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rolly

Anfänger

Beiträge: 10

Wohnort: Allgäu

1

08.10.2003, 20:24

Adam und Eva und dann...inzucht????

Grüß Gott,
alle miteinander,


Ich lese schon eine Zeit lang hier im Forum mit finde die Thread`s wicklich sehr gut. :P :P
Nachdem meine Anmeldung doch noch geklappt hat möchte ich gleich mit einer heissen Frage beginnen.
Ich stelle die Frage weil ich selber in diversen Glauben`s Diskusionen schon damit konfrontiert worden bin und keine richtige Antwort darauf geben konnte.
Vor allem Kinder bzw. Jugendliche kommen auf dieses Thema meiner Erfahrung nach gerne zu Sprechen.
Allso es geht um folgendes:

Laut Schöpfungsbericht schuf GOTT Adam und Eva nach seinem Ebenbild. Adam und Eva hatten erst einmal 2 Kinder, Kain und Abel. Soweit so gut, daraus folg logischer Weise das irgendwann Kinder von Adam und Eva miteinander Kinder gezeugt haben müssen, da es ja sonst keine Menschen gab. So sind wir schon bei der Inzucht Geschite.
Anderer seit`s hält die Bibel die Ver. Adam und Eva erster Mensch gerade einmal bis ins 4 Kapitel durch. Da heißt es nämlich

14Siehe, du treibst mich heute vom Acker, und ich muß mich vor deinem Angesicht verbergen und muß unstet und flüchtig sein auf Erden. So wird mir's gehen, daß mich totschlägt, wer mich findet. 15Aber der HERR sprach zu ihm: Nein, sondern wer Kain totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden. Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, daß ihn niemand erschlüge, der ihn fände. 16So ging Kain hinweg von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseits von Eden, gegen Osten.

Wer sollte Kain erschlagen wenn es bis dato nur Adam, Eva und Ihre Kinder gibt???

Ich denke das sich jeder von euch mit diesem Punkt(en) schon einmal befasst hat.
Da hier im Forum, wie ich mitbekommen habe, einige Theologie studiert haben bzw. Priester sind, hoffe ich eine Antwort zu bekommen mit der man was anfangen kann.

Allso noch einmal
Gruß an alle

Rolly

Geist aus Appenzell

unregistriert

2

08.10.2003, 21:13

Mein Glaube gerade in dieser Frage ist sehr naïv, daher kann ich Dir glaub ich keine vernünftige Antwort geben. :(

Gott hats so gewollt, Gott kann es leiten und lenken wie er will! :)

Bhüeti Gott

PS: Bin aber auch gespannt auf die theologischen (oder besser exegetischen) Antworten! ;)

abbé jos

unregistriert

3

09.10.2003, 09:33

Die Bibel insgemein (und gerade der Schöpfungsbericht) ist ja kein naturwissenschaftliches Werk noch eine geschichtlich genaue Chronologie über die Erschaffung der Welt. Das Wichtigste sind eben da die Glaubensaussagen, die wir aus diesen Textstellen ziehen können. Als Katholik darf man gerne glauben, daß Kain und Abel nicht die einzigen Kinder Adams und Evas sind.
Ich glaube, wenn Kinder und Jugendliche solche Fragen stellen, ist es oft mit der provozierenden Absicht durch diese Fragen aufzuzeigen, daß die biblischen Aussagen falsch sind. Von daher ist es m.E. wichtig den Kindern und Jugendlichen verständlich zu machen, daß die Bibel kein naturwissenschaftliches oder historisch-chronisches Werk ist, sondern ein Buch über den Glauben. Und wenn auch manches naturwissenschaftlich oder "historisch-kritisch" nicht korrekt ist, gilt die Bibel dennoch für Christenmenschen als "Heilige Schrift", da der Glaubensinhalt, der in den Texten zur Sprache kommt korrekt ist. So zeigt Genesis, die ganze Erde als Schöpfung Gottes, den Mensch als Abbild Gottes, die Abwendung des Menschen von Gott...

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4

09.10.2003, 10:53

Hallo rolly, welcome :)

Darf ich dir folgende (leider für Kinder nicht nachvollziehbare) Argumentation anbieten, die hier im Forum erfreulicherweise der Korrektur (oder Bestätigung) durch echte Experten unterliegen sollte (Gruß an Thomas-12):

Die Schöpfung Gottes kann auf mehrere Arten betrachtet und beschrieben werden. Eine davon ist die naturwissenschaftliche: Wie entstehen Elemente, Planeten, Lebewesen, Arten, ... und wie ist die Natur des Menschen (soweit sie naturwissenschaftlich erfassbar ist, also nur zum Teil!) in diese Betrachtungsweise einzuordnen?

Eine andere Art der Betrachtung der Schöpfungsgeschichte - das ist die Sicht, die die Bibel uns zeigt - ist quasi die Sicht Gottes: Er erschafft den Menschen aus toter Materie (ausgedrückt durch Begriffe wie Staub, Lehm, Ackerboden) und gibt ihm Leben und Anteil am geistigen Wesen Gottes (ausgedrückt durch "Er hauchte ihm Seinen Atem ein"). Er erschafft den Menschen als Mann und Frau, die füreinander gemacht sind, etc. etc. All diese Dinge sind in der Genesis beschrieben, und all diese Beschreibungen stellen Gottes Sichtweise/Intention/Wille dar, keine naturwissenschaftlichen Beschreibungen.

Wie ist das jetzt mit Adam, Eva und der Inzucht?

Aus der Schöpfungsgeschichte geht hervor, dass der Mensch nach Gottes Wille Stammeltern hat. Das heißt, es gab einen klar definierbaren Anfangspunkt der Menschheit (was die modernen Naturwissenschaften auch irgendwie zu erkennen beginnen, Stichwort "genetische Urmutter in Afrika"), es gab "die ersten Menschen" Adam und Eva wirklich, wobei die Namen wiederum nicht historisch zu verstehen sind, sondern symbolische Bedeutung haben, in etwa "(Mann aus) Ackerboden" und "(Mutter des) Leben(s)".

Wie nun die genetische Vielfalt unter den Menschen entstehen konnte, lässt die Bibel offen. Ich bin kein Kreationist, sondern halte die Entwicklung der Arten für einen Teil der Schöpfung, mit der Aufgabe, Gottes Plan zur Erschaffung des Menschen durchzuführen.

Naturwissenschaftlich sind da einige Varianten denkbar, freilich auch wundersames Wirken Gottes. Aus genetischen und archäologisch-anthropologischen Untersuchungen (beispielsweise Schädelformen von Skeletten) kann man vermuten, dass es Mischformen von homo sapiens und homo neanderthalensis gegeben hat, und aus Sicht des Glaubens können wir einfach nicht beurteilen, ob das schon Menschen im Sinn der Bibel waren oder noch Vorformen, die Teil des Planes Gottes zur Erschaffung des Menschen nach Seinem Ebenbild waren.

Dass Adam und Eva - die ersten Menschen nach Gottes Plan - wirklich gelebt haben, ist also eine Glaubensfrage, aber auch naturwissenschaftlich gut argumentierbar (bis auf das mit "Gottes Plan"). Wie sie sich zu einer genetisch vielfältigen Menschheit fortgepflanzt haben, ist aus der Bibel nicht erkennbar und naturwissenschaftlich spekulativ. Aber es gibt eigentlich keine Alternative, denn dass sich an vielen Stellen der Welt gleichzeitig aus irgendwelchen humanoiden Vorformen gleichzeitig Menschen entwickelt haben (d.h. dass es nicht Adam und Eva, sondern viele Ureltern gleichzeitig gegeben hat), dafür gibt es keinerlei wissenschaftliche Hinweise. Wir können also entweder wundersames Wirken Gottes annehmen, der den Kindern und Kindeskindern von Adam und Eva eine genetische Vielfalt geschenkt hat, was bei anderen Eltern nicht beobachtbar ist, oder wir können annehmen, dass sich die Menschheit aus den Ur-Eltern durch natürliche Ursachen ("Einkreuzung" von biologisch kompatiblen, aber von ihrer übernatürlichen Natur her "Noch-Nicht-Menschen") entwickelt hat.

Grüße,
Georg

Geist aus Appenzell

unregistriert

5

09.10.2003, 11:37

Zitat

Original von abbé jos
Die Bibel insgemein (und gerade der Schöpfungsbericht) ist ja kein naturwissenschaftliches Werk noch eine geschichtlich genaue Chronologie über die Erschaffung der Welt. Das Wichtigste sind eben da die Glaubensaussagen, die wir aus diesen Textstellen ziehen können. Als Katholik darf man gerne glauben, daß Kain und Abel nicht die einzigen Kinder Adams und Evas sind.


stimmt (Gen 4,25):

Adam erkannte noch einmal seine Frau. Sie gebar einen Sohn und nannte ihn Set (Setzling); denn sie sagte: Gott setzte mir anderen Nachwuchs ein /
für Abel, weil ihn Kain erschlug.


Aber ist es ja auch so, dass die weiblichen Nachkommen eigentlich recht wenig, bis gar nicht genannt werden. In meinen Augen ist es also auch durchaus möglich, ja wahrscheinlich, dass Adam und Eva weibliche Nachkommen gehabt haben.

Bhüeti Gott

6

09.10.2003, 12:03

Zitat

Aber es gibt eigentlich keine Alternative, denn dass sich an vielen Stellen der Welt gleichzeitig aus irgendwelchen humanoiden Vorformen gleichzeitig Menschen entwickelt haben (d.h. dass es nicht Adam und Eva, sondern viele Ureltern gleichzeitig gegeben hat), dafür gibt es keinerlei wissenschaftliche Hinweise.



Also, soweit ich informiert bin, gibt es diese Theorien aber durchaus....


Toula
Bei Gott ist nichts unmöglich!

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7

09.10.2003, 12:52

Zitat

Original von Toula
Also, soweit ich informiert bin, gibt es diese Theorien aber durchaus....
Nun ja, es gibt nix, was es nicht gibt... aber aktuelle ernsthafte wissenschaftliche Publikationen, die vertreten, dass die "Art homo sapiens an mehreren Stellen parallel entstand"? Wenn du über sowas stolperst, bitte um einen Hinweis!

Danke,
Georg

corinquietum

unregistriert

8

09.10.2003, 13:40

Adam und Eva

Schön, dass mir Mskeptik so eine gute Brücke gebaut hat, dass es nämlich nix gibt, was es net gibt.

Nun gibt es neben wissenschaftlich orientierten Menschen auch "plumpe Pragmatiker übelster Sorte", wie mich einmal jemand genannt hat.

Ich habe mit diesen Fragen um Adam und Eva im Religionsunterricht immer wieder einmal zu tun gehabt und bin das Problem von einer mehr praktischen Seite angegangen. Wenn ich korrigiert werden müßte, nehme ich das gern an:

Adam und Eva waren in der Entwicklungsgeschichte des Menschen, die selbstverständlich vom Schöpfergott initiiert wurde, das erste "brauchbare" Menschenpaar.
Ich meine damit, das erste Paar, das eine Ahnung von "Übernatur" bekam. Dabei ging die Initiative selbstverständlich von Gott aus ("nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt, damit...!").
Diesem, im genannten Sinne ersten, Menschenpaar wurde die Möglichkeit eröffnet in überaus vertrautem Umgang mit Gott (="Paradies") zu leben.
Dem Neid des obersten aller inzwischen gefallenen Engel gelang es allerdings, dem Menschen mehr zu versprechen und ihn so von Gott wegzulocken.

Die schreckliche Katastrophe ist uns bekannt, die zur Folge hatte, dass der vertraute Umgang (=Paradies) mit Gott wieder beendet wurde.
Dass das Ganze eine schreckliche Katastrophe war, ersehe ich daraus, dass Gott "seines eigenen Sohnes nicht schonte" um dieses Verhältnis wieder zu ermöglichen. Unter den Konsequenzen Erbschuld und ihre Folgen leiden wir heute noch.

Aus der Schrift wissen wir, dass immer dann, wenn der Mensch Gott los wird, er auch seinen Mitmenschen schnell los werden möchte. Mord und Totschlag waren die Konsequenzen.

Ebenfalls in der Schrift lesen wir, dass Kain sich "Erdentöchter" zu Frauen nahm. Ob das nun andere Menschenrassen, die inzwischen ausgestorben sind (Neandertaler?) waren, bleibt dahingestellt.
Vielleicht wird damit auch angedeutet, dass die Menschen, nach jenem kurzen Augenblick, in dem ihnen die Ahnung von der "Übernatur" aufging, wieder zurückfielen in jenen animalischen Zustand, der sich nur um Irdisches sorgt.

Jedenfalls bedurfte es eines besonderen Eingreifens des Schöpfers. um seine geliebten Geschöpfe wieder heimzuholen. "So sehr hat Gott die Welt geliebt...!"

Ich sehe keine Notwendigkeit, von "Inzucht" zu sprechen.

C.

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9

09.10.2003, 14:20

Zitat

Original von corinquietum
Adam und Eva waren in der Entwicklungsgeschichte des Menschen, die selbstverständlich vom Schöpfergott initiiert wurde, das erste "brauchbare" Menschenpaar.
Perfekt, lieber Werner! Nach dieser firmstundengerechten Formulierung hab ich lange gesucht, und ich wundere mich kein bisschen, dass ausgerechnet du sie lieferst! 8) Auch den Rest deines Beitrags darf ich mir klauen, gelle... ist ja für einen guten Zweck :D

Zitat

Ich sehe keine Notwendigkeit, von "Inzucht" zu sprechen.
Naja, der Begriff kommt irgendwie zwanglos auf, wenn man sich (nicht ohne Rechtfertigung) fragt: Wenn es am Anfang nur genau einen Mann und eine Frau gab und Gott keine weiteren Menschen dazugeschaffen hat (dein Hinweis auf die Erdentöchter ist hier sehr trefflich, wenngleich ich dazufügen muss, dass man in der Bibel eben nicht nach naturwissenschaftlich verwertbaren Aussagen suchen soll, weil sie einfach eine ganz andere Perspektive bieten will), dann müsste ja nach wenigen Generationen die Menschheit schon an massiven Folgen von Inzucht gelitten haben, weil alle Kinder von Adam und Eva wiederum nur andere Kinder von Adam und Eva ehelichen konnten, usw. Wenn man an diesem Punkt die Diskussion in einer (sinnlosen) Kombination aus pseudowissenschaftlichem und kreationistischem Denken aufgreift und von "noch keine Erbkrankheiten, noch keine Radioaktivität, ..." zu faseln beginnt, wird die Argumentation lächerlich. Mein Versuch einer Antwort jedenfalls wollte diese Zielrichtung vermeiden.

Ich kann jedenfalls die Frage von robby gut nachvollziehen. Und ich hoffe, deine Antwort hilft ihm weiter!

Liebe Grüße,
Georg

Albert

Profi

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10

09.10.2003, 15:04

Zitat

Ich sehe keine Notwendigkeit, von "Inzucht" zu sprechen.

Hallo Werner,

hat Gott nicht schon im AT – im mosaischen Gesetz – inzestuöse Beziehungen verboten?, finde die Stelle im Moment nicht.

Also dann kann man wirklich nicht von "Inzest" sprechen.
Danke für deine Ausführung.

Derjenige der dir so übles zugesprochen hat, dem fehlt mit Sicherheit ein Gen. :)

Gruß Albert
Ave Maria
Totus - tuus

Louis-Louis

unregistriert

11

09.10.2003, 15:43

Diese schöne Theorie, die Corinquietum hier zur allgemeinen Begeisterung (besser gesagt: zur Beruhigung) zum Thread-Thema abgibt, entspricht leider ganz und gar nicht der katholischen Lehre. Einige wird es nicht erstaunen, aber ich poste hier die Antwort des Oberexperten Ruddel, die er mir auf exakt dieselbe Frage hin im Thread 'Ablehnung homosexueller Partnerschaften' gegeben hatte:

]Original von Ruddel
'@Louis-Louis:
Zum Thema 'Inzest unter Adams Kindern': Die Existenz eines einzigen Stammelternpaares, von dem die gesamte Menschheit abstammt, wurde vom kirchlichen Lehramt als unaufgebbares Glaubensgut definiert - denn wenn nicht Adam und Eva a) persönlich die Ursünde begangen haben und b) nicht direkte Vorfahren ALLER jemals geborenen Menschen sind, steht das Erlösungswerk Christi irgendwie ziemlich isoliert in der Heilsgeschichte. Und wie hätte sich vor diesem historisch-demographischen Hintergrund die Menschheit vermehren sollen, wenn nicht tatsächlich ganz zu Beginn der Menschheitsgeschichte auch Geschwister (die erste Generation nach Adam und Eva) miteinander Nachkommen hatten? Der sogenannte 'Polygenismus' - die Irrlehre, es habe mehrere Stammeltern gegeben - ist kirchlich verurteilt und allein aufgrund der mit ihr nicht herleitbaren Vererbung der Erbsünde auf alle Manschen nicht haltbar.'


'Unaufgebbares Glaubensgut', 'Irrlehre'.... ich glaube, Ihr habt da ein Problem.

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12

09.10.2003, 16:20

@Louis

Wo hat Werner Polygenismus - die Lehre von mehr als den zwei Stammeltern - angeboten? Ich seh dort nur zwei Stammeltern, Adam und Eva. Die (hypothetischen) Erdenkinder-Neanderthaler sind keine Stammeltern, sondern biologische Beiträge zur Entwicklung der Menschen (darüber mögen sich jetzt die Neanderthaler-Rights-Groups aufregen :rolleyes: ), so wie sie zuvor schon von Einzellern, Pflanzen, ... geleistet wurden (so man die Evolutionstheorie in irgendeiner Form akzeptiert).

Die Menschen sind allesamt Abkömmlinge von Adam und Eva, oder andersrum: Es gibt keinen Menschen außer Adam und Eva (mal abgesehen von der Sache mit der Rippe... ;) ), der nicht von Adam und Eva abstammt. Womit nicht gesagt ist, dass er nicht noch mehr, rein biologische, aber nicht-menschliche, Eltern haben könne - wir sprechen ja nach wie vor von der Bibel, keinem naturwissenschaftlichen Traktat. Explizit gesagt: Ein Mensch, der nur einen menschlichen und einen sagen-wir-mal-neanderthalensischen Elternteil hat, ist dennoch ein Mensch und stammt vom Menschen ab. Und die ersten in der Abstammungskette waren Adam und Eva. Das ist die biblische Sicht, denn in dieser Sicht gilt der Plan Gottes, und der Plan Gottes ist, den Menschen zu erschaffen nach Seinem Ebenbild. Nach naturwissenschaftlichen Standards ist der Mensch bekanntlich den Menschenaffen biologisch so nahe, dass man dort schon überlegt, einige Menschenaffen der Gattung homo zuzuzählen.

Versuchst du eigentlich gern, die vorhin eingemahnte Trennlinie zwischen (prä)historisch-entwicklungsgeschichtlicher und biblischer Sicht zu verschleiern? Damit kann man ziemlich viel Verwirrung stiften.

Danke für die allfällige Aufklärung,
Georg

13

09.10.2003, 16:36

Zitat

Original von Louis-Louis
Die Existenz eines einzigen Stammelternpaares, von dem die gesamte Menschheit abstammt, wurde vom kirchlichen Lehramt als unaufgebbares Glaubensgut definiert - denn wenn nicht Adam und Eva a) persönlich die Ursünde begangen haben und b) nicht direkte Vorfahren ALLER jemals geborenen Menschen sind, steht das Erlösungswerk Christi irgendwie ziemlich isoliert in der Heilsgeschichte. Und wie hätte sich vor diesem historisch-demographischen Hintergrund die Menschheit vermehren sollen, wenn nicht tatsächlich ganz zu Beginn der Menschheitsgeschichte auch Geschwister (die erste Generation nach Adam und Eva) miteinander Nachkommen hatten? Der sogenannte 'Polygenismus' - die Irrlehre, es habe mehrere Stammeltern gegeben - ist kirchlich verurteilt und allein aufgrund der mit ihr nicht herleitbaren Vererbung der Erbsünde auf alle Manschen nicht haltbar.'[/I]

Die kirchliche Lehre ist hier offensichtlich nicht eindeutig. In "Humani Generis" werden Adam und Eva als tatsächlich lebende Individuen angenommen und der Polygenismus verworfen (fand leider nur dieses englische Zitat im Netz; meine Hervorhebungen):

Zitat

37. When, however, there is question of another conjectural opinion, namely polygenism, the children of the Church by no means enjoy such liberty . For the faithful cannot embrace that opinion which maintains that either after Adam there existed on this earth true men who did not take their origin through natural generation from him as from the first parent of all, or that Adam represents a certain number of first parents. Now it is no no way apparent how such an opinion can be reconciled with that which the sources of revealed truth and the documents of the Teaching Authority of the Church propose with regard to original sin, which proceeds from a sin actually committed by an individual Adam and which, through generation, is passed on to all and is in everyone as his own.[12]


Im Katholischen Erwachsenenkatechismus der Deutschen Bischofskonferenz (Bd. 1, S. 134; meine Hervorhebungen) klingt das wieder ganz anders:

Zitat

Heute weist man freilich oft darauf hin, daß Adam im biblischen Sprachgebrauch nicht nur der Name eines einzelnen Menschen ist, sondern eine Kollektivbezeichnung für "den" Menschen und "die" Menschheit. Auch das II. Vatikanische Konzil hat in dieser Frage einen sehr zurückhaltenden Standpunkt eingenommen. Es spricht davon, daß die Menschen "in Adam" gefallen sind (vgl. LG 2), formuliert aber auch offener, indem es nur von "dem" Menschen und seiner Sünde spricht (vgl. GS 13). Der Sinn der kirchlichen Lehre ist also gewahrt, wenn festgehalten wird, daß die Menschheit, welche eine Einheit bildet, bereits an ihrem Anfang das Heilsangebot Gottes ausgeschlagen hat und daß die daraus resultierende heillose Situation eine universale Wirklichkeit ist, aus der sich keiner aus eigener Kraft befreien kann. Wird dies festgehalten, dann ist die Frage, ob Monogenismus oder Polygenismus, eine rein wissenschaftliche Frage, aber keine Frage des Glaubens .


Ich finde das alles sehr verwirrend. ?( ?(

JP







Ich bin entschieden zu folgen Jesus. Niemals zurück, niemals zurück!

corinquietum

unregistriert

14

09.10.2003, 17:34

Noch ein Gedanke zur Diskussion:

"brauchbarer" Mensch ist natürlich nicht glücklich gewählt, ja; aber ich wollte menschlich von Gott her denken, wenn Ihr versteht, was ich meine.
Wenn Gott, was ja zu denken nicht verboten ist, den Menschen aus dem Stoff der Erde (das kann von mir aus auch ein Lebewesen vor dem Menschen gewesen sein!) "geformt" (von mir aus auch "sich entwickeln ließ") hat, dann hat er, jetzt werde ich halt doch ein wenig kindgerecht, verzeiht,- schließlich darauf gewartet, dass dieser Prozeß eines schönen Tages so weit fortgeschritten war, dass diesem Menschen "ein Licht aufging", nämlich, dass er seine Herkunft vom Schöpfer erkennen durfte. So wie eben einem Kind, das an der Hand der Eltern eines Tages das erste Mal das "Mama" oder "Papa" gelingt und vielleicht dann eines Tages auch die Ehrfurcht und Liebe zum "Himmelspapa" (so habe ich, nach Aussage meiner lieben Mutter jedenfalls gesagt!) aufblüht.

In dem Augenblick gibt sich Gott dem Menschen in irgendeiner Weise zu "erkennen". Mein "brauchbar" will sagen: jetzt hats gefunkt! ich sags einfach so, wie ichs meinen Schülern sagte. Und von jetzt an ist die verbindung in Liebe und Ehrfurcht zum Schöpfer hergestellt.

Wie unendlich schrecklich war dann die Katastrophe des Sündenfalls! Da hat der Mensch so blutig hart erfahren müssen, dass "er nackt war", nicht nur körperlich, sondern in seiner Beziehung zu Gott.
Und wie groß Die Liebe des Schöpfers trotzdem zu seinem Geschöpf, wenn er ihm den Hinweis auf das Feigenblatt gibt, um sich zu bedecken.
Das Feigenblatt ist für mich in diesem Zusammenhang nicht die Gelegenheit, sich zu verstecken, sondern der Hinweis für den Menschen auf seine Geschöpflichkeit, nachdem er durch Stolz und Hochmut glaubte, selbst Gott zu sein!

Zunächst genug!

Werner

PS: Bei Kardinal Prof Scheffzcyk finde ich den Ausdruck
"erstbegnadete Menschen", das ist, was ich mit von
Gott hergesehen "brauchbar" umschrieben habe!

Geist aus Appenzell

unregistriert

15

09.10.2003, 18:33

Wenn ich einmal darf als ungebildeter Theologe: ;)

Ich glaube, dass Gott zwei Menschen geschaffen hat, Adam und Eva. Er hat Ihnen die Gabe der Liebe gegeben und sie haben sich vermehrt. Gott steuerte auch die Schicksale Kains und Abels und Sets und auch allen ungenannten Töchter und hat es IMHO möglich gemacht, dass auch sie gesunde Nachkommen hatten (mit Ausnahme Abels ;) ).

Und so weiter....

Warum sollte Gott nicht ein zweites Mal, ein drittes Mal in die Schöpfung eingreifen? Ich glaube, Er macht es tagtäglich, lenkt und steuert alles was ist und lebt.

Wenn Gott so mächtig ist, warum sollte er dieses kleine Problem nicht mit einem schöpferischen Akt umgehen?

Warum wollen wir erklären, was Gott falsch gemacht hat?

Bhüeti Gott

Albert

Profi

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Wohnort: München

Beruf: Selbstständig

16

09.10.2003, 18:49

Ein paar [...]Gedanken zu unseren Stammeltern.

Grundsätzlich gilt: das die Schöpfung nach Gottes Urteil sehr gut war.

Tatsache ist auch das der gnadenhafte-übernatürliche Heilsstand der Stammelten als der Wesensgehalt des Paradieses angesehen wird.

Justin (um 165) schreibt dazu:
" Das die ersten Menschen zur Gottähnlichkeit, zur Freiheit von Leiden und Tod erschaffen wurden, welche Vorzüge sie durch den Betrug der Scxhlange verlustig gingen"

Ab hier droht auch mein Vorstellungsvermögen verlustig zu gehen.

Die Bibel schreibt in Gen 4,16:
"Dann ging Kain vom Herrn weg und ließ sich im Land Nod nieder, östlich von Eden"
Soweit so gut, passt.

Die Bibel schreibt in Gen 4,17:
Kain erkannte seine Frau (nicht Schwester nix "Inzest"); ....

Wo kommt diese Frau her...

Richtig ist, das die Bibel sehr wenig in diesem "Zeitrahmen" von Frauen schreibt, andererseits das die Menschen damals ein "biblisches Alter" erreichten, bis über 900 Jahre, unvorstellbar 874 mal zum Geburtstag Krawatte, Socken und Rasierwasser zu bekommen, igitt, nein Danke. X(

Vielleicht hat jemand eine einfache Erklärung, Danke. :)

Die Lehre der Kirche geht auch nur von zwei Gedankenkomplexe als die glaubensverbindlich erklärt werden:

Die Kirche schreibt:
1. Die Erhebung des Menschen durch das Geschenk der heiligmachenden Gnade in den Stand der Heiligkeit und Gottesfreundschaft.

2. Seine Ausstattung mit bestimmten außernatürlichen Gaben, die den Menschen von gewissen geschöpflichen Beschränkungen befreien, um die Gottesfreundschaft ungebrochen und ungehindert leben zu können.

Aber immer ergänzend gilt das Gottes Urteil von der sehr guten Schöpfung. Gott sei Dank.

Gruß Albert

Ave Maria
Totus - tuus

Louis-Louis

unregistriert

17

09.10.2003, 18:55

Zitat

Original von MSkeptic
Versuchst du eigentlich gern, die vorhin eingemahnte Trennlinie zwischen (prä)historisch-entwicklungsgeschichtlicher und biblischer Sicht zu verschleiern? Damit kann man ziemlich viel Verwirrung stiften.


*lach*, Georg, was gibt es da zu trennen, wo doch in der 'Heiligen Schrift' alles haarklein definiert ist. Jetzt kann ich die jüdische Kalenderrechnung einigermassen nachvollziehen (der in indirekterweise ja auch wir anhängen), derzufolge wir zur Zeit das Jahr 5764 (gem. Jos) begehen...

Lk, Kap. 3:

Die Vorfahren Jesu
23 Jesus war etwa dreißig Jahre alt, als er zum ersten Mal öffentlich auftrat. Man hielt ihn für den Sohn Josefs. Die Vorfahren Josefs waren: Eli,
24 Mattat, Levi, Melchi, Jannai, Josef,
25 Mattitja, Amos, Nahum, Hesli, Naggai,
26 Mahat, Mattitja, Schimi, Josech, Joda,
27 Johanan, Resa, Serubbabel, Schealtiël, Neri,
28 Melchi, Addi, Kosam, Elmadam, Er,
29 Joschua, Eliëser, Jorim, Mattat, Levi,
30 Simeon, Juda, Josef, Jonam, Eljakim,
31 Melea, Menna, Mattata, Natan, David,
32 Isai, Obed, Boas, Salmon, Nachschon,
33 Amminadab, Admin, Arni, Hezron, Perez, Juda,
34 Jakob, Isaak, Abraham, Terach, Nahor,
35 Serug, Regu, Peleg, Eber, Schelach,
36 Kenan, Arpachschad, Sem, Noach, Lamech,
37 Metuschelach, Henoch, Jered, Mahalalel, Kenan,
38 Enosch, Set, Adam; (der stammte von) Gott.


karl

Profi

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Wohnort: Wien

Beruf: Programmierer

18

09.10.2003, 19:51

Zitat

Original von Geist aus Appenzell
Wenn Gott so mächtig ist, warum sollte er dieses kleine Problem nicht mit einem schöpferischen Akt umgehen?

Warum wollen wir erklären, was Gott falsch gemacht hat?

Hallo Geist,

ich denke das diffiziele Problem ist hierbei doch, ob das 'wachset und vermehret euch' notwendigerweise nur durch das begehen einer Sünde, eines Greuels (Inzest) befolgt werden konnte, wenn man von nur einem einzigen Elternpaar ausgeht, und nicht das man Gott einen Fehler nachweisen will.

Kann schon sein, dass der Problematik der Gendefekte mittels eines 'schöpferischen Aktes' begegnet wurde. Aber im Falle dass es inzestuöse Akte waren bleibt die Frage nach der sündhaftigkeit trotzdem bestehen.

Karl


Beiträge: 1 596

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Beruf: Computertechniker

19

09.10.2003, 20:31

Zitat

Original von Louis-Louis
[was gibt es da zu trennen, wo doch in der 'Heiligen Schrift' alles haarklein definiert ist.
Je nachdem, ob man glaubt, dass die Heilige Schrift das Wort Gottes ist oder eben nur menschliche Erfindung. Wenn ersteres, dann hat sie nun mal gewisse Eigenschaften, die menschliche Worte nicht haben, obwohl sie in menschlicher Sprache vorliegt; und dann hat z.B. der Stammbaum Jesu eben keine historische, sondern eine tiefergehende Bedeutung (im konkreten Fall besagt er, dass Jesus wirklich Mensch ist). Wenn letzteres, dann ist die von mir befürchtete Konfusion wohl unvermeidlich: Dann werden so lustige Dinge wie der wiederkäuende Hase im Alten Testament gewälzt.


fono

Meister

Beiträge: 2 625

Wohnort: NRW - Sauerland

20

09.10.2003, 22:13

@Georg

>Dann werden so lustige Dinge wie der wiederkäuende Hase im Alten Testament gewälzt

Nach diesem Text ist der Hase ein Wiederkäuer :D


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