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corinquietum

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Beruf: Kath. Priester i.R

3 781

26.08.2017, 17:16

Lieber Gärtnerkollege Herzrosenduft!
(Meine Gärtnergehilfenprüfung im August 1953 in Ulm jährt sich zum 64. Mal!)

Dein langer Sermo ist sicher interessant und zeugt von Deiner Kirchlichkeit.
Bedenke jedoch, dass es nicht genügt, einer noch so schönen oder wertvollen Pflanze seine Zuneigung zu bekunden, man muss sie auch sach-und fachgerecht züchten. Schon kleinste Fehler bei der Düngung oder Bewässerung nimmt uns eine Pflanze übel. Medjugorje ist so eine Pflanze, die sicher einmal aus großer Zuneigung gepflanzt wurde, inzwischen aber durch sehr viele, wechselnde "Gärtner"hände auch fehlerhafte Behandlung erfahren musste. Was Wunder, dass sie nun nicht allen Betrachtern zusagt. So mancher Ast ist abgebrochen (Franziskaner, der sehr weltliche Wege ging!), andere haben zu reparieren versucht, aber vielleicht mehr Schaden, als Nutzen angerichtet!

Ich lehne nicht grundsätzlich ab, rufe aber immer wieder zur Geduld auf!

+Corinquietum
Wo immer Beifall für menschliches Machen in der Liturgie aufbricht, ist dies ein sicheres Zeichen, dass man das Wesen der Liturgie gänzlich verloren und sie durch eine Art religiös gemeinter Unterhaltung ersetzt hat." Card. J. Ratzinger

MaxJosef

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3 782

26.08.2017, 20:10

Lieber Gärtnerkollege Herzrosenduft!
(Meine Gärtnergehilfenprüfung im August 1953 in Ulm jährt sich zum 64. Mal!)



Ui, wir Gärtner kriegen hier im Forum ja allmählich die Überhand!
Schön, dass Sie sich nach Ihrer Tätigkeit als Pflanzengärtner zum Seelengärtner haben weiterbilden lassen, sehr geehrter corinquietum!

Ich nehme an, mit dem "Franziskaner, der sehr weltliche Wege ging" meinen Sie den mittlerweile laisierten Pater Tomislav Vlasic. Das ist nun eine Personalie, die auch mir einiges Kopfzerbrechen bereitet, da ich Medjugorje prinzipiell sehr positiv gegenüberstehe. Als er zu Beginn der Erscheinungen nach Medjugorje kam, war er angeblich bereits Vater eines Kindes, das er mit einer Ordensschwester gezeugt hatte. Trotzdem hatte er einige Zeit großen Einfluß in Medjugorje, gründete eine Gebetsgruppe, angeblich hat ihn die Gospa den Sehern sogar als Seelenführer empfohlen!
Ende der 80er Jahre gründete er eine geistliche Gemeinschaft von Männern und Frauen und ging mit dieser Gemeinschaft nach Italien. Auch dort soll er sich wieder eine Geliebte genommen haben, und so stand am Ende dieses sehr weltlichen Weges halt der Ordensauschluß und die Laisierung.
Ein merkwürdiger Fall, der ein wenig an den Gründer der "Legionäre Christi" erinnert, der ja auch ein geradezu sagenhaftes Doppelleben führte, was in vollem Ausmaß erst nach seinem Tod bekannt wurde.

herzrosenduft

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3 783

26.08.2017, 22:07

(Meine Gärtnergehilfenprüfung im August 1953 in Ulm jährt sich zum 64. Mal!)

Dann waren Sie ja als Priester im wahrsten Sinne des Wortes "gut geerdet"! Sicher waren Ihnen diese früheren Lebenserfahrungen später eine große Hilfe, oder?

Das ist nun eine Personalie, die auch mir einiges Kopfzerbrechen bereitet, da ich Medjugorje prinzipiell sehr positiv gegenüberstehe.

Was hat die Muttergottes mit diesem Mann zu tun? Das verstehe ich nicht.

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@ Corinquietum
Medjugorje ist eine Pflanze, die sehr gute Früchte hervorbringt. Ein guter Gärtner kann da sicher noch mehr bewirken.


Was ändert sich in Medjugorje, wenn die Erscheinungen anerkannt werden? Die Menschen, die sich bisher von der zurückhaltenden bis ablehnenden Haltung der Kirche abgehalten wurden nach Medjugorje zu pilgern, werden jetzt vielleicht doch noch aufbrechen und sich auf den Weg dorthin machen. Und sie werden sicher beschenkt zurückkommen. Es wäre doch vielleicht wünschenswert, wenn endlich das Verbot der Wallfahrten aus der Pfarrgemeinde heraus aufgehoben würde.
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Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

herzrosenduft

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3 784

26.08.2017, 22:17

Medjugorje ist so eine Pflanze, die sicher einmal aus großer Zuneigung gepflanzt wurde, inzwischen aber durch sehr viele, wechselnde "Gärtner"hände auch fehlerhafte Behandlung erfahren musste. Was Wunder, dass sie nun nicht allen Betrachtern zusagt. So mancher Ast ist abgebrochen (Franziskaner, der sehr weltliche Wege ging!), andere haben zu reparieren versucht, aber vielleicht mehr Schaden, als Nutzen angerichtet!


Petrus hatte auch seine Macken und hat sich sogar richtig was geleistet, und trotzdem ist er von Jesus zum Felsen ausersehn, auf dem die Kirche erbaut ist.
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El Dakhel

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3 785

27.08.2017, 23:55

Leute, die alles ablehnen, was sie nicht mitvollziehen können oder wollen, ihre Sichtweise für die einzig richtige halten, das mit Starrsinn verfechten und so die intellektuelle Elite der Kirche spielen wollen. Die Medjugorjepilger sind immer die Blöden, die Wundersüchtigen, Ungehorsamen
Nein, intelekturell sein reicht nicht, man muß auch weise sein um über höhere Dinge qualifiziert reden zu können. "Die Blöden" -- ist als Bezeichnung für die in Frage stehenden Leute ganz falsch. Die Blöden, das sind ja in der religiösen Umgangsbedeutung die "Einfältigen". Einfalt ist aber nichts Schlechtes, Abwertendes, sondern im Gegenteil, etwas Werthaftes. Sancta Simplicitas! Einfältige, "Blöde", sind auch ganz selten die Ungehorsamen in der Kirche. Die gehen sonntags in die Kirche, beten Rosenkranz, lesen in der Bibel, reden mit ihrem Schutzengel, stellen sich ein paar Devotionalien hin, ein bisschen was Beschauliches und Erbauliches, auch mal eine Postkarte von der Gospa darunter, oder von der "Frau aller Völker", u. dgl. Das ist doch gut. Das bin ich mit meinem schönen Kinderglauben! (bis auf die beiden letztgenannten Dinge, weil ich bin ja dazu noch durch und durch intelekturell, ich meine weise)
Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde erschaffen hat“
Ps 124,8

Klomb

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3 786

28.08.2017, 10:46

Ein Nein wäre wegen der Folgen, die damit verbunden sind, unverantwortlich. Wer in Medjugorje gewesen ist, hat oft seine ganz persönlichen Taborerlebnisse mitgebracht. Man erzähle diesen Leuten mal, dass Medjugorje Unsinn sei.
Du kennst bestimmt den Satz, daß eine gute Absicht eine schlechte Tat weder zu einer guten Tat macht noch ihre Schlechtigkeit entschuldigt (Röm 3,8 oder Veritatis splendor oder KKK 1755). Ich glaube, man kann sogar sagen, daß die allermeisten Sünden gar nicht direkt aus der Schlechtigkeit des Täters kommen, sondern daher, daß man seine Taten nur anhand der gemutmaßten guten Folgen wählt und nicht anhand der Bedeutung, die sie für die Beziehung zu Gott und zu unserem Nächsten haben. Daher kommen dann viele "Fehlgriffe des Willens": Einerseits willst Du vielleicht, daß der Glaube eines Menschen nicht erschüttert wird (nebenbei: Im Gegensatz zu Protestanten dürfen Katholiken den Glauben von Mitchristen erschüttern, nämlich dann, wenn es ein Irrglaube ist und sie dazu berufen sind!). Andererseits wird das, was als Glaubensinhalt verkündet wird, nicht mehr als Frucht der Beziehung zu Gott behandelt, sondern bloß als Instrument, um jemanden nicht in seinem (Irr-)Glauben zu erschüttern. Das ist sehr schlecht.


Man bedenke, was es bedeuten würde, wenn man Medjugorje anerkennt:

Die Franziskaner in Medjugorje, die soviel unter übler Nachrede und bösen Unterstellungen zu leiden hatten, würden rehabilitiert. Und alle, die gegen Medjugorje gekämpft haben, wären schwer gedemütigt und beschämt, einschließlich des Bischofs von Mostar, der so gegen Medjugorje zu Feld gezogen ist.
Die Absicht, jemanden schwer zu beschämen und zu demütigen ist nie gut, umso mehr, wenn es einen Bischof trifft, der die Obliegenheiten seines Dienstes erfüllen will.


Das Problem mit Medjugorje haben nicht diejenigen, die nach Medjugorje pilgern, sondern die, die Medjugorje und die Gottesmutter nicht wollen. Ja... sie wollen einfach nur nicht!
Angenommen, Dir will jemand gemahlenen Bauschutt als Dünger aufschwatzen, da richtiges Düngen doch so wichtig ist. Du erkennst dann bei der Prüfung der Ware, daß er offensichtlich gar kein Dünger anbiete, sondern Bauschutt, Abfall, dessen Zusammensetzung Du nicht kennst und der vielleicht sogar Schadstoffe enthält. Du willst dieses Material also nicht kaufen. Dann entgegnet der Verkäufer, daß Du ja gar nicht richtig düngen wollest und daß Du deswegen ein schlechter Gärtner seist.
Würde Dich dieses Wort des Verkäufers überzeugen, daß Du nun gemahlenen Bauschutt kaufst und in die Erde einarbeitest?


Wenn Medjugorje von Gott kommt - und davon bin ich persönlich überzeugt - dann wird Gott auch dafür sorgen, dass Medjugorje anerkannt wird.
Ja, das kann man so stehenlassen. So ähnlich ja auch Gamaliel weise zugunsten der Apostel argumentiert (Apg. 5,38-39). Aber man muß beide Enden bedenken, also auch: "Ist es nicht von Gott, dann wird es untergehen." Weise ist man, wenn man für beide Möglichkeiten vorbereitet ist.

Dammerl

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3 787

28.08.2017, 11:02

Warum soll es nötig sein, sich ständig als "Opfer" (von wem?) artikulieren und fühlen zu müssen, wenn man für Medjugorje ist und einige Bedenken ertragen muss? Ist das nicht eine Flucht in den Trotz, getrieben von (auch geistigen) Stolz? Eine der Kardinaltugenden heißt Mäßigung, und diese soll für alle gelten, die sich mit Medjugorje beschäftigen, Befürworter, wie Gegner, wobei ich mich in keine dieser "entweder-oder- Kategorien" einordnen will.

Man kann doch erkennen, welch geistiger Kampf hier tobt, vom Fürsten der Welt angefacht.
Der Widersacher war nach Lourdes und Fatima auf der Hut, solche Niederlagen wollte er nicht mehr ertragen müssen. Als sich dann in Medjugorje die Gottesmutter zeigte, stürzte er sich sofort auf die Menschen im Umfeld der Erscheinung, um Zweifel, Sünde und Zwietracht zu säen. So wollte er im Keim eine weitere Niederlage durch die Gottesmutter ersticken. Doch in seinem Hass erkannte er den ganz anderen Plan Gottes nicht, der ihn noch viel mehr demütigen wird: Während die Gottesmutter sich im Gehorsam zu Gott seinen Angriffen aussetzte, seinen Hass auf sich zog, wuchs von ihm unbemerkt eine weitaus mächtigere geistige Bewegung:
Die Barmherzigkeit Gottes bricht sich Bahn, hunderttausende von Menschen erkennen, dass sie zuerst von Gott geliebt sind und kehren um, zeigen Reue, gehen zur Beichte. Hunderttausend von jungen Menschen finden zu Gott, indem sie den Hl. Geist in der Gemeinschaft spüren, indem sie von seiner Liebe durchdrungen werden und dadurch einige ihre Berufung erkennen. Und in diesem ganz anderen Sinn, weniger durch große wirkmächtige Erscheinungen und theologisch ausgereiften Botschaften, führt die Gottesmutter wieder Menschen zu ihrem Sohn, indem sie den Zorn des Widersachers auf sich zieht und so die schwachen und wunderskeptischen europäischen Seelen schützt, damit diese ungehindert die Liebe Gottes erfahren können.

Machen wir Kinder Gottes den Plan unseres Vaters nicht dadurch schwächer, indem wir uns eifersüchtig an die Botschaften der Gottesmutter in Medjugorje klammern, zu sehr will der Widersacher diese schon gegen die Menschen verwenden, indem deren Einheit zerstört werden soll. Wir müssen unsere Mutter nicht verteidigen, sie weiß, dass ihre Kinder sie lieben, auch in Medjugorje und auch ohne ihre Wunder und Botschaften. Die Skeptiker jedoch dürfen Gottes Plan stärken, indem sie die Früchte der Barmherzigkeit Gottes sehen, sie selbst annehmen und niemanden vorenthalten wollen.

Denn der Widersacher hat erkannt, dass er wieder einmal verloren hat. Deshalb setzt er nun alles daran aus Medjugorje einen Spaltungsgrund seiner verhassten Kirche und deren Glieder zu machen, damit die einen einmal nicht mehr hingehen und dagegen hetzen, weil die Erscheinung nicht anerkannt wurde, oder die anderen nicht mehr hingehen und hetzen, weil die Erscheinung anerkannt wurde.
Ich will jedoch meine Beweggründe nicht verbergen: Weil Gottes Plan ein anderer ist und weil der Widersacher sich dem Umfeld der Erscheinungen bereits hasserfüllt annahm, wäre es mein Wunsch die Erscheinungen und Botschaften nicht anzuerkennen.
In Medjugorje entstand eine Quelle von Gottes Barmherzigkeit, weniger ein Marienwallfahrtsort, dies ist meine Meinung.
Natürlich werde ich mich aber der Entscheidung meiner Kirche einmal unterordnen, denn sie ist in ihrer Gesamtheit als Gnadenkanal Gottes weit mehr in der Erkenntnis des Hl. Geistes, als ich armer Sünder.

Servus, pax Christi in regno Christi
Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde.
https://emmauspilger.wordpress.com/

El Dakhel

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3 788

28.08.2017, 11:20

@Klomb

Dumme rennen, kluge warten*, Weise gehen in den Garten**. (Tahore)

*) auf die "endgültige" Entscheidung ;)


**)
<---


Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde erschaffen hat“
Ps 124,8

Klomb

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3 789

28.08.2017, 11:22

die ihr euch in eure Ablehnung gegen Medjugorje verrannt habt
Denke mal, man sollte frühzeitig sagen, was man mit dieser Metonymie wirklich meint. Die Stadt in der Herzegowina? Die Gebetsstätte? Ein Ziel für "Wallfahrten"? Die Gebräuche und die Spiritualität, die man auch woanders leben kann (oder auch nicht)? Das, was die SeherInnen behaupten oder über sich glauben lassen? Die Botschaften? Die Suchintention der Medjugorjereisenden? Deren Glaube von den Bedeutungen und den Beziehungen zwischen dem Dreieinigen Gott, Maria, Klerus und ihnen selber?

Sind alles sehr verschiedene Sachen. Wenn man eine Unterscheidung der Geister betreiben will, ist es sehr hilfreich, sich der verschiedenen Komponenten bewußt zu werden. Ich bin ziemlich sicher, daß El Dakhel nicht der Einebnung einer Kleinstadt in der Herzegowina das Wort redet. :D

Die Medjugorjepilger sind immer die Blöden, die Wundersüchtigen, Ungehorsamen, die nicht bereit sind, sich dem kirchlichen Urteil zu unterstellen,
Klingt nach einem Todschlagargument. Es ist nicht falsch, Wundersucht und Ungehorsam beim Namen zu nennen. Interessant ist vielmehr, ob wundersucht vorliegt und was der Gläubige mit ihr bei sich betäubt.

El Dakhel

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3 790

28.08.2017, 11:41

Ich bin ziemlich sicher, daß El Dakhel nicht der Einebnung einer Kleinstadt in der Herzegowina das Wort redet. :D
Aber Hallo, das gibt viel gemahlenen Bauschutt, den fülle ich in Säckchen und verkaufe ihn für destillierten Bockmist. Du weißt doch, die Schlauen leben von den Dummen. :D
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El Dakhel

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3 791

29.08.2017, 12:18

Nicht Einheit um jeden Preis!

Aus Liebe zum Glauben und aus Liebe zur Kirche und zur Schöpfung will man doch deren wahres Antlitz gegen alle Verzerrungen wiederherstellen, und muss man den anderen in ihrem Glauben zurechthelfen, auch mit Bestimmtheit und scharfen Worten, sogar mit subversiven Methoden, wenn man feststellt dass gegenüber taube Ohren sind und man dort in eine andere Welt entrückt zu sein scheint. Erst recht den viele Außenstehenden zuliebe, die ganz vom Glauben abgeschreckt werden. An diejenigen, die durch sie vom Glauben abgeschreckt werden, nicht nur an die, die durch uns vom Glauben abgeschreckt werden, sollte gedacht werden bei der Früchte-Bilanzierung. Überhaupt kann es der Sinn ja nicht sein, dass in den -- aus der Perspektive der Anhänger -- Glaubens-Wüstungen Deutschlands und Österreichs die Beichtstühle leer stehen oder die Beichtväter vergebens warten, weil die Beichtfreudigen in eine entlegene Beichtoase fahren und andere dann von den neidischen Pfarrern zuhause sprechen. Bitte, alle die sich an ihren Glaubensoasen freuen und diese kultivieren, während sie -- man muss es so sagen: an der Suggestion des Verfalls der deutschen Kirche arbeiten, und diesen Verfall im besten Falle noch glossieren -- selber verantwortlich dafür sind, wenn die schlechtzufriedenen Pfarrer zuhause keine oder zuwenige sie auch in ihrem eigenen Glauben stärkenden Erfahrungen im Beichtstuhl machen können. Es ist eine große Erfahrung für den Priester, wenn er die Lossprechung erteilen darf und spürt wie in dem Moment jemand von den Toten erweckt wird. Ich sehe ein großes Problem in der Bildung von Glaubensoasen. Es bedingt auch so ein unschönes manichäisches Schwarz-Weiß-Denken: hier nur weglose Wüste und Traurigkeit, dort das Mekka des Glaubens, die blühende Zukunft. Da kann ich nur trocken mit Nietzsche sagen: wo Oasen sind, da ist auch Götzenanbetung. Redet also die Wüsten nicht so schlecht. Und die guten Früchte... wessen Früchte sind es denn? Es wird gar kein Unterschied gemacht. Früchte kann man sich auch (von anderen) erschleichen. Klomb hat das oft angemahnt in seinen Beiträgen: der Bedeutungshorizont, der diesem Wort "Medjugorje" anhaftet, ist ganz enorm. Falsch sind auf jeden Fall faule Kompromisse, in der Art: "Es gibt da ja auch gute Früchte, jedenfalls kenne ich Leute, die mal in M. waren und gute Früchte gebracht haben, also lassen wir sie doch machen" Nicht Einheit um jeden Preis!

"Man kann doch erkennen, welch geistiger Kampf hier tobt, vom Fürsten der Welt angefacht."

Kann ja sein, dass der Fürst der Welt ein bisschen das Feuer schürt unterm Kessel, soll das nicht auch so sein, darf er das nicht auch? Gott hat ihm doch erlaubt, dass er uns sieben darf. Und wir sind dabei aufgefordert den Kampf, der ein Geisteskampf ist, anzunehmen! Kämpfe den guten Kampf des Glaubens. (1 Tim 6,12) Leide mit mir als guter Soldat Christi Jesu. (2 Tim 2,3) Man muss deshalb natürlich nicht den Bogen überspannen. Eine gesunde Mitte finden zwischen der "eunuchenhaften Neutralität" der Milchsuppenseelen, die alles schlucken um des lieben Friedens willen, und dem Eifer des Taliban wäre gut. Des Menschen Leben ist ein Kampf, hat Hiob gesagt. Das stimmt wohl auch (man muss ja deswegen noch kein Buch schreiben). Erasmus von Rotterdam hat ein Buch darüber geschrieben, Enchiridion militis christiani, und der war beileibe kein Betonkopf.

PS: Ich bin jedenfalls ein Hitzkopf, etwas sehr leidenschaftlich im Kampf, ich hoffe aber kein Betonkopf.
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Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »El Dakhel« (29.08.2017, 12:32)


Dammerl

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3 792

29.08.2017, 15:32

Das Reich Gottes scheint für manche Gläubige eine moralistische und ideologisch rein menschliche Veranstaltung zu sein. Darin "fühlen" sich Pfarrer vernachlässigt, weil woanders gebeichtet wird, da mögen Bekehrungen und Berufungen geschehen, geistige Gemeinschaften in Liebe zum Papst und Maria entstehen, aber sie haben nicht den amtlichen Genehmigungsstempel der rechtgläubigen Aschehüter und sind somit von Gott abzulehnen.
Man kann tatsächlich die Maßlosigkeit der Befürworter und Gegner erkennen. Die einen sind und machen sich zu Opfer, die anderen wollen Gott nur in ihrem Rahmen zulassen. Beides zeigt mir, dass Medjugorje eine zugelassene Prüfung Gottes für seine Kinder ist. Vertrauen sie ihm? Oder bauen sie ihr eigenes Reich Gottes, in dem sie sich nicht mit Gottes Hilfe um die Unterscheidung der Geister bemühen müssen.

Es gibt Früchte, Bekehrungen und Berufungen. Wer das ignoriert, hat eine andere Agenda.
Es gibt zweifelhafte angeblich von der Gottesmutter stammende Botschaften. Wer das ignoriert, redet sich nur etwas schön.
Wir leben schon längst in Glaubensoasen, achten wir aber darauf, dass die Quelle nicht faul wird, wie wir es sind.
Fruchtbare Glaubensoasen in Glaubenswüsten sind wieder allein die Zukunft für Christen, wie schon einmal, ganz abgesehen von Medjugorje.

Ich kann Herrn Monsignore verstehen, wenn er sich zu diesem Thema nicht mehr äußert.

Da wird keine Einheit um jeden Preis gefordert, obwohl diese in Christus doch überhaupt nichts kostet.


Servus
Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde.
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El Dakhel

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3 793

29.08.2017, 16:19

Das Reich Gottes scheint für manche Gläubige eine moralistische und ideologisch rein menschliche Veranstaltung zu sein.
Es gibt Früchte, Bekehrungen und Berufungen. Wer das ignoriert, hat eine andere Agenda.
Es gibt zweifelhafte angeblich von der Gottesmutter stammende Botschaften. Wer das ignoriert, redet sich nur etwas schön.
Es gibt gute Früchte. Es gibt faule Früchte. Das bringt mich auch nicht weiter.

Soll daraus jetzt eine "zentristische" Position, verbindlich für alle Christen, abgeleitet werden. Das wäre natürlich total unideologisch. ;) Das man nicht abwägen, unterscheiden soll, habe ich auch nicht gesagt. Dann habe ich ein wenig juste milieu gefordert, kein Brinkmanship.
Fruchtbare Glaubensoasen in Glaubenswüsten sind wieder allein die Zukunft für Christen, wie schon einmal, ganz abgesehen von Medjugorje.
Wie ich erwähnte, das führt die Gefahr mit sich, das sich ein Sektenhabitus bildet, wie bei FSSPX und ein geschmäcklerischer Geist. Ich gehe lieber dorthin zur Kirche, wo ich eingepfarrt bin, wo der liebe Gott mich hingesetzt hat, und wo er mich haben will zum Zeugnisgeben. Nicht 50 km weit entfernt, wo es vielleicht andächtiger ist. Also kann ich dieser Agenda nicht zustimmen.

Da wird keine Einheit um jeden Preis gefordert, obwohl diese in Christus doch überhaupt nichts kostet.
Aber Zwietracht kostet was!

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Nachtrag: Ich habe mit meinem vorletzten Beitrag übrigens nichts gegen Gnadenorte gesagt. Dann hätte man mich total missverstanden! Gnadenorte sind natürlich wunderbar und wervoll für alle Christen.
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Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »El Dakhel« (29.08.2017, 17:28)


herzrosenduft

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3 794

29.10.2017, 11:09

Anerkannt!

Was machen die Millionen Pilger, die jährlich nach Medjugorje kommen?

Sie bekehren sich - von der Kirche anerkannt
sie beten den Rosenkranz - von der Kirche anerkannt
sie gehen sehr häufig zur heiligen Messe - von der Kirche anerkannt
sie beten häufig den Kreuzweg - von der Kirche anerkannt
sie pflegen die eucharistische Anbetung - von der Kirche anerkannt
sie gehen regelmäßig zur Beichte - von der Kirche anerkannt
sie gehen häufig zur heiligen Kommunion, und zwar nach den Richtlinien der Kirche und im Stande der Gnade - von der Kirche anerkannt
sie bekennen ihren Glauben im Alltag - von der Kirche anerkannt
sie bilden zuhause Gebetsgruppen - von der Kirche anerkannt
sie bringen Priester- und Ordensberufungen hervor - von der Kirche anerkannt

"Der einzige Fehler, den man mit Medjugorje machen kann, ist, dass man daran vorbeigeht." (Hans Urs von Baltasar)
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