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Geist aus Appenzell

unregistriert

1

21.11.2002, 17:39

Römisch - katholisch vs. Ethik??

Immer wieder und immer häufiger trifft man heutzutage auf den Begriff "Ethik"!

Was steckt dahinter?
Ist man heute Ethik - Glaubender?
Kann Ethik Antworten auf die Fragen des Lebens geben?
Wie verhält sich Ethik zur römisch - katholischen Kirche?
Noch mehr Fragen sind in meinem Kopf, aber momentan gerade nicht aktuell!


Aus meinen Kontakten mit diesen Begriff, ist mir dieser eher negativ aufgefallen!

Im Rahmen der Schule höre ich auch immer von Ethik-Unterricht!

Für mich ist es nichts Greifbares, darum hoffe ich auf viele klärende Antworten!

Bhüeti Gott

Peacekeeper

unregistriert

2

21.11.2002, 20:43

Ethik

Für alle die nichts mit Ethik bzw. Ethikunterricht anfangen können. Hier ist ein kleiner Ausschnitt aus meinem Unterricht. Es geht um die Theodizee-Frage.
(kommt aus dem Griech. Theon-Gott
dike-Rechtfertigung)


Z.B. der griechische Philosoph Epikur beschäftigte sich in der Antike mit der Theodizeefrage. Er fasste seine Erkenntnisse und Gedanken wie folgt zusammen:

„Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht,
oder er kann es und will es nicht,
oder er kann es und will es.

Wenn er nun will, aber nicht kann, so ist er schwach, was auf Gott nicht zutrifft.
Wenn er aber kann und nicht will, dann ist er missgünstig, was ebenfalls Gottfremd ist.
Wenn er nicht will und nicht kann, dann ist er sowohl schwach als auch missgünstig und dann ist er nicht Gott.
Wenn er aber will und kann, woher kommen dann die Übel?“

So jetzt möcht ich gern eure Meinung darüber wissen.

Ich finde man sollte auf jeden Fall mal länger drüber nachdenken.

Dirk

Erleuchteter

Beiträge: 3 377

Beruf: Promovierter Naturwissenschaftler

3

21.11.2002, 21:33

@Hallo Peacekeeper

Jetzt weiß ich auch, woher es kommt, dass diese Jugendlichen immer wieder die gleichen Fragen stellen - die kommen anscheinend aus dem Ethik-Unterricht. :rolleyes:

Gott kann natürlich und er will auch. Er tut es aber nicht, weil er den Menschen liebt und ihm deshalb den freien Willen gegeben hat. Liebe ohne Freiheit ist nicht möglich. Weil der Mensch frei ist, kann er sich auch gegen die Liebe entscheiden und somit gegen den Willen Gottes - so ist das Leid in die Welt gekommen.

Ist es tatsächlich so, dass der Ethik-Unterricht nur Fragen anbietet, aber keine Antworten?

JoJo-hannes

unregistriert

4

21.11.2002, 22:47

@Geist

Bevor hier noch ein Theod. Problem diskutiert wird zu deiner Frage:

"Ethik" hat heute vielleicht den Geruch etwas ruchlosen. Es gibt Ethikkomissionen, Ethikunterricht..., aber eigentlich bedeutet Ethik nur ein wissenschaftliches System einer moralischen Ordnung.

Somit gibt es auch eine theologische (Christliche) Ethik. Diese nennt man auch Moraltheologie . Sie hat ihren Ursprung in der Offenbarung (und Vernunft).
Meistens bezeichnet "Ethik" jedoch eine philosophische Ethik (Moralphilosophie ), d.h. eine wissenschaftliche Erfassung einer moralischen Ordnung basierend auf (oft mangelhaften) Erkenntnissen der Vernunft oder Praxis. Diese muss nicht "un-christlich" sein, da es ja eine Christliche Philosophie gibt. Auch nichtchristliche Philosophen haben eine Ethik entworfen/ oder entwerfen sie. Der Aspekt des Menschen, der auf Gott zugeordnet ist, wird hier oft fehlen (so wie andere Dinge) Das erklärt auch die Schwierigkeiten die man mit Empfehlungen von "Ethikkomissionen" haben könnte.

Also: Ethik ja, aber katholisch! ;)




Raphael

Fortgeschrittener

Beiträge: 387

Wohnort: Nordrhein-Westfalen

5

21.11.2002, 23:25

Ein zugegebenermaßen extremes Beispiel:
Bei der Scientology-Sekte wird mit „Ethik“ der Bereich beschrieben, der sich mit der aktiven Abwehr von Feinden dieser Sekte beschäftigt. Hier wird mit Ethik alles gerechtfertigt, was der Sekte nützt.

Im normalen Sprachgebrauch wird nach meinen Erfahrungen Ethik häufig als die Bezeichnung für eine autonome Moral gebraucht; die sich quasi notwendigerweise entwickelt, wenn sich der Mensch aus seinem Gottesbezug löst.
Im Duden heißt es: Philosophie und Wissenschaft von der Sittlichkeit; Sittenlehre. Damit ist meines Erachtens die Aufstellung von Handlungsmaximen gemeint, die auf eine Letztbegründung verzichtet.
Der Mensch ist zu aufgeklärt, um einfach zu glauben;
er ist jedoch zu wenig aufgeklärt, um wieder zu glauben!

JoJo-hannes

unregistriert

6

21.11.2002, 23:47

@ Peacekeeper

Auch wenn ich nicht glaube, dass dies in diesem Thread diskutiert werden sollte, bzw es auch schon irgendwo einmal diskutiert wurde hier ein kurzer Ansatz:

Epikurs Problem (das eigentlich schon länger keines mehr ist) stellt verkürzte Alternativen - und das ist das/sein Problem.

So ist wollen nicht gleich wollen.
Ich kann etwas per se (also: als solches) wollen.
Oder ich kann etwas "wollen" in dem ich es zulasse (zb. um eines größeren Gutes willen).
BSP: So will ich als Arzt nicht als solches, dass jemand Schmerzen leidet. Aber ein wenn ein Medikament/Operation in seinem Wirkungsprozess Schmerzen verursacht aber zur Heilung gut ist, "will" ich sie auf diese Weise, oder lasse sie um eines größeren Gutes Willen zu...

Oder ich kann etwas "wollen" weil es gerecht ist, zb. eine Strafe, ohne sie als solche zu wollen.
BSP: So will ich dass niemand im Gefängnis sitzt. Aber wenn eine Serienkiller gefasst wird, will ich, dass der im Gefängnis retributive Sühne für seine Schuld tut.

Oder ich kann das eine "wollen" ohne damit verbundenes zu wollen.
BSP: So kann ich wollen, dass meine erwachsenen Kinder sich frei entscheiden können (bei einer Nationalratswahl) und dies nicht durch Diktatur behindert wird ohne jedoch die konkrete Entscheidung meiner Kinder richtig zu finden und somit zu "wollen."
Letzteres könnte ich nur verhindern indem ich, ersteres (Wahlfreiheit) einschränke, und diese ist vielleicht ein höheres Gut.

Somit ist Epikurs: Wenn er "böses" will ist er missgünstig ein falscher Schluss weil man etwas zugleich per se nicht wollen kann und doch aus anderen Gründen wollen/zulassen kann. Mit "können" kann man ähnliche Ünerlegungen anstellen.

So muss die Lösung differenzierter ausfallen als die Alternativen die Epikur anbietet. Gott will das böse nicht per se, aber er "will"/lässt es zu aus anderen Gründen. Mancher dieser sind uns zugänglich (Gerechtigkeit wegen unserer Fehler, oder um uns zu zeigen, dass wir unser Herz nicht an irdisches heften sollen, dessen Trennung uns Leid verursacht.), manche Gründe bleiben uns verborgen.

Geist aus Appenzell

unregistriert

7

22.11.2002, 06:10

zum Beispiel!

Meine Fragen bzgl. Ethik gehen dahin: Was ist das für eine Ethik, die Abtreibungen und Forschung an Ebryonalen Stammzellen als ethisch gut deklariert?

Bhüeti Gott

corinquietum

unregistriert

8

22.11.2002, 13:26

ich würde, um der Gerechtigkeit willen, differenzieren:
Ethik, als neutrale und Ethiker, die immer irgendwie eingefärbt sind.

michi

unregistriert

9

22.11.2002, 13:53

Zitat

Original von JoJo-hannes
Also: Ethik ja, aber katholisch! ;)


@JoJo-hannes:
Genau die katholische Ethik ist es, die mir zu schaffen macht und mit der ich mich nicht vollumfaenglich identifizieren kann, da sie fuer mich alles andere als vollstaendig ist.

Was ist das fuer eine Ethik, die z.B. die Tiere ausschliesst und Jagd, Vivisektion und Massentierhaltung gutheisst und absegnet?

In diesem Bereich greift die 'kathol. Ethik' wohl viel zu kurz bzw. gar nicht. Ethik endet nun mal nicht beim Menschen, auch wenn man sich als 'Krone der Schoepfung' fuehlen mag und der IMHO irrigen Meinung ist damit alle Ungerechtigkeiten an der Kreatur rechtfertigen zu koennen.

Also fuer mich gilt: Ethik ja, aber ganz sicher nicht (nur) katholisch!

@Geist:

Zitat

Meine Fragen bzgl. Ethik gehen dahin: Was ist das für eine Ethik, die Abtreibungen und Forschung an Ebryonalen Stammzellen als ethisch gut deklariert?

Ja, ich war auch bestuerzt ueber die neuesten Entwicklungen hier in der Schweiz, wonach gruenes Licht fuer forschung an embryonalen Stammzellen gegeben wurde. Fairerweise muss man allerdings anmerken, dass die Auflagen fuer diese Forschung tatsaechlich sehr sehr streng sind. Nichtsdestotrotz stellt das prinzipielle ok zu diesen forschungen fuer mich persoenlich eine grenzueberschreitung dar, die ich nie und nimmer zu verantworten haben moechte.

Michi

Beiträge: 1 596

Wohnort: Wien

Beruf: Computertechniker

10

22.11.2002, 14:15

Zitat

Original von Geist aus Appenzell
Immer wieder und immer häufiger trifft man heutzutage auf den Begriff "Ethik"!

Ist man heute Ethik - Glaubender?
Kann Ethik Antworten auf die Fragen des Lebens geben?
Wie verhält sich Ethik zur römisch - katholischen Kirche?
Wir haben im Religionsunterricht (ist schon lang her, aber manches bleibt halt doch hängen...) zwischen der "menschgemachten Ethik" und der "gottgewollten Moral" unterschieden. Ethik kann sich jeder Mensch, jede Kommission, jede Gesellschaft selbst ausdenken, formulieren, auferlegen und - wenn notwendig oder gewünscht mit Gewalt - gegenüber ihren Mitgliedern durchsetzen. Sie bleibt aber stets Menschenwerk. Eine solche menschgemachte Ethik kann aber, wenn man Gottes Wort Glauben schenkt, niemals gut sein (hier scheiden sich Christen von Humanisten), denn der Mensch hat in der Verfangenheit der Sünde in keiner Hinsicht die Kompetenz dazu, etwas anderes als Schlechtes zu vollbringen (Röm 3,9ff).

Paulus sagt klar, dass wir auch der menschlichen Obrigkeit gehorsam sein sollen (Tit 3,1 u.a.) - aber freilich nur, solange dies nicht gegen Gottes Willen geht. Daher hat für uns Christen die göttliche Moral Vorrang vor den diversen Ethiken, die uns von menschlichen Quellen angeboten werden. Wir können uns aber nicht aus der Welt komplett "rausnehmen", sondern müssen stets daran arbeiten, die Ethik "der Welt" im Sinne Christi mitzuformen - ein aus menschlicher Sicht hoffnungsloser Auftrag :rolleyes: Insofern es aber dennoch gelingt, Gottes Willen in die menschliche Ethik einzubringen, wird diese freilich gut. Und insofern kann die Antwort auf deine Fragen schon noch "JA" lauten: Ethik kann relevante Antworten auf Fragen des Lebens geben, sie kann mit der Lehre der Kirche in Einklang stehen, aber nur dann, wenn sie von Christen mitgeformt wurde und mitgetragen wird. Das ist gerade für Wahlzeiten eine mE nicht unwesentliche Botschaft: es geht nicht bloss um Wirtschaftskompetenz oder Arbeitslosigkeit, sondern sehr stark auch darum, welche Partei die Ethik des Landes mittels Gesetzgebung etc. nach christlichen Gesichtspunkten zu formen willens und imstande ist. Oftmals eine Frage des geringsten Übels... ;( ;)

Grüße,
Georg

Geist aus Appenzell

unregistriert

11

24.11.2002, 19:47

Vîelfach ist es aber so, dass Ethikkomissionen von Firmen eingestzt wurden und auch von dort Lohn und Auftrag beziehen. daher habe ich da schon grosse Bedenken, wenn es dann heisst, ethisch sei irgendetwas nicht bedenklich!

Bhüeti Gott

12

24.11.2002, 20:45

Zitat

Original von Geist aus Appenzell
Vîelfach ist es aber so, dass Ethikkomissionen von Firmen eingestzt wurden und auch von dort Lohn und Auftrag beziehen. daher habe ich da schon grosse Bedenken, wenn es dann heisst, ethisch sei irgendetwas nicht bedenklich!


Ich glaube, da werden einfach zwei unterschiedliche Sachen miteinander verglichen: Das eine ist die spezielle Ausprägung der Ethik und das andere das Wesen der Ethik.

Prinzipiell kann ich jede Lehre falsch intepretieren oder für falsches hernehmen, man denke nur an die Kreuzzüge. Das heißt ja aber nicht, dass die Lehre an sich deswegen schlecht ist.

Natürlich bezeichnet "Ethik" dabei keine bestimmte Lehre, sondern ich habe es so verstanden, dass die Inhalte von "Ethik" (im Sinne des Schulunterrichts) die Quintessenz aus dem sind, was der Mensch über das sittliche Zusammenleben in den letzten Jahrhunderten gelernt hat, ohne dabei eine bestimmte religiöse Richtung zu bevorzugen.

Als ein Verfechter der vollständigen Trennung von Staat und Kirche finde ich es ausgezeichnet, dass es dieses Angebot an den Schulen gibt.
Den Buddhaweg erfahren heißt, sich selbst erfahren.
Sich selbst erfahren heißt, sich selbst vergessen.
Sich selbst vergessen meint, sich in Allem wahrnehmen.
Buddhistischer Zen-Meister

Geist aus Appenzell

unregistriert

13

24.11.2002, 21:04

Und trotzdem ist das ja nur ein Ersatz in der Schule für die Eltern, die eben nicht in der Lage sind, die Erkenntnisse des friedlichen Zusammenlebens weiterzugeben! Was eigentlich Basisstoff wäre!

Ich finde es daher schlecht, dass Ethikunterricht stattfindet, wir sind da glücklicherweise noch nicht so weit!

Bhüeti Gott

peregrinus

unregistriert

14

24.11.2002, 21:34

JA, die Ethik . . .

Hallo Ihr,
bei all den verschiedenen Auffassungen, die in unseren Gesellschaften so rummschwirren, finde ich Ethik-Untericht wirklich eine gute Möglichkeit, eine gewisse Grundlinie zu vermitteln.

Davon auszugehen, dass die Eltern das schon soweit-sogut machen werden spricht zwar für Dich und Dein Selbstvertrauen, die Gesellschaft sieht aber wirklich ganz anders aus. Gerade viele jugentliche Straftäter sind sich der Problematik ihres (z.B.agressiven) Verhaltens überhaupt nicht bewusst und haben kein aber auch gar kein Schuldbewusstsein und -verständnis.

Ich finde, dass der Ethikunterricht auch nicht alternativ zum Religionsunterricht gesehen werden sollte, der hat ja in der Schule für mich ohnedies nichts verlohren.

Peregrinus teriblus

Geist aus Appenzell

unregistriert

15

25.11.2002, 07:20

Tut mir leid peregrinus, aber mit Deinem Beitrag ist nicht viel los! ;)

a) gehört Ethikunterricht nicht in die Schule, da dies Aufgabe der Eltern ist, diese sollten wieder einmal zu ihrem Auftrag als Eltern zurückfinden und ihre Verantwortung wahrnehmen!!

b) gehört Religionsunterricht in die Schule, weil Ethik ein Einheitsbrei ist, von dem man nicht ausgehen kann. Er verwirrt mehr und bietet nur wenig Hand in der Katechese!

Bhüeti Gott und auf ein Weiteres


16

25.11.2002, 10:17

Zitat

Original von Geist aus Appenzell
Tut mir leid peregrinus, aber mit Deinem Beitrag ist nicht viel los! ;)


Hm, die Argumente sprechen aber eigentlich für peregrinus:

a) Das sächsische Schulgesetz zum Beispiel definiert: "Im Fach Ethik werden den Schülern religionskundliches Wissen, Verständnis für gesellschaftliche Wertvorstellungen und Normen
sowie Zugang zu philosophischen und religiösen Fragen vermittelt."

Die Schüler bekommen also Wissen zu allen Weltreligionen und vielen Philosophien vermittelt. Ein tieferer Blick in den Lehrplan zeigt dann auch, dass großen Wert auf die Begründung der gesellschaftlichen Normen aus den Blickwinkeln verschiedener Religionen und Systeme gelegt wird. Das ist auf jeden Fall mehr, als Eltern leisten können und die Schüler haben wenigstens die freie Entscheidung, welche Begründung sie für sich akzeptieren wollen.

b) Religion ist Privatsache. Dass in staatlichen Schulen überhaupt Religionsunterricht angeboten wird, kann nicht mehr sein als eine Unterstützung der freien Religionsausübung. Andere Religionen dürften hier nicht benachteiligt werden.

Aus diesen Gründen, von dem die freie Entscheidung des Schülers für mich eigentlich der wichtigste ist, fände ich es sogar besser, nur noch Ethik-Unterricht an den Schulen abzuhalten.
Den Buddhaweg erfahren heißt, sich selbst erfahren.
Sich selbst erfahren heißt, sich selbst vergessen.
Sich selbst vergessen meint, sich in Allem wahrnehmen.
Buddhistischer Zen-Meister

Benedikt

Meister

Beiträge: 2 878

Wohnort: Deutschland

17

25.11.2002, 10:52

Dass Religion keine Privatsache ist, zeigt z.B. dieses Forum. Warum sollte sie auch Privatsache sein?
Weblog:Speculum@kathhost
Mein Nutzername im Kath.net-Leserbereich: Nyger

Raphael

Fortgeschrittener

Beiträge: 387

Wohnort: Nordrhein-Westfalen

18

25.11.2002, 11:24

@oimel

Der Ethik-Unterricht – so wie Du ihn Dir offensichtlich vorstellt – ist genau das, wovon der christliche Religionsunterricht abhalten soll.
In dieser „Ethik“ werden die Religionen, Weltanschauungen und Philosophien als gleichwertig nebeneinander gestellt. Der Schüler kann sich dann wie in einem Supermarkt die ihm passende Religion, Weltanschauung oder Philosophie aussuchen evtl. auch untereinander vermischen.
Dieses Konzept paßt in die allgemeine Beliebigkeit von Wertvorstellungen der westlichen Zivilisation. Es wird völlig vergessen, daß diese Zivilisation in der christlichen Religion ihre Wurzeln hat. Wenn ein Baum aber seine Wurzeln verliert, geht er sehr schnell ein!
Der wesentliche Punkt bei der christlichen Religion, nämlich das es nicht nur um Mitdenken, sondern auch um das Mithandeln geht, bleibt im Hintergrund.
Meine persönlichen Erfahrungen aus den Erzählungen der Mitschüler des damaligen Philosophieunterrichtes ist die, daß dort die sog. „Laberköpfe“ den Tenor angaben. Das sind die Menschen, die zu allem und jedem etwas zu sagen haben, und dabei nach eigenem Verständnis sehr aufgeschlossen und tolerant sind. In dem Moment, wo allerdings ihre nach allen Seiten offene Position beschnitten werden soll oder auf logische Inkonsistenzen hingewiesen wird, werden sie sehr schnell aggressiv und vergessen ihre „gute Kinderstube“.
Der verstorbene Bischof von Fulda Johannes Dyba sprach in diesem Zusammenhang von „Gutmenschen“.

Der Mensch ist zu aufgeklärt, um einfach zu glauben;
er ist jedoch zu wenig aufgeklärt, um wieder zu glauben!

Geist aus Appenzell

unregistriert

19

25.11.2002, 11:42

Zitat

Original von oimel
Die Schüler bekommen also Wissen zu allen Weltreligionen und vielen Philosophien vermittelt. Ein tieferer Blick in den Lehrplan zeigt dann auch, dass großen Wert auf die Begründung der gesellschaftlichen Normen aus den Blickwinkeln verschiedener Religionen und Systeme gelegt wird. Das ist auf jeden Fall mehr, als Eltern leisten können und die Schüler haben wenigstens die freie Entscheidung, welche Begründung sie für sich akzeptieren wollen.


Und die Effektivität und die Erfolgsquote dieses Unterrichtes. Werden durch den Ethikunterricht mehr Jugendliche zu einem religiösen Leben begleitet, oder ist es echt eher Satanismus, Atheismus, usw. die im Trend sind?

Ich glaube, ihr verwechselt da die Toleranz der Kirchen untereinander und der Sinn einer Religion, in die man hineingeboren ist!

Bhüeti Gott

Geist aus Appenzell

unregistriert

20

25.11.2002, 11:44

Privatsache

Religion soll Privatsache sein?

Die Religion lehrt mich mein Leben nach gutem Gewissen und nach Gottes Plänen zu leben. Es geht um das ganze Leben.

Wieso gehört gerade die Schule, die ja das Leben auch vorzubereiten hat, nicht dazu?

Bhüeti Gott

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