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18.05.2006, 08:17

"Dienerin" statt "Diakonin" übersetzt?

Das folgende Zitat hat bei mir Fragen ausgelöst:

Zitat

Dorothea Schwarzbauer-Haupt, die Vorsitzende der Diözesanen Frauenkommission/Linz und Sonja Riha, Frauenbeauftragte der Diözese Linz, begrüßen die Äußerungen von Bischof Maximilian Aichern zum Frauendiakonat und meinen auf der diözesanen Homepage: "Mit großer Freude hat die Frauenkommission der Diözese Linz die Äußerungen von Altbischof Maximilian Aichern zur Diakonatsweihe für Frauen zur Kenntnis genommen. Endlich ist ein Bischof bereit die Tatsachen wahr und ernst zu nehmen und Konsequenzen daraus zu fordern! Folgende Tatsachen zu dieser Thematik möchten wir betonen: In der frühen Kirche hat es Diakoninnen gegeben. Nur wird in den Bibelübersetzungen dasselbe Wort bei Männern mit Diakon, bei Frauen aber mit Dienerin wieder gegeben."


Wer kann Angaben machen, wie die diakonalen Dienste von Männern und Frauen in der frühen Kirche geregelt waren? Die von Schwarzbauer angeführte Übersetzungsungleichheit wird vielen Zeitgenossen plausibel erscheinen und könnte - völlig isoliert betrachtet - als Argument und als Lanze für den geforderten Frauendiakonat durchaus benutzt werden. Was hat es mit dieser Übersetzung auf sich? Welche ergänzenden, korrigierenden Zeugnisse aus frühchristlichen Quellen sind bekannt?
cor ad cor loquitur
John Henry Newman

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Copertino« (18.05.2006, 08:49)


Dolfi

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2

18.05.2006, 08:50

RE: "Dienerin" statt "Diakonin" übersetzt?

Ãœbersetzungen ... haben es so in sich...
Immerhin beschreibt die DIDACHÉ (vor 100 n. Ch) sehr genau die verschiedenen Priesterweihen von Männern...
War es der damalige "Zeitgeist", der die Frauen nicht erwähnte? Hm.. dann müsste ja Jesus auch nach dem "Zeitgeist" gehandelt haben - und dann die Frage: Gott, der ausserhalb der Zeit lebt , gibt es für IHN einen "Zeitgeist", dem er sich beugt??
Auch "Witwen" wurden "geweiht". Vielleicht sollte man mal eine Abhandlung daüber halten, was im 1./2. Jh.unter diesen verschiedenen Weihen verstanden wurde! Denn am Wort kann es nicht liegen! Ob da "Dienerin", "Diakonin" oder "Witwe" steht, ist m.E. eher nebensächlich. Die dogmatische Frage (und letztlich das, was zählt) ist: Was haben diese "Weihen" übertragen? Apostolische Vollmachten? Teilnahme an diesen Vollmachten? Übertragung von bestimmten Aufgaben mit welcher von der apostolischen Vollmacht abgeleiteten "geistlichen" Macht?
Schließlich gbt es ja auch heute "Laientheologen-Beauftragungen" - und das durch den Bischof? Werden sie dadurch in die apostolische Sukzession überführt...? Dies nur als "Parallel-Beispiel" zu den Benennungen der Bibel bzw. der 1./2. Jahrhunderte...
Nicht das Wort, die Bezeichnung, sondern das, was übertragen wird, ist bestimmend für die Erklärung der von dir angesprochenen Begriffe "Dienerin" und "Diakonin".
Noch eine Nebenbemerkung: Nun gibt es jâ auch in der protestantischen Welt "Diakonissen". Das hat aber mit dem an der apostolischen Sukzession bis zu einem bestimmen Grad teilnehmenden geweihten DIAKONATSAMT kaum bis nichts zu tun!
____________________________________________________
"Wir aber verkünden Christus, den Gekreuzigten!" 1 Kor 1.23

Gandalf

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3

19.05.2006, 11:15

ich habe bei www.kathpedia.com den Artikel etwas erweitert und auch ein wenig zum Diakonat für die Frau eingebaut:

http://www.kathpedia.com/index.php?title=Diakonat
MARY'S MEALS - 10 EURO für ein Kind - Rettet Kinder vor dem Hungertod!
Mit Kath.Net nach IRLAND: Juni 2012 - Papstbesuch - Eucharist. Weltkongress

Padre Pio: "Überlege gut, was du schreibst, denn der Herr wird dich darüber zur Rechenschaft ziehen."

4

19.05.2006, 11:43

Zitat

Original von Gandalf
ich habe bei www.kathpedia.com den Artikel etwas erweitert und auch ein wenig zum Diakonat für die Frau eingebaut:

http://www.kathpedia.com/index.php?title=Diakonat


Im folgenden Satz ist was schief gelaufen:

Zitat

Es zeigt sich auch, dass es weder in der Kirche des Ostens (Ignatius von Antiochien, Polykarp) noch in der des Westens (Tertullian, Hippolyt) irgendwelche Spuren für ein mögliches Diakonat gibt. Auch die Ägypter Klemens von Alexandrien oder Origenes kenne weibliche Diakone.

Gandalf

Administrator

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5

19.05.2006, 11:50

Danke. das wort keine fehlte.. aber sonst einfach direkt dort verbessern...

G
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6

19.05.2006, 17:31

Besten Dank für all die Hintergrundinfos!
cor ad cor loquitur
John Henry Newman

7

19.05.2006, 18:01

Die einzige Diakonninenweihe ist mir aus dem Kartäuserritus bekannt.


Zitat

Die erste Schwesterkartause entstand 46 Jahre nach dem Tod Brunos. Es gab nie so viele Kartäuserinnen wie Kartäuser. Die Nonnen unterteilen sich in Chor- und Laienschwestern. Ihr Tagesablauf gleicht weitestgehend dem eines Mönches. Die Nonnen haben strengste Klausur. Ein einzigartiges Recht sei erwähnt: Eine Chorschwester empfängt nach ihrer feierlichen Profeß die Jungfrauenweihe. Dieser durch einen Bischof geleitete Ritus, der aus dem alten Ritus der Diakonissen in der frühchristlichen Kirche stammt, ist auch für Laienschwestern möglich, aber nicht verpflichtend. Eine Chorschwester darf deshalb bei der Mette das Evangelium vortragen. Dabei und auch bei der Kommunionausteilung in Abwesenheit eines Priesters trägt sie eine Stola.


Dafür hat mir noch miemals jemand - auch nicht ein Litugie-Professor - eine ausreichende Begründung gegeben.

Vielleich wollen - auf die aktuelle Situation bezogen - alle feministisch-emanzipatorisch veranlagten Frauen Kartäuserinnen werden? Denn die o.g. Diakonninenweihe ist begründet auf das "Jungfrauen-Sein".

herzrosenduft

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8

11.03.2016, 18:21

Ich zitiere hier eine Bibelübersetzung, die mir gerade vorliegt: 1.Timotheus 3, 11 "Auch die Diakoninnen müssen ehrbar sein, nicht klatschsüchtig, sondern nüchtern im Urteil und in allem zuverlässig". In der Einheitsübersetzung lese ich dagegen "Ebenso sollen die Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, sondern nüchtern und in allem zuverlässig. ". Bei www.bibel-server.com kann man diese Stelle anhand von verschiedenen Bibelübersetzungen vergleichen.
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Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

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9

11.03.2016, 19:11

Auszug aus einem wissenschaftlichen Artikel v.Univ.Prof.Evangelos Theodorou (orth.) aus Athen:""

"Im Jahr 868 übernahm die Synode in Worms hinsichtlich der Diakonissen den 15. Kanon des Vierten Ökumenischen Konzils von Chalkedon 451 ). Im Liber Pontificalis heißt es, im Jahr 799, als Papst Leo III und Karl der Große im Triumphzug nach Rom einzogen, sei ihnen zum Empfang das römische Volk entgegengegangen "mit Diakonissen und adligen Matronen" ("cum diaconissis et nobilissimis matronis").

Als der hl. Neilos der Jüngere (10. Jahrhundert) nach Capua kam, "liefen alle durch die Straßen, um seine ehrwürdige Persönlichkeit zu sehen und seinen Segen zu empfangen. Unter ihnen führte auch die Diakonin-Äbtissin eines Klosters die ihr unterstehenden Jungfrauen an, um dem Heiligen entgegen zu gehen" (Bartholomaioi, Vita S, Nili Junioris). Aus dem 10. Jahrhundert sind im Westen auch bekannt die Namen der Äbtissinnen-Diakonissen Euphemia, Eudocia, Alvisinda, Eufrosyna, Agatha, Sergia, Ida.

Drei Päpste des 11. Jahrhunderts, Benedikt VIII (1012 - 1024), Johannes XX (1024 - 1033) und Leo IX (1049 - 1054) schreiben an Provinzbischöfe – nämlich der erste an den Bischof von Porto, der zweite an den Bischof von Silva Candida und der dritte wiederum an den Bischof von Porto – und gestehen ihnen das Recht zu, Diakonissen zu ordinieren. Auch die mittelalterliche Sammlung "Ordo Romanus" und einige Pontificalien wie auch verschiedene liturgische Bücher des 1. Jahrtausends enthalten das Ritual der Ordination der Diakonisse
("Ordo ad diaconam faciendam"). Dieses Ritual entsprach in wesentlichen Punkten dem griechischen "Ritus zur Weihe einer Diakonisse". In diesem westlichen Ritual ist charakteristisch das zweite Gebet des Bischofs:
"O Gott, der Du Anna, die Tochter Phanuels … in heiliger, unversehrter Witwenschaft
bewahrt hast …, gib dieser Deiner Dienerin … sechzigfältige Frucht (sexagesimum
fructum) … Es sei in ihr mit der Barmherzigkeit die Strenge, mit der Demut die
Großmut (die Freigebigkeit), mit der Freiheit die Ehrbarkeit, mit der Menschlichkeit
die Besonnenheit. Dein Werk möge sie meditieren Tag und Nacht." Dann legt der Bischof die Stola (das diakonische orarium) um den Hals. Sie legt den Schleier, den sie vor aller Augen vom Altar genommen hat, über ihren Kopf. Im Folgenden,
nachdem ihr vom Bischof der Ring der Treue (annulum fidei) überreicht und ein Blumenkranz (torquis) auf das Haupt gesetzt hat, wird der Abschnitt aus dem Evangelium gelesen. Gegen Ende der Liturgie kommuniziert die ordinierte Diakonisse an dem unnahbaren Mysterium. Die Weihe der Diakonisse war im Westen mit einer eigenen Liturgie verschmolzen ("missa ad diaconam faciendam").

Auf die Vorbildfunktion des östlichen Diakonissenamtes für die Beispiele im Westen weist auch die Existenz von Diakoninnen in der griechischen Bevölkerung Italiens und Galliens hin. Allmählich verschmilzt das Diakoninnenamt mit dem der Äbtissin. Ab dem 11. Jahrhundert, spätestens aber mit dem 13. Jahrhundert, verschwindet das Diakonissenamt im Westen.
Von besonderem Interesse sind die Rudimente des Amtes, die sich bei den Kartäuserinnen bis heute erhalten. Die Frauenkongregation des hl. Caesarius von Arles soll bis ins 7./8. Jahrhundert hinein vollständig den Diakonendienst an der Kathedrale von Arles übernommen haben. Der Kartäuserorden könnte aus diesem Grund die Diakoninnenweihe übernommen haben. Auch heute noch werden alle Kartäuserinnen – auf jeden Fall aber im Kloster Pinerolo bei Turin und in der Grande Chartreuse – durch den Bischof zu Diakonissen geweiht und zwar unter Verwendung des gleichen Pontificale, wie es für die Diakonenweihe üblich ist. Sie haben das Privileg, als Diakoninnen in der Messfeier das Evangelium zu verkünden."

Ist doch interessant? Msgr.Franz Schlegl

herzrosenduft

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10

11.03.2016, 19:52

...und was waren Diakonissen?

Gibt es nicht auch in der evangelischen Kirche die Diakonissen?
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11

11.03.2016, 21:19

@herzrosenduft

Diakonissen(einfach die lateinische Form "Diaconissa) sind dasselbe wie Diakoninnen! Bei den Protestanten ist es eine Art "Ordensfrau". Msgr. Franz Schlegl

corinquietum

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12

12.05.2016, 19:00

Nein, Monsignore!
Bei uns in Deutschland ist da ein entscheidender Unterschied!

Eine "Diakonissin" ist immer protestantischer Konfession und kann deshalb nicht mit "Diakonin" verwechselt werden; denn die gäbe es in der katholischen Kirche.
Allerdings finde ich die Diskussion um Frauen und Dialonin, wie auf Kath.net angestoßen für gänzlich überflüssig!

Wir sprechen oder diskutieren hier um Gegebenheiten in der röm. kath. Kirche und sollten zunächst alle Seitenblicke auf auch katholische(unierte) Kirchen draußen vor lassen; denn das bringt uns einfache Gläubige nur durcheinander.

Und wenn wir ehrlich sind, dann müssen wir doch feststellen: Erst das Ablegen der priesterlichen Kleidung, sodann Einführung weiblicher Ministranten, ferner Pastösen und Lektorinen, dann Kommunionhelferinnen, die selbstverständlioch jederzeit an den Tabernakel dürfen; da ist es nicht weit bis zur Forderung nach geweihten Diakoninnen. Sancta ecclesia catholica, quo vadis!

In unserer Nachbarschaft (Kloster OSF Franziskanerinnen von Reute) am letzten Freitag: Ein "Tag der Diakonin"! Was anderes soll diese Veranstaltung, als ständig zu bohren, bis ein Papst endlich "Ja" sagt!

Hierzu ein Artikel der Prof. für Kirchenrecht, Sabine Demel, in welchem sie unsere Marienverehrung problematisiert in dem Sinne, dass darin oft ein fragwürdiges Frauenbild transportiert werde!"Durch eine bestimmte Form der Marienverehrung, nämlich der Idealisierung der einen Frau, laufen die Frauen Gefahr, abgewertet zu werden oder sich selbst abzuwerten. Die berüchtigte Dorothee Sölle glaubt es qauf den Punkt zu bringen:"Sie thront über uns und Sie ist rein, wir sind schmutzig. Sie ist entsexualisiert, wir haben sexuelle Probleme und Bedürfnisse. Wie können Sie nie erreichen und sollen deswegen Schuld und Schamgefühl empfinden. Und wenn wir schon nicht "rein" sein können wie Sie so können wir uns wenigstens unterwerfen."
Und unsere Pfarrer schreiben deswegen im Kirchenanzeiger: Weil wir sehen, dass wir ohne die Frauen so gar nicht Kirche sein können, stehe wir auch an der Seite des Frauenbundes und dessen Forderung für die Gleichwertigkeit und Gleichrangigkeit von Frauen und Männern beim Dienst in der Nachfolge Jesu. Wir verstehen die Ungeduld im Blick auf die zukünftigen Generationen und hoffen auf das Wirken des Heiligen Geistes.

Etwas vulgär ausgedrückt: "Nachtijall, ick hör dir trappsen!"

+Corinquietum

Ps: Warum werden eigentlich bei Kath.net vorne meine Kommentare regelmäßig nicht veröffentlicht, obwohl ich doch Moderator sein soll!?
Wo immer Beifall für menschliches Machen in der Liturgie aufbricht, ist dies ein sicheres Zeichen, dass man das Wesen der Liturgie gänzlich verloren und sie durch eine Art religiös gemeinter Unterhaltung ersetzt hat." Card. J. Ratzinger

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13

12.05.2016, 20:44

@ corinquietum

Hochwürdiger, lieber Mitbruder! Moderatoren sind wir nur hier im Forum, aber nicht unter den Nachrichten! Wieso dort ihre Statements nicht veröffentlicht werden, sollten Sie "Mysterium fidei" fragen, ich habe keine Ahnung.
Ich bitte Sie den vorne verlinkten Artikel von Professor Evangelos Theodorou in aller Ruhe durchzulesen, er stammt aus dem Jahr 1954 und ist wirklich eine profunde Arbeit, die auch von Rom anerkannt worden ist. Der Pfarrer meiner ersten Pfarre, geboren 1909, hatte in Rom studiert und besaß die komplette Sammlung der Kirchenväter von Kösel (seit 6 Jahren habe ich sie auch). Bei einem längeren theologischen Gespräch zeigte er mir die entsprechenden Stellen verschiedener Kirchenväter des Ostens zum Stand der "DIACONISSA", also der Diakonin. Er kannte in den 80ger Jahren des 20. Jahrhunderts den Artikel von Professor Evangelos Theodorou genauso wenig, wie ich damals. Dennoch sah er sich aufgrund der Dokumente genötigt zuzugeben, dass die Diaconissa EINDEUTIG sakramental geweiht war. Sonst dürfte sie in der Hagia Sophia NICHT mit Stola beim Altar stehen und aus der Hand des Bischofs den Kelch empfangen!
Die Lateiner brauchen die KATHOLISCHEN OSTKIRCHEN ("unierte" empfinden sie als Schimpfwort der Orthodoxen!), um die GANZE Tradition des 1. Jahrtausends zu verstehen und festzuhalten, da gab es nach Trient viele SCHEUKLAPPEN der Westkirche!
Der heilige Papst Johannes Paul II spricht zu Recht von der Atmung mit ZWEI LUNGENFLÜGELN. Während lateinische Pfarren in Österreich zusammengelegt, oder aufgehoben werden, haben wir jetzt 3 zusätzliche griechisch katholische Gemeinden in Österreich mit jungen verheirateten Priestern gegründet, 2 für die griechisch katholischen Rumänen, 1 für die griechisch katholischen Ukrainer. Derzeit sind bereits ungefähr 20 katholische orientalische Priester in Österreich, größtenteils auch im lateinischen Ritus eingesetzt. Wenn die Gläubigen "verwirrt" sind, dann ist das ein Fehler der Katechese, denn alle Katholiken sollten wissen, dass es in unserer Kirche 12 Riten gibt und circa 15 Millionen katholischer Orientalen. Meine Gymnasiasten wissen das jedenfalls und jeder Priester sollte das eigentlich auch einmal seine Gläubigen erklären. Gottes Segen und alles Gute! Msgr. Franz Schlegl

herzrosenduft

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14

13.05.2016, 08:32

kath.net berichtet über angebliche Äusserungen des Papstes zur Einsetzung von Diakoninnen

-http://kath.net/news/55163

-http://kath.net/news/55175
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »herzrosenduft« (13.05.2016, 08:50)


herzrosenduft

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15

13.05.2016, 08:51

Man muss aufpassen...! Der andere schläft nicht...!
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herzrosenduft

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16

14.05.2016, 16:09

Wenn man weiß, dass es in der Kirche Diakoninnen gegeben hat, dann weiß man vielleicht auch, warum die Kirche das damals abgeschafft hat. Vielleicht hängt das mit der Einführung des Zölibats und mit dem Heiligen Geist zusammen, der damals die Kirche so gelenkt hat. Wurde der Zölibat nicht im 12.Jahrundert eingeführt? Hier habe ich eine Wissenslücke.
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14.05.2016, 21:24

@herzrosenduft

Der Zölibat wurde nicht im 12. Jahrhundert eingeführt, sondern in diesem Jahrhundert wurde in einem Laterankonzil das WEIHESAKRAMENT zu einem TRENNENDEN Ehehindernis erklärt. Das heißt ein ehelose Diakon, Priester, Bischof KANN keine gültige sakramentale Ehe schließen, außer er werde vom Zölibat dispensiert worden ("Laisierung"). Dennoch wissen wir mit Sicherheit, dass bis in die Zeit des Konzils von Trient immer wieder Priester (vom Domherren aus Polen ist es aktenkundig) öffentlich geheiratet haben. Für die lateinische Kirche wurde der Zölibat auf der Synode von Elvira im Jahre 306 gefordert, er hat sich aber nicht überall durchgesetzt. Natürlich bestand einer der Gründe dafür auch im Erbrecht! Die Pfründe eines Pfarrers sollten nach dessen Tod der Pfarre und an den Bischof zurückfallen und nicht an Gattin und Kinder zur Lebenshaltung weitergegeben werden. Es gab ein jahrhundertelanges Ringen um die Einhaltung dieser kirchlichen Vorschrift, praktisch bis zum Konzil von Trient. Die Ostkirchen forderten auf dem 1. Konzil zu Konstantinopel 381, dass der Bischof zölibatär leben muss, vor der Priesterweihe geschlossene Ehen konnten fortgesetzt werden. Das Konzil von Konstantinopel im Jahre 680 trifft die Entscheidung, die bis heute für alle byzantinischen Kirchen, ganz gleich, ob sie orthodox, oder griechisch katholisch sind, gilt. Wer wer ein verheirateter Geistlicher sein will, muss vor der Weihe zum Diakon geheiratet haben. Wenn die Frau des Priesters stirbt, ist er hinfort zum Zölibat verpflichtet, kann jedoch als Witwer Bischof werden.
Die Diakonissen in der alten Kirche dienten vor allem bei der Erwachsenentaufe, indem sie nach der Firmung, die der Bischof an der Stirn spendete, die neu getaufte Person an den anderen Stellen des Körpers mit Chrisam salbte. In der syrischen Kirche brachte die Diakonisse die Kommunion in die Wohnungen kranker Frauen und in die Gefängnisse der Frauen. Aus der Zeit des heiligen Johannes Chrysostomos († 407) wissen wir, dass die Diakonisse neben dem Patriarchen am Altar stand, die Stola des Diakons trug und aus der Hand des Patriarchen den Kelch entgegennahm.Msgr. Franz Schlegl

herzrosenduft

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18

15.05.2016, 08:30

@Danke, Herr Monsignore,

mich würde jetzt in diesem Zusammenhang interessieren, wie es mit dem Amt des sogenannten "ständigen Diakon" in der Kirchengeschichte gegangen ist. Gibt es zeitliche Parallelen zu den Diakonissen? Warum wurde das Amt des ständigen Diakon zwischenzeitlich abgeschafft?
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19

15.05.2016, 10:01

@ herzrosenduft

Das Amt der männlichen Diakone geht auf die Urkirche zurück (Stephanus zum Beispiel). Wir würden sie wohl zunächst als verantwortliche der Caritas in den hellenistischen Gemeinden bezeichnen, Stephanus aber begann sehr bald WORTGEWALTIG zu predigen, was ihm bekanntlich das Leben gekostet hat. Der Diakon und Märtyrer Laurentius war "CARITAS- Chef" der Kirche von Rom und sollte den "Schatz" der Kirche ausliefern, worauf er die Armen, Kranken und Behinderten herbeibrachte. Daraufhin legte man ihn auf den glühenden Rost.
Bei den Altorientalen (Assyrer, Syrer, Kopten, Äthiopier, Armenier) und Orthodoxen bleibt ein Diakon LEBENSLANG in diesem Stand, eine Priesterweihe ist eher die Ausnahme.
In der lateinischen Kirche wurde der Diakon leider nur zu einer kurzen Durchgangsstufe (oft nur 1-3 Monate) vor der Priesterweihe, jetzt ist für Kandidaten des Priestertums mindestens 1 Jahr Arbeit als Diakon vorgesehen.
Bei den Lateinern kam auch die Unsitte auf, Priester beim levitierten Amt in die Gewänder des Diakons/Subdiakons zu stecken, was in den Ostkirchen DEZIDIERT verboten ist! Jeder hat die liturgische Kleidung zu tragen, die seinem Amt entspricht.
(In Klöstern nannte man solche "Diakone", die bei Hochämtern als Diakone fungierten, obwohl sie Priester waren, "THRONELEFANTEN" :-)!
Gott sei Dank hat das II. Vatikanum bei seinen vielen guten Reformen, auch den ständigen Diakonat wieder eingeführt und in den Priesterseminaren das "Diakonats-Jahr" eingerichtet.
Leider wird das Amt des Diakons in den Ostkirchen praktisch total, in der lateinischen Kirche größtenteils auf liturgische Funktionen reduziert, was nicht ganz der ursprünglichen Intention des Amtes entspricht.
Das Amt der Diaconissa kam aus der Übung, weil es ab dem 6./7. Jahrhundert kaum mehr in größerer Zahl die Taufe erwachsener Personen (in dem Fall Frauen) gegeben hat, welche durch die Diakonisse gesalbt wurden.
In der syrischen Kirche jedoch erhielt sich ein Rest dieser Funktion, weil es im Orient Männern (also Priestern) verboten war, die Häuser alleinstehender Frauen zu betreten. In den letzten Jahren hat die syrisch Orthodoxe Kirche eine Reihe von Diakonenweihen an Frauen vorgenommen, eine Diakonisse gibt es auch in Wien, der syrisch Orthodoxe Generalvikar hat sie mir vorgestellt.Msgr. Franz Schlegl

herzrosenduft

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20

26.05.2016, 12:04

Die wahre Geschichte der weiblichen Diakone: http://kath.net/news/55301
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