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Maria

Anfänger

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141

02.10.2016, 22:26

Kommunion

Ich schreibe jetzt meine Frage einfach mal in diesen Thread, weil ich nicht weiß, wo er thematisch sonst hinpassen könnte.

Also, ich war heute in der Sonntagsmesse und konnte von der Empore herab beobachten, wie ein Kind, das offensichtlich noch nicht das Sakrament der Erstkommunion empfangen hatte, vom Priester
(einem schon betagten Ruhestandsgeistlichen) die hl. Kommunion ausgeteilt bekam. Das Kind schaute zwar die Mutter noch kurz etwas ratlos an und diese sah dann "überfordert" aus, aber schon im nächsten Augenblick hatte das Kind die Hostie im Mund und gegessen.

Wie geht man mit so einem Vorkommnis um? Das Kind hat ja nun eigenlicht schon seine erste hl. Kommunion empfangen. Vermutlich ohne große Vorbereitung bzw. religiöses Wissen (denn sonst hätte es ja vermutlich die Hostie nicht angenommen).

Meine eigenen Kinder habe ich daraufhin angewiesen, nicht mehr mit mir beim Kommunionempfang nach vorne zu gehen - besonders, da meine Tochter recht groß für ihr Alter ist, da könnte sich der Priester auch in ihrem Alter verschätzen.

LG Maria

Dammerl

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142

03.10.2016, 07:43

In unserer Gemeinde werden all jene, die nicht die Kommunion empfangen können, darauf hingewiesen, dass sie schon zur Kommunion gehen können, aber die Arme vor die Brust kreuzweise zu legen, damit der Priester weiß, er soll ihnen ein segnendes Kreuz auf die Stirn zeichnen.
Neben Kindern, die noch nicht die Erstkommunion empfangen haben, können das beispielsweise erwachsene Evangelen sein, die noch nicht konvertiert sind.
Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde.
https://emmauspilger.wordpress.com/

herzrosenduft

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143

03.10.2016, 08:41

Hallo, Maria,
erstmal heißen wir dich hier im Forum herzlich willkommen! Schön, dass du hier Rat suchst...

Herr Monsignore Schlegl kann dir alles ganz genau erklären.

Aus meiner Erfahrung als Laie heraus kann ich nur sagen, dass es in der Kirche die Frühkommunion gibt. Das hat der Papst vor hundert Jahren geregelt. Ein Junge aus meiner Nachbarschaft ist auf Antrag der Eltern mit vier Jahren zur Kommunion gekommen.

In dem Fall, den du uns geschildert hast, müsste man erst sicher wissen, ob das Kind schon zur Frühkommunion gekommen ist, so dass es berechtigt die heilige Kommunion empfangen konnte. Kann man denn nicht einfach mal bei dem alten Priester nachfragen, um eigenen Ängsten zu begegnen?

Hinter ihrer Frage verbirgt sich nämlich das Problem aller christlichen Eltern: Wie schütze ich meine Kinder? Es ist heutzutage äusserst schwierig bis fast unmöglich, seine Kinder im Glauben konsequent zu erziehen. Denn es gibt so viele äussere Einflüsse, die diese Erziehung wieder zunichte machen können. Ich hatte mit meinen Kindern das Problem, bei welchem Geistlichen ich sie zur Beichte gehen lasse. Da gibt es nämlich himmelweite Unterschiede...
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Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

Callixtus

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144

03.10.2016, 08:46

Kein Problem das kurz zu erklären

Wir erleben immer wieder, dass bei der Kommunionausteilung eine gewisse Unsicherheit da ist, da meine beiden Söhne, die vom Alter nicht weit auseinander sind unterschiedlich die Kommunion empfangen. Der eine macht Handkommunion, der andere Mundkommunion. Wenn jetzt der kleinere meiner Söhne, der Mundkommunion machen möchte an der Reihe ist, besteht immer wieder das Problem, dass der Priester ihn "nur" Segnen möchte, da er ja nicht die Hände aufhält. Das können wir aber in der Regel ganz einfach klären, entweder er sagt es selber ("ich möchte Mundkommunion empfangen"), oder wir Eltern stehen dahinter und erklären ("er hatte schon Erstkommunion"). Als der kleinere meiner Söhne noch nicht Erstkommunion hatte, war es auch kein Problem, kurz zu sagen "bitte Segnen" oder "...noch keine Erstkommunion". Die Skrupel, man könne doch in der Reihe beim Kommunionempfang nicht den Sachverahlt klären hatte ich nur, als ich diese Situationen noch nicht aus eigener Erfahrung kannte. Im Ausland gibt es das ja auch immer wieder, dass z.B. die Geistlichen damit manchmal gar nicht vertraut sind, die kleinen Kinder, die nicht die Kommunion empfangen zu segnen. Da reicht bisweilen eine einfache Geste mit den Händen.
"... in Wirklichkeit wollen sie bloß Golf spielen." (Chesterton)

Maria

Anfänger

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145

06.10.2016, 14:22

Vielen Dank für die Antworten auf meine Frage.

Also das betreffende Kind war sicherlich noch nicht bei der Frühkommunion bzw. Erstkommunion, da ich nach der Messe hören konnte, wie sie zu einer Bekannten sagte: "Ich hab auch was bekommen".

Liebe Grüße

Maria

herzrosenduft

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146

06.10.2016, 19:23

Vielleicht hat der betagte Ruhestandsgeistliche die Situation einfach in diesem Moment falsch eingeschätzt... ob man ihn im Nachhinein auf diesen Fall ansprechen sollte? Solange man die Zusammenhänge nicht kennt, kann man sich kein sicheres Urteil erlauben.
...Mit den eigenen Kindern wird es immer schwierig sein sie richtig zu leiten. Da wäre es schon gut, wenn man einen Seelsorger des Vertrauens fände. Es wird wohl allen Eltern bleiben, dass sie sehr, sehr viel für ihre Kinder beten müssen, damit sie den richtigen Weg finden ... und der geht manchmal über Umwege...
Ich will Sie und Ihre Kinder gerne ins Gebet einschließen. Man kann alle die vielen Gebetsanliegen in die heilige Messe hineinlegen. Die Gnaden, die in einer heiligen Messe fließen, sind im Grunde unerschöpflich. Man muss sie nur mit Vertrauen erbitten...
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herzrosenduft

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147

07.10.2016, 07:40

Es bleibt der Verdacht, dass hier ein Fall von "unwürdigem Empfang der Heiligen Kommunion" vorliegt. Es passt nicht zu dem, was wir als Kinder gelernt haben, sollte der Priester dem Kind einfach so die Kommunion gegeben haben. Nach dem, was wir gelernt haben, wäre dies ein Frevel, der gesühnt werden muss.
Heute sieht man mehr die Barmherzigkeit Gottes. ...Dann müsste man hoffen, dass der Liebe Heiland zu diesem Kind kommen wollte, um es für das Leben zu stärken. Sicher darf man das auch annehmen. Aber ich wende mich gegen eine falsch verstandene Auffassung von Barmherzigkeit, die schwärmerisch und blind ist und ausser acht läßt, dass man immer den Willen Gottes auch tun muss. Ich habe die Ahnung, dass die Barmherzigkeit Gottes ganz eng mit dem Leiden Christi, seinen Wunden und seinem für uns vergossenen Blut zu tun hat. Der Herr leidet wegen unserer Schuld und unserer Sünde.
Die Lehre der Kirche hat unverändert ihre Gültigkeit uns ist keineswegs aufgehoben. Die Barmherzigkeit Gottes entbindet nicht davon, den Willen Gottes zu befolgen. Die Barmherzigkeit Gottes ist die letzte Rettung für viele, deren Glaube und ewiges Leben heute nur noch an einem ganz dünnen Faden hängt.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »herzrosenduft« (07.10.2016, 09:04)


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Beruf: Kath.Priester des röm.Ritus (Stephansdom) u.Erzpriester des byzant.Ritus(für Ukrainer) / Gymnasiallehrer ( Rk ) i.R.

148

07.10.2016, 10:11

@herzrosenduft

Mit Sicherheit liegt KEINE unwürdige Kommunion vor, wenn ein Priester in Unkenntnis des Alters eines Kindes, diesem schon vor der Erstkommunion das Sakrament reicht! Im byzantinischen Ritus, in meiner Kirche, bekommen die Kinder, wenn die Eltern dies wollen, ab der Taufe, mit der in ALLEN orientalischen Riten sofort die Firmung verbunden ist, in jeder Liturgie die heilige Kommunion.Wenn sie ganz klein sind nur einen kleinen Tropfen des eucharistischen Blutes, ab circa sechs Jahren dann Kommunion unter beiden Gestalten. Mit 7-8 Jahren lernen die Kinder zur Beichte zu gehen. Für die katholischen Ostkirchen besteht das Problem darin, dass wir uns fragen müssen, ob wir Kindern des LATEINISCHEN RITUS nach der Erstkommunion in unserem Ritus überhaupt die Kommunion spenden dürfen, weil diese Kinder NOCH NICHT GEFIRMT sind, nach ostkirchlicher Anschauung aber die Firmung Voraussetzung für den Empfang der Eucharistie darstellt!Msgr. Franz Schlegl

Klomb

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149

07.10.2016, 13:19

In unserer Gemeinde werden all jene, die nicht die Kommunion empfangen können, darauf hingewiesen, dass sie schon zur Kommunion gehen können, aber die Arme vor die Brust kreuzweise zu legen, damit der Priester weiß, er soll ihnen ein segnendes Kreuz auf die Stirn zeichnen.
Ich kenne es so, daß man für den Segen nur eine Hand an die gegenüberliegende Schulter legt. So steht es sogar schriftlich im Willkommensblättchen unserer Gemeinde für fremde Gottesdienstbesucher.
Beide Arme gekreuzt hält man für die Mundkommunion.

Insgesamt sind solche Uneindeutigkeiten, von denen @Callixtus berichtet, vermeidbar. Es ist ja ganz einfach: Bei der Kommunion kommt es auf die Haltung an; sowohl die geistliche wie die körperliche. ;)

herzrosenduft

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150

07.10.2016, 16:14

@Monsignore
Hatte der Jansenismusauch in den katholischen Ostkirchen den Einfluss wie in der römischen Kirche? Das viktorianische Zeitalter wirkte sich doch auch auf die Lehre der Kirche bei uns aus, oder nicht?
Noch vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil haben die Gläubigen durch diese beiden Geistesströmungen schwer unter der strengen Lehre der Kirche zu leiden gehabt. Oder sehe ich das falsch oder nicht ganz richtig? Mancher Mitchrist ist heute noch stark von diesen Einflüssen geprägt. Das äussert sich dann in tradiotionalistischen Einstellungen zu Fragen der Kirche.Kann man das so sagen?
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151

07.10.2016, 21:00

@herzrosenduft

Die Irrtümer des Jansenismus haben KEINE Einwirkung auf die kath.Ostkirchen gehabt! Sogar beim hl.Pfarrer v.Ars gibt es solche Anklänge.Bei nicht wenigen unserer Ahnen war aber der Glaube oft ANGSTBESETZT,leider! Msgr.

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