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Tetzel

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Beruf: Prediger

21

21.06.2005, 13:10

@Dimple

Zitat

PastoralassistentInnen leisten einen guten Beitrag zum Leben und Blühen vieler Gemeinden.


Im Bistum Mainz nicht!!!
Zumindest die wenigsten.
Der Großteil könnte auch Funktionär bei der SED gewesen sein!!!
Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt

Claudia

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22

21.06.2005, 13:25

Hallo Tetzel,

Zitat

Original von Tetzel
Die Menschen suchen etwas Spirituelles, finden es aber in der kirche nicht mehr, da die Theolügen meinen, man könnte die Leute doch nicht abschrecken und verschweigen deshalb den allumfassenden- katholischen- Glauben. Was dann noch ankommt ist ein Christentum light, das keinen mehr juckt. Deshalb sind die Kirchen leer.


Könnte das nicht viel mehr mit der Aufklärung zu tun haben?
Mit einer Mischung von *Jesus ist auferstanden* und *Du sollst* kannst Du in einer Welt, die die bedürfnisse des Einzelnen in den Mittelpunkt stellt, nicht mehr viel reißen, denn die Menschen in unseren Breitengraden lösen sich immer mehr von einengenden Autoritäten.

Ganz sicher würde es jeder hier als Zumutung empfinden, wenn es jetzt angesagt wäre, *den wahren Islam* zu vertreten - aber meiner Meinung nach vor allem deswegen, weil es nicht mehr akzeptiert wird, Denkweisen unhinterfragt übernehmen zu MÜSSEN.

Zitat

Nur komisch, daß die Kirchen dort voll sind, wo glaubwürdige Priester sind, die als konservativ verschrien sind und auch mal etwas konträres zum Mainstream vertreten...


Frag doch dort mal nach der Würde und vor allem nach spiritueller Selbstbestimmung des Menschen. ReligionsFREIHEIT dürfte dort ein Fremdwort sein. Wäre Dir sowas Recht? Also - solange es um den katholischen Glauben geht, sicherlich...;) Aber ach auf die Gefahr hin, daß *eine andere Wahrheit* gelehrt wird?

Freundliche Grüße,
Claudia

Claudia

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23

21.06.2005, 13:30

Hallo Dimple,

Zitat

Original von Dimple
Recht geben: Es kann nicht sein, daß die Kirche den Glauben der Zeit anpasst.


Meinst du, es wäre heute auch genauso okay wie vor 500 Jahren, Hexen zu verbrennen, die Frauen hinter den Herd zu stellen und jedem anderen, ob er will oder nicht, den eigenen Glauben aufzuzwingen? In solcher Hinsicht bin ich froh, daß sich der Glaube und die Kirche dem Zeitgeist angepaßt haben. Von einbem generellen NEIN zur Anpassung kann wohl nicht die Rede sein...;)

Zitat

Wenn Gott immer war und immer sein wird - woran wir glauben, dann kann sich unser Wissen über den Glauben ändern, nicht aber der Glaube an sich.


Solange es keine Einigkeit über *den Glauben an sich* gibt, kann der auch nicht gelehrt werden. Und die christliche Religion ist so zerstritten und zerfasert, daß man darauf wohl kaum hoffen kann.

Freundliche Grüße,
Claudia

Tetzel

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24

21.06.2005, 13:36

@Claudia

Was soll dieser Selbstbestimmungsquatsch???
Freiheit von allen Strukturen???
Man bist Du aber konservativ!!!
Diese Gedanken sind nach 1968 so was von megaout.
Die Wahrheit ist in!!! Und zwar immer zu jeder Zeit.
Und die findest Du einzig und allein in der ganzen Fülle in der Kirche.
Denn die Kirche ist der Zeit stets voraus, weil in ihr Christus weiterlebt und uns zum ewigen Heil führt.
Das hat nix mit Hinterfragen zu tun. Du kannst natürlich alles hinterfragen und wie ein kleines Kind dann auch Fragen: Warum ist die Banane krumm???
Falscher Ansatzpunkt!
Erst einmal dankend annehmen, mit dem Ziel es nachzuvollziehen und nicht erst mal alles, aber auch wirklich alles in Frage stellen und dann noch in dummdreister Manier auf eine Antwort hoffen.
Vieles kann kein Mensch verstehen, und Gott kann schon niemand "begreifen", wer es fassen kann der fasse es
Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt

Tetzel

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Beruf: Prediger

25

21.06.2005, 13:38

@Claudia

Zitat

Frag doch dort mal nach der Würde und vor allem nach spiritueller Selbstbestimmung des Menschen. ReligionsFREIHEIT dürfte dort ein Fremdwort sein. Wäre Dir sowas Recht? Also - solange es um den katholischen Glauben geht, sicherlich...


Niemand kommt zum Vater, außer durch mich- hat Jesus selbst gesagt!
Im Gegensatz zu ALLEN anderen Religionen ist das Christentum die einzige, welche lehrt, daß Du Deine Feinde lieben sollst!!!
Und das Christentum ist nun einmal DIE wahre Religion.
Das ist Fact
Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt

Dimple

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26

21.06.2005, 13:39

Zitat

Original von Claudia
Hallo Dimple,

Zitat

Original von Dimple
Recht geben: Es kann nicht sein, daß die Kirche den Glauben der Zeit anpasst.


Meinst du, es wäre heute auch genauso okay wie vor 500 Jahren, Hexen zu verbrennen, die Frauen hinter den Herd zu stellen und jedem anderen, ob er will oder nicht, den eigenen Glauben aufzuzwingen? In solcher Hinsicht bin ich froh, daß sich der Glaube und die Kirche dem Zeitgeist angepaßt haben. Von einbem generellen NEIN zur Anpassung kann wohl nicht die Rede sein...;)

Zitat

Wenn Gott immer war und immer sein wird - woran wir glauben, dann kann sich unser Wissen über den Glauben ändern, nicht aber der Glaube an sich.


Solange es keine Einigkeit über *den Glauben an sich* gibt, kann der auch nicht gelehrt werden. Und die christliche Religion ist so zerstritten und zerfasert, daß man darauf wohl kaum hoffen kann.

Freundliche Grüße,
Claudia


Liebe Claudia,

Der Glaube, daß Gott der Anfang, der Weg und das Ende ist, das er Mensch geworden und für uns gestorben ist, daß er in der Eucharistie gegenwärtig ist (nicht als Symbol oder Zeichen, sondern tatsächlich und wirklich), daß er uns leitet und mahnt, uns trotz unserer Fehler und Sünden, liebt, dieser Glaube hat sich nicht verändert.

Und in Punkto Glauben kann ich nur von der röm.kath. Kirche reden (und da, als nicht theologisch gebildeter, nur in Ansätzen) und nicht von anderen christlichen und nicht-christlichen Religionen.

lg
Dimple

Tetzel

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Beruf: Prediger

27

21.06.2005, 13:41

@Claudia

Zitat

Solange es keine Einigkeit über *den Glauben an sich* gibt, kann der auch nicht gelehrt werden. Und die christliche Religion ist so zerstritten und zerfasert, daß man darauf wohl kaum hoffen kann.


Die Einheit gibts.
DIE EINE HEILIGE KATHOLISCHE UND APOSTOLISCHE KIRCHE.
Alle anderen Konfessionen und Splittergruppen sind Abspaltungen.
Die katholische Kirche steht in ununterbrochener apostolischer Succession und lehrt den unverfälschten Glauben weiter, wenngleich viele ihrer Glieder schwach und Sünder sind
Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt

Dimple

Profi

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Wohnort: Wien

Beruf: Steuerberater

28

21.06.2005, 13:42

Zitat

Original von Tetzel
@Claudia

Was soll dieser Selbstbestimmungsquatsch???
Freiheit von allen Strukturen???
Man bist Du aber konservativ!!!
Diese Gedanken sind nach 1968 so was von megaout.
Die Wahrheit ist in!!! Und zwar immer zu jeder Zeit.
Und die findest Du einzig und allein in der ganzen Fülle in der Kirche.
Denn die Kirche ist der Zeit stets voraus, weil in ihr Christus weiterlebt und uns zum ewigen Heil führt.
Das hat nix mit Hinterfragen zu tun. Du kannst natürlich alles hinterfragen und wie ein kleines Kind dann auch Fragen: Warum ist die Banane krumm???
Falscher Ansatzpunkt!
Erst einmal dankend annehmen, mit dem Ziel es nachzuvollziehen und nicht erst mal alles, aber auch wirklich alles in Frage stellen und dann noch in dummdreister Manier auf eine Antwort hoffen.
Vieles kann kein Mensch verstehen, und Gott kann schon niemand "begreifen", wer es fassen kann der fasse es


Lieber Tetzel,

Der Selbstbestimmungquatsch ist aber notwendig: Wenn ich mich nicht frei und offen und freiwillig zum Glauben bekenne (was auch das Abwählen des Glaubens beinhaltet), dann ist der Glauben nicht viel wert. Wenn man mich zwingen würde, entweder zu sterben oder zu einer anderen Religion überzutreten, weiß ich nicht, ob ich stark genug wäre, den Tod zu wählen. Was ich aber genau weiß, ist, daß der "neue" Glauben ein Nichts ist, da ich keine Freiheit (Selbstbestimmungsquatsch ;) ) habe.

lg
Dimple

Tetzel

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29

21.06.2005, 13:43

@Claudia

Zitat

Meinst du, es wäre heute auch genauso okay wie vor 500 Jahren, Hexen zu verbrennen,


Informier Dich bitte erst einmal, wer Hexen verbrannt hat und wer sich als erstes vehement dagegen eingesetzt hat!
Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt

Tetzel

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30

21.06.2005, 13:46

@Dimple

Zitat

Der Selbstbestimmungquatsch ist aber notwendig


Klar ist ja auch richtig.
Aber nicht solch eine Selbstbestimmung, wie sie die ALT68er stets fordern, Freiheit von allen Moralvorstellung, von allen Gesetzen. Das führt in die Anarchie
Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt

Claudia

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31

21.06.2005, 13:47

Ohje, Tetzel, bei Dir geht aber einiges durcheinander... aber im Einzelnen:

Zitat

Original von Tetzel
1. Was soll dieser Selbstbestimmungsquatsch???
2. Freiheit von allen Strukturen???
3. Man bist Du aber konservativ!!!
4. Diese Gedanken sind nach 1968 so was von megaout.
5. Die Wahrheit ist in!!! Und zwar immer zu jeder Zeit.
6. Und die findest Du einzig und allein in der ganzen Fülle in der Kirche.
7. Denn die Kirche ist der Zeit stets voraus, weil in ihr Christus weiterlebt und uns zum ewigen Heil führt.
8. Das hat nix mit Hinterfragen zu tun. Du kannst natürlich alles hinterfragen und wie ein kleines Kind dann auch Fragen: Warum ist die Banane krumm???
Falscher Ansatzpunkt!
9. Erst einmal dankend annehmen, mit dem Ziel es nachzuvollziehen und nicht erst mal alles, aber auch wirklich alles in Frage stellen und dann noch in dummdreister Manier auf eine Antwort hoffen.
10. Vieles kann kein Mensch verstehen, und Gott kann schon niemand "begreifen", wer es fassen kann der fasse es


1. Selbstbestimmung ist Quatsch? Ich vermute, daß Du selbstbestimmt katholisch bist und bleibst. Ist Deine Entscheidung für Gott also Quatsch? Oder wurdest Du gezwungen?

2. Wer sagt von ALLEN Strukturen? Wir können uns gern über Freiheit unterhalten, und wenn Du über zuviel Freiheit in dieser Gesellschaft schimpfst, rennst Du bei mir offene Türen ein. Ich denke: das Maß ist wichtig, die Waage zwischen Freiheit und Gebundenheit.

3. Konservativ ist Selbstbestimmung ja nun überhaupt nicht... sondern liberal!

4. In dieser Gesellschaft, wie in ganz Europa, nimmt er zu. Was meinst Du, wieso sich die europäischen Länder gegen einen Gottesbezug in der Verfassung aussprechen - eben damit ein Maß an Selbstbestimmung in dieser Frage überhaupt MÖGLICH ist.

5. Nur konnte man sich zu keiner Zeit einigen, was *die Wahrheit* ist. Also hat *die Wahrheit* ein ernstes Problem... und überzeugt wohl immer weniger Menschen. Zumindest dort, wo sie wählen können.

6. siehe 5. - nein.

7. Kann für mich kein Argument sein, sit eine reine unbelegte Behauptung.

8. Das solltest Du auch - und vor allem dann, wenn Du es als Wahrheit weiter gibst.

9. Abstrahiere einfach mal das, was Du von anderen erwartest, auf den anderen - wenn ich Dir so käme - meinte, die Wahrheit gepachtet zu haben - könntest Du mich ernst nehmen? Ich denke nein.

10. Die Wahrheit sollte JEDER begreifen können.

Freundliche Grüße,
Claudia

Linus

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32

21.06.2005, 13:48

Zitat

Original von Claudia
meinst Du nicht, es schreckt viel mehr Leute ab, wenn *die harte Linie* gefahren wird? Zumindest scheint das der Grund für die vielen Kirchenaustritte hierzulande zu sein, denn die Kardinäle nehmen wenig Rücksicht auf *theologische Weicheier*...;)

interessanter weise nicht, beispiele: Wien kommende Weihe am 24.6 1 Diözesanpriester 5 aus dem Neokatechumenalen Seminar.
oder schau dir Nigeria an 600 Seminaristen! - ausleseverfahren sowohl gesitlich als auch intellektuell ziemlich heftig (Fehlen beim gemeinsamen gebet 1. Mal Verwarnung 2. Austritt wird nahegelegt 3. "sag zum Abschied leise Servus." intelektuell: Latein in wort(!) und schrift) oder die Seminare der Petrusbrüder sind ja auch "voll" (oder OPraem in Prag: 90 neuentritte seit 1990)


Zitat

Wenn Dein Kurs fortgefahren wird, sehe ich, daß die großen Kirchen hierzulande zur Bedeutungslosigkeit oder Sektengröße verkommen, und das kann ja wohl nicht im Sinne der Gesellschaft sein, oder?
Ach das Volkskirchenkonzept (also u.a. Verabschiedung von einer laxen Sakramentenpastoral) hat sich überlebt, nicht die Masse sondern die Klasse machts!
Toleranz ist Mißtrauen gegen ein eigenes Ideal (Nietzsche)
Meine nicht vorhandene Homepage :]

Gandalf

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33

21.06.2005, 13:51

Wenn manche Städte ansehe, wo in manchen Klösterkirchen bis zu 8 Priester konzelebrieren, dann schreie ich mal laut:

Hilfe, Priesterüberschuss oder Hilfe, Laienmangel!

Ich glaube daher das "Märchen vom Priestermangel" nur bedingt.
MARY'S MEALS - 10 EURO für ein Kind - Rettet Kinder vor dem Hungertod!
Mit Kath.Net nach IRLAND: Juni 2012 - Papstbesuch - Eucharist. Weltkongress

Padre Pio: "Überlege gut, was du schreibst, denn der Herr wird dich darüber zur Rechenschaft ziehen."

Claudia

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34

21.06.2005, 13:51

Hallo Dimple,

Zitat

Original von Dimple
Der Glaube, daß Gott der Anfang, der Weg und das Ende ist, das er Mensch geworden und für uns gestorben ist, daß er in der Eucharistie gegenwärtig ist (nicht als Symbol oder Zeichen, sondern tatsächlich und wirklich), daß er uns leitet und mahnt, uns trotz unserer Fehler und Sünden, liebt, dieser Glaube hat sich nicht verändert.


Damit hat sicher kaum jemand ein Problem (solange er nicht gezwungen wird, das auch zu glauben).

Aber das ist es ja nicht, was man mit *sich dem Zeitgeist unterwerfen* meint, oder? Dabei geht es ja um Sexual- und andere moral, Abtreibungsgesetze, Religionsfreiheit, Frauengleichstellung, Schwulenehe usw. Und da bin ich schon der Meinung, muß sich die Kirche anpassen, um nicht unterzugehen bzw von einer breiten Masse abgelehnt zu werden..

Freundliche Grüße,
Claudia

35

21.06.2005, 13:51

Zitat

Original von Claudia
Hallo Dimple,

Meinst du, es wäre heute auch genauso okay wie vor 500 Jahren, Hexen zu verbrennen, die Frauen hinter den Herd zu stellen und jedem anderen, ob er will oder nicht, den eigenen Glauben aufzuzwingen? In solcher Hinsicht bin ich froh, daß sich der Glaube und die Kirche dem Zeitgeist angepaßt haben. Von einbem generellen NEIN zur Anpassung kann wohl nicht die Rede sein...;)


Weißt Du, warum es damals dazu kam? Weil sich die Kirche dem damaligen Zeitgeist angepaßt hat. Oder z.B. die übertriebene Betonung des 6. Gebotes im 19. Jhd, dort hat sich auch die Kirche dem Zeitgeist angepaßt gehabt mit der Prüderie des Bürgertums.
Ad Maiorem Dei Gloriam

Benedictus

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36

21.06.2005, 13:52

Wenn ich hier und anderswo Kommentare zum Priestermangel lese, fällt mir jedes Mal dieselbe Unlogik bei folgendem Argument auf:

"Es gibt so wenige Gläubige, wie kann es da Priestermangel geben?"

Eigentlich ganz einfach: Die wenigen Gläubigen verteilen sich nämlich über etliche Pfarreien, die alle (und wenn es dort nur 10 regelmäßige Gottesdienstbesucher gibt) von einem Priester besucht werden müssen.

Die Möglichkeit, diesem Problem Abhilfe zu leisten ist einfach: Man legt die Pfarreien zusammen, so dass sich an der neuen gemeinsamen Pfarrkirche genügend Gläubige einfinden. DAS aber wollen diejenigen, die wie oben argumentieren auch wieder nicht. Frage: Was dann? In den nächsten 5 - 10 Jahren werden die Priester aus den reichen Jahrgängen der 60er und 70er in den Ruhestand gehen. Nachwuchs ist gleich null oder zumindest nicht genügend.

Selbst wenn es den Bischöfen gelingen sollte, mit den in diesem Thread vorgeschlagenen Möglichkeiten mehr Priesternachwuchs zu erzeugen, so wird es dennoch 20 - 30 Jahre dauern, bis der alte Bestand wieder erreicht ist. Es müssen Lösungen gefunden werden, wie diese Zeit überbrückt werden kann.

Da die meisten (wie auch ich) nicht wollen, dass Pastoralreferenten immer mehr in ehemals priesterliche Aufgaben gedrängt werden, kann es nur den Weg der Zusammenlegung geben. Viele Pfarreien (die mit den 50er Jahre Kirchen) sind sowieso lediglich das Produkt der Bevölkerungsumwälzungen nach dem 2 Weltkrieg.

ZB die Pfarrvikarie am jetzigen Wohnort meiner Eltern: Bis in die 50er Jahre gab es dort lediglich eine Kapelle, das Dorf war Vorort der in unmittelbarer Nähe liegenden Kreisstadt. In den 50er Jahren wurde der Ort plötzlich selbstständige Gemeinde inklusive eigener Pfarrei (gebildet mit dem ebenfalls ausgemeindeten Nachbardorf). Beides hatte es in 700 Jahren Dorfgeschichte noch nie gegeben. Es folgten Kirchneubau, Pfarrhausbau (in beiden Dörfern!) usw. Zum damaligen Zeitpunkt wurden in einem Jahr noch bis zu 25 Neupriester geweiht, und so hatte die neue Pfarrei mit zwei Kirchen und insgesamt (beide Dörfer) vielleicht 1500 - 2000 Einwohnern auf einmal einen eigenen Priester. Es war völlig logisch, dass beim ersten Anzeichen von Priestermangel diese Pfarrei nicht wiederbesetzt werden würde, und nachdem der letzte Pfarrer 1991 gestorben war, wurde aus der Pfarrei eine Pfarrvikarie, die wieder von den Priestern der Kreisstadt versorgt wurde.

So. Diese Versorgung ist aber nur solange möglich, wie es in der Pfarrei der Stadt neben dem Pfarrer wenigstens noch einen Kaplan gibt. Da diese Stelle aber wegen des Priestermangels (obwohl es den ja angeblich gar nicht gibt, was ich nicht gerade unterschreiben kann) auf der Kippe steht (im ganzen BM Limburg gibts vielleicht noch 10 - 12 Kapläne) wird mit dem Weggang des letztenn Kaplans auch endgültig die Pfarrvikarie der beiden Nachbardörfer Geschichte sein. Der Bischof wird wegen der vielleicht 240 Gottesdienstteilnehmer wohl kaum nochmal irgendwelche Aushilfspriester (aus die die Pfarrei sowieso schon lange angewiesen ist) mobilisieren, zumal die Pfarrkirche in der Stadt kaum 3 km von den Nachbardörfern entfernt ist und es sich um ein ländliches Gebiet handelt, in dem praktisch jeder ein Auto hat.

Fazit: Natürlich ist es immer traurig, wenn Pfarreien so ausgedünnt sind, dass sie zusammengelegt werden müssen. Im Endeffekt ist es aber oftmals nicht anders möglich (warum auch immer, über die Gründe kann man streiten). Jedenfalls habe ich noch von keinem Konzept gehört, das kurzfristig (!) Abhilfe schaffen könnte. Und viele Pfarreien (wie im obigen Beispiel) haben auch gar keinen historischen Hintergrund sondern sind lediglich das Produkt von Boomjahren, wie sie die Kirche gegenwärtig leider nicht mehr erlebt. Man sollte immer auch die Chance sehen, die sich aus der Möglichkeit eines Neuanfangs ergibt. Und wer weiß, vielleicht werden geschlossene Kirchen ja auch irgendwann einmal wieder aufgeschlossen. Oder sogar neue Kirchen geweiht.
Spiritus Domini replevit orbem terrarum. Alleluia.

Claudia

Fortgeschrittener

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37

21.06.2005, 13:53

Zitat

Original von Gandalf
Wenn ich in manche Stadtkirchen gehe, wo in manchen Klöstern bis zu 8 Priester mitkonzelebrieren, dann schreie ich mal laut:

Hilfe, Priesterüberschuss oder Hilfe, Laienmangel!


Boa - wo gibt´s denn sowas... 8o???


Hi Linus,

Zitat

Ach das Volkskirchenkonzept (also u.a. Verabschiedung von einer laxen Sakramentenpastoral) hat sich überlebt, nicht die Masse sondern die Klasse machts!


Also lieber viele viele kleine Kirchen, mit jeweils ihrer eigenen *Wahrheit*, als mehrere große?

Freundliche Grüße,
Claudia

Gandalf

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38

21.06.2005, 13:54

Zitat

Original von Claudia

Zitat

Original von Gandalf
Wenn ich in manche Stadtkirchen gehe, wo in manchen Klöstern bis zu 8 Priester mitkonzelebrieren, dann schreie ich mal laut:

Hilfe, Priesterüberschuss oder Hilfe, Laienmangel!


Boa - wo gibt´s denn sowas... 8o???
Freundliche Grüße,
Claudia


Tja, zum Beispiel in Linz (Karmeliterkirche).

G.
MARY'S MEALS - 10 EURO für ein Kind - Rettet Kinder vor dem Hungertod!
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Padre Pio: "Überlege gut, was du schreibst, denn der Herr wird dich darüber zur Rechenschaft ziehen."

Gandalf

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Beruf: M+M (Medien+Management)

Benedictus

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40

21.06.2005, 13:59

Zitat

Original von Claudia
Hallo Dimple,

Zitat

Original von Dimple
Recht geben: Es kann nicht sein, daß die Kirche den Glauben der Zeit anpasst.


Meinst du, es wäre heute auch genauso okay wie vor 500 Jahren, Hexen zu verbrennen,...

Die Hexenverbrennung ist eine auf reinem Aberglauben beruhendes weltliches (!) Verbechen, dem sich beklagenswerter Weise etwa neun (aber nur neun!) katholische Bischöfe angeschlossen haben.

Einer der ersten Gegner der Hexenprozesse, der damit an die Öffentlichkeit trat war der Jesuitenpater Friedrich Spee von Langenfeld

Im Kirchenstaat gab es genau 0 (null) Hexenverbrennungen.
Spiritus Domini replevit orbem terrarum. Alleluia.

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