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Mystiker

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3 781

07.06.2017, 21:17

Vermutlich mache ich mich jetzt in deinen Augen wieder der Goldwaage schuldig, aber... was für Dogmen meinst du, wenn nicht diese Dogmen? Wieso darfst du beliebig schusslig mit Worten sein, die eine wohldefinierte Bedeutung haben, und warum sind andere unsachlich, wenn sie einfordern, dass du diese wohldefinierte Bedeutung nicht ignorierst? Ich schrieb schon mal (und löschte dann wieder) drei Unsitten, die ich hier im Forum und besonders in diesem Thread als problematisch empfinde, und ich verstehe natürlich sehr gut, wenn man nicht "ad personam" mit sowas "angegriffen" werden will, aber ich meine schon, wir sollten uns alle an die Standards halten, die wir von anderen einfordern.
Es besteht ein großer Unterschied darin, einen Begriff wie "Dogmatik" nicht ganz exakt verwendet habe oder ob ich von Dir einfordere, Dinge über M., nicht bewiesene oder beweisbare Gerüchte nicht als Tatsachen darzustellen, denn das hat - im Gegensatz zu meiner Verwendung eines Begriffs in einer Nebenbemerkung, die mit dem Thema dieses Threads nichts zu tun hat - praktische Folgen für die Beteiligten, die Franziskaner u. Seher, die Du damit in ein schlechtes Licht rückst, sollte es anders gewesen sein. Du urteilst dabei über Menschen u. verurteilst sie gegebenenfalls. Dafür hat man eine Verantwortung u. muss exakt sein. Geht es um wirklich wichtige Dinge, bemühe ich mich um Exaktheit.

Ich habe den Begriff "Dogmatik" im Zusammenhang mit "Juristerei" gebraucht. Wie El Dakhel richtig dargestellt hat, sind Dogmatik u. Kirchenreicht beides Fachgebiete der Theologie, zu denen ich nicht unbedingt einen Bezug haben muss.
Ich meinte mit Dogmatik selbstverständlich nicht die festgelegten Glaubenssätze der r.-k. Kirche, die für jeden Katholiken verbindlich sind, u. die für mich selbstverständlich wichtig sind, sondern mehr die alte Defition von Dogmatik in der Antike, die auch im Alltagsgebrauch verwendet wird: eine unreflektierende Meinung, die man (irgendwo) übernommen hat, nicht bereit ist, selbst nachzudenken oder seine Ansicht zu hinterfragen. In den Sozialwissenschaften, u. aus der Ecke komme ich, wird der Begriff dogmatisch anders verwendet. Man kann eine Frage dogmatisch, juristisch, d.h. strukturell betrachten, von ihren Normen her (Strukturkonservatismus) u. sich dabei nur auf diese berufen oder von ihrem Inhalt, ihrem Wert her (Wertkonservatismus).

"Als dogmatisch wird bezeichnet, wer in der Äußerung seiner Meinung als Starrkopf gilt, der sich den Forderungen der Zeit und den Erkenntnissen der Zeitgenossen verschließt und stattdessen zwangsläufig dem Denken der
Vergangenheit verhaftet ist und rückständig bleibt“ (Slenczka[16]). „Dogma“ beschreibt hier die (vorbewusste) Grundüberzeugung, die das Bewusstsein bestimmt und Grundlage für Meinungs- und Urteilsbildung
darstellt." (Zitat Wikipedia).

Der Begriff wurde von mir nicht ganz exakt verwendet, aber muss man darauf aus Prinzip so "herumreiten"? Damit schade ich inhaltlich niemandem. Ich bin kein Pedant, u. schreibe hier keine Doktorarbeit. Ich habe noch andere Dinge zu tun, als hier die Energie aufzuwenden, immer jeden Begriff wissenschaftlich exakt zu verwenden. Wegen einem Begriff muss ich hier eine lange Abhandlung u. Richtigstellung schreiben. Würden Deine Texte, MSkeptic, mit den gleichen, strengen Maßstäben von einem Theologogen durchgesehen, würde er sicher auch viele Ungenauigkeiten finden. So kann man als Laien nicht miteinander diskutieren. Gerade hast Du zugeben müssen, falsche Angaben über die Beurteilung von Marienerscheinungen der Kirche hier inhaltlich falsch dargestellt zu haben, was große Auswirkungen auf die Diskussion hatte u. jetzt kritisierst Du mich wegen eines ungenauen Begriffs, der keine Folgen hat. Ich finde, da wäre etwas Zurückhaltung angesagt. Ich gebe wenigstens zu, dass als Nicht-Theologe selbstverständlich nicht alles wissen kann u. Wissenslücken habe. Du, u. ein paar andere Leute hier, tun als Laien so, als würden sie das Wissen eines Theologen haben u. stellen ihre Meinung eine nicht zu hinterfragende Wahrheit dar.

Ist man hier als "Wächter der Rechtgläubigkeit" unterwegs, ist einem offensichtlich jeder Begriff von großer Wichtigkeit. Das nennt man übrigens dogmatisches Denken.
Du meinst also Dogmatik? Dogmatik und Kirchenrecht als Beschäftigungsfeld muß einem als Katholiken auch nicht unbedingt gefallen, erst recht wenn man kein Theologe ist. Da stimme ich dir zu, obwohl ich persönlich davon überzeugt bin, dass die Dogmatik ein sehr schönes Gebiet ist, als Nichttheologe der ich bin.

Was du aber geschrieben hast ließ mich befürchten, dass du jetzt Quäker geworden bist.
(Kennst du dich mit Jakob Böhme aus?)

Und du tendierst in der Tat zu einer, man verzeihe das Wort, Erlebnis- und Persönlichkeitsreligion, die sich in der Gotteserfahrung v. a. durch Zentrierung auf Innerlichkeit und Gefühlsseligkeit auszeichnet, und die sich ihr Existenzrecht - mit Rahner als Gewährsmann (zurecht?) - innerhalb der Katholischen Kirche ertrotzen muß, einer Kirche, die zwar aufgrund ihrer marianischen Tradition als durchaus inspirierend, doch auch als dogmatistisches und juristisches Zwangskorsett empfunden wird.
Jetzt wird es albern! Ich muss mir echt nicht gefallen lassen, in die Nähe von Quäkern oder Jakob Böhme gerückt zu werden, über den ich nicht viel weiß, nur weil ich Befürworter der Erscheinungen von M. bin. Nur weil ich einen Begriff unscharf verwendet habe, wird sofort behauptet, ich wäre in Wirklichkeit kein Katholik. Das ist Polemik, dann natürlich weißt Du, dass das nicht so ist. Bitte unterlasst solche Unterstellungen! Und das soll dann eine wissenschaftliche Exaktheit sein, die Dir so wichtig ist. Kann man die Botschaft nicht angreifen, greift man den Überbringer oder Befürworter der Botschaft an.

Ich hatte oben ausführlich darauf hingewiesen, dass ich mich hier in letzter Zeit unfair behandelt fühle, u. jetzt legst Du sogar noch mal nach, El Dakhel.

Wenn Außenstehende in diesem Forum lesen u. feststellen, wie sich die Christen hier im Moment untereinander behandeln, ist das (wieder mal) die beste "Werbung" für das Christentum.
Meine neue FB-Homepage mit eigenen christlichen Gedichten, Gebeten u. spirituellen Fotos, auch aufrufbar ohne FB-Registrierung: https://www.facebook.com/gedichteundgebete/

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Mystiker« (08.06.2017, 05:37)


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07.06.2017, 23:22

Zitat von »Mystiker«

Es besteht ein großer Unterschied darin, einen Begriff wie "Dogmatik" nicht ganz exakt verwendet habe oder ob ich von Dir einfordere, Dinge über M., nicht bewiesene oder beweisbare Gerüchte nicht als Tatsachen darzustellen, denn das hat - im Gegensatz zu meiner Verwendung eines Begriffs in einer Nebenbemerkung, die mit dem Thema dieses Threads nichts zu tun hat - praktische Folgen für die Beteiligten, die Franziskaner u. Seher, die Du damit in ein schlechtes Licht rückst, sollte es anders gewesen sein. Du urteilst dabei über Menschen u. verurteilst sie gegebenenfalls.
Wenn meine Einschätzung der Ereignisse der Wahrheit entspricht, dann SIND sie bereits in einem schlechten Licht. Sollte ich falsch liegen, dann fällt das schlechte Licht auf mich und meine Urteilsfähigkeit.

Und wo bitte urteile ich über Menschen, wo verurteile ich sie?

Zitat

Würden Deine Texte, MSkeptic, mit den gleichen, strengen Maßstäben von einem Theologogen durchgesehen, würde er sicher auch viele Ungenauigkeiten finden.
Ich wäre dankbar dafür, sachlich auf inhaltliche Schwächen und Fehler aufmerksam gemacht zu werden, zumal von Experten. So lernt man schließlich dazu. Ich habe hier im Forum schon viel dazugelernt und meine Sichtweisen ums eine und andere Mal schärfen oder auch korrigieren können.

Zitat

Gerade hast Du zugeben müssen, falsche Angaben über die Beurteilung von Marienerscheinungen der Kirche hier inhaltlich falsch dargestellt zu haben, was große Auswirkungen auf die Diskussion hatte
Danke für die Erinnerung! Erstens hab ich das aus freien Stücken getan, weil ich dir, o störrischer Nichteinseher, eine weitere Gelegenheit geben wollte, darüber nachzudenken, was das "non constat de supernaturalitate" Urteil der Zadar-Deklaration WIRKLICH bedeutet - aus Sicht der Kirche, nicht gerüchteweise. Denn, zweitens, habe ich keine falschen Angaben gemacht und jetzt zugeben müssen, dass das inhaltlich falsch war, sondern ich habe eine nicht mehr den aktuellen Normen entsprechende und daher korrigierenswerte Ungenauigkeit in der Formulierung gebracht. Und drittens: Natürlich war mein Ziel, dass diese Information eine relevante Auswirkung auf diese Diskussion hat, und zwar konkret, dass damit endlich klar und unmißverständlich wird, was "non constat" bedeutet: ein verbindliches negatives Urteil, das bis zum allfälligen Vorliegen eines anderslautenden positiven Urteils gilt. Aber bislang konnte ich diese große Auswirkung nicht feststellen. Du hast mir zwar bereits mehrmals in Erinnerung gerufen, dass ich eine Korrektur meiner vorherigen Ansicht gemacht habe, aber eine inhaltliche Bestätigung oder Widerlegung dieser Information hat dieser Thread noch nicht gesehen.

Zitat

Du, u. ein paar andere Leute hier, tun als Laien so, als würden sie das Wissen eines Theologen haben u. stellen ihre Meinung eine nicht zu hinterfragende Wahrheit dar.
Nichts gegen Theologen, aber was hat das mit einer Forumsdiskussion zu tun? Nachprüfbare Information ist ja nicht unzuverlässig, bloss weil sie von jemandem vorgelegt wird, der nicht der Experte für das Fachgebiet ist; sie ist dann zuverlässig, wenn sie aus zuverlässiger Quelle stammt - und darum gebe ich ja gern meine Quellen an. Meine persönliche Meinung - die ich ebenso habe, wie du eine hast, und die ich ebenso nicht immer argumentieren oder verteidigen will - und die Fakten, die ich gesammelt habe, um mir diese meine Meinung zu bilden, sind zweierlei. Deine Meinung ist dir völlig unbenommen und sie beruht natürlich auch auf Fakten, Erfahrungen, aber offensichtlich auch einigen weniger gut fundierten Informationen wie, um bei dem Beispiel zu bleiben, "was bedeutet non constat de supernaturalitate eigentlich". Ich bin dankbar, wenn mir jemand aufzeigt, dass meine Meinung auf unvollständigen oder fehlerhaften Fakten beruht, denn das gibt mir die Chance, meine Meinung dahingehend zu ändern - oder eben nicht, wenn ich mich anhand der neuen Information davon überzeugen kann, dass "meine Sicht der Fakten" durchaus Bestand hat. Ich würde mich wundern, wenn das bei dir ganz anders wäre.

Klomb

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3 783

08.06.2017, 10:31

Ah, du beziehst dich auf die Drei-Zeitalter-Lehre nach Joachim von Fiore?
Nein, weil ich diesen Namen jetzt zum ersten Mal lese.

Ich glaube mich aus meinem Studium der orthodoxen Theologie erinnern zu können, dass genau diese Ansicht des Joachim von Fiore über die drei Zeitalter verurteilt worden ist. Der Grund liegt darin, dass dabei das gemeinsame Wirken der Allerheiligsten Dreifaltigkeit zerrissen wird.leider fehlt mir aber die Zeit, das genau nachzuschauen.Msgr. Franz Schlegl
Habe mich gerade am "Lexikon für Theologie und Kirche" schlau gemacht: Verurteilt wurde auf dem IV. Lateralkonzil nicht die Zeitalterlehre sondern seine tritheistischen Ansichten. Eine Zeitalterlehre ist eigentlich auch für einen Modalisten möglich, also gibt es keinen zwingenden Zusammenhang zwischen beidem.

Und @El Dakhel: Joachim sah das Zeitalter des Hl. Geistes erst im Kommen und auch nicht im unmittelbaren Anschluß an das Zeitalter des Sohnes. Außerdem betreibt er wohl noch eine Menge chiliastischer Spekulation, der ich mich nach dem Prinzip "wer auf die Wolken sieht, der erntet nicht" enthalte. Mir ging es darum, daß man nicht vollständig an Gott (oder nicht an den vollständigen Gott) glaubt, wenn bestimmte Personen der Dreieinigkeit, die sich ja durchaus in ihrem Erscheinungsbild für uns unterscheiden (auf Referenzen in der Bibel habe ich hingewiesen), im eigenen Glauben nur eine kleine oder gar keine Rolle spielen. Es fehlt dann etwas auch im Glaubensleben. Man kann dann nicht aus der Fülle schöpfen, sondern nur aus einer Art Partialoffenbarung, die auch Heiden oder Juden haben. Gleichzeitig merkt man den Mangel auf gewisse Weise.
Im vorliegenden Fall ist es der Mangel persönlicher, lebhafter Gotteserfahrung, gewissermaßen nicht von (nicht: über) Gott reden zu können. Das Reden von Gott wird dem Klerikermonopol zugedacht, das durch das Pseudosakrament des Theologiestudiums dazu befugt ist (die "öligen" Sakramente, die auf den Heiligen Geist referenzieren, werden ja praktisch nicht geglaubt). Man fühlt sich dann bemüßigt, einen Ersatz zu erfinden; im vorliegenden Fall sind es Marienerscheinungen. Da ist man einerseits sicher, dem autoritären Klerikermonopol nicht in die Quere zu kommen, weil Maria eben keine Person der Dreieinigkeit ist, kann sich andererseits aber eine Verbindung zum Sohn einbilden, weil die Gottesmutter schon den Draht zum Sohn haben wird (da, die Telegraphenbeamte!).

Indizien für einen Glauben an das Klerikermonopol sehe ich in der Angst, etwas nicht-rechtgläubiges zu sagen. Da hat die lateinische Kirchengeschichte mit Inquisition, Index librorum prohibitorum usw. wohl die Laien arg eingeschüchtert. Zu Unrecht, denn man muß sich vor Augen halten, daß all diese Sachen normale, unprätentiöse Glaubensgespräche von Christ zu Christ, wo man Erfahrungen austauscht, sich Trost spendet (da ist er, der Heilige Geist, der Paraklet, der Tröster!), die Bibel liest und miteinander betet, nie berührten, sondern bloß Leute, denen als Kleriker oder unter Berufung auf (angeblich) übernatürliche Sondererscheinungen und durch öffentliches Wirken eine andere Wirkung zukommt.

Dann ist als zweites Indiz die Überhöhung der Theologie seit dem Konzil von Trient. Theologie ist gar nicht die Lehre von Gott (so falsch steht es freilich auf kathpedia.com), denn so etwas kann es nicht geben, weil ja Gott nicht allein durch die wissenschaftliche Vernunft sondern nur durch den Glauben zugänglich ist, . Theologie ist vielmehr die Wissenschaft davon, wie von Gott geredet und wie an ihn geglaubt wird. Deswegen gibt es kein Monopol der Theologen, rechtgläubig von Gott zu reden, sondern es ist ein Monopol der Christen, die in Eintracht mit der Kirche stehen. Dann nämlich führt sie der Heilige Geist. Ohne diese Eintracht mit der Kirche kann auch ein Theologe Irrlehren verbreiten; und die Namen sind bekannt, wo solches geschah.

Ich meine, daß man beide Indizien sehr gut in den Postings von Mystiker wiederfindet.

El Dakhel

Fortgeschrittener

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3 784

08.06.2017, 12:43

Habe mich gerade am "Lexikon für Theologie und Kirche" schlau gemacht: Verurteilt wurde auf dem IV. Lateralkonzil nicht die Zeitalterlehre sondern seine tritheistischen Ansichten. Eine Zeitalterlehre ist eigentlich auch für einen Modalisten möglich, also gibt es keinen zwingenden Zusammenhang zwischen beidem.
Ich stimme dir zu. Ich selber bin übrigens Zeitaltertheorien, insbesondere über goldene Zeitalter - nicht gerade J. von Fiore, aber doch allgemein - nicht ganz abgeneigt, muß ich gestehen. Einfach ein spannendes Thema. Bei Joachim steht die Gefahr eines Mißbrauchs in Richtung eines Utopismus, der die 'Fülle der Zeiten' schon auf Erden kommen sieht, klarerweise immer daneben.
@Monsignore: es wurde befürchtet, dass eine vollkommene "Geistkirche" auf Erden, wie von Joachim postuliert, die bisherige institutionelle "Rechtskirche" (und schließlich auch alle staatlichen Institutionen) überflüssig machen solle, was auch nicht ganz unbegründet war, wenn man sich die chiliastische Sekte der Joachimiten ansieht.

@Klomb: Zu der Abfolge der Zeitalter und zu deiner Aussage - du hattest ja den bruchlosen Übergang zwischen dem Reich des Sohnes und dem Geistzeitalter nach der dir vorliegenden Literatur in Zweifel gezogen - kann ich eine andere Darstellung anbieten: Reich des Vaters (AT) als die Zeit der Laien und Verheirateten, Reich des Sohnes (zwischen Fleisch und Geist) als das Zeitalter der Kleriker (also tatsächlich bis ins hohe Mittelalter hineinreichend), und dann schließlich die Zeit der Freiheit und des Geistes: die Zeit der Mönche (mit dem hl. Franziskus als eigentlichen Bahnbrecher, durch den hl. Benedikt bereits vorbereitet).


Ich möchte deine anschließende Analyse mit einer mir gut bekannten Bibelstelle (Num 11,25-29) in Beziehung setzen:

Der Herr kam in der Wolke herab und redete mit Mose. Er nahm etwas von dem Geist, der auf ihm ruhte, und legte ihn auf die siebzig Ältesten. [Hierarchen, Kleriker, Presbyter] Sobald der Geist auf ihnen ruhte, gerieten sie in prophetische Verzückung, die kein Ende nahm.

Zwei Männer aber waren im Lager geblieben; der eine hieß Eldad, der andere Medad. Auch über sie war der Geist gekommen. Sie standen in der Liste, waren aber nicht zum Offenbarungszelt hinausgegangen. Sie gerieten im Lager in prophetische Verzückung.
[Außenseiter, "Paria" neben Klerikerkaste]

Ein junger Mann lief zu Mose und berichtete ihm: Eldad und Medad sind im Lager in prophetische Verzückung geraten. Da ergriff Josua, der Sohn Nuns, der von Jugend an der Diener des Mose gewesen war, das Wort und sagte: Mose, mein Herr, hindere sie daran! [Klerikermonopol führt zu inquisitorischen Beklemmungen]

Doch Mose sagte zu ihm: Willst du dich für mich ereifern? Wenn nur das ganze Volk des Herrn zu Propheten würde, wenn nur der Herr seinen Geist auf sie alle legte! [Sensus ecclesiae statt Theologenmonopol]
Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde erschaffen hat“
Ps 124,8

El Dakhel

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3 785

08.06.2017, 15:07

damit endlich klar und unmißverständlich wird, was "non constat" bedeutet: ein verbindliches negatives Urteil
Eine intelligente und ahnungsvolle Entscheidung übrigens, mit der in den Fällen, in denen sonst mit einem Schisma zu rechnen wäre, eine Eskalation vermieden werden kann. Es hat sich fernerhin gezeigt, daß eine Entscheidung constat non ein stumpfes Schwert ist, mithin keine Vorteile mehr bietet (s. Heroldsbach, wo 2008 ein Petition mit 17.000 Unterschriften zur Wiederaufnahme der Untersuchung zu einer längst negativ beurteilten Erscheinung erhoben wurde). MSkeptic, immer aufpassen wenn ein alter Hund bellt! :P

Nun, dann ist wohl auch klar warum bei M. das Urteil 'non constat' des Ortsbischofs von vorgeordneter Stelle "kassiert" wurde: nicht nur, damit man etwas in der Hand hatte, was formal den Normae Congregationis entsprach, sondern auch aus strategischer Erwägung, aber nicht etwa, weil man das Negativurteil des Bischofs bestritten hätte.

Und das ist 1978 geschehen - just in time - M. begann 1981. Da sage noch einer, dass der Heilige Geist nicht auch in der "Rechtskirche" am wirken wäre. Scheinbar macht er sich manchmal sogar die feinsten Juristenkniffe (constat non -> non constat) zunutze.
Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde erschaffen hat“
Ps 124,8

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »El Dakhel« (08.06.2017, 18:29)


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08.06.2017, 15:50

Den Beitrag hab ich doch glatt übersehen. :sleeping: Naja, immerhin war es mir dadurch vergönnt, diese Entdeckung höchstselbst zu machen. Auch wenn ich dafür wohl keinen Finderlohn krieg :S :)

Klomb

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08.06.2017, 18:15

Ich möchte deine anschließende Analyse mit einer mir gut bekannten Bibelstelle (Num 11,25-29) in Beziehung setzen:
Ja, sehr schön! Schon im Zeitalter des Vaters gab es Gott eben nur dreieinig. So wird ja auch der Besuch bei Abraham in der berühmten Dreifaltigkeitsikone gedeutet. Und ebenfalls sehr erhellend, wie alt die Frage doch ist, ob der Laie denn Direktkontakt zu Gott Heiligem Geist haben darf, ganz ohne Telegraphenbeamten!

Klomb

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3 788

24.06.2017, 14:18

Jetzt in Welt plus (also mit Bezahlschranke) angeblich neues vom Medjugorje.
Wer nicht bezahlen kann/mag, der kann stattdessen la croix international lesen.

El Dakhel

Fortgeschrittener

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3 789

28.06.2017, 20:46

Zu dem Artikel aus la croix international

Zitat

The distinction of these “new apparitions” is that they continue over time, sometimes 30 to 40 years.
Es gab bzw. gibt also Erscheinungsserien neben M. (von Schio hatte ich zuvor schon gehört) unter anderem auch am Amazonas (1994-1999; diese wurden vom Ortsbischof sogar anerkannt), und seit den 1980ern im spanischen El Escorial. Für mich ist das auch schon eines der größten Probleme. Für seine Majestät Philipp II., der in El Escorial residierte, war Maria seine Generalissima. Eine alte Weisheit sagt: Jungfrauenworte und Herrenworte sind kurz, man soll sie aber oft lesen; einfach weil es wahre Zentnerworte sind, wie z. B. das Magnifikat. Worte, die man gar nicht auspredigen kann. Der Vergleich Rosenkranz und Medjugorje geht ja fehl, denn beim Rosenkranz nimmt einen Maria an die Hand und es werden immer dieselben biblischen Worte repetiert, bei M. wird jemand bemüßigt (etwa die Gottesmutter?), sich ständig und immer wieder neue Worte für dieselben Sachverhalte zu überlegen. Das ist ein ganz anderer Ansatz. Ein kühner Vergleich, weil mir spontan die Assoziation in den Sinn kommt: Privatoffenbarung ('new apparitions') und Privatfernsehen. Ich würde das einmal kurz parallelisieren wollen, obwohl die Anhänger von Erscheinungen sich natürlich als Gegenpol zu den heavy-viewern von RTL und co. verstehen und es in gewisser Weise ja auch sind; und klarerweise sind beide Phänomene auch konträr. Aber es handelt sich in beiden Fällen um eine Privatisierung, einmal der Religion (ggü. der offiziösen Kirche) und einmal der Unterhaltung. Zum einen: im Jahr 1981 wurde die rechtliche Grundlage für das Privatfernsehen in D. gelegt und es gab in den Folgejahren die ersten kommerziell erfolgreichen Privatsender in D. und Europa; damit trat eine "geistig-moralische Wende" ein, die ganz anders war als die von Helmut Kohl damals erhoffte (auch: geistig-moralische Erneuerung). Bei der sog. charismatischen Erneuerung kam und kommt es zeitweise und mancherorts ebenfalls zu bedenklichen Ausprägungen und Übersteigerungen. Bei RTL, Sat. 1 (ARD, ZDF ist ja heute dasselbe), wo man nur noch das eine Gebot kennt: 'du sollst nicht langweilen!', schalten die Leute um 18 Uhr ein in der Haltung "Here we are now, entertain us"; bei M. an jeden Donnerstag um 16 Uhr (oder weiß nicht wann) aufgrund des Bedürfnisses "irgendetwas neues für die eigene christliche Identität zu bekommen". Das wurde vom Papst kritisiert. Die acht Erscheinungen von Fatima reichen heutigen Menschen nicht mehr. Vergleich: der Fernsehmehrteiler wurde längst zu Serien mit hunderten von Folgen und Episoden gesteigert. Bei den Konsumenten von Fernsehnachrichten stellt sich mit der Zeit das sogenannte "Böse-Welt-Syndrom" ein (es sind ja nur Negativnachrichten kommerziell von Nutzen), bei den Anhängern von M. usw. kann oftgenug ein ähnliches gnostisch-manichäisches Weltbild diagnsotiziert werden. Und schließlich: das Privatfernsehen bedurfte eines rührigen Postministers (für die Breitbandverkabelung), M. einer Postbeamtin bzw. meherer Postunterbeamten.
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herzrosenduft

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Über Medjugorje

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Berufungen, die auf Medjugorje zurückgehen

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Jugendfestival in Medjugorje

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Wer möchte hungernden Kindern helfen?

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02.08.2017, 21:49

Man kann doch nicht tatenlos zusehen, wie die Leute aus der Kirche austreten und die Kirchen immer leerer werden. ...

Was kann man tun?

Beten ist sicher das Eine. Es ist sehr gut den Rosenkranz in diesem Anliegen zu beten.

Das Andere ist seine Berufung in Liebe zu leben und seinem Nächsten immer und überall in Liebe zu begegnen. Dort, wo das geschieht, wirkt der Geist Gottes schon gegen den Glaubensschwund.

Aber genau das, nämlich Beten und Lieben, ist es, wozu uns die Gottesmutter immer wieder in Medjugorje aufruft.

Und sie verlangt von uns dem Nächsten immer und alles zu verzeihen und zu vergeben.
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Die Nachrichtenlage deutet darauf hin, dass sich im Vatikan endlich etwas anbahnt in Bezug auf Medjugorje!
Oder etwa nicht?

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07.08.2017, 19:59

Die Nachrichtenlage deutet darauf hin, dass sich im Vatikan endlich etwas anbahnt in Bezug auf Medjugorje!
Oder etwa nicht?


Ja... siehe dazu http://www.katholisches.info/2017/08/kar…orje-geaendert/
und hier http://kath.net/news/60530
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21.08.2017, 14:05

Medjugorje wird vermutllich noch dieses Jahr anerkannt ...das meint Erzbischof Hoser

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corinquietum

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21.08.2017, 21:22

Etwaige Anerkennung von Medjugorje

Ich erlaube mir nachdrücklich zu warnen vor allzu voreiligem Jubel!!
Dass Kath.Net vor allem positiv berichtet, beruht auf seiner Genese. Es ist von Medujugorje-Fans gegründet und wird von ihnen seither geführt und beeinflusst. Das meine ich freilich nicht negativ. Allerdings ist immer bei solchen Vorkommnissen (Erscheinungen) ein gerüttelt Maß Nüchternheit und Realitätssinn gefordert. Nicht umsonst behält sich die Kirche letzte Entscheidungen vor, verpflichtet aber bei etwaiger Anerkennung nicht zur Annahme dieser Entscheidung; denn die Offenbarung ist längst abgeschlossen und sämtliche sogenannten oder wirklichen Erscheinungen verpflichten mich nicht zu einem etwaigen Glauben daran.

+Corinquietum
Wo immer Beifall für menschliches Machen in der Liturgie aufbricht, ist dies ein sicheres Zeichen, dass man das Wesen der Liturgie gänzlich verloren und sie durch eine Art religiös gemeinter Unterhaltung ersetzt hat." Card. J. Ratzinger

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21.08.2017, 21:30

@ corinquietum

Herzlichen Dank,hochwürdiger Mitbruder,Sie sprechen mir aus der Seele ! Msgr. Franz Schlegl

Klomb

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Gestern, 11:38

In dem Artikel ist mir etwas widersprüchlich vorgekommen:

Zitat


Gleichzeitig gestehe er aber ein, dass es sei schwer zu glauben, dass die sechs Seher seit 36 Jahren fortlaufende Marienerscheinungen haben.
[...]
Er hat bisher mit vier der Seher gesprochen, „das sind die Damen, die während der ersten Erscheinungen 1981 Jugendliche waren und heute Enkel haben“. „Als ich mit den Sehern sprach, fiel mir auf, dass sie sehr ausgeglichene Leute sind.“


Ich weiß nicht, wie man jemanden für ausgeglichen halten kann, der seit 36 Jahren Erscheinungen zu haben vorgibt, die man selber nicht glaubwürdig findet. ?(

Zitat

Keiner der Seher ist durch eine Glaubenskrise gegangen.
In der Bibel wimmelt es bei den Propheten nur so von Glaubenskrisen, und da soll es besonders glaubwürdig sein, solcherlei nie gehabt zu haben?

Abgesehen davon war Bischof Hoser nie mit der Frage der Anerkennung betraut gewesen sondern bloß mit der Inspektion der Pastoral. In dem Rahmen mit den Sehern zu sprechen ist zwar nicht verboten, aber sie haben bekanntlich keine pastorale Funktion, sind ja auch alles gewöhnliche Laien.

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