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FraFran

unregistriert

1

30.05.2003, 12:05

Verzerrtes Gottesbild / Barmherzigkeit vs Gerechtigkeit

In einem anderen Forumsthema wurde die folgende Aussage getroffen:

Zitat

Es ist ein wichtiges Thema, dass viele die Barmherzigkeit gottes nicht kennen, sondern nur den grechten gott!


Mir erscheint es eher umgekehrt der Fall zu sein.
Allenthalben höre ich in Predigten, in Gesprächen, dass quasi alle in den Himmel kommen, von der Gerechtigkeit herzlich wenig gesprochen wird.

Wie sind Eure Erfahrungen?
Erfahrungen aus den Predigten, in Gesprächen mit Gemeindemitgliedern usw.

Ist dort die Angst vor der Strafe Gottes vorherrschend?

2

30.05.2003, 12:13

Danke, dass du dafür ein neues Thema angefangen hast! :)

Ich erlebe das recht gespalten.

Es gibt Leute die einen "wir sind ja alle ganz lieb und toll" Glauben vertreten- die reden aber nicht von der Barmherzigkeit Gottes. Ist ja auch logisch. Denn wer Barmkherzigkeit will, muss sich erstmal seiner Sünden bewusst sein.

Es gibt auch Leute- und ich glaube, dass sind genausoviele wie erstere- die von der Barmherzigkeit nicht viel wissen, und mehr aus angst denn aus Liebe handeln. Leider sind diese Leute dann auch unbarmherzig anderen gegenüber.


Beides ist natürlich falsch.
Ein Kennzeichen ist, ob jemand von der Barmherzigkeit gottes spricht- denn dadurch ist immer beides eingeschlossen, die Sünde und die Vergebung.

Schwer ist´s nicht vom Pferd zu fallen, weder auf der einen noch auf der anderen Seite- auch dafür braucehn wir die Barmherzigkeit Gottes!

xavia

unregistriert

3

30.05.2003, 12:40

Zitat

Original von FraFran
Mir erscheint es eher umgekehrt der Fall zu sein.
Allenthalben höre ich in Predigten, in Gesprächen, dass quasi alle in den Himmel kommen, von der Gerechtigkeit herzlich wenig gesprochen wird.

Wie sind Eure Erfahrungen?
Erfahrungen aus den Predigten, in Gesprächen mit Gemeindemitgliedern usw.

Ist dort die Angst vor der Strafe Gottes vorherrschend?
Also "wir kommen alle alle in den Himmel" ist ein Heurigenlied aus Wien. In Predigten habe ich es noch nicht vernommen. Den "strafenden Gott" viel mehr.

Es ist für mich interessant zu beobachten, dass man gerade Menschen die in die Kirche gehen, also Glaube und Religion doch zumindest ernster nehmen, mit dem "gerechten Gott" disziplinieren will.

Und trotzdem bin ich der Überzeugung, dass man auch die Menschen "draußen" mit dem liebenden Gott und mit dem "bedingungslos Angenommensein", wie Kardinal Schönborn so treffend formuliert hat, viel eher erreicht. Zu Glaube und Liebe führt!!

4

30.05.2003, 13:10

noch kein mensch wurde durch ablehnung verändert, geläutert... aber wieviele menschen wurden durch das geliebtwerden, durch die erfahrung des geliebtsein durch gott wieder heil???

und gott straft nicht, weil die gebote kein selbstzweck sind...
aber wenn ich diese gebote nicht befolge, sündige ich, bereite mir und/oder anderen leid... und dieses leid setzt sich weiter fort, darinn besteht die strafe... weil unsere welt so aufgebaut ist...




es gibt kein recht auf ein unrecht!


xavia

unregistriert

5

30.05.2003, 14:45

Zitat

Original von simoforever
noch kein mensch wurde durch ablehnung verändert, geläutert... aber wieviele menschen wurden durch das geliebtwerden, durch die erfahrung des geliebtsein durch gott wieder heil???

und gott straft nicht, weil die gebote kein selbstzweck sind...
aber wenn ich diese gebote nicht befolge, sündige ich, bereite mir und/oder anderen leid... und dieses leid setzt sich weiter fort, darinn besteht die strafe... weil unsere welt so aufgebaut ist...
Deiner Ansicht kann ich einiges abgewinnen!

Zum Erstern kann ich nur mit Kardinal Schönborn antworten: das "bedingungslose Angenommensein" führt zum Besseren - zur Liebe.

Philothea

Moderator

Beiträge: 6 138

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Beruf: Kinderkrankenschwester

6

30.05.2003, 20:13

Ich denke auch, daß die Lehre : Wir kommen alle in den himmel, wie ja auch hier in Köln gesungen wird ;) , nichts mit der Barmherzigkeit Gottes zu tun hat.

Gottes Barmherzigkeit wird nur dann sichtbar, wenn ich mir bewußt bin sündig zu sein und Barmherzigkeit notwendig habe - wie eben der verlorenen Sohn.

Bei uns wird selten gepredigt von der Sünde und der Barmherzigkeit, aber auch selten bis gar nicht davon daß alle in den Himmel kommen.

Ich denke daß früher zuviel vom strafenden Gott gepredigt und gelehrt wurde - heute dagegen wird fast gar nicht mehr gelehrt und das ist ein vielk größeres Problem.

Ich glaube es ist wichtig den Menschen klar zu machen Gott ist ein liebender Vater, voll Barmherzigkeit, aber wenn wir ihn nicht um seine Barmherzigkeit bitten wird die Strafe oder die Strafen auch kommen.

Aber für mich ist das wichtigste Gottes Liebe zu verkünden, weil wenn ich seine Liebe erfahre, sehe ich meine eigenen Sünden und Unzulänglichkeiten und kann dann nur auf seine Barmherzigkeit vertrauen.

liebe grüße
Philothea
Gegen Stolz, gegen Neid, gegen Lieblosigkeit und Hass gibt es ein einziges, großes Heilmittel - die Liebe.
(Franz von Sales)
:P Philothea 8)

FraFran

unregistriert

7

31.05.2003, 17:24

Eine Bitte:

Meine Intention war und ist, dass aus praktischer Erfahrung an Hand von Beispielen erzählt wird, vor allem aus der Verkündigung/Predigt, ob es zutrifft, dass der Richtergott im Vordergrund steht.
Es wäre schön, wenn ihr dazu erzählen könntet.
DANKE!

herzrosenduft

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8

20.03.2017, 21:35

Gott ist gut, und ER ist gütig. Daraus entspringt seine Barmherzigkeit.

Gerechtigkeit besagt den Willen Gottes zu tun und zu erfüllen. Man sagt der heilige Josef war gerecht, denn er hat den Willen Gottes treu erfüllt.
Im NT wird die Gerechtigkeit vom Tun des Willens Gottes und dem Erfüllen seiner Gebote und Gesetze hin zum Glauben an Jesus Christus verlagert. Durch den Neuen Bund wird der Mensch durch den Glauben an den Sohn Gottes Jesus Christus gerecht.

Die Barmherzigkeit Gottes hat nicht Priorität vor der Gerechtigkeit. Beides ist maßgebend.
Die Barmherzigkeit Gottes entbindet nicht von der Gerechtigkeit.
Eigentlich setzt die Barmherzigkeit Gottes die Gerechtigkeit, oder zumindest den guten Willen zur Gerechtigkeit, voraus...
_______________________________________________________________________________________

Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

9

22.03.2017, 15:52

Die Barmherzigkeit definiert wohl erst den Horizont, in dem Gerechtigkeit sich ereignen kann.

Zum Thema falsch verstandene Gerechtigkeit könnte man den älteren Sohn doch mal befragen. Viele werden vor der Tür stehen und sich weigern am Fest teilzunehmen mit denen, die das gemeinsame Erbe mit Dirnen verprasst haben. Ist aber auch nicht weiter schlimm: der Vater wird auch ihnen entgegenkommen und nicht ruhen, bis sie seine Barmherzigkeit erkannt haben.

"Wenn schon der Gerechte erlöst wird, um wieviel mehr der Sünder!"
"Monsieur, wenn ein Finger zum Himmel zeigt, schaut nur der Dummkopf den Finger an."
-- Die fabelhafte Welt der Amélie

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »quia_absurdum« (22.03.2017, 16:20)


Dammerl

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10

22.03.2017, 17:09



"Wenn schon der Gerechte erlöst wird, um wieviel mehr der Sünder!"

So ist es.
Es ist jene große, nicht vergebbare Sünde gegen den Hl. Geist, die an Gottes Liebe, sprich Barmherzigkeit zweifelt. Es gibt keine Sünde, mag sie noch so groß sein, die Gott nicht vergibt, wenn der Mensch umkehrt und sie bereut, auch wenn das 7 mal 70 mal geschehen muss. Von der Hl. Therese von Lisieux stammt in etwa der Satz: Herr, ich weiß, dass ich schwach bin, Du weißt es sowieso. Niemand ist somit überrascht, also machen wir weiter so: Du liebst mich und ich dich.

Wer sich der Barmherzigkeit Gottes verweigert, wird allein durch Gottes Gerechtigkeit be- und verurteilt. Niemand kann dann bestehen.
Diese Barmherzigkeit Gottes ist jedoch nicht billig, sie "kostet" dem Menschen etwas: seine Barmherzigkeit, sprich Liebe. Sie muss oft in der (Be-)Währung der Demut "bezahlt" werden.
Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit wird zum ungerechten Relativismus, Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit zum lieblosen Fanatismus. Als Christ jedoch ist man sich bewusst geliebt von der Wahrheit (Papst em. Benedikt XVI.) und von der Liebe zu sein. Beides verhilft uns dazu recht zu lieben und liebend gerecht zu sein.

Servus
Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde.
https://emmauspilger.wordpress.com/

11

22.03.2017, 22:07


Wer sich der Barmherzigkeit Gottes verweigert, wird allein durch Gottes Gerechtigkeit be- und verurteilt. Niemand kann dann bestehen.
Diese Barmherzigkeit Gottes ist jedoch nicht billig, sie "kostet" dem Menschen etwas: seine Barmherzigkeit, sprich Liebe. Sie muss oft in der (Be-)Währung der Demut "bezahlt" werden.
Wer sich der Barmherzigkeit Gottes verweigert, weiß nicht worum es sich handelt. Wer die Barmherzigkeit kennt, erfährt, kann sich ihr schlechterdings nicht verweigern. Diese Barmherzigkeit kann nicht Gegenstand von Feilschen sein, sie kann nicht verdient werden, weil sie nicht verkauft wird. Sie kostet nichts, vielmehr lädt sie ein, aus der Liebe zu leben. Sie muß nicht bezahlt werden, auch nicht in der Währung Demut.

Gott ist die Liebe.
"Monsieur, wenn ein Finger zum Himmel zeigt, schaut nur der Dummkopf den Finger an."
-- Die fabelhafte Welt der Amélie

herzrosenduft

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12

23.03.2017, 11:11

Zum Thema falsch verstandene Gerechtigkeit könnte man den älteren Sohn doch mal befragen. Viele werden vor der Tür stehen und sich weigern am Fest teilzunehmen mit denen, die das gemeinsame Erbe mit Dirnen verprasst haben. Ist aber auch nicht weiter schlimm: der Vater wird auch ihnen entgegenkommen und nicht ruhen, bis sie seine Barmherzigkeit erkannt haben.


Wie die Geschichte vom barmherzigen Vater und seinen beiden Söhnen wohl weitergeht? Ob der ältere auf das gute Zureden des Vaters eingehen und am Fest teilnehmen wird? Wird er seinen Bruder herzlich willkommen heißen und sich mit freuen, dass der Vater und er ihn wieder hat? Oder wird Neid und Missgunst sich in seinem Herzen festsetzen und sein Tun in Zukunft bestimmen?
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Dammerl

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13

23.03.2017, 15:53


Wer sich der Barmherzigkeit Gottes verweigert, weiß nicht worum es sich handelt. Wer die Barmherzigkeit kennt, erfährt, kann sich ihr schlechterdings nicht verweigern. Diese Barmherzigkeit kann nicht Gegenstand von Feilschen sein, sie kann nicht verdient werden, weil sie nicht verkauft wird. Sie kostet nichts, vielmehr lädt sie ein, aus der Liebe zu leben. Sie muß nicht bezahlt werden, auch nicht in der Währung Demut.

Gott ist die Liebe.

Wir sprechen hier von Christen (Gesandten), welche die Barmherzigkeit Gottes täglich erfahren. Wer will aber barmherzig sein, der aufgrund seines Stolzes nicht dienen will oder sich bedienen lässt?
Gottes Liebe, Barmherzigkeit, Gnade kann man natürlich nicht verdienen, aber man muss bereit sein sich beschenken zu lassen. Und dies geschieht ebenso in der Bewährung der Demut, so wie der Herr uns ein Beispiel gibt:
Nachdem er nun ihre Füße gewaschen, sein Obergewand genommen und sich wieder niedergelassen hatte, sprach er zu ihnen: »Versteht ihr, was ich euch getan habe? Ihr nennt mich Meister und Herr, und mit Recht sagt ihr so; denn ich bin es. Wenn nun ich eure Füße gewaschen habe, als der Herr und als der Meister, dann sollt auch ihr einander die Füße waschen. Denn ein Beispiel gab ich euch, damit so, wie ich euch tat, auch ihr tut. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr, und ein Gesandter ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat. Wenn ihr das wißt, so seid ihr selig, wenn ihr so tut. (Joh 13-12-17)

Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist! (Lk 6:36)

Hier sind zwei Bewegungen angedeutet: Die Bereitschaft sich beschenken zu lassen und die Folgerung daraus: Das Geschenk sofort in der Liebe weiterzugeben, damit es sich vermehre.
Nimmt man noch die Aussagen Jesu hinzu, die er Schwester Faustyna vermittelte, dann wird offenbar, dass selbst Menschen, welche die Barmherzigkeit des Herrn kennen, ihr doch nicht vertrauen.



Servus
Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde.
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herzrosenduft

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14

05.04.2017, 18:36

Wenn wir heutzutage so gut wie gar kein Sündenbewusstsein bei den Menschen finden, dann müssen wir auch feststellen, dass die ganze Erlösungslehre der Kirche auch keine Grundlage mehr hat von den Menschen anerkannt zu werden.
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herzrosenduft

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15

07.04.2017, 20:39

Im Paulusbrief an die Galater lesen wir im 5.Kapitel, dass wir nicht erlöst werden können, indem wir die Gebote und Gesetze Gottes tun. Wir werden immer daran scheitern, und wir sind und bleiben sündige und sündigende Menschen; aber durch den rechten Glauben an Jesus Christus und durch das Wirken des Heiligen Geistes ist uns vergeben; wir sind mit Gott versöhnt und sind sicher erlöst.

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16

27.06.2017, 09:50

" In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen."
Mt 10,26-33

Die letzten beiden Sätze Jesu lassen aufhorchen. Sie klingen hart in unseren Ohren. Das ist alles andere als das, was ein "Soft-Glaube" vielleicht über die Barmherzigkeit Gottes meint.
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17

03.07.2017, 15:01

Geschätzter Herzrosenduft, recht haben Sie:
Das ist alles andere als das, was ein "Soft-Glaube" vielleicht über die Barmherzigkeit Gottes meint.
Echter Glaube ist nie soft! Der Glaube wird auf eine harte Probe gestellt und muß sich bewähren angesichts der übergroßen Barmherzigkeit Gottes. Sind wir nicht allesamt wie der Bruder des heimgekehrten Sohnes, an der Tür bleiben wir stehen, hartherzig, auf unser eingebildetes Recht pochend, voller Mißgunst ob der Liebe, die der Bruder endlich anzunehmen wagt? Obwohl wir schon längst leben könnten in dieser Liebe, haben wir sie nicht erfaßt, verschließen unser Herz vorm Bruder, und - schlimmer noch - machen dem Vater Vorhaltungen. "Wo bleibt da die Gerechtigkeit?" stammeln wir, und stehen selbst doch im Gericht mit leeren Händen da, angewiesen auf die göttliche Barmherzigkeit, die alle Gerechtigkeit einschließt.

Nein, Herzrosenduft, Sie haben recht: dies übersteigt den eingebildeten Glauben derer, die auf scheinbare Gerechtigkeit pochen, selbst doch auf die Liebe angewiesen sind. Es ist wesentlich schwieriger, sich die Vergebung und die Barmherzigkeit schenken zu lassen. Da ist kein Platz für einen "Soft-Glauben". Wehe denen, die der Versuchung anheim fallen, sich die göttliche Barmherzigkeit verdienen zu wollen!

quia_absurdum
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herzrosenduft

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05.07.2017, 18:30

Wehe denen, die der Versuchung anheim fallen, sich die göttliche Barmherzigkeit verdienen zu wollen!


Wie gut, dass wir nicht das bekommen, was wir verdient haben...
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herzrosenduft

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19

05.07.2017, 18:32

Es ist wesentlich schwieriger, sich die Vergebung und die Barmherzigkeit schenken zu lassen.


Wir sollten immer bedenken, dass uns die Barmherzigkeit Gottes nicht davon entbindet den Willen Gottes zu tun.
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20

05.07.2017, 22:30

Wir sollten immer bedenken, dass uns die Barmherzigkeit Gottes nicht davon entbindet den Willen Gottes zu tun.
Schon lustig! Ich glaube, das kann getrost unsere geringste Sorge sein: viele selbsternannte Glaubenswächter lassen die Ermahnungen nur so ungefragt auf die Mitchristen herunterprasseln ... :-) Immer wieder erbauend! Hach, wo man nicht überall sündigen kann! Einige haben da schon ganz abwegige Gedanken. Man muß sich als einfacher Gläubiger davor hüten, sich von deren verderbter Phantasie nicht anstecken zu lassen.

Wie ich sie liebe, diese Tugendhaften!

quia_absurdum
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