20.10.2017, 09:02 UTC+2

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

karl

Profi

Beiträge: 1 611

Wohnort: Wien

Beruf: Programmierer

81

22.08.2004, 14:03

Um die Geduld von Gandalf nicht allzusehr zu strapazieren, habe ich nun doch einen eigenen Thread eröffnet, um die Theologie Thomas von Aquins zu hinterfragen:

Hier der Link:
http://66.246.34.238/wbboard/thread.php?…yleid=&page=1#1

Karl

Rene

Schüler

Beiträge: 116

Wohnort: Marienwallfahrtsort Kevelaer am Niederrhein

82

22.08.2004, 15:46

Der im vergangenen April neu gegründete niederländisch-/belgische Verein Thomas von Aquin organisiert am Samstag, dem 25. September, sein erstes Kongress über die Bedeutung von Thomas von Aquin in der heutigen Zeit.

Der Kongress findet im Seminar "Rolduc" in Kerkrade, unweit von Aachen, statt. Teilnahme kostet 10 Euro inkl. Mittagessen.

Unter den Sprechern sind Moraltheologe Bonifacio Honings OCD, Prof. Jozef Wissink, Prof. Leo J. Elders SWD (Vergleich zwischen Thomas, Plato und Aristoteles) sowie der deutsche Theologe Dr. David Berger über die Bedeutung des Lebens Jesu und der Sakramente für heutige Christen.

Nähere Infos auf der Website http://users.skynet.be/thomisme

Ich denke, dass der Kongress zum großen Teil auf niederländisch gehalten wird, aber zumindest der Beitrag von Dr. Berger dürfte auf Deutsch sein. Vielleicht gibt es auch Übersetzungen, da werde ich mich noch mal erkundigen.
Dank sei dem Herrn, der mich aus Gnad' in Seine Kirch' berufen hat!

Ruddel

Fortgeschrittener

83

25.08.2004, 16:34

...weil es auch in diesen Thread sehr gut paßt:

Leo XXXI. - Enzyklika „Aeterni Patris“ vom 04.08.1879

III. Der Fürst der Scholastiker ist der heilige Thomas von Aquin

1. Er besaß großes Wissen in allen philosophischen Fächern

Unter den Lehrern der Scholastik ist nun aber Thomas von Aquin, der Fürst und Meister aller, bei weitem der bedeutendste. „Ihm war es“, wie Kajetan bemerkt, „vergönnt, in das Verständnis aller heiligen Lehrer des Altertums einzudringen, weil er für sie alle die höchste Verehrung hegte“ (In 2m 2ae, q. 148 a. 4). Thomas hat die Lehren jener Männer, die sozusagen wie einzelne Glieder eines Leibes verstreut waren, gesammelt und zusammengefügt, hat ihnen eine geradezu wunderbare Anordnung gegeben und hat sie wesentlich ausgestaltet, sodaß er mit vollstem Recht als einzigartigen Schutz und als eine Zierde der katholischen Kirche gilt. – Begabt mit einem gelehrigen und scharfsinnigen Geist, mit einem leichfassenden und treuen Gedächtnis, ausgezeichnet durch makellose Sittenreinheit, erfüllt mit einzig dastehender Liebe zur Wahrhit, überreich an Wissen in theologischen und menschlichen Wissenschaften, hat er der Sonne gleich den Erdkreis mit der Glut seiner Tugenden erwärmt, mit dem Glanze seiner Lehre durchleuchtet. Es gibt kein Gebiet der Philosophie, das er nicht in scharfsinniger und zugleich gediegener Weise behandelt hätte. Seine Untersuchungen über die Gesetze des Denkens, über Gott und die unkörperlichen Substanzen, über den Menschen und seine Körperwelt, über die menschlichen Handlungen und ihre Prinzipien sind derart, daß man in ihnen alle, was man wünschen kann, findet: einen überreichen Stoff, eine angemessene Verteilung desselben, eine vorzügliche Methode, sichere Prinzipien und durchschlagende Beweise, Klarheit und Eigenart im Ausdruck, Geschick in der Erörterung selbst der schwierigsten Fragen.

2. Er zeigte die Harmonie von Vernunft und Glaube

Dazu kommt noch, daß der englische Lehrer bei seinen Forschungen über die Gründe und Prinzipien des Seins philosophische Schlüsse zog, welche von weittragendster Bedeutung sind und in sich den Keim fast unzähliger Wahrheiten bergen, die dann von den Gelehrten der Folgezeit bei geeigneter Gelegenheit und mit reichstem Erfolg entwickelt werden sollten. Indem er diese Methode in gleicher Weise bei der Widerlegung der falschen Ansichten anwandte, ist es ihm gelungen, nicht nur selbst für sich alle Irrtümer der Vorzeit zu überwinden, sondern auch unüberwindliche Waffen zu schaffen zur Bekämpfung der Irrtümer, die auch in Zukunft immer wieder aufs neue sich erheben. – Ferner zog er genau die gebührende Grenzlinie zwischen Vernunft und Glauben, und doch wieder führte er beide zu einem Freundschaftsbund zusammen; und so hat er beiden ihre Rechte bewahrt, beiden ihre Würde gesichert, und zwar in dem Maße, daß einerseits die Vernunft, nachdem sie einmal durch Thomas den höchsten Gipfle der menschlichen Vollendung erreicht, kaum mehr noch höher emporzusteigen vermag, andererseits aber auch der Glaube von seiten der Vernunft kaum noch mehr und kräftigere Unterstützung erwarten kann, als sie ihm durch Thomas zuteil geworden ist.

3. Von allen katholischen Schulen wird sein Ruhm anerkannt

Dies sind die Ursachen, warum hochgelehrte Männer, vor allem der früheren Jahrhunderte, Männer, die in der Theologie und Philosophie sich einen Namen erworben haben, die unsterblichen Schriften des Thomas mit unglaublichem Eifer gesammelt und sich daran gemacht haben, an des Thomas englischer Weisheit sich nicht nur zu bilden, sondern sich dieselbe in Fleisch und Blut übergehen zu lassen. SO ist es Tatsache, daß fast alle Stifter und Gesetzgeber der kirchlichen Ordnung ihren Ordensgenossen befohlen haben, die Lehren des heiligen Thomas zu studieren und mit großer Gewissenhaftigkeit an denselben festzuhalten, und daß niemand straflos von dem durch einen solchen Mann gewiesenen Weg auch nur unbedeutend abweichen dürfe. Um die Ordensgenossenschaft der Dominikaner zu übergehen, welche ja mit Recht auf diesen ihren größten Meister stolz ist, geht aus den Satzungen der einzelnen Ordensgenossenschaften hervor, daß die angeführte Bestimmung Geltung hat für die Benediktiner, Karmeliter, Augustiner, die Gesellschaft Jesu und sehr viele andere Orden.
An dieser Stelle schauen wir mit vieler Freude im Geiste hin nach den hochberühmten Schulen und Akademien, welche ehemals in Europa blühten wie in Paris, Salamanca, Alcala, Donay, Toulouse, Löwen, Padua, Bologna, Neapel, Coimbra und an vielen anderen Orten. Jedermann weiß, daß diese Akademien mit der Zeit immer angesehener wurden, und daß ihre Gutachten, sobald es sich um wichtigere Angelegenheiten handelte, überallhin von höchster Bedeutung waren. Nun ist aber ausgemacht, daß an diesen berühmten Heimstätten menschlicher Weisheit Thomas wie ein Fürst in seinem Reiche alles beherrschte; alle, sowohl Lehrer wie Schüler, stimmten in wunderbarer Weise darin überein, daß man in der Lehre und der Autorität des englischen Lehrers volle Befriedigung finde.

4. Die Päpste loben ihn

Aber, was noch höher anzuschlagen ist: Römische Päpste, Unsere Vorgänger, haben die Weisheit des Thomas von Aquin durch besondere Lobsprüche und ehrenvolle Zeugnisse erhoben. So erklären Clemens VI., Nikolaus V., Benedikt XIII. und andere, daß von seiner wunderbaren Lehre die ganze Kirche erleuchtet werde. Der heilige Pius V. vollends spricht offen aus, daß durch seine Lehre die Häresien verwirrt, widerlegt und vernichtet, der ganze Erdkreis tagtäglich von verpesteten Irrtümern befreit würden. Andere wieder, wie Clemens XII., versichern, daß seinen Schriften unendlich viel Gutes für die ganze Kirche entsprungen sei, und daß er darum in gleicher Weise zu ehren sei wie die größten Kirchenlehrer, wie Gregor, Ambrosius, Augustinus und Hieronymus; andere endlich haben keine Bedenken getragen, den heiligen Thomas als Muster und Meister hinzustellen, dem die Akademien und Hochschulen unbedenklich folgen könnten. In dieser Beziehung verdienen angeführt zu werden die Worte des heiligen Urban V. an die Akademie von Toulouse: „Wir wollen und legen Euch durch Gegenwärtiges auf, daß Ihr der Lehre des heiligen Thomas, als einer der Wahrheit entsprechenden und katholischen folget und mit allen Kräften Euch bemüht, sie zu fördern.“ Ähnlich wie Urban verfuhren Innozenz XII. gegenüber der Universität von Löwen und Benedikt XIV. gegenüber dem Kolleg des heiligen Dyonisius zu Granada. Um diesen Urteilen von Päpsten über Thomas von Aquin die Krone aufzusetzen, sei noch die Äußerung Innozenz VI. angeführt: „Seine [des Thomas] Lehre zeichnet sich vor allen anderen, mit Ausnahme der kanonischen Schriften, aus durch Genauigkeit des Ausdrucks, maßvolle Darstellung, Wahrheit des Inhalts, sodaß niemand, der sich an sie hält, vom rechten Wege abgewichen ist, während jeder, der sie bekämpft, immer des Irrtums verdächtig war.“

5. Die Konzilien ehren ihn

Auch selbst die allgemeinen Konzilien, welche dadurch einen besonderen Glanz erhalten, daß auf ihnen die hervorragendsten Geistesmänner der ganzen Welt zusammentreffen, waren immer darauf bedacht, Thomas von Aquin in besonderer Weise zu ehren. Man könnte sagen, daß auf den Konzilien von Lyon, Vienne, Florenz, vom Vatikan Thomas an den Beratungen und Beschlußfassungen teilgenommen, ja dieselben sogar geleitet habe, indem er mit unbesieglicher Kraft und mit glücklichstem Erfolg den Kampf führte gegen die Griechen, die Häretiker und Rationalisten. Das aber gereicht Thomas zum höchsten Ruhm – und dieser Ruhm ist ihm allein eigen, keinem anderen Lehrer der Kirche ist er je zuteilgeworden – daß die Väter auf dem Konzil von Trient bestimmten, mitten im Sitzungssaale sollten auf dem Altare neben den Büchern der heiligen Schrift und den Entscheidungen der Päpste auch die Summa des heiligen Thomas von Aquin aufliegen, um daraus Rat, Beweise und Aufschlüsse schöpfen zu können.

6. Die Feinde der Kirche geben seine Geistesmacht zu

Schließlich sollte diesem unvergleichlichen Manne auch noch der Ruhm beschieden sein, daß selbst die Gegner des Katholizismus ihm, wenn auch widerwillig, huldigten, ihn priesen und bewunderten. Denn man hat feststellen könne, daß einige von den Häuptern häretischer Sekten ganz offen erklärten: Sobald einmal die Lehre des Thomas von Aquin beseitigt sei, wäre es ihnen ein Leichtes „den Kampf mit allen katholischen Gelehrten aufzunehmen, sie zu besiegen und die Kirche zu vernichten“ (Beza-Buzer). Die Vermessenheit, die sie hier aussprechen, entbehrt zwar der Begründung, aber das Zeugnis, das darin enthalten ist, ist wertvoll.

herzrosenduft

Erleuchteter

Beiträge: 5 771

Wohnort: Deutschland

Beruf: Gärtner

84

27.07.2017, 12:45

Folgendes Gebet wird dem heiligen Thomas von Aquin zugeschrieben:

Schöpfer des Alls, wahrer Quell des Lichtes und der Weisheit, erhabener Ursprung allen Seins,
lass gnädig einen Strahl deiner Klarheit in das Dunkel meines Verstandes dringen
und nimm von mir die zweifache Finsternis, in der ich geboren bin: die Sünde und die Unwissenheit.

Gib mir Scharfsinn zum Begreifen, gutes Gedächtnis zum Behalten, Fähigkeit zum rechten und gründlichen Erfassen,
Feinheit und Genauigkeit im Erklären, Fülle und Anmut im Ausdruck.

Lehre den Anfang, lenke den Fortgang, hilf zur Vollendung,
durch Christus unseren Herrn. Amen.
_______________________________________________________________________________________

Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

Thema bewerten