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herzrosenduft

Erleuchteter

Beiträge: 5 772

Wohnort: Deutschland

Beruf: Gärtner

241

09.07.2017, 20:36

Zunächst mal ist es doch völlig legitim und müsste in einem demokratischen Staat erwünscht sein, eine eigene politische Meinung zu haben. Also müsste man sich doch erstmal einfach nur anhören, was andere politisch denken. Hinter einer anderen politischen Meinung können durchaus berechtigte Interessen von Bürgern stehen.

Jetzt ist es so, dass sich die AfD nicht konform zur Meinung der etablierten Parteien positioniert. Das ist doch eigentlich auch ihr gutes Recht. Es ist zusätzlich die Frage, ob man alle Mitglieder und Sympathisanten der AfD über einen Kamm scheren darf und kann... diese Frage ist rhetorisch: natürlich nicht. Und natürlich gibt es auch politische Spielregeln... nicht alle Argumente sind akzeptierbar! Damit hat die AfD ganz offensichtlich ein Problem...

...aber die etablierten Parteien haben ganz offensichtlich ein Problem damit, wie sie mit Andersdenkenden umgehen soll. Andersdenkende einfach zu diskreditieren und in irgendeine rechte Ecke zu drängen und abzustempeln ist für mich höchst fragwürdig. Und das macht mir Sorgen! Ja... ich habe auch deswegen Sorgen um unsere Demokratie! Man sollte Andersdenkende ernst nehmen und auf ihre Anliegen eingehen.

Ich persönlich wähle christlich... wenn wundert's? Der Bundestagsabgeordnete, den ich direkt gewählt habe, hat auch entsprechend meiner Meinung zu wichtigen Fragen abgestimmt. Das ist mir wichtig. Wenn es für mich wichtige politische Themen gibt, dann nehme ich auch über das Internet Kontakt mit ihm auf, wie es sich für einen Bürger ermöglicht...Die AfD ist für mich übrigens nicht wählbar.
_______________________________________________________________________________________

Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

242

09.07.2017, 21:11

Ich habe Ihren Beitrag, El Dakhel, mit Interesse gelesen und möchte kurz darauf eingehen.
Rechtgläubige müssen doch immer am Lehramt der Kirche Maß nehmen. Damit hat sich deine Behauptung erledigt. Es geht in Wirklichkeit um folgendes Elend: nämlich dass viel zu viele, oft hinter Hagio- und Aristonymen versteckt, glauben, sich den Luxus einer eigenen Meinung über das was wahrhaft katholisch ist, erlauben zu dürfen. Wenn über die Staatsflickerei jeder das Recht gebraucht, seine Meinung heraustrompeten zu dürfen, dann sollte es doch auch in der Kirche erlaubt sein, meint man. Aber dem ist nicht so.
"Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt!"

Na ja, ganz so einfach dürfte die Frage der Rechtgläubigkeit dann doch nicht sein. Sonst bräuchte es ja auch keine Kardinäle, die "dubia" formulierten. In einem Thread in diesem Forum, wurde nach dem Profil der Kirche gefragt. Da meinte ein Mitglied, daß das Profil der Kirche mit dem tridentinischen Konzil gegeben sei (sinngemäß). Ich hingegen erlaube mir den Luxus die Meinung zu haben, daß die Kirche und auch ihr Glaubensschatz nicht einfach ein monolithischer Block sind. Damit stehe ich wirklich nicht allein. Sonst bräuchte man auch keine Glaubenskongregation, keine Synoden und keine Konzilien. Letztlich überhaupt kein Lehramt (und kein Forum), da es nur darum ginge, zu wiederholen, was wir von unseren Vätern überliefert bekommen haben.

Eh jetzt jemand anders Sodbrennen kriegt, möchte ich betonen, daß ich der Meinung bin, daß die Treue zum Lehramt nicht zur Disposition steht. Deshalb werde ich auch nichts Abweichendes äußern. Sollte ich dies doch tun, möchte ich darauf hingewiesen und zurechtgewiesen werden. Aber nur dann! :rolleyes:
(Ich finde z. B. Erdogan gut - he, nicht dass du jetzt wieder Sodbrennen kriegst :rolleyes: ),
Keine falsche Rücksicht auf meinen Magen! Es hätte mich eher gewundert, wenn Sie Erdogan nicht gut fänden :D

quia_absurdum
"Monsieur, wenn ein Finger zum Himmel zeigt, schaut nur der Dummkopf den Finger an."
-- Die fabelhafte Welt der Amélie

243

09.07.2017, 21:19

Es gibt Leute, die arrangieren sich mit der Lüge und leben damit... und genau das ist der Knackpunkt: Die katholische Lehre ist klar und eindeutig. Da ist ein "Ja" auch ein "Ja" und ein "Nein" ein "Nein". Und dann kommen Leute mit ihrem "Ja, aber...". Es gibt in der katholischen Kirche kein "Ja, aber...".
Doch, es gibt auch in der katholischen Kirche ein "ja, aber ...". Das hat nichts damit zu tun, daß man sich mit der Lüge arrangiert. Papst Franziskus legt vielfach den Finger in die Wunde. Das ist genau der Knackpunkt: wer sich darauf zurückzieht, daß ein Ja ein Ja ist, kann sich herrlich bequem in seiner Ecke einrichten und vor der Wirklichkeit die Augen verschließen. Freunde eines einfachen Weltbildes kommen damit vielleicht nicht klar.
Letztenendes geht es vor Gott darum eine klare Entscheidung zu treffen, entweder für IHN oder gegen IHN. Und für Gott scheint es schwer zu werden, wenn die Leute speilau sind und nicht warm und nicht kalt... und darum dreht sich doch ganz viel hier im Forum...
Es ist sicher schwer damit zu leben, daß Christus selbst auch gesagt hat "wer nicht gegen mich ist, ist für mich". Aber damit will ich niemandem die Nachtruhe rauben :thumbsup:
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El Dakhel

Fortgeschrittener

Beiträge: 482

Wohnort: الدولة الأموية في الأندلس

244

10.07.2017, 00:44

Es hätte mich eher gewundert, wenn Sie Erdogan nicht gut fänden
Also ganz einfach: ich habe nichts gegen ihn, ergo analog zu Mk 9,40 bin ich für ihn. Mehr ist nicht dran. So haben Sie sich das bestimmt auch gedacht. - Ja!
Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde erschaffen hat“
Ps 124,8

Klomb

Meister

Beiträge: 2 284

Beruf: Wächter der Rechtgläubigkeit ;)

245

10.07.2017, 13:00

Ich könnte es niemals mit meinem Glauben vereinbaren die AfD zu wählen.


Da lob ich mir doch hin und wieder eine gesunde Portion Häresie!

Soll es jetzt überzeugend wirken, einerseits sich auf seinen Glauben zu berufen und andererseits eine "gesunde Portion" Falschglauben zu loben? Preist ein Verkäufer an seiner Ware an, daß sie schlecht sei?


Ich finde es nur etwas befremdlich, daß einige Positionen, die hier im Forum vertreten werden, sehr auf die Rechtgläubigkeit bedacht sind. Handkommunion? Wehe! Ein Friedenslied zum Agnus? Weiche von mir Satan! Kommunionempfang für Wiederverheiratete? Die Pforten der Hölle öffnen sich! Afd wählen? Ach, der will doch nur spielen!
Wer sind diejenigen, die die AfD als wählbar bezeichnen? Welche Positionen haben sie zu Handkommunion usw.? Ein bißchen Recherche im Forum mit der Suchfunktion hätte viel Nutzen gebracht, mit so einer Kollektivzuschreibung nicht seine eigenen Argumente zu entkräften:

Sollen hier rechtsaußen-Positionen, menschverachtende Stimmungsmache, Haß gegenüber Fremden, ... hoffähig gemacht werden?
Ich gehe deswegen davon aus, daß "menschenverachtende Stimmungsmache" und "Haß gegenüber Fremden" auch eine solche unfundierte Kollektivzuschreibung von Ihnen ist. Ich kann nicht sehen, inwieweit es Haß ist, wenn man nicht möchte, daß bestimmte Personen hierherkommen (auf diese AfD-Position nehmen Sie vermutlich Bezug!?). Haß gegenüber Fremden hat sich ja historisch durchaus gegeben, aber der hat sich dann darin politisch artikuliert, einen Vernichtungskrieg den Gehaßten in die Fremde zu bringen.

...aber die etablierten Parteien haben ganz offensichtlich ein Problem damit, wie sie mit Andersdenkenden umgehen soll. Andersdenkende einfach zu diskreditieren und in irgendeine rechte Ecke zu drängen und abzustempeln ist für mich höchst fragwürdig. Und das macht mir Sorgen! Ja... ich habe auch deswegen Sorgen um unsere Demokratie! Man sollte Andersdenkende ernst nehmen und auf ihre Anliegen eingehen.
Ja, und ich glaube auch, daß man mit dieser Methode eher Gräben aufgerissen hat und Feindschaften begründet hat. Am Ende kann man nur jemanden überzeugen und Einigkeit erreichen, wenn man die Motive und Weltsichten des anderen versteht. Deswegen beschloß das 2. Vatikanische Konzil in Gaudium et Spes (28) :

Zitat von »"Gaudium et Spes"«

Achtung und Liebe sind auch denen zu gewähren, die in gesellschaftlichen, politischen oder auch religiösen Fragen anders denken oder handeln als wir. Je mehr wir in Menschlichkeit und Liebe inneres Verständnis für ihr Denken aufbringen, desto leichter wird es für uns, mit ihnen ins Gespräch zu kommen.


Die Ansichten in einer Demokratie sind eben kein monolithischer Block.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Klomb« (10.07.2017, 13:19)


herzrosenduft

Erleuchteter

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Beruf: Gärtner

246

17.09.2017, 12:40

Letzte Woche hat sich ein Mitchrist bei mir Luft gemacht. Er könne es nicht akzeptieren, dass Menschen wie er, die mit der AfD symphatisieren, so pauschal abqualifiziert werden. Und er fand es besonders schlimm, dass sich führende Kirchenleute in einer (für ihn) diskriminierenden Weise über die AfD geäussert haben. Er stellte die Frage, warum man Menschen, die eine andere Meinung haben, so behandelt.

Meine Meinung dazu ist die: Man muss differenzieren. Es gibt immer solche und solche. Und nicht jeder, der gegen die EU und gegen Multikulti ist, und sich deshalb oppositionell verhält, ist gleich ein Bösewicht.

Genauso kann man verlangen, dass diese differenzierende Sichtweise auch auf Flüchtlinge übertragen wird. Nicht jeder Flüchtlinge ist ein böser Islamist oder ein Wirtschaftsflüchtling. Soviele Menschen verlassen schweren Herzens ihre angestammte Heimat, weil Krieg, Verfolgung, Hunger und Unrecht dort herrschen und ihnen nur noch als Ausweg die Flucht lassen.
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Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
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