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jakob

unregistriert

1

16.02.2003, 21:51

Altes Testament

Welche Bedeutung hat das AT für Christen in unserer Zeit?
Was sind Eure Lieblingsstellen.

jakob

damaris

Schüler

Beiträge: 102

Wohnort: Deutschland

2

16.02.2003, 22:49

Jesaja 43, 1 - 7

Philothea

Moderator

Beiträge: 6 138

Wohnort: Region Bonn

Beruf: Kinderkrankenschwester

3

17.02.2003, 07:54

lieber Jakob

Mein Lieblingsbuch ist das Buch Tobit.
So wie Tobit und Tobias Gott erfahren so ist es auch mir möglich IHN zu erfahren und mit IHM zu leben.

Im AT sind für mich die Persönlichkeiten eine wichtige Botschaft Gottes.
So wie Abraham, Jakob, David mit Gott gelebt haben, können wir es auch.
Trotz unserer Fehler und Sünden liebt Gott uns und hilft uns immer wieder aufs Neue.

liebe Grüße
Philothea
Gegen Stolz, gegen Neid, gegen Lieblosigkeit und Hass gibt es ein einziges, großes Heilmittel - die Liebe.
(Franz von Sales)
:P Philothea 8)

4

17.02.2003, 12:01

Ich hörte einmal die Aussage: "Das Neue erschließt sich erst durch das Alte."

Dieser Satz ist insoweit schlüssig, da Jesus ja im alttestamentlichen Umfeld lebte und sich auch immer wieder auf Worte aus dem Alten Testament bezieht. - Und anzumerken ist ja auch, daß das katholische Stundengebet die Psalmen als wesentliche Grundlage hat. Hinzu kommt, daß die erste Lesung in der Feier der hl. Messe - sowohl an Werktagen als auch an Sonn- und Festtagen - aus dem Alten Testament genommen wird.

Im Alten Testament gibt es viele Stellen, die auch uns heutigen Menschen einiges sagen können.

Meine Lieblingsstelle aus dem Alten Testament steht im Buch der Psalmen (Ps 115,1-3 = Ps 113,9-11 Vulg.):


NON NOBIS DOMINE, NON NOBIS: sed nomine tuo da gloriam.
Super misercordia tua, et veritate tua:
nequando dicant Gentes: Ubi est Deus eorum?
Deus autem noster in caelo: omnia quaecumque voluit, fecit.

Nicht uns, Herr! nicht uns, sondern deinem Namen gib die Ehre,
um deiner Barmherzigkeit und deiner Wahrheit willen,
damit nicht die Völker sagen: Wo ist ihr Gott?
Denn unser Gott ist im Himmel: er tut alles, was er will.

Philosophus

5

17.02.2003, 13:25

Einer meiner Lieblingstexte ist Hes.36,25-27.

Und: der Text der letzten Sonntagspredigt (Mk.1, 40-45) zeigt, wie sehr Jesus im AT verwurzelt war (V.44).

Rainer

6

17.02.2003, 13:33

Meine Lieblingsstelle im AT ist im Psalm 116 [115])

Credidi, etiam cum locutus sum: “ Ego humiliatus sum nimis ”.
Ego dixi in trepidatione mea: “Omnis homo mendax ”.
Quid retribuam Domino pro omnibus, quae retribuit mihi?

Voll Vertrauen war ich, auch wenn ich sagte: ich bin so tief gebeugt.
In meiner Bestürzung sagte ich: die Menschen lügen alle.
Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was er mir Gutes getan hat?
Ad Maiorem Dei Gloriam

7

17.02.2003, 14:13

"Bis ans Ende der Zeiten versammelst du dir ein Volk,
damit deinem Namen das reine Opfer dargebracht werde
vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang."
(3.
Hochgebet)


Das Alte Testament erzählt, wie Gott dies über die Jahrhunderte vor Christus hinweg getan hat. Der Bund zwischen Gott und seinem Volk Israel ist ein Prototyp des neuen und ewigen Bundes im Blut Christi. Wie jemand (der hl. Augustinus?) es so schön gesagt hat: Das Neue Testament ist im Alten versteckt, und das Alte ist im Neuen offenbart.

Ich habe einige Lieblingsstellen im AT:
Genesis, Kapitel 1-3 - da erfahren wir einige
wichtige, ewige grundlegende Wahrheiten über Gott und
die Menschen; auf die Rettung der Menschen durch
einen Nachkommen der Frau ist bereits hingewiesen (Gn 3,15 - das sogenannte Protoevangelium).
Psalmen - drücken u.a. die tiefste menschliche
Sehnsucht nach Gott aus.
Kohelet - stellt tiefsinnige Fragen zur menschlichen Existenz
Hoheslied - sehr schöne Lieder über die Liebe zwischen
einem Mann und einer Frau, und im übertragenen Sinn,
zwischen Gott und seinem Volk oder zwischen Jesus und
seiner Braut, der Kirche.

8

17.02.2003, 14:58

Ich bin zur Zeit so ein Abraham-Fan.

Der Herr sprach zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandschaft, und aus deinem Vaterhaus, in das Land, das ich dir zeigen werde...
Da zog Abram weg.

Cool. Hört das, und tut es einfach. Auf und weg.

Was für ein Vertrauen!
Wie leicht haben wir es im Vergleich, Gott zu vertrauen, mit der ganzen Geschichte, die gott mit seinem Volk bereits erlebt hat...
Und wie wenig vertrauen wir!
Immer wollen wir es lieber selbst machen, statt auf ihn zu vetrauen.

Da können wir wirklich was von lernen...

Philothea

Moderator

Beiträge: 6 138

Wohnort: Region Bonn

Beruf: Kinderkrankenschwester

9

17.02.2003, 17:17

liebe miss marple
Abraham finde ich auch immer wieder ansprechend und zum Nachdenken.
Sind wir auch wie er bereit uns ganz auf Gott zu verlassen??
Ich versuche es, aber ich glaube, daß ich noch viel lernen kann.
liebe Grüße
Philothea
Gegen Stolz, gegen Neid, gegen Lieblosigkeit und Hass gibt es ein einziges, großes Heilmittel - die Liebe.
(Franz von Sales)
:P Philothea 8)

Otto Langer

unregistriert

10

17.02.2003, 19:31

Antwort:

Verzeiht, wenn ich (seit heute Neuling in diesem Forum) erst dumme Fragen stelle.

1. Welche Bedeutung hat das AT für Christen in unserer Zeit? In der Praxis für den <normalen> Christen? Oder für den Theologen? Oder welchen Bezug nimmt die Liturgie zum AT?

Rainer führt als Lieblingsstelle Hes 36, 25-27 an. Diese gehört auch zu meinen Lieblingsstellen, zeugt sie doch vom Wesen des Neuen Bundes, der mit Christus Jesus verordnet wurde. Doch wer hat die Verwirklichung dieses Wortes in seinem Leben schon erfahren?
<Und ich werde reines Wasser auf euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von all euren Unreinheiten und von all euren Götzen werde ich euch reinigen. Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben; und ich werde machen, daß ihr in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen bewahrt und tut.>
Die laufend begangenen Sünden lassen doch vermuten, dass irgend etwas nicht stimmen kann.

otto

reto

Erleuchteter

Beiträge: 4 027

Wohnort: Bistum Chur

Beruf: Dipl. El.-Ing ETH, Primarlehrer

11

17.02.2003, 20:24

@Otto Langer

Zur Frage: Wie nimmt die Liturgie Bezug aufs AT
Eine Teilantwort:
Am Sonntag gibt es drei Lesungen: Altes Testament, Epistel, Evangelium. Ist zum Beispiel im Evangelium von der Heilung eines Aussätzigen die Rede, bringt die erste Lesung die alttestamentliche Gesetzgebung über den Aussatz. Das verdeutlicht den alten Satz: "In Vetere Novum latet, in Novo Vetus patet" - Im Alten Testament ist das Neue verborgen, im Neuen wird das Alte offenbar".
Es ist sehr interessant, über den inneren Zusammenhang dieser zwei Lesungen zu meditieren.


Die Epistellesung (Briefe des NT) steht nicht in direktem Zusammenhang mit den zwei andern Lesungen, da hier Brief für Brief, Kapitel für Kapitel gelesen wird. Und in der Osterzeit gibt es eine Ausnahme: In der Osterzeit gibt es keine alttestamentliche Lesung, da dann aus der Apostelgeschichte und der Offenbarung gelesen wird.
Quoniam si reprehenderit, nos cor nostrum:
maior est Deus corde nostro, et novit omnia. (1 Joh 3,20)

reto

Erleuchteter

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Wohnort: Bistum Chur

Beruf: Dipl. El.-Ing ETH, Primarlehrer

12

17.02.2003, 20:31

Das Alte Testament ist voll von schönen Stellen.
Philothea hat das Buch Tobit erwähnt. Ich mag es auch sehr: Es ist voller Weisheit und Poesie.

Mich faszinieren auch die ersten elf Kapitel aus dem Buch Genesis. Ich habe einmal gelesen, ein guter Prediger könne über diese Kapitel so predigen, dass alles wesentliche unseres Glaubens darin vorkomme.
Ich denke es stimmt: Hier ist der Samen gelegt für alles was folgt. Die ganze Dramatik der Heilsgeschichte, welche am Kreuz ihren Höhepunkt erreicht, ist hier schon begründet.
Quoniam si reprehenderit, nos cor nostrum:
maior est Deus corde nostro, et novit omnia. (1 Joh 3,20)

fono

Meister

Beiträge: 2 625

Wohnort: NRW - Sauerland

13

17.02.2003, 21:54

Tobit

Wie Philotea und Reto mag ich auch das Buch Tobit sehr. Ich hatte mich früher nie sonderlich mit der Geschichte beschäftigt, weil sie in evangelischen Bibeln nicht enthalten ist - seitdem ich sie aber das erste Mal komplett gelesen habe, gefällt sie mir sehr. Die tolle Story von Tobias, dem Engel und dem Hund sollte unbedingt mal verfilmt werden!

Aber auch das restliche AT finde ich immer wieder interessant und spannend zu lesen, auch wenn manche Teile echt harte Brocke sind. Ich brauchte z.B. mehrer Anläufe, bis ich das Buch Levitikus komplett gelesen habe... ;)


14

17.02.2003, 21:58

Liebe Philothea,
die Frage: "Vertraue ich auf Gott? Lass ich mich ganz auf ihn ein?" sollte man sich immer wieder stellen- und sehr wahrscheinlich wird man immer wieder Stellen finden, wo man eben nicht vertraut hat.
Wir sind ja auch noch nicht heilig, wir sollens erst werden...

Noch eine faszinierende Gestalt aus dem Alten Testament ist Jeremiah.
Franz Werfel hat ein tolles Buch über ihn geschrieben: "Höret die Stimme" das kann ich wirklich nur empfehlen..*schwärm*
Da geht es auch immer wieder um das Vertrauen auf gott, hier damit verknüpft, dass der Prophet von seinen eigenen Leuten verspottet wird, keiner nimmt ihn und seine Botschaft ernst, und er hat die unangenehme Aufgabe, sie trotzdem immer wieder zu bringen....

Alles Gute
Miss Marple

Otto Langer

unregistriert

15

18.02.2003, 20:15


In der Osterzeit gibt es keine alttestamentliche Lesung, da dann aus der Apostelgeschichte und der Offenbarung gelesen wird.
[/QUOTE]

Danke für die Nachricht.
Meine Gedanken gehen in eine andere Richtung:
Stimmt es, dass in der hl. Messe innerhalb dreier Jahre gerade 5 Prozent der Bibel gelesen werden. dabei stammen die Lesungen aus dem AT zu einem grossen Teil aus den Apokryphen. Warum aber werden die Aussagen des AT den Neuen Bund betreffend nicht gelesen und gelehrt? Üblicher Weise höre ich als Antwort die Frage, warum mich AT - Schriften so interessieren, wir lebten doch im NT. Oder, warum wird gerade in der Osterzeit kein AT gelesen, z. B. Jes 53, das doch das Werk Jesu hervorragend voraussagt?
Mit herzlichem Gruss, otto

16

19.02.2003, 11:16

@Otto Langer

Zitat

Warum aber werden die Aussagen des AT den Neuen Bund betreffend nicht gelesen und gelehrt? Oder, warum wird gerade in der Osterzeit kein AT gelesen, z. B. Jes 53, das doch das Werk Jesu hervorragend voraussagt?



Die Aussagen des AT den Neuen Bund betreffend werden doch gelesen, und zwar sonntags und an bestimmten Festtagen. (Unter der Woche normalerweise sind die Lesungen aus den Evangelien nicht so besonders auf die aus dem AT bezogen.) Und auch in der Osterzeit wird aus dem AT gelesen, und zwar aus dem Buch der Psalmen (Antwortpsalm). Jes. 53 wird am Karfreitag gelesen und ist eine sehr passende Lesung für diesen Tag.

Mit herzlichem Gruß,
Pilger


Gabriela

Anfänger

Beiträge: 8

Wohnort: Deutschland,jetzt Paris

Beruf: Hauswirtschafterin

17

19.02.2003, 11:45

AT

Hey!
Als Neuling im kath.net stieß ich auf dieses Thema zum AT und finde es echt gut.

Meine Lieblingsstelle im AT ist in 1 Könige 19,1-21
Besonders im Blick auf die heutige Weltsituation ist mir der Vers 15 besonders lieb, da es heißt: "Jahwe aber
sprach zu Elija: Auf gehe deinen Weg zurück durch die Wüste nach der Steppe von Damaskus...

Einsatz für den Dienst nach Gottes Willen ist ja oft nicht unbedingt so klar, aber sich der Zusage gewiß zu sein das Gott stets zugegen ist und uns zeigen kann was er will, das wir tun,ist für mich immer wieder neu die Quelle neuer Kraft, wenn's mal wieder zum Wegrennen ist.

So hoffe ich, Dir lieber Jakob auch eine schöne Bibelstelle mit zu deiner Frage zu den Bibelstellen aus dem AT vorgeschlagen zu haben

Lieben Gruß Gabriela

reto

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Beruf: Dipl. El.-Ing ETH, Primarlehrer

18

19.02.2003, 11:52

@Otto Langer @Pilger2003
Die Osterzeit beginnt mit der Osternacht und endet an Pfingsten. Jes. 53 wird wie erwähnt am Karfreitag gelesen.

Die Sonntags- und Feiertagslesungen umfassen in 3 Lesejahren (A,B,C):
* Evangelium praktisch ohne Ausnahme komplett
* Epistel ca. 90%
* Altes Testament 30-40%
(und dies keinesfalls vorwiegend aus deuterokanonischen Schriften, wie behauptet wurde - sondern aus dem gesamten AT)


Wer jeden Sonntag zur Messe geht, bekommt also ein solides biblisches Fundament.
Die Diözese Graz-Seckau hat übrigens ihr Liturgisches Direktorium auf dem Internet. Der sonntägliche Leseplan kann dort eingesehen werden.

Dazu kommen noch die Wochentagslesungen. Im Moment sind unter der Woche gerade Genesis und Markus dran.

Bei Taglicht oder Evangelium Tag für Tag kann man sich alle Lesungen per e-mail abonnieren.
Quoniam si reprehenderit, nos cor nostrum:
maior est Deus corde nostro, et novit omnia. (1 Joh 3,20)

19

19.02.2003, 13:11

@reto

Zitat

Psalm 53 wird wie erwähnt am Karfreitag gelesen.


Du meinst wohl Jes. 53. :) Übrigens, der Psalm für Karfreitag ist Psalm 31.

reto

Erleuchteter

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Wohnort: Bistum Chur

Beruf: Dipl. El.-Ing ETH, Primarlehrer

20

19.02.2003, 14:26

@Pilger2003

(Jes 53 nicht Ps53)
Hast natürlich recht. Habe es korrigiert. Danke.
Quoniam si reprehenderit, nos cor nostrum:
maior est Deus corde nostro, et novit omnia. (1 Joh 3,20)

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