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Klomb

Meister

Beiträge: 2 284

Beruf: Wächter der Rechtgläubigkeit ;)

41

22.09.2017, 13:51

Ja, gäbe es Italien, Griechenland und Spanien nicht, würden die Leute sowieso ankommen. Insofern ist es eher trügerisch, hier ein europäisches Problem zu sehen. Es ist ein Problem allein zwischen Deutschland und den Glücksrittern
Ich finde es unangemessen, Menschen, die vor Krieg, Bürgerkrieg, Terror, staatlicher Verfolgung durch Dikataturen, unwürdigen Lebensbedingungen u. großer Armut, die kaum zum Überleben reicht - fliehen, als "Glücksritter" zu bezeichnen!
Das sind höchstens Einzelfälle. Die Flucht endet doch dort, wo man als erstes ein sicheres Land erreicht hat, in dem man bleiben kann. Wenn man danach weiterzieht, ist die Verfolgung in dem Land, das man längst verlassen hat, ja nicht mehr der Antrieb. Die sogenannten Flüchtlinge, um die es geht, haben alle schon sichere Drittländer erreicht, bevor sie nach Deutschland gehen. Der Antrieb, diese sicheren Drittländer aufs Geratewohl zu verlassen, ist eine Motivation wie bei Glücksrittern. Dazu paßt auch, daß Mehrheitlich junge Männer diese Reisen tun.

Das Gebot der Nächstenliebe bezieht sich nicht nur auf Menschen der eigenen Nation, sondern auf alle Menschen auf dieser Welt. Für Gott gibt es die von Menschen gezogenen Grenzen nicht.
Wieviele Flüchtlinge leben denn bei Dir daheim?

Und ist es mit der Nächstenliebe vereinbar, wenn man seinen Gästen die Anreise extra schwer macht, indem man unterbindet, daß sie mit dem Flugzeug ankommen können?

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Klomb« (22.09.2017, 13:59)


Mystiker

Fortgeschrittener

42

22.09.2017, 14:09

Angela Merkel hat mit dem "Flüchtlingsdeal" bzw. "Menschenhandel" mit der Türkei ihre Kanzlerschaft, ihre Wiederwahl gerettet.

Das Flüchtlingproblem ist aber keineswegs gelöst, für Europa u. Deutschland vielleicht kurzfristig, sondern es wird nur verlagert. Die EU hat sich quasi "freigekauft".

Die EU bezahlt der Türkei 3 Milliarden € dafür, dass sie ihre Grenzen schließt u. Flüchtlinge zurücknimmt. Deutschland wird bis 2019 über 400 Mio. € an die Türkei bezahlen. An ein Land, dass von dem autoritären Politiker Erdogan regiert wird, der gerade dabei ist, es in eine Dikatur umzubauen. Die EU u. D. hat sich dadurch ein Stück weit erpressbar gemacht, u. Erdogan nutzt das aus. Man wird wohl kaum davon ausgehen können, dass er diese Summe wirklich (vollständig) den Flüchtlingen zugute kommt. Kontrollen u. Überprüfungen sind in der angespannten politischen Situation nicht durchführbar. Die Lage der Flüchtlinge in der Türkei ist mehr als schlecht, in den libyschen Flüchtlingslagern ist sie menschenunwürdig u. katastrophal.

Nicht einmal die in der EU beschlossene Verteilungsquote für Flüchtlinge funktioniert, weil sie viele EU-Länder einfach weigern, Asyssuchende aufzunehmen. So kann die EU nicht funktionieren. Ich stimme Martin Schulz zu, wenn er sagt, man müsse auf diese Länder wirtschaftlichen Druck ausüben, indem man mit der Streichung von EU-Hilfen droht, falls diese Länder nicht endlich dazu bereit sind.

Die Menschen in den reichen Industrienationen können sich wieder zufrieden zurücklehnen, u. ihren eigenen (unverdienten) Wohlstand, von dem sie nichts abzugeben bereit sind u. die Sicherheit vor Verfolgung u Krieg genießen. Die Christen können in ihren schönen u. warmen Wohnungen morgens selbstzufrieden die Hände zum Gebet falten, vor dem opulenten Mittagessen mit Schweinebraten u. Knödeln Gott dafür danken, dass es ihnen so gut geht u. sie können am Sonntag mit ihrem Mercedes zur Kirche fahren u. sich selbst u. gegenseitig bestätigen, was sie doch für ethische Menschen u. gute Christen sind, weil sie ja keine schweren Sünden begehen. Nur was wird Jesus zu so einem (Tauf-Schein)Christentum sagen? Seine Aussagen in den Evangelien sind mehr mehr als deutlich.

Wenn sich die reichen Industrienationen u. jeder einzelne Mensch, in dem Rahmen, wie er es vermag, sich nicht endlich um die zum Himmel schreiende Armut in den sogenannten Entwicklungsländern kümmern, in der täglich Menschen vor Hunger, durch unsauberes Trinkwasser u. schlechte medizinische Versorgung sterben, u. wirkliche, solidarische Hilfe leisten, sich mehr um die politische Stabilität in diesen Staaten bemühen u. mehr gegen den Klimawandel tun, der die Probleme in diesen Ländern dramatisch verschäft, braucht man kein Prophet sein, um zu wissen, was in Zukunft geschehen wird, nämlich eine wirkliche "Flüchtlingwelle", gegen die die sogenannte "Flüchtlingskrise" von 2015 lächerlich wirken wird.
Meine neue FB-Homepage mit eigenen christlichen Gedichten, Gebeten u. spirituellen Fotos, auch aufrufbar ohne FB-Registrierung: https://www.facebook.com/gedichteundgebete/

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Mystiker« (22.09.2017, 18:23)


Mystiker

Fortgeschrittener

43

22.09.2017, 14:25

Das sind höchstens Einzelfälle. Die Flucht endet doch dort, wo man als erstes ein sicheres Land erreicht hat, in dem man bleiben kann. Wenn man danach weiterzieht, ist die Verfolgung in dem Land, das man längst verlassen hat, ja nicht mehr der Antrieb. Die sogenannten Flüchtlinge, um die es geht, haben alle schon sichere Drittländer erreicht, bevor sie nach Deutschland gehen.
Das ist eine nicht hinnehmbar europäische Regelung (Schengener Abkommen). Die Länder, die zufällig eine EU-Außengrenze haben, v.a. Griechenland u. Italien, lässt man mit dem Problem alleine. Sie sind mit der Versorgung der Flüchtlinge überfordert, die gerecht auf alle Staaten der EU verteilt werden müssten. Den Staaten, die dazu nicht bereit sind, sollte man - wie Martin Schulz es will - damit drohen, in Zukunft keine EU-Hilfen mehr zu erhalten. Angela Merkel ist in diesem Punkt viel zu lasch. Zunächst hat die EU Italien u. Griechenland im Stich gelassen, dann Deutschland u. jetzt wieder die beiden erst genannten Staaten, im Moment v.a. Italien.

Die Zustände waren für die ankommenden Flüchtlinge vor Ort so katastrophal, u. Länder wie Griechenland u. Italien mit der Vielzahl der Flüchtlinge überfordert, dass viele verständlicherweise weiter durch Europa gezogen sind, u. das reichste Land, in dem sie die beste Versorgung bekommen u. die größten Chancen auf die Anerkennung eines Asylantrags haben, ist nun mal Deutschland.

@Klomb
Du würdest als Flüchtling auch wohl kaum in einem überfüllten Lager in Griechenland bleiben, in dem es kaum etwas zu essen gibt, die Zelte im Regen wegschwimmen, u. in dem die Gefahr besteht, zeitnah wieder abgeschoben zu werden. Außerdem gilt es zu berücksichtigen, dass es in der EU kein einheitliches Asylrecht gibt, d.h. die südeuropäischen Länder, Ungarn oder Polen haben viel striktere Regelungen. Weil die Familien arm sind u. sie es sich kaum leisten können, alle in ein anderes Land zu gehen u. sich auf eine sehr gefährliche, irreguläre Flucht zu begeben, haben sie sehr oft den jungen Männern in den Familien ermöglicht, nach Westen zu gehen, oft auch in der Hoffnung, ihre Familien nachholen zu können.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mystiker« (22.09.2017, 18:21)


Klomb

Meister

Beiträge: 2 284

Beruf: Wächter der Rechtgläubigkeit ;)

44

22.09.2017, 19:06

Sie sind mit der Versorgung der Flüchtlinge überfordert, die gerecht auf alle Staaten der EU verteilt werden müssten.
Welcher Tatsache will man gerecht werden? Nach Italien, Griechenland, Polen oder Ungarn will von denen kaum einer. Sie wollen auch nicht allgemein in die EU. Sie wollen nach Deutschland. Also ist das moralisch ein Problem nur von Deutschland.

Das ist eine nicht hinnehmbar europäische Regelung (Schengener Abkommen).
Nein, das Schengener Abkommen erlaubt EU-Bürgern (!) die den freien Reiseverkehr in der EU ohne Personenkontrollen an den Grenzen. Mit Flüchtlingen und Asyl hat das nichts zu tun, denn EU-Bürger sind in anderen EU-Ländern sowieso nie asylberechtigt.

Was Du vielleicht meinst ist die Richtlinie 2001/51/EG. Sie bestraft Fluglinien und Fährunternehmen dafür, Menschen ohne Visum oder Einreiseerlaubnis auf EU-Gebiet anzulanden. Deswegen müssen Asylsuchende und Flüchtlinge ihr Leben riskieren und kriminelle Schlepper finanzieren. Gegen diese Richtlinie hat übrigens die Linkspartei letzten Sommer einen Antrag im Bundestag gestellt. Gäbe es diese Richtlinie nicht, würden Asylsuchende und Flüchtlinge per Flugzeug in Deutschland ankommen, und das Problem wäre auch materiell allein bei der Bundesrepublik.

Den Staaten, die dazu nicht bereit sind, sollte man - wie Martin Schulz es will - damit drohen, in Zukunft keine EU-Hilfen mehr zu erhalten.
Ist völlig gegen jedes EU-Recht. Die anderen EU-Länder sind keine Kolonien der Bundesregierung.

Außerdem gilt es zu berücksichtigen, dass es in der EU kein einheitliches Asylrecht gibt, d.h. die südeuropäischen Länder, Ungarn oder Polen haben viel striktere Regelungen.
Nein, in der gesamten EU sind dank der Asylverfahrensrichtlinie 2013/32/EU die Regelungen ziemlich gleich. Verschieden ist lediglich, ob und wieviel Transferzahlungen Flüchtlinge, Asylanten und Asylbewerber bekommen. Da in manchen EU-Ländern fast kein Sozialsystem besteht, bekommen sie dort auch nichts.

Weil die Familien arm sind u. sie es sich kaum leisten können, alle in ein anderes Land zu gehen u. sich auf eine sehr gefährliche, irreguläre Flucht zu begeben, haben sie sehr oft den jungen Männern in den Familien ermöglicht, nach Westen zu gehen, oft auch in der Hoffnung, ihre Familien nachholen zu können.
So schlimm kann es doch nicht sein, wenn man die Alten, Kranken, Kinder und Frauen noch in Verfolgung, Krieg und Armut alleine zurücklassen kann. Die Familie von Anis Amri wollte jedenfalls nicht ihrem Sohn, der in Tunesien tatsächlich verfolgt wurde -- allerdings wegen Autodiebstahls--, nach Deutschland folgen.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Klomb« (22.09.2017, 19:19)


Mystiker

Fortgeschrittener

45

23.09.2017, 10:54

Zitat von »Mystiker«
Das ist eine nicht hinnehmbar europäische Regelung (Schengener Abkommen).
Nein, das Schengener Abkommen erlaubt EU-Bürgern (!) die den freien Reiseverkehr in der EU ohne Personenkontrollen an den Grenzen. Mit Flüchtlingen und Asyl hat das nichts zu tun, denn EU-Bürger sind in anderen EU-Ländern sowieso nie asylberechtigt.
Ich habe mich vertan u. meinte das Abkommen von Dublin, das das beinhaltet, was ich beschrieben habe, nämlich, dass das Land der EU mit Außengrenze, in dem ein Flüchtling zuerst ankommt, sich um ihn kümmern muss u. er nicht mehr weiterreisen darf (sicherer Drittstaat). Nach dieser ungerechten Regelung wären nur die Staaten, die zufällig eine EU-Außengrenze haben, für Flüchtlinge u. Asylsuchende zuständig u. z.B. nicht Deutschland, dass mitten auf dem Kontinent liegt.

https://www.tagesschau.de/inland/fluechtlinge-faq-103.html
Zitat von »Mystiker«
Den Staaten, die dazu nicht bereit sind, sollte man - wie Martin Schulz es will - damit drohen, in Zukunft keine EU-Hilfen mehr zu erhalten.
Ist völlig gegen jedes EU-Recht. Die anderen EU-Länder sind keine Kolonien der Bundesregierung.
Das ist so nicht richtig. Es gibt ein EU-Abkommen über die Verteilung von Flüchtlingen, an das sich alle EU-Staaten, auch Ungarn u. Polen zu halten haben. Es betrifft allerdings nur eine ganz kleine Zahl von Flüchtlingen. Selbst diese kleine Quote ist manchen Staaten zu viel. Ungarn müsste demnach ca. 1000 Menschen aufnehmen. Nicht einmal dazu sind sie bereit, kassieren aber hohe Förderungen aus dem EU-Topf. Das ist fehlende Solidarität.
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MaxJosef

Fortgeschrittener

Beiträge: 241

Wohnort: Bayern

Beruf: Gartenbautechniker

46

23.09.2017, 17:44

Richtig ist der Ansatz, möglichst die Fluchtursachen zu bekämpfen, damit solche weltweiten Wanderungsbewegungen erst gar nicht entstehen. In Bezug auf Afrika kann das nur heißen, die afrikanische Landwirtschaft, die größtenteils noch ziemlich archaisch betrieben wird, vor der Konkurrenz durch Produkte unserer europäischen hochsubventionierten, technisierten Landwirtschaft zu schützen. Eben weil die Landwirtschaft in Afrika noch sehr archaisch ist, setzt sie viele Menschen in Lohn und Brot. Aber wenn europäische Milch oder Hühnchenfleisch in den afrikanischen Läden billiger angeboten wird als die heimischen Produkte, dann machst du eben die dortige Landwirtschaft kaputt und löst Not und Elend und Flüchtlingsströme aus. Fairer Handel kann in Bezug auf Afrika nur heißen, die afrikanischen Binnenmärkte vor übermächtiger Konkurrenz aus den Industrieländern zu schützen, gleichzeitig den afrikanischen Produzenten Zugang zu den Weltmärkten zu ermöglichen, um in Afrika eine behutsame Entwicklung zu ermöglichen.

Hört sich gut an, oder? Nun ist es aber so, dass es hier um richtig viel Geld geht und ganz mächtige Interessengruppen und Lobbys ihre Finger im Spiel haben. Und da tut sich leider auch der gutwilligste Politiker schwer, Änderungen in der europäischen Handelspolitik zu bewirken.

Der falsche Ansatz ist, zu meinen, Deutschland könne alle Mühseligen und Beladenen dieser Erde aufnehmen, denn das überfordert auch das reiche, dichtbesiedelte Deutschland. Hier gilt halt der alte Rechtsgrundsatz: Ultra posse nemo obligatur, niemand kann verpflichtet werden, etwas zu leisten, was seine Möglichkeiten übersteigt.
Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, denen haben wir Schutz zu gewähren, solange, bis ihre Heimatländer wieder sicher sind. Aber wir haben das Recht, wissen zu wollen, wer in unser Land einreist. Wir haben das Recht, Leute, die bei uns Recht brechen, des Landes zu verweisen. Und wir haben das Recht, Zuwanderung so zu steuern, dass sie uns nicht zahlenmäßig überfordert und in der Folge Ghettos und Parallelgesellschaften entstehen, mit Menschen ohne Ausbildung und Kenntnis unserer Sprache, chancenlos auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen frohen und gesegneten (Wahl)Sonntag!

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