Kirche eingearbeitet und mit Stufen versehen - am unteren Ende des Kirchenraums, um seine Funktion als "Gebärmutter" zu verdeutlichen, da ja in der Taufe der alte Mensch stirbt und der neue geboren wird. Darüber ließe sich sicher viel Interessantes sagen.

Bei dieser Tauffeier fällt aber die Tendenz zur Banalisierung und Säkularisierung auf, die charakteristisch für den "Linzer Weg" ist - eine Angleichung an den Geist der Welt.

Das beginnt bei der Relativierung des sakralen Charakters des Kirchenbaus und setzt sich fort in ständigem Bemühen um political correctness: Weibliche Formen selbst da, wo sie nicht gerechtfertigt sind (Priesterinnen des Jahwekultes müsste man erst nachweisen, und von Isebel abgesehen dürften auch Königinnen eher spärlich gesät sein), Jesus wird vor allem als Bruder und dann erst als Herr gesehen etc. ... von Schuld und Erlösung, Sünde und Vergebung oder gar vom Teufel keine Rede mehr.

Was ich übrigens im ersten Beitrag nicht erwähnt habe: Bei der Erneuerung des Taufversprechens sollten wir "dem Bösen" (natürlich in sächlicher Form) widersagen, "das sich äußert in Intoleranz" und noch einer zweiten gar bösen Eigenschaft, die ich im Schock wieder vergessen habe.

LG Cassian

Cassian

Fortgeschrittener

Beiträge: 469

Wohnort: Wien

2 202

20.07.2015, 17:27

§2 kommt hier nicht zur Anwendung! Österreich ist KEIN Missionsland!

Nun, meiner Ansicht nach ist Österreich mittlerweile sehr wohl wieder ein neuheidnisches Missionsland. Doch das nur nebenbei. Eine Einschränkung des Paragraphen auf Missionsländer ist für mich ohnehin nicht ersichtlich.
Einen Priester, oder Diakon zur Spendung des Sakramentes der Taufe zu finden, ist auch in der Diözese Linz durchaus leicht möglich!

Richtig; es ging allerdings um die Frage nach der sakramentalen Gültigkeit der durch einen Pastoralassistenten gespendeten Taufe. Und da die katholische Kirche seit jeher selbst eine von Häretikern gespendete Taufe anerkennt, solange im Namen der Dreifaltigkeit getauft wird, teile ich Ihre Bedenken nicht. Dass die Spendung in dieser Form wahrscheinlich nicht erlaubt war, steht auf einem anderen Blatt.
Ich frage mich, wozu Sie die ganze Sache hier gepostet haben?

Ja, mittlerweile frage ich mich auch, ob es nicht ein Fehler war ... ich wollte meine Betroffenheit über die seltsamen liturgischen Blüten, die in Linz ja System haben, mit den anderen Mitgliedern des Forums teilen. Hingegen war es sicher nicht meine Absicht, aus der Taufe meines Großcousins einen Fall für die kirchliche Rechtsprechung zu machen.
Wenn man Ihnen einen Weg zeigt, die ganze Sache jetzt einmal durch die kirchlichen Behörden klären zu lassen, machen Sie einen Rückzieher! Das dient aber nicht der Sache, einmal Ordnung in einer Diözese einzufordern, wie sie den Intentionen Roms entspricht.Msgr. Franz Schlegl
Wie schon gesagt war die Klärung durch die kirchlichen Behörden nicht mein Anliegen, daher kann auch von einem Rückzieher keine Rede sein.

Die Situation in Linz sollte im übrigen bei allen von Ihnen genannten Instanzen hinlänglich bekannt sein.

Beste Grüße
Cassian

Klomb

Meister

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Beruf: Wächter der Rechtgläubigkeit ;)

2 203

23.07.2015, 12:22

Ja, mittlerweile frage ich mich auch, ob es nicht ein Fehler war ... ich wollte meine Betroffenheit über die seltsamen liturgischen Blüten, die in Linz ja System haben, mit den anderen Mitgliedern des Forums teilen. Hingegen war es sicher nicht meine Absicht, aus der Taufe meines Großcousins einen Fall für die kirchliche Rechtsprechung zu machen.
Ich finde, das ist kein Fehler. Vielmehr sieht man auch an Ihrer Antwort, was wohl auch die Ursache für diese liturgischen Unglücklichkeiten ist. Aus dem Glauben heraus würde man ja denken (und hoffen), daß Gott all das mitbekommt, was man da in der Kirche betet und erzählt. Nur wie wird Er sich vorkommen, wenn man das, was Er getan und gesagt hat, so grundlegend umdeutet, Priesterinnen erfindet, die Er nie berufen hat, das persönliche Gebet zu Ihm praktiziert als ein esoterisches Wünsche-ins-Wasser-Gießen usw. ?

Wenn man hingegen die Liturgie bloß als eine kirchenrechtliche Norm betrachtet, kann man schon denken, daß man Normen ja ändern könne oder daß sie vielleicht sowieso geändert würden, nur Rom da eben noch etwas zu langsam sei, oder daß man hier mal ausnahmsweise eine kleine Ordnungswidrigkeit riskieren müsse, wegen pastoralen Gründen und um die Leute da abzuholen wo sie stehen und so blabla. Dieser falschen Auffassung kommt man natürlich nicht bei, indem man den "Oberreligionsrat" angeht, der dem Bistum verwaltungsrechtlich vorsteht. Der gestörten persönlichen Beziehung zu Gott kommt man nicht auf juristischem Wege bei.

Von einem Priester habe ich mal gehört, die Liturgie selber sei Quelle (nicht Ausdruck!) kirchlicher Lehre. Da war wohl die Chrysostomos-Liturgie gemeint, denn besagter Priester ist orthodox. Die Orthodoxie wirft der römisch-katholischen Kirche ja manchmal vor, zu juristisch zu sein.

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2 204

23.07.2015, 13:51

@Klomb

Ihr Zitat."! "Die Orthodoxie wirft der römisch-katholischen Kirche ja manchmal vor, zu juristisch zu sein." ENDE
Womit Sie durchaus Recht haben! Auch unsere griechisch katholischen Hierarchen haben aus diesem Grund die Autoritäten der Lateiner manchmal kritisiert. Das Recht ist zwar ein hohes Gut, aber wie schon Johannes Paul II am Ende des Codex hinzugefügt hat: "salus animarum-suprema lex".
Noch deutlicher trifft Ihre Aussage auf die "Baselios Liturgie" zu, welche allerdings nur 10x pro Jahr gefeiert wird zu und auf die sogenannte "Jakobusliturgie ", die noch seltener, hauptsächlich von den Griechen gefeiert wird. Msgr. Franz Schlegl

2 205

24.07.2015, 00:06

Geschockt – Erschüttert – Ernüchtert - Aufbruch

Geschockt – Erschüttert – Ernüchtert - Aufbruch





Buch Jeremia 23,1-6.


Weh den Hirten, die die Schafe meiner Weide zugrunde richten
und zerstreuen - Spruch des Herrn. Darum - so spricht der Herr, der Gott
Israels, über die Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Schafe zerstreut
und versprengt und habt euch nicht um sie gekümmert. Jetzt ziehe ich euch zur
Rechenschaft wegen eurer bösen Taten - Spruch des Herrn….





217.716 Menschen verließen 2014 die katholische Kirche in
Deutschland





Diese Zahl trifft mich bis ins innerste Mark ich bin geschockt
217.716 Menschen verließen2014 die una sancta catholica et apostolica ecclesia
36.523 Menschen mehr als im „Medien-Kampagnenjahr 2010“ als Seine Heiligkeit
der Vicarius Iesu Christi Papst Benedikt XVI. von der Welt und ihren Medien
„unter Druck gesetzt wurde“ Im weiteren Verlauf der Kampagne - Vatileaks - Enthüllungsskandal im Vatikan – und
der anhaltenden Multimedialen Kampagne zu den Missbrauchfällen in der
katholischen Kirche sah sich der Heilige Vater Papst Benedikt XVI . aufgrund
der von den Medien geschaffenen Realität nicht mehr in der Lage, mit seinen
verbleibenden Kräften das Amt des Vicarius Iesu Christi auszufüllen. Aufgrund
des Drucks von außerhalb aber auch innerhalb der katholischen Kirche im Besonderen der
Reformgruppen jene sich auf ihre Interpretation des zweiten vatikanischen
Konzil berufen, legte der Vicarius Iesu Christi Seine Heiligkeit Papst Benedikt
XVI in einen historisch singulären Akt nach gründlicher Prüfung seines
Gewissens „freiwillig“ sein Amt des Vicarius Iesu Christi nieder. Dieser Entschluss war aus der
Vatikanischen Innensicht mit Sicherheit eine freiwillige Entscheidung durch
Joseph Ratzinger dennoch wurde der Entscheidugshintergrund sowie die gedankliche Entscheidungsfindung
des Papstes durch die von der multimedialen erzeugten Realitätsempfindung durch
die Welt bestimmt. Mit dem Rücktritt des Vicarius Iesu Christi Seine Heiligkeit
Papst Benedikt XVI und der Wahl des neuen Bischof von Rom Papst Franz endete
das multimediale Geheule der neoliberalen Medien schlagartig. Aus der
vatikanischen Innensicht erscheint die Entscheidung durch Joseph Ratzinger
deshalb als nützlicher Schritt für die immer mehr verweltlichte Kirche.





Erschüttert nehme ich zur Kenntnis dass viele Hirten der
katholischen Kirche zumindest in Deutschland den (neoliberalen) Geist der Welt huldigen und
das verkünden was die Menschen hören möchten das was ihren Ohren schmeichelt.
Sie fordern von Bischof Franz dem Bischof von Rom also der Papst Reformen
innerhalb der Kirche, Reformen der Lehre, eine neue Interpretation der Zehn
Gebote im Sinne der Genderideologie usw….





Ernüchtert bin ich über das Wirken von Papst Franz dem
Bischof von Rom in der Multimedialen Berichterstattung werden seine Worte und
Gesten als offene und einladende Zeichen an alle Menschen glorifiziert.
Zumindest in Deutschland scheint diese überschwängliche Euphorie fehl am Platz
aber auch in ROM waren am Osterfest viele freie Flächen am Petersplatz während
des Segens Urbi et orbi zu erkennen und das vermutlich nicht nur aufgrund des
Wetters wie die Kommentatorin erklärte.





Der Aufbruch kann nur in eine echte authentische una sancta
catholica et apostolica ecclesia gelingen in deren Mitte Gott und nur Gott
steht und hauptsächlich seine zehn Gebote so wie sie seit ewigen Zeiten im
Naturrecht Gültigkeit besitzen beachtet und geachtet werden. Die Aufgabe der
Hirten ist diese Herde zusammen zuhalten und für sie zu sorgen. Und für alle
die ehrlich und aufrichtig um Aufnahme
in die Herde der Kinder Gottes bitten.Vielleicht ist das dann eine kleine von
der Welt verachtete Herde aber eine Herde die ihre Prinzipien und Werte im
Sinne der Gebote Gottes lebt die nicht das eigene ich der Eitelkeit in den
Vordergrund rückt. Sondern offen für alle Menschen guten Willens die
Nächstenliebe zu den Nächsten in der Mitte und am Rand der Gesellschaft sowie
zu seinen Mitmenschen im Lebensumfeld lebt. Vor allem in die Gesellschaft als
Gläubiger und Authentischer Christ wirkt.
Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach,
der ist mein nicht wert. Wer sein Leben findet, der wird's verlieren;
und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden."

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Beruf: Kath.Priester des röm.Ritus (Stephansdom) u.Erzpriester des byzant.Ritus(für Ukrainer) / Gymnasiallehrer ( Rk ) i.R.

2 206

24.07.2015, 14:02

@Pilgrim_Pilger

Erstaunt und erschüttert sind Sie? Ich empfehle Ihnen das Studium der Kirchengeschichte! Da werden sie noch ganz andere Dinge lesen und die Kirche Jesu Christi ist auch daran NICHT zu Grunde gegangen.
Erstaunt bin ich, dass Sie die Gründe für den Rücktritt von Papst Benedikt XVI so genau kennen!?
Haben Sie gewusst, dass Kardinal Ratzinger bereits als Präfekt mehrmals Herz-Kreislauf Probleme gehabt hat und einmal deswegen sogar zusammengefallen ist? Vermutlich nicht!
Er hat schon vor den von Ihnen genannten Ereignissen das Grab von Papst Coelestin V besucht. Papst Coelestin V ist als Kamaldulenser-Mönch Papst geworden, in hohem Alter (wie Papst Benedikt XVI) und in Erkenntnis seiner Schwäche zurückgetreten. Sein Nachfolger war Papst Bonifaz VIII, der ihn leider in der Engelsburg gefangen gesetzt hat (um ihn als eventuellen Gegenpapst auszuschalten). Er hat ihn aber NICHT ermorden lassen, wie der französische König Philipp der Schöne behauptet hat, auf dessen verbrecherisches Treiben das babylonische Exil der Päpste (1309-1377) nach dem Tod von Bonifaz VIII, welchen er überfallen und schwer verletzen ließ, zurückgeht.
Man kann durchaus verschiedener Meinung sein, aber die allerletzte Lebenszeit des heiligen Papstes Johannes Paul II, den ich einer persönlichen Audienz in Rom erlebt habe und hoch verehre, war nicht nur ein Martyrium für ihn selber, sondern zweifellos auch eine schwierige Lage für die Kirche! Ich habe Parkinson Patienten, darunter einen Priester aus Kroatien, meinen verehrten Lehrer der altslawischen Sprache, in seinem Endzustand erlebt und vorher begleitet.
Papst Benedikt XVI stand eine Weltkirche von 1,3 Milliarden Katholiken vor, das braucht die GANZE Kraft, die er nicht mehr aufbringen konnte. Eine mutige Entscheidung, wenngleich auch ich, der ich einen persönlichen Brief von Kardinal Ratzinger, als Präfekt der Glaubenskongregation, besitze,diese sehr bedauert habe. (Nach dem Rücktritt habe ich vor Zeugen gesagt, jetzt werde wohl ein Südamerikaner Papst werden! Übrigens habe ich nach dem überraschenden Tod von Johannes Paul I vor meinem damaligen Pfarrer auf Kardinal Wojtyla getippt!)
Ich finde es eigentlich traurig, dass Sie die Amtsführung von Papst Franziskus so kritisch sehen! Aus Rom höre ich etwas ganz anderes, nämlich dass die Anzahl der Besucher bei Audienzen und beim Angelus EHER GESTIEGEN sind!
Wissen Sie nicht, wie oft der heilige Papst Johannes XXIII in seinen öffentlichen Aussagen falsch und einseitig interpretiert worden ist? Das sind eben die mainstream Medien! Dass dies dem seligen Papst Paul VI auch passiert ist, dürfte bekannt sein. Dass es der Kirche in Westeuropa und in den USA eher schlecht geht, ist auch keine Neuigkeit! Aber an manchem sind wir selber schuld, indem wir die Latte zum Eintritt in die Kirche einfach zu niedrig gelegt haben!
Ich bringe Ihnen ein kleines Beispiel: die Bischofssynode der ukrainisch-griechisch-katholisch Kirche hat festgelegt, dass in der Ukraine griechisch katholische Gläubige NICHT MEHR kirchlich getraut werden, wenn sie nicht 1 JAHRE GLAUBENSUNTERRICHT in der Kirche besucht haben! Seitdem sind die Scheidungen um mehr als 50 % in der Westukraine zurückgegangen! Auch lehnen unsere Priester TAUFPATEN, die nicht völlig in das kirchliche Leben integriert sind, AB!
Der berühmteste Erzbischof von Österreich, Kardinal Dr. Franz König (1905-2004) hat im Jahr 2000 in einem Zeitungsinterview gesagt: "Werden wir es sein, die das Ende der "Konstantinischen/Theodosianischen Reichskirche erleben werden?" Vermutlich kommt dieses Ende jetzt in Riesenschritten. Darin sehe ich auch eine Chance, denn meine ukrainisch griechisch katholische Kirche hatte seit dem Ende der Donaumonarchie KEINERLEI staatliche Unterstützung! Und dann noch die Verfolgung durch die Sowjets, die 16 von 17 griechisch katholische Bischöfen umbringen ließen, ebenso 1000 Priester und 10 tausende Gläubige!
Diese Kirche ist VOLL von Gläubigen, auch in Wien, sehr viele junge Leute und Familien mit zahlreichen Kindern! Wir haben in der Ukraine so viele Priester, dass wir sehr kleine Pfarren besetzen können, das Durchschnittsalter der Priester ist 37 Jahre, davon können römische Bischöfe im Westen nur träumen!
Also bitte, studieren sie ein wenig Kirchengeschichte und schauen sie ein bisschen über den Tellerrand von Deutschland und Westeuropa hinaus! Es wird Ihnen sehr helfen! Gottes Segen! Msgr. Erzpr. Franz Schlegl

2 207

24.07.2015, 23:04

Kirchengeschichte und ihre lehren für die Zukunft

Grüß Gott Herr Msgr. Mag. Franz Schlegl ich beginne mit der
Biographie von Professor Joseph Ratzinger mit dem Jahr 1969 als er an der Universität
Regensburg das Fach der Dogmatik und
Dogmengeschichte unterrichtete. Unmittelbar zuvor war er 1968 aufgrund der
Studentenproteste von der katholisch-theologischen Fakultät der Eberhard Karls
Universität in Tübingen ins friedliche Regensburg gewechselt. Ja Herz-Kreislauf
Probleme hatte er schon zu der Zeit als er 1977 von Papst Paul VI zum Erzbischof
von München und Freising berufen wurde. Auch bei seiner Ernennung durch Papst
Johannes Paul II. am 25. November 1981 zum Präfekt der Kongregation für
die Glaubenslehre wies er auf seine angeschlagene Gesundheit hin. Dennoch wurde
er aus dem Willen des heiligen Geist und durch Wahl der Kardinäle im Konklave
vom 18. bis 19. April 2005 zum Vicarius Iesu Christi zu Papst Benedikt XVI.
berufen und gewählt.

Johannes Paul I - Albino Lucianiwar schon seit
mehreren Jahren herzkrank nach einem Pontifikat von nur 33 Tagen starb Johannes
Paul I vermutlich unter der Last der Verantwortung für die Kirche als Vicarius
Iesu Christi. Er hat die Berufung durch den heiligen Geist nicht abgelehnt er
ist nicht zurückgetreten er ist gestorben.

Im Besonderen das Pontifikat Johannes Paul II. der am
Ostersonntag 27. März 2005 wenige Tage vor seinem Heimgang ins Haus des
Vaters
stumm den Segen Urbi et Orbi spendete zeigt uns das ein Papst
also der Heilige Vater lebenslang Vater bleibt ein Vater kann nicht aufhören
Vater zu sein. Ein Papst kann niemals vom Kreuz herabsteigen. Ein Vicarius Iesu
Christi kann sein Amt nicht niederlegen. Er wurde dazu durch den Heiligen Geist
berufen. Der Heilige Geist begeht keinen Irrtum. Oder sind sie anderer Meinung?

Herr Msgr. Mag. Franz Schlegl ich weiß zu Papst Coelestin V.
muss ich Ihnen als Kenner der Kirchengeschichte nichts schreiben, aber für die
geneigten Mitleser im Forum einige Worte der Erklärung.

Auf den Tod von Papst Nikolaus IV. 1292 folgte eine mehrjährige
Sedisvakanz verursacht durch eine Epidemie in Rom sowie unüberbrückbare
Parteiungen Konklave.

Aufgrund eines Briefs von Pietro del Murrone an die
versammelten Kardinäle in dem er sie aufforderte, endlich zur Wahl zu schreiten
wurde schließlich Pietro del Murrone in
einer Inspirationswahl (vermutlich als „Strafe“ für den Brief ) zu Papst
Coelestin V. gewählt,

Zuerst widersetzte sich Pietro und floh, ließ sich aber
schließlich umstimmen und akzeptierte die Wahl. Papst Coelestin V. war in seinem Amt
hoffnungslos überfordert für die Leitung der Kirche genügte sein Wissen und
seine Bildung keinesfalls. Der schön ältere Mönch war als Papst schlicht und
einfach ungeeignet und überfordert.

Nach mehrmaliger Prüfung seines Gewissens ließ Papst Coelestin V.
von Kardinälen und Kanonisten prüfen, ob ein Rücktritt vom Papstamt zulässig
wäre. Diese brachten nun wider besseres Wissen legendäre Fälle von Abdankungen
vor. Das überzeugte den Papst.und er dankte ab. Als Rücktrittsgründe wurden Krankheit
und Unwissenheit angeführt er wollte wieder als einfacher Mönch leben.

Herr Msgr. Mag. Franz Schlegl stimmen auch sie mir zu,
dass der Vergleich des Beispiel von Papst Coelestin V. mit der Niederlegung des Papstamtes des
Vicarius Iesu Christi durch Benedikt XVI. ungeignet und nicht vergleichbar ist.

Aufgrund dessen habe ich die feste und sichere Überzeugung
gewonnen dass Papst Benedikt XVI.das Amt des Vicarius Iesu Christi zwar
„freiwillig“ aber nicht aus freier Entscheidung der eigenen Willensbildung
niedergelegt hat. Für mich ist kristallklar die Willensbildung und
Gewissenerforschung von Papst Benedikt XVI wurde durch die Mächtigen der „Welt“
und Medien beeinflusst. Sie haben eine imaginäre Realität geschaffen in der
sich Papst Benedikt XVI seiner subjektiv unzureichenden Kräfte bewusst wurde
und er zog im Sinne der Welt die richtige Konsequenz nämlich nach einer gründlichen
Gewissensprüfung die Niederlegung seines Amtes als Vicarius Iesu Christi
freiwillig zu vollziehen.

Verstehen sie mich nicht falsch die Niederlegung des Amtes
des Vicarius Iesu Christi ist zwar gegen den Willen des heiligen Geistes aber
wenn der Rücktritt als freiwillig erklärt wird ist er im Sinne des kirchlichen
Rechts möglich und gültig.

Der Bischof von Rom Papst Franz steht einer Weltkirche von
1,3 Milliarden Katholiken vor, das braucht die GANZE Kraft, hat er diese
wirklich? Alleine seine mehrdeutigen Formulierungen geben mir Grund zur Sorge,
ich habe schon das Gefühl das der Bischof von Rom Papst Franz den Menschen und
Medien gefallen möchte dass er das sagen möchte was diese hören wollen. Nicht
wahr?

Ein Papst ist aber kein Politiker der die Mehrheit der
Menschen von sich und seinen Ideen oder einer Ideologie überzeugen muss. Er ist
der Papst, der als Bischof von Rom vor allem anderen über die unverfälschte
Reinheit der Lehre des Evangeliums wachen muss und diese zu verkünden hat, Egal
ob er dafür Applaus oder Widerstand erntet.
Was machen viele Bischöfe in der Schweiz in Österreich und Deutschland?
Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach,
der ist mein nicht wert. Wer sein Leben findet, der wird's verlieren;
und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden."

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2 208

25.07.2015, 12:38

@Pilgrim_Pilger

Also, da wird es jetzt ein bisschen schwierig, bei den Dingen, die Sie geschrieben haben!
Sie behaupten also der Rücktritt von Papst Benedikt XVI sei GEGEN den Willen des Heiligen Geistes geschehen! Damit bezichtigen sie Papst Benedikt XVI der Sünde GEGEN den HEILIGEN GEIST!
Der Weihe nach ist der Papst ein BISCHOF, weil er der Bischof von Rom ist, ist er der PAPST, das OBERHAUPT der katholischen Kirche.
Genau so müssen Sie aber dann auch den Rücktritt eines Bischofs, den dieser mit 75 Jahren anbieten muss, als FALSCH und gegen den Heiligen Geist gerichtet, bezeichnen! Denn der Bischof ist der geistliche VATER seine Diözese, genau so wie der Papst der geistliche Vater der WELTKIRCHE ist. (Übrigens hat es auch um das Konzil von Konstanz herum-1414-1418 einen Rücktritt eines Papstes gegeben!)
Sie können sagen, dass diese Vorgangsweise unüblich sei, aber nicht, dass sie unmöglich und falsch sei!
Der Heilige Geist begeht sicher keinen Irrtum, aber das heißt doch nicht, dass eine berufene Persönlichkeit zum Schluss kommen kann, aus Alters-und Gesundheitsgründen dieser gewaltigen Aufgabe NICHT mehr gewachsen zu sein!
Der serbische orthodoxe Patriarch Pavle starb mit fast 95 Jahren nach jahrelangem Aufenthalt in einem serbische Spital und war nicht mehr in der Lage seine Kirche in der kritischen Phase des verbrecherischen Regimes von Slobodan Milosevic zu leiten! Mehrmals wollte der Patriarch von seinem Amt zurücktreten, wurde aber von einigen Bischöfen daran gehindert, welche seine Schwäche und Abwesenheit für ihre politischen und persönlichen Ziele genutzt haben! Sehr zum Schaden der orthodoxen Kirche und des Landes! Der neue Patriarch Irinej musste seit seinem Amtsantritt zusammen mit dem Synod 3 Bischöfe ihres Amtes entheben.
Der Patriarch der ukrainisch griechisch katholischen Kirche, Kardinal Husar, der in Anwesenheit des Papstes die göttliche Liturgie in der Ukraine zelebriert hat, ist wegen Verlustes seiner Sehkraft aufgrund seines Diabetes mellitus von seinem Amt zurückgetreten, sodass der junge Metropolit Swjatoslaw Schewtschuk zum neuen Oberhaupt der ukrainisch griechisch katholischen Kirche gewählt werden konnte.
Die Lage der Kirche und der Welt ist viel zu kompliziert, als dass man einen Menschen, der nach eigener Einschätzung die Kraft die Kirche zu leiten nicht mehr aufbringt, zurücktreten lassen muss! Die von Ihnen entwickelte "VERSCHWÖRUNGSTHEORIE" der "MÄCHTIGEN der Welt", halte ich für höchst bedenklich und Sie können das natürlich auch nicht beweisen.
Geradezu betreten bin ich von Ihren Angriffen auf seine Heiligkeit Papst Franziskus (für sie nur "Papst Franz"). Das geht gar nicht! Schon mehrmals wurde ich von Usern darauf hingewiesen, dass es in den verschiedensten Foren Personen gibt, die aus lauter Liebe und Anhänglichkeit an Papst Benedikt XVI, seinem LEGITIMEN Nachfolger, Papst Franziskus, nur Hass und Ablehnung entgegenbringen! Sie unterstellen dem Heiligen Vater auch noch, nur das zu sagen, was der "WELT" (die bei Ihnen NUR böse ist!), gefallen könnte. Das erinnert mich irgendwie an die Angriffe der Spaltergruppe FSSPX auf Johannes XXIII, Paul VI und Johannes Paul II.
Persönlich würde ich Ihnen als Priester den Rat geben, diese Dinge einmal mit einem guten, aber papsttreuen Beichtvater zu besprechen! Msgr. Erzpr. Franz Schlegl

2 209

25.07.2015, 14:11

Sehr geehrter Msgr. Schlegl, komplette Zustimmung! Was die 1 ½ „Personen“-Sekte betrifft, die Platz in einer Telefonzelle hätte, „die aus lauter (angeblicher) Liebe und Anhänglichkeit an Papst Benedikt XVI, seinem LEGITIMEN Nachfolger, Papst Franziskus, nur Hass und Ablehnung entgegenbringt!“, muss ich sagen, dass es mich erst dann interessieren würde, wenn diese einen beweisbaren Auftrag von Papst Benedikt XVI. hätte. Ich gehe davon aus, dass es nie ein Gespräch mit Papst Benedikt und mit Papst Franziskus gab. Auch Ihren dringenden Rat mit dem guten und papsttreuen Beichtvater, kann ich nur unterstützen. Ich halte diese Nebensache für ein reines Dekadenzproblem. Meine Schwiegermutter würde sagen: „Bann die Mies sohd sänn, schmaggd es Mahl bidder./“Wenn die Mäuse satt sind, schmeckt das Mehl bitter.“ Oder wie ein befreundeter Franziskaner bemerkte: „Den Leuten ist halt langweilig.“ ;)
LG Mt
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

mysterium fidei

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2 210

25.07.2015, 20:51

@@Pilgrim_Pilger: Sie können hier meinetwegen noch ein oder zwei Fragen zu diesem Thema stellen und sich erklären lassen, warum Sie mit Ihren steilen Thesen auf dem Holzweg sind. Danach möchte ich das Thema aber bitte beendet haben. Wenn Sie über unsere letzten Päpste herziehen möchten (egal über welchen), dann suchen Sie sich bitte dafür einen anderen Ort als kath.net. Dies ist ein Hinweis der Administration.
Ubi petrus ibi ecclesia
Wo Petrus ist, da ist die Kirche

2 211

27.07.2015, 12:08

Der gute Hirte darf Wölfe nicht fürchten

@@Pilgrim_Pilger: Sie können hier meinetwegen noch ein oder zwei Fragen zu diesem Thema stellen und sich erklären lassen, warum Sie mit Ihren steilen Thesen auf dem Holzweg sind. Danach möchte ich das Thema aber bitte beendet haben. Wenn Sie über unsere letzten Päpste herziehen möchten (egal über welchen), dann suchen Sie sich bitte dafür einen anderen Ort als kath.net. Dies ist ein Hinweis der Administration.



Mit meiner Einschätzung das ein Papst ohne aus triftigen Gründen nicht zurücktreten kann und darf stehe ich innerhalb der katholischen Kirche bei weitem nicht alllein. Das ist an sich keine Frage sondern Glaubensüberzeugung.


Zitat

Qulle: www.cicero.de 21. Juli 2015



Zitat



Quelle: http://www.rp-online.de 01. Juli 2015

Gerne überlaase ich einen der ehrenwerten Theologen das letzte Wort
Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach,
der ist mein nicht wert. Wer sein Leben findet, der wird's verlieren;
und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden."

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Beruf: Kath.Priester des röm.Ritus (Stephansdom) u.Erzpriester des byzant.Ritus(für Ukrainer) / Gymnasiallehrer ( Rk ) i.R.

2 212

27.07.2015, 12:29

@Pilgrim_Pilger

Ich kann nicht verstehen, was die beiden Artikel mit dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI, dem sie praktisch Sünde wider den Heiligen Geist vorgeworfen haben und mit dem Pontifikat von Papst Franziskus zu tun haben? Offenbar haben Sie und die von Ihnen zitierten Personen MEHR den Heiligen Geist, als Papst Benedikt XVI in seiner Entscheidung und die ihn beratenden Fachleute des Kirchenrechtes? Weder Papst Benedikt, noch Papst Franziskus fürchten sich vor den "WÖLFEN". Ich denke an das Gebet eines Kaisers im Mittelalter: "Gott schütze mich vor meinem FREUNDEN, vor meinem FEINDEN kann ich mich selbst schützen!" Msgr. Franz Schlegl

Der Gärtner

Fortgeschrittener

2 213

27.07.2015, 22:37

RE: Der gute Hirte darf Wölfe nicht fürchten





Mit meiner Einschätzung das ein Papst ohne aus triftigen Gründen nicht zurücktreten kann und darf stehe ich innerhalb der katholischen Kirche bei weitem nicht alllein. Das ist an sich keine Frage sondern Glaubensüberzeugung.


Zitat

Qulle: www.cicero.de 21. Juli 2015



Zitat



Quelle: http://www.rp-online.de 01. Juli 2015

Gerne überlaase ich einen der ehrenwerten Theologen das letzte Wort
@Pilgrim_Pilger


Wenn man das so sehen will, kann man dies natürlich machen. Mir erschließt sich allerdings nicht, wie die Aussagen von Kardinal Brandmüller hier zu diesem Thema anzuwenden sind.
Bei der Bekanntgabe des Rücktritts von Papst Benedikt XVI. hatte ich, wie wohl viele, zunächst einmal ein ungutes Gefühl. War doch dieser Schritt so ungewöhnlich und für mich längst in der Geschichte versunken. Auf der anderen Seite wollte ich ihm aber natürlich zugestehen, dass er seine Lage und die Lage der Kirche besser beurteilen kann als ich. Nicht ich, sondern der Papst muß ja in Rom täglich die richtigen Entscheidungen treffen und seinen Tag bewältigen. Diese Gedanken haben mich aber nur bis einen Tag nach dem Konklave beschäftigt. Mein damaliger fürsorglicher Erzbischof hat mir dann meine Zweifel einfach abgenommen, wofür ich sehr dankbar bin.

http://www.domradio.de/video/kardinal-me…zum-neuen-papst


Gerne gebe ich zu, dass ich zuweilen mit der Art von Papst Franziskus ein wenig fremdele. Er ist halt so ganz anders als seine Vorgänger. Dies sagt allerdings gar nichts. Es ist halt seine Art und zudem kommt er ja nun wirklich aus einem völlig anderen Kulturkreis. Lateinamerika ist der Kontinent von dem wir immer denken, dass wir ihn so ungefähr kennen.
Herr, lehre mich deine Gebote

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