18.12.2017, 21:32 UTC+1

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

herzrosenduft

Erleuchteter

Beiträge: 5 866

Wohnort: Deutschland

Beruf: Gärtner

361

02.10.2010, 14:14

Viele Menschen können sich einfach nicht vorstellen, dass man den Zölibat wirklich leben kann. Sie gehen dabei von ihren eigenen Erfahrungen aus. Aber dass Priester den Zölibat wirklich leben, beweist die Heiligenlegende von der Heiligen Afra, die ich im übrigen für war halte. Warum? ...Das erzähle ich hinterher. Hier die Legende:

Die hl. Afra ist heute im Raum Augsburg sehr verehrt. Sie war eine echte Dirne in einem Freudenhaus. Einmal kam ein jüngerer Bischof mit seinem Gefährten in dieses Haus in der Absicht auf seiner Reise hier zu übernachten. Dabei kam es zu einer Begegnung mit Afra. Aber dieser Bischof war ganz anders als die anderen Männer. Er wollte von ihr als Frau nichts. Stattdessen erzählte er ihr von Jesus. Daraufhin bekehrte sich Afra, wollte in dem Freudenhaus nicht mehr sein und wurde deshalb von ihren eigenen Leuten auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Soweit die Legende. Vielleicht kennt sie jemand genauer als ich.

Solche modernen Männer wie diesen Bischof gibt es auch heute noch. Ich habe in meinem Bekanntenkreis einen Mann, der aus tiefster Überzeugung Christ ist und der wohl auch konsequent danach lebt. Von ihm weiß ich, dass er auf seinem Arbeitsplatz mit Leuten zu tun hatte, die abgestürzt waren. Darunter war auch ein Mädchen von ca. 20 Jahren, die nach der Arbeit in einer Bar arbeitete. Sie hatte dauernd Männerbesuch und die Männer auf der Arbeit waren wohl auch allermeist bei ihr gewesen. Aber dieser, mein Bekannter, war eben nicht zu ihr gegangen. Irgendwann haben die anderen ihn zur Rede gestellt und gefragt, ob er schwul sei? Natürlich war er das nicht! Er war einfach nur konsequent Christ. Und das konnten die anderen einfach nicht verstehen.

Was will ich mit diesen beiden Geschichten sagen?
Man kann den Zölibat durchaus konsequent leben und auch glücklich dabei sein. Es sind einfach nicht alle Menschen gleich in dieser Beziehung. Alle Menschen haben verschiedene Talente mitbekommen. Und Priester haben offensichtlich ein besonderes Talent von Gott erhalten.
_______________________________________________________________________________________

Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

herzrosenduft

Erleuchteter

Beiträge: 5 866

Wohnort: Deutschland

Beruf: Gärtner

362

27.01.2011, 12:43

Ich habe eine sehr große Hochachtung vor Priestern, Ordensleuten und Laien, die aus Liebe zu Gott auf die Ehe verzichten und zölibatär leben. Unter zölibatär leben verstehe ich, dass sie die Geschlechtlichkeit bewusst gering achten und zurückstellen, um auch sie nicht Gott vorzuziehen. Wer bewusst zölibatär leben will, der will auch Gott bis in die letzten Konsequenzen gefallen und nachfolgen. Denn ein zölibatär lebender Mensch befolgt das erste und wichtigste Gebot konsequent:

Man soll, so ist das erste Gebot, Gott mit all seinen Kräften und über alles lieben. Für viele Menschen ist es ein besonderes Zeichen der Glaubwürdigkeit, wenn Christen um des Herrn willen die Geschlechtlichkeit zurückstellen und Gott auch höher stellen als diesen Trieb. Solch konsequentes Christsein wirkt ansteckend, es ist faszinierend und kann nur gelebt werden, wenn der/die Betreffende auch "die höchsten Stufen des Glaubens" erreicht hat.

Manche Zeitgenossen stoßen sich gerade an diesem Zölibat, weil sie sich selber dadurch in Frage gestellt sehen. Sie müssen sich fragen: ...und was tue ich für Gott? Da ist das Zölibat ein starker Hinweis darauf Gott zu beachten und das Leben nach IHM auszurichten. ...aber das wollen viele nicht, und wie gerne möchten sie deshalb das Zölibat abschaffen.
_______________________________________________________________________________________

Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

herzrosenduft

Erleuchteter

Beiträge: 5 866

Wohnort: Deutschland

Beruf: Gärtner

363

16.02.2011, 22:04

Chef der Kleruskongregation verteidigt Zölibat

_______________________________________________________________________________________

Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

herzrosenduft

Erleuchteter

Beiträge: 5 866

Wohnort: Deutschland

Beruf: Gärtner

364

17.02.2011, 09:26

Rundschreiben Papst Pauls VI. über den priesterlichen Zölibat

_______________________________________________________________________________________

Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

herzrosenduft

Erleuchteter

Beiträge: 5 866

Wohnort: Deutschland

Beruf: Gärtner

365

23.02.2011, 11:56

Predigt des Programmdirektors von Radio Horeb zum Thema "Zölibat"

"...Sexualität ist nicht ein Letztwert

Deshalb geht es gar nicht so sehr darum, den vom Zwangszölibat geknechteten Priester zu befreien, sondern man möchte sich diesen „Stachel im Fleisch“ ziehen. Aus vielen Umfragen wissen wir, dass die Sexualität für viele Menschen ein Höchstwert, ein Letztwert ist. Da muss man vom Evangelium her sagen: Das stimmt nicht. Der letzte Wert ist das Reich Gottes. Ein letzter Wert ist die Nachfolge des Herrn, das Ja zu seinem Willen. Ein letzter Wert ist das, was in der Ewigkeit auf uns zukommt, die ewige Seligkeit.

Von daher relativieren sich auch Ehe und Familie. Christus hat sich die Freiheit herausgenommen, Simon Petrus aus seiner Ehe herauszurufen. Er war verheiratet. Petrus sagt: „Du weißt, wir haben alles verlassen“. Das heißt, auch Ehe und Familie. Ob er Kinder hatte, wissen wir nicht. „Was werden wir dafür bekommen?“ „Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen“ (Mk 10,29).

Christus sagt ausdrücklich: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig“ (Mt 10,37). Es geht um eine völlige Vorordnung der Liebe zu Gott vor jedem anderen Wert, so groß er auch sein mag. Gott sei Dank ist die Zeit vorbei, in der wir Ehe und Sexualität schlecht geredet haben in der Kirche. Das hat es phasenweise auch gegeben. Aber das ändert nichts daran, dass das Reich Gottes der erste Wert ist und dass ihm nichts anderes vorgezogen werden darf.

Vielleicht sollten wir vor diesem Hintergrund das erste Gebot meditieren: „Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte“, heißt es dort. Es ist eine Verpflichtung in der einen oder anderen Weise. „Du sollst sie auf dein Herz schreiben“, wie mit einem Diamantgriffel auf die Innenseite deines Herzens eingravieren. „Du sollst sie deinen Söhnen wiederholen.“ Weil das so wichtig ist, sollst nicht nur du das so leben, sondern es auch deinen Söhnen weitergeben. Unser ganzes Leben soll davon geprägt sein.

Der dänische Religionsphilosoph Søren Kierkegaard hat einmal gesagt: „Niemand wird so sehr gehasst wie jemand, der anders lebt, der sich nicht in dem Bereich aufhält, wo andere Menschen sich natürlicherweise aufhalten.“ Da ist schon etwas dran.

Der Zölibat ist für viele eine Infragestellung ihrer Werte, ihrer Hierarchien in den Werten. Was für sie ein Letztwert ist, ist es für den Priester nicht. Es gibt etwas Größeres und darauf ist die zölibatäre Lebensweise ein Hinweis, ein Zeichen. Ein Zeichen, das verstanden und gelebt werden soll, aber natürlich auch ein Zeichen, dem widersprochen wird.

Papst Johannes XXIII., der große Konzilspapst, hat einmal gesagt: „Ich könnte den Zölibat streichen. Ich habe die Macht dazu.“ Er war der Papst. Und der Zölibat ist kein göttliches Gebot. Die Kirche unterscheidet zwischen göttlichen Geboten und Geboten der Kirche. Göttliche Gebote kann niemand außer Kraft setzen – auch der Papst nicht.

Was Christus angeordnet hat, ist für die Kirche verbindlich. Wir stehen unter dem Wort. Das müsste man vielleicht auch unseren evangelischen Geschwistern noch deutlicher sagen, die oft meinen, der Papst hätte eine unumschränkte Vollmacht. Das ist nicht richtig.

Es handelt sich hier um einen Rat des Herrn, keine göttliche Anordnung. Insofern kann der Papst die Verpflichtung zum Zölibat mit einem Federstrich beseitigen. Nachdenklich fügte Papst Johannes XXIII. nach einer längeren Pause hinzu: „Ich kann es nicht.“ Offensichtlich darf er es nicht, weil er es irgendwie spürt, dass es vom Herrn so gewollt ist, wie es ist. Amen."

aus: http://www.kath.net/detail.php?id=30263
_______________________________________________________________________________________

Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

herzrosenduft

Erleuchteter

Beiträge: 5 866

Wohnort: Deutschland

Beruf: Gärtner

366

03.03.2011, 17:22

Die Lehre über den Priesterzölibat...

_______________________________________________________________________________________

Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

367

07.03.2011, 13:36

was ich fast schon witzig an der Zölibatsdebatte finde ist folgendes:

Einerseits preisen die Befürworter der Verheirateten Priester (als Norm) die Ehe über den grünen Klee, andererseits geben die gleichen Leute zu dass die Ehe massiv unter Beschuß steht, indem sie die Gleichstellung wiederverheirateter Geschiedener und Schwuler mit der klassischen Ehe fordern.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Ester« (07.03.2011, 13:50)


Frosch

Schüler

Beiträge: 103

Wohnort: Bayern

368

07.03.2011, 15:07

...
Einerseits preisen die Befürworter der Verheirateten Priester (als Norm) die Ehe über den grünen Klee, andererseits geben die gleichen Leute zu dass die Ehe massiv unter Beschuß steht, indem sie die Gleichstellung wiederverheirateter Geschiedener und Schwuler mit der klassischen Ehe fordern.

Ich stimme Dir zu.
Ausserdem weiss jeder, der selbst verheiratet ist, dass eine Ehe auch bei bestem Willen der Beteiligten oft ein Auf und Ab durchläuft. Wenn ich mir vorstelle, dass ein Priester, dessen Lebenswandel ja naturgemäß einer sehr genauen und strengen Beobachtung durch die Gemeinde unterliegt, im Falle einer Ehekrise (evtl. sogar Scheidung!) Hochzeiten feierlich und glaubhaft durchführen soll ("was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen") ...
Weiters könnten z.B. junge Priester durchaus zum Schwarmobjekt des jungen, weiblichen Gemeindeteils werden (Eifersüchteleien, Gerüchte, etc.): eine bizarre Vorstellung.
Was kommt als nächstes? Das Sakrament der Scheidung? Herzblatt im Beichtstuhl? Christopher Street Day auf dem Friedhof?

Zitat von »Damasus«


Daß in Europa die Berufungen fehlen, wen wundert´s -bei dem Glaubensverfall auf breiter Basis ( s.o.), der aber nicht das Geringste mit dem Zölibat zu tun hat- oder wollen Sie allen Ernstes behaupten, bei den protestantischen Glaubensgemeinschaften blühe und gedeihe das Gemeindeleben und die Gläubigen strömten massenhaft herbei? Wohl nicht.

Vollkommen richtig.
Das christliche Leben und die Kirche möglichst der Lifestyle-Nachfrage anpassen zu wollen, ist jedenfalls die falsche Lösung. Die Leute, die sich in Umfragen, etc. gegen den Zölibat aussprechen, sind m.E. grösstenteils sowieso für die Kirche verloren.

herzrosenduft

Erleuchteter

Beiträge: 5 866

Wohnort: Deutschland

Beruf: Gärtner

369

07.03.2011, 17:31

Sicher gibt es Schwierigkeiten mit dem Zölibat; aber gibt es nicht mehr Schwierigkeiten ohne den Zölibat?
_______________________________________________________________________________________

Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

herzrosenduft

Erleuchteter

Beiträge: 5 866

Wohnort: Deutschland

Beruf: Gärtner

370

07.03.2011, 17:41

Man muss aufpassen, denke ich, dass diejenigen, die sich gegen den Zölibat aussprechen, nicht einfach nur darauf aus sind, der Kirche zu schaden. Wer wirklich der Kirche wohlgesonnen ist, der verschärft in der gegenwärtigen Krise nicht noch den Sturm.

...und abgesehen davon: Wichtige Entscheidungen, wie etwa den über den Zölbat, sollte man nicht dann treffen, wenn sowieso alles drunter und drüber geht, sondern in Zeiten, wo man ruhig und sachlich die Angelegenheit erörtern kann. Zu schnell sind sonst folgenschwere Fehlentscheidungen getroffen...!

Es gibt welche, die sind einfach nur auf Umsturz aus...!
_______________________________________________________________________________________

Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

371

07.03.2011, 22:33

Zum Rosenmontag ein Plädoyer für den Zölibat vom bergischen Jung ;)

http://www.domradio.de/videothek/6005

JosefMaria

Schüler

Beiträge: 128

Wohnort: Potsdam

372

08.10.2013, 23:01

Wenn ich irgendwann zu viele alten Themen hochhole, sagt mir einfach bescheid :D

Nachdem ich früher so völlig anders als zölibatär gelebt habe, ist mit den Jahren oder gerade auch durch meine eigene Erfahrung ein großes Verständnis für diese Lebensform aufgekommen. Seit ungefähr 1,5 Jahren habe ich in dieser Lebensform doch angenähert.

Für mich habe ich ganz interessante Einsichten gewonnen und kann in dieser Lebensform eine Bereicherung sehen.

1. War ich in meiner Vergangenheit zwar schon immer recht nachdenklich, trotzdem den Freuden des Lebens auch im sexuellen Bereich nicht abgeneigt. Allerdings kam ich irgendwann an Konfliktpunkte: Sexualität ohne einen liebenden Rahmen befriedigt sicher den Leib und auch die Lust, bleibt letztlich aber ein leerer Akt, der vor allem eine Kurzlebigkeit hinterlässt. Ohne einen liebenden und verantwortungsvollen Rahmen verkommt die Sexualität häufig zu einem wechselseitigen Egoismus. Wenn man beginnt, den Menschen als etwas mit besonderer Würde zu sehen, wird es schwierig, einen solchen Umgang zu pflegen. Mit den Jahren habe ich selbst erfahren, dass ein wirklich intensives Gespräch mehr Sinnlichkeit und Tiefe als jede Sexualität haben kann.

2. Die Antwort auf dieses Problem wäre eine solide Beziehung, Partnerschaft oder Ehe. Diese Verbindungen erfordern eine Verantwortung und Priorität, die auf den Partner gerichtet ist. Meine Stärke ist, dass ich häufig und im Grunde immer wenn es notwendig ist, für andere Menschen da sein wollte. Das ergab sich für mich aus der besonderen Wertschätzung und meinem Willen, Menschen in schwierigen Situationen helfen zu müssen. Das erfordert eine ständige Verfügbarkeit oder zumindest eine weitgehend ständige Verfügbarkeit. Diese ist in einer Partnerschaft nicht gegeben. Ich habe mich immer merkwürdig gefühlt, wenn ich mich um der Hilfe für Andere wegen nicht auf eine Beziehung einlassen wollte, denn ich fühlte, dass ich gegenüber *einem* Menschen keine Priorität bieten kann, wenn ich gleichzeitig für *alle* Menschen da sein will. Im Grunde habe ich mich dabei wie ein merkwürdiger Kautz gefühlt, dass ich auf eine menschliche Bindung verzichtet habe, weil ich mich allen Menschen verpflichtet fühlte. Erst als ich mich mit dem Zölibat näher befasst habe, entdeckte ich Ähnlichkeiten in diesem Ansatz zu einer Heirat, die der Priester mit der Kirche vollzieht, die Kirche als die Gesamtheit der Gläubigen.

3. Sexualität ist ein anderes Bedürfnis als Essen. Je weniger ich esse, desto größer wird der Hunger. Bei Sexualität entdecke ich genau das Gegenteil: je mehr man sich rauszieht, desto geringer wird auch das Verlangen. Den umgekehrten Fall konnte ich auch früher bei mir selbst und später auch bei anderen Menschen entdecken: je mehr man Sexualität lebt, desto gesteigerter wird das Verlangen, bis es Menschen in die Leerheit und "seelenlose Funktionalität" treibt und ihn immer weiter von der Wahrnehmung des Gegenüber in Würde und Geist entfernt.

Gruss & Gute Nacht :)

herzrosenduft

Erleuchteter

Beiträge: 5 866

Wohnort: Deutschland

Beruf: Gärtner

373

26.11.2017, 19:52

Ich habe eine sehr große Hochachtung vor Priestern, Ordensleuten und Laien, die aus Liebe zu Gott auf die Ehe verzichten und zölibatär leben. Unter zölibatär leben verstehe ich, dass sie die Geschlechtlichkeit bewusst gering achten und zurückstellen, um auch sie nicht Gott vorzuziehen. Wer bewusst zölibatär leben will, der will auch Gott bis in die letzten Konsequenzen gefallen und nachfolgen. Denn ein zölibatär lebender Mensch befolgt das erste und wichtigste Gebot konsequent: Man soll, so ist das erste Gebot, Gott mit all seinen Kräften und über alles lieben. Für viele Menschen ist es ein besonderes Zeichen der Glaubwürdigkeit, wenn Christen um des Herrn willen die Geschlechtlichkeit zurückstellen und Gott auch höher stellen als diesen Trieb. Solch konsequentes Christsein wirkt ansteckend, es ist faszinierend und kann nur gelebt werden, wenn der/die Betreffende auch "die höchsten Stufen des Glaubens" erreicht hat. Manche Zeitgenossen stoßen sich gerade an diesem Zölibat, weil sie sich selber dadurch in Frage gestellt sehen. Sie müssen sich fragen: ...und was tue ich für Gott? Da ist das Zölibat ein starker Hinweis darauf Gott zu beachten und das Leben nach IHM auszurichten. Man muss es wohl ein Leben lang gelernt haben.
_______________________________________________________________________________________

Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

Thema bewerten