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Tetzel

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121

27.09.2005, 13:08

@dalet

Suchende Menschen gibt es viele.
Nur diese werden durch Hampelspielchen und esoterisches Sackhüpfen zur Panflöte aus der Kirche getrieben.
Die Menschen suchen Spiritualität, die ihnen jedoch in der Kirche nicht mehr gegeben wird.
Getaufte gibt es genug.
Nur warum soll der Berg zum Propheten kommen?
Wenn sich die Priester zu Hause ausruhen und sich nur um die Schäfchen kümmern, die überhaupt noch zu den Theaterstücken am Sonntag kommen, dann braucht man sich nicht zu wundern, daß die Bänke immer leerer werden...
Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt

Benedictus

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122

27.09.2005, 13:39

Zitat

Original von dalet
Im Zusammenhang mit diesem Thema stellt sich mir immer wieder die Frage:
handelt es sich um Priestermangel oder ist der Gläubigenmangel das Problem??

Sowohl als auch. Der eigentliche Mangel, also die Zahl der geringen Weihen hat natürlich auch damit zu tun, dass
a) immer weniger getauft werden, also der Kirche angehören und
b) generell weniger Kinder geboren werden

Der Mangel, wie er empfunden wird hat jedoch auch mit der Struktur zu tun: Denn trotz Schwund an Gläubigen hat sich die Struktur der Kirche ja kaum verändert. Gab es früher zB 1000 Pfarreien mit je 2000 Gläubigen, so sind es jetzt vielleicht nur noch 800 Gläubige... aber immer noch 1000 Pfarreien, für die theoretisch 1000 Priester benötigt werden. Dadurch wirkt sich der Priestermangel noch fataler aus.
Spiritus Domini replevit orbem terrarum. Alleluia.

Dolfi

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123

27.09.2005, 14:01

Priestermangel?

M.E. gibt es KEINEN Priestermangel, so lange es PRIESTER gibt, die nicht eingestellt werden!
Nur ein Beispiel: Warum werden nicht die Priester der Bruderschaft St. petrus (Zentrum: Wigratzbad) eingestellt? Diese Priester sind römisch-katholisch, sind GUT ausgebildete Priester und Dogmen.- und Papsttreu! Ihr grosser "Makel" ist - wohl bei vielen Pfarreien und Bischöfen - dass sie nur den Messritus 1962 zelebrieren! Kann dieser "Makel" aufgewogen werden mit einer Pfarrei ohne Priester??? Kaum! Die Jugendlichen hätten bei Anstellung als Pfarrer aus der Priesterbruderschaft St. Petrus zusätzlich ein Vorbild, warum sie Priester werden sollten! Aber solange es Priester in Jeanshosen mit Stola gibt, die "Wald- und Flurmessen" halten, die ohne Messbuch an der Altar gehen und wischi-waschi Predigten halten ... warum sollte da ein Jugendlicher Priester werden? Und solange unsere sg. Bischöfe meinen, der "Ritus" spalte die Pfarrei (kann man sich sowas vernunftsmässig erklären???), im selben Atemzug aber "Laien" als Gemeindeleiter (die selbst dem Pfarrer - als "priesterlichen "Mitarbeiter" dirigieren - in der Schweiz kein seltenes Pfarrei_Modell!!!) einsetzen.... warum sollte man sich da weihen lassen...?
Und schliesslich: Ist der Priestermangel nicht doch auch erin ganz klein wenig "gewollt", um die vielgepriesene "Laienmitarbeit" zu ermöglichen? Nichts gegen Laien"mitarbeit" - aber, zumindest in der Schweiz, geht diese "Mitarbeit" weit über das von der Kirche und vom Konzil gewünschte hinaus!
____________________________________________________
"Wir aber verkünden Christus, den Gekreuzigten!" 1 Kor 1.23

Benedictus

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Beruf: Student

124

27.09.2005, 14:09

RE: Priestermangel?

Zitat

Original von Dolfi
M.E. gibt es KEINEN Priestermangel, so lange es PRIESTER gibt, die nicht eingestellt werden!
Nur ein Beispiel: Warum werden nicht die Priester der Bruderschaft St. petrus (Zentrum: Wigratzbad) eingestellt? Diese Priester sind römisch-katholisch, sind GUT ausgebildete Priester und Dogmen.- und Papsttreu! Ihr grosser "Makel" ist - wohl bei vielen Pfarreien und Bischöfen - dass sie nur den Messritus 1962 zelebrieren! Kann dieser "Makel" aufgewogen werden mit einer Pfarrei ohne Priester??? Kaum! Die Jugendlichen hätten bei Anstellung als Pfarrer aus der Priesterbruderschaft St. Petrus zusätzlich ein Vorbild, warum sie Priester werden sollten! Aber solange es Priester in Jeanshosen mit Stola gibt, die "Wald- und Flurmessen" halten, die ohne Messbuch an der Altar gehen und wischi-waschi Predigten halten ... warum sollte da ein Jugendlicher Priester werden? Und solange unsere sg. Bischöfe meinen, der "Ritus" spalte die Pfarrei (kann man sich sowas vernunftsmässig erklären???), im selben Atemzug aber "Laien" als Gemeindeleiter (die selbst dem Pfarrer - als "priesterlichen "Mitarbeiter" dirigieren - in der Schweiz kein seltenes Pfarrei_Modell!!!) einsetzen.... warum sollte man sich da weihen lassen...?
Und schliesslich: Ist der Priestermangel nicht doch auch erin ganz klein wenig "gewollt", um die vielgepriesene "Laienmitarbeit" zu ermöglichen? Nichts gegen Laien"mitarbeit" - aber, zumindest in der Schweiz, geht diese "Mitarbeit" weit über das von der Kirche und vom Konzil gewünschte hinaus!


In Deutschland ist es einer Pfarrei nicht möglich, einen Priester ihrer Wahl einzustellen. Pfarrer werden vom Bischof ernannt.

Im übrigen greift das Beispiel nicht wirklich. In Deutschland zB sind mehrere Tausend Pfarrstellen vakant oder gar gestrichen worden, ich nehme nicht an, dass die Petrusbruderschaft diese Lücke auch nur ansatzweise füllen könnte.
Außerdem bin ich überzeugt, dass die Frage nach dem Ritus in manchen Pfarreien sehr wohl zu Konflikten führen würde.
Spiritus Domini replevit orbem terrarum. Alleluia.

Sebastian1985

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Beruf: Azubi in der Altenpflege

125

27.09.2005, 14:24

Ich bin überzeugt, die Frage nach dem Ritus ist DER Knackpunkt überhaupt. Mein Katechet sagte mir mal, dass er nicht andächtig mitbeten könne, wenn die Texte aus dem Messbuch gebetet werde, andersherum: Er kann nur mitbeten, wenn der Priester seine selbstformulierten Gebete nimmt.
Wenn hier schon Wirrungen hinsichtlich des neuen Ritus entstehen, dann doch erst recht beim alten Ritus! Ich würde sogar sagen, es gäbe Spaltungen innerhalb der Pfarrgemeinde oder sogar innerhalb der Ortskirche und das ist, in der tat eine schlechte Situation!

Benedictus

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126

27.09.2005, 14:40

Zitat

Original von Sebastian1985
Ich bin überzeugt, die Frage nach dem Ritus ist DER Knackpunkt überhaupt. Mein Katechet sagte mir mal, dass er nicht andächtig mitbeten könne, wenn die Texte aus dem Messbuch gebetet werde, andersherum: Er kann nur mitbeten, wenn der Priester seine selbstformulierten Gebete nimmt.

Na auf die Begründung für diese Auffassung wäre ich mal sehr gespannt gewesen.

Zitat


Wenn hier schon Wirrungen hinsichtlich des neuen Ritus entstehen, dann doch erst recht beim alten Ritus! Ich würde sogar sagen, es gäbe Spaltungen innerhalb der Pfarrgemeinde oder sogar innerhalb der Ortskirche und das ist, in der tat eine schlechte Situation!

Das könnte ich mir allerdings auch vorstellen...
Spiritus Domini replevit orbem terrarum. Alleluia.

Richi

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127

27.09.2005, 16:48

@Dolfi

Dein Anliegen ist nachvollziehbar. Bitte beschäftige Dich einmal mit verschiedenen Threads zum Thema Ritus etc. und versuche die Gesamtsituation der Kirche im deutschsprachigen Raum zu erkennen. Dazu gehören auch Ängste und Vorbehalte vieler Gläubiger gegenüber dem überlieferten Ritus und vor allem die Frage wo dies seinen Grund hat.

Ich halte es für durchaus denkbar, dass vakante Pfarrstellen von Petrusbrüdern übernommen werden, sofern den Gläubigen durch wen auch immer aber weiterhin die Möglichkeit zur Teilnahme am neuen Ritus gegeben werden sollte. Es wird bestimmt zur Auflösung anstehende Pfarren geben, die damit einverstanden wären und es gibt ja auch erfolgreiche birutuale Pfarren, wenn auch nur selten.

Die Situation in der Schweiz ist wirklich sehr sehr traurig; ich frage mich, ob die bestehenden Verträge zu diesem schlimmen Staatskirchenrecht nicht kündbar sind und die Kirche lieber einen radikalen Schnitt machen sollte, als die jetzige Situation weiterzutreiben. Es soll ja Gemeinden geben, die gar keinen Pfarrer mehr wollen sondern nur noch einen Pastoralassistenten. Sorry, aber was sollen die noch in der kath. Kirche?
http://www.introibo.net: Pilgertermine, Publikationen, Pressespiegel, Gebete sowie Lieder zum Download und noch vieles mehr rund um den überlieferten römischen Ritus

Dolfi

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128

27.09.2005, 22:13

Kernpunkt...

Nun, vielleicht bin ich - als "älteres Semetser" - nicht so skeptisch, was Biritualität oder NUR römischer Ritus anbelangt im Hinblick auf ein "Spaltung". Ich kenne Hunderte Katholiken, die weite Wege auf sich nehmen, obwohl es in ihrer Pfarrei eine "muttersprachliche hl. Messe" hat, um der alten hl. messe beizuwohnen. natürlich müsste man alle Gründe kennen... eines ist aber sicher: Sie fühlen sich in ihrer Pfarrei eher vertrieben als in ein "Mysterium Divinum" eingebaut.

Zitat

Bitte beschäftige Dich einmal mit verschiedenen Threads zum Thema Ritus etc. und versuche die Gesamtsituation der Kirche im deutschsprachigen Raum zu erkennen. Dazu gehören auch Ängste und Vorbehalte vieler Gläubiger gegenüber dem überlieferten Ritus und vor allem die Frage wo dies seinen Grund hat.

Der Deutsch-sprachige Raum ist schon ok! Aber er ist NICHT die Weltkirche - und leider auch nicht der "Nabel der Kirche". Tatsache ist, dass die alte hl. Messe ("Petrus-Brüder") näher zum UNBFASSBAREN GEHEIMNIS DES KREUZESOPFERS in der hl. Messe steht als mancher daherkonstruierte "Ritus". Ob nicht eher darin die gefürchtete Spaltung schon besteht? .. die Angst, nicht mehr "Faschingsmessen" oder "Palmsonntagsmessen mit Esel" "feiern" zu können? Was FEIERN ewir denn in der hl. Messe? Uns hat man es noch als Kinder beigebracht: Der Messkanon ist die höchste Lobrpeisung der allerheiligtsne Dreifaltigkeit. Wenn man heute "Kanones" sieht,. die da heissen: Jesus mit uns auf dem Weg" u.ö... was soll das? Werden WIR oder wird die allerheiligste Dreifaltigkeit gefeiert (früher hiess das "zelebriert"). Dass manche hier "Angst" und Vorbehalte haben, kann ich gut verstehen - weil man ihnen vielleicht nicht den römischen Ritus in seiner wunderbaren Fülle erklärt hat!

Zitat

Die Situation in der Schweiz ist wirklich sehr sehr traurig; ich frage mich, ob die bestehenden Verträge zu diesem schlimmen Staatskirchenrecht nicht kündbar sind und die Kirche lieber einen radikalen Schnitt machen sollte, als die jetzige Situation weiterzutreiben. Es soll ja Gemeinden geben, die gar keinen Pfarrer mehr wollen sondern nur noch einen Pastoralassistenten. Sorry, aber was sollen die noch in der kath. Kirche?

Durchaus einverstanden. Aber da stossen wir ja wiederum auf jene, die ihre "kirchliche Macht" nicht abgeben wollen! Dass es hier ganz dringend einer Änderung bedarf, steht ausser Frage - leider sind unsere Schweizer Bischöfe viel zu spät draufgekommen. Vor einigen Jahren gabe es Abstimmungen über die Trennung von Kirche und Staat. Wer war gegen die Trennung: Die Protestanten (der Staat ist ja ihr "Papst"), die Kirchgemeinden (nicht zu verwechseln mit den Pfarreien - beides sind Paralellinstitutionen in unserer Schweiz) und die Bischöfe.... Höchste Eisenbahn, das Ruder umzuwerfen und die protestantische Last der Staatskirche - zumindest für die Katholische Kirche - abzuschütteln!
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Geist

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129

28.09.2005, 10:10

Zitat

Original von Sebastian1985
Ich bin überzeugt, die Frage nach dem Ritus ist DER Knackpunkt überhaupt. Mein Katechet sagte mir mal, dass er nicht andächtig mitbeten könne, wenn die Texte aus dem Messbuch gebetet werde, andersherum: Er kann nur mitbeten, wenn der Priester seine selbstformulierten Gebete nimmt.
Wenn hier schon Wirrungen hinsichtlich des neuen Ritus entstehen, dann doch erst recht beim alten Ritus! Ich würde sogar sagen, es gäbe Spaltungen innerhalb der Pfarrgemeinde oder sogar innerhalb der Ortskirche und das ist, in der tat eine schlechte Situation!


Nein, keine schlechte, sondern das Spreu vom Weizen getrennt.
Der Sinn des Lebens ist Gott zu dienen!

Geist

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130

28.09.2005, 10:13

Zitat

Original von Richi
Ich halte es für durchaus denkbar, dass vakante Pfarrstellen von Petrusbrüdern übernommen werden, sofern den Gläubigen durch wen auch immer aber weiterhin die Möglichkeit zur Teilnahme am neuen Ritus gegeben werden sollte.


Warum?

Zitat

Die Situation in der Schweiz ist wirklich sehr sehr traurig; ich frage mich, ob die bestehenden Verträge zu diesem schlimmen Staatskirchenrecht nicht kündbar sind und die Kirche lieber einen radikalen Schnitt machen sollte, als die jetzige Situation weiterzutreiben. Es soll ja Gemeinden geben, die gar keinen Pfarrer mehr wollen sondern nur noch einen Pastoralassistenten. Sorry, aber was sollen die noch in der kath. Kirche?


Die Verträge, wenn überhaupt, bestehen zwischen staatskirchenrechtlichen Organisationen und dem Staat. Es gibt keine Verträge zwischen der Kirche und dem Staat, da die Eidgenossenschaft die Kirche rechtlich nicht anerkennt als Partner.

Gottes Segen
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Richi

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131

28.09.2005, 12:42

Die heutige Situation ist wie sie ist. Warum, wurde hier schon ausführlichst diskutiert.

Mithin haben wir leider die IST Situation zur Kenntnis zu nehmen und können nur überlegen, wie davon ausgehend gehandelt werden kann. BXVI beschreibt dies in seinen Büchern glasklar. Er hat die Situation der Liturgie erkannt, das weithin nicht (mehr) vorhandene Wissen über liturgische Dinge etc. bei den Gläubigen UND, dass man dies nicht so einfach per Order de Papa oder Brechstange zurückdrehen kann.

Brechstange wäre für mich, wenn eine heutige durchschnittliche NOM Gemeinde (die somit NIE auch nur lateinische NOM Messen feiert) nun von der Petrusbruderschaft übernommen wird und es dort nur noch Messen im überlieferten Ritus gäbe.

Der birituale Weg ist m.e. ein möglicher Schritt, durchaus mit einem Petrusbruder als Pfarrer und einem Gastpriester der 1x / Woche die NOM Messe feiert. So hätte der Pfarrer die Möglichkeit die Gläubigen wieder im rechten Glauben zu unterweisen ohne ihnen sofort vorzuschreiben, jetzt nur noch in überlieferte Messen zu gehen.
Die Gläubigen können doch weitestgehend nichts dafür, dass ihr Gedankengut heute so ist wie es ist. Ich wusste bis vor 1,5 Jahren auch NICHTS davon, dass es überlieferte Messen gibt, was das ist usw..
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Geist

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132

28.09.2005, 12:46

Aber warum muss garantiert werden (Deiner Aussage nach), dass jemand eine NOM-Messe besuchen können muss?

Warum spaltet genau das?

Liebe Grüsse
Der Sinn des Lebens ist Gott zu dienen!

Tilly

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Beruf: Heerführer der katholischen Liga

133

28.09.2005, 13:07

@Richi

Zitat

Brechstange wäre für mich, wenn eine heutige durchschnittliche NOM Gemeinde (die somit NIE auch nur lateinische NOM Messen feiert) nun von der Petrusbruderschaft übernommen wird und es dort nur noch Messen im überlieferten Ritus gäbe.


So wurde das doch auch bei der Einführung des NOM gemacht!!!
Außerdem würde es wahrscheinlich eh fast keinem auffallen, wenn wieder die Tridentinische Messe gefeiert wird.
Die Meisten kommen Sonntags in die Kirche, weil sie eh kommen.
Ich habe mal ein paar Freunde -die nicht übermäßig fromm, aber dennoch praktizierend sind- Sonntags in die Tridentinische Messe mitgenommen.
Ihnen ist es gar nicht aufgefallen, daß das nicht der fast überall gefeierte Ritus ist.
Kommentar: naja der Pfarrer hat ein bischen komisch gepredigt, aber sonst ist nichts aufgefallen
Den Rosenkranz in meinen Händen,
auf das Kreuz den letzten Blick,
so möchte ich mein Leben enden;
Mutter, schenk' mir dieses Glück!

Richi

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134

28.09.2005, 13:25

Dass es eh fast keinem auffallen würde wenn wieder die tridentinische Messe gefeiert würde finde ich eine interessante Meinung. Aber sorry ... meinst Du der Mehrheit der Gläubigen würde das nicht auffallen, wenn plötzlich alles in Latein wäre und der Priester sich - wie meinen die meisten doch gleich - am Altar vom Volk abwendet? Mmh

Das die Liturgiereform mit der Brechstange kam ist richtig. Nur muss man das je nicht jetzt gleich wieder machen und BXVI hat dies anscheinend auch nicht brechstangenmässig vor sondern - wenn ich seine Schriften richtig interpretiere - wohldosiert.

@ Geist

Ich empfinde die Situation so:

Die meisten heutigen Gläubigen kennen nur den NOM und der überlieferte Ritus, den sie gar nicht kennen, wird von den meisten aufgrund von Medienberichten bzw. bei vielen älteren - die ihn noch kennen - aufgrund falscher Verknüpfungen des Ritus mit als Zwängen empfundenen vorkonziliaren Kirchenzeiten verbunden. Gilt natürlich nicht für alle Leute, aber ich denke für die Mehrheit der heutigen Kirchgänger - um uns mal auf die zu beschränken.

Wenn nun in einer Pfarrei xy, die die Petrusbruderschaft übernehmen soll, das (durchaus sinnvolle) Ziel ist, die dortigen Kirchgänger katechetisch und liturgisch wieder im Sinne der Kirchentradition zu unterrichten, dann sollte dies m.e. nach nicht durch einen radikalen Schnitt (ab sofort nur noch überlieferte Messen) erfolgen sondern durch ein den Kirchgängern zuzubilligendes Überlassen des freien Willens, welchen Ritus sie besuchen möchten mit dem Ziel, durchaus irgendwann die NOM Messe einstellen zu können.
Betrachte ich z.B. die Praxis in St. Pegaliberg (sicher eine absolute Ausnahmepfarr und ich staune nur, wie die das hingekriegt haben gerade in den 70iger und 80iger Jahren), dann gibt es selbst dort EINE NOM Messe am Wochenende. Warum denn?
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Geist

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135

28.09.2005, 13:31

Zitat

Original von Richi
wenn plötzlich alles in Latein wäre


grrrrrr
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Geist

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Beiträge: 5 007

Wohnort: Schweiz

136

28.09.2005, 13:34

@Richi

Also Pelagiberg hat, wie ich meine eine Wallfahrtskirche (alles überlieferter Ritus) und eine separate Kirche.

Die Petrusbruderschaft feiert nicht im NOM!

ansonsten bitte ich Dich um Belege dafür.

-----------------

Natürlich muss ein Uebergang gut begleitet von Katechese sein. Das heisst aber nicht, dass es lange dauern muss, und schon gar nicht, dass zwei Riten gegeneinander gestellt werden.

So wie ich die Situation verstehe, wird es (endlich) nur mehr einen röm. Ritus geben.

Gottes Segen

PS: Wir sind off-topic... kehren wir zurück zum Thema.
Der Sinn des Lebens ist Gott zu dienen!

Dirk

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Beruf: Promovierter Naturwissenschaftler

137

28.09.2005, 13:54

Zitat

Original von Geist
Aber warum muss garantiert werden (Deiner Aussage nach), dass jemand eine NOM-Messe besuchen können muss?

Warum spaltet genau das?

Liebe Grüsse


Ich melde mich mal zu Wort, obwohl ich die Ritusdiskussion nicht wirklich verfolge. Ich glaube, dass das Hauptproblem ein psychologisches ist, nämlich die Assoziationen, die die Menschen haben, wenn sie an eine lateinische Messe denken.

Ein Beispiel ist meine eigene Mutter. Vor einiger Zeit waren Gäste aus Österreich in der Heimatpfarrei meiner Eltern. Die Hl. Messe wurde etwas feierlicher gestaltet, als üblich. Meine Mutter war empört, weil die Gäste "mit spitzen Fingern" (also ehrfürchtig) zur Kommunion gegangen sind, z.T. sogar kniend Mundkommunion gemacht haben. Meine Mutter assoziiert mit einem solchen Verhalten also etwas, was man vielleicht mit "mittelalterlich", "verstaubt", "unterwürfig", "ideologisch", "eng", "Elite" beschreiben kann.

Nicht nur dass viele Messen in den Gemeinden heute so konsumorientiert gefeiert werden, dass die Menschen es gar nicht mehr gewohnt sind, dass von ihnen etwas gefordert wird, was sie herausfordert (man schaue sich mal die Probleme an, die Pfarrer haben, die es tatsächlich wagen, wieder ein wenig Spiritualität in die Gemeinde zu bringen), es gilt gemeinhin der Grundsatz "Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht". Wenn eine Gemeinde es gewohnt ist, beim Hochgebet stehen zu bleiben, dann kann der Pfarrer Jahre damit verbringen, ihnen dieses abzugewöhnen (manche scheitern daran). Ich kenne hier eine Gemeinde, wo es sich eingebürgert hat, dass man höchstens extrem leise antwortet, sodass der Priester die Antworten im Ritus fast selbst geben muss - sie sind das halt so gewohnt. Die Leute wissen eigentlich gar nicht, was sie un oder nichttun. Und ihnen ist es auch egal, hauptsache es läuft so, wie es schon immer gelaufen ist.

Natürlich gibt es in der Diskussion auch viel ideologisches, in dem Sinne, dass hauptamtliche Laien um Plätze am Altar kämpfen etc., aber für den normalen Gläubigen zählt die Gewohnheit und die Assozitionen, die er hat.

Diese gilt es abzubauen. Wenn man das nicht tut, riskiert man, dass die Menschen allein schon aus emotionalen Gründen verschwinden oder aufmüpfig werden. Damit erzeugt man ein Chaos, das einen vernünftigen Umgang mit der Situation in den Pfarreien unmöglich macht. Es werden Wunden geschlagen, die schädlicher für die Kirche sein werden, als alles, was man bisher kannte. Dienen wird das niemandem, schon gar nicht dem eigentlichen Anliegen, nämlich die Menschen zu Gott zu führen.

Und das ist imho die eigentliche Frage, nämlich "Wie kann man es schaffen, die Menschen in den Gemeinden wieder enger an Gott zu binden?" Die Frage um den Ritus und die Gewohnheiten erledigt sich dann von selbst, denn ich kenne niemanden, der eng mit Gott verbunden ist (und natürlich katholisch ist), und den alten Ritus ablehnt. Für solche Menschen wäre eine Koexistenz der Riten überhaupt kein Problem mehr.

Lasst uns doch endlich einmal dazu übergehen, diese Grabenkämpfe zu verlassen und uns dem Wesentlichen zuwenden: Wie kann man es schaffen, den Widerstand der um ihren Einfluss kämpfenden, sich profilierenden Laien, zu überwinden und das typische Gemeindemitglied, das sich im Glauben nicht herausfordern lassen will und aus psychologischen Gründen gegen alles ist, was es nicht kennt, wieder mehr zu Gott zu führen? Wie kommt man an diese Leute ran?

Schafft man das, erledigt sich alles andere automatisch, um Priesternachwuchs müsste man sich ebensowenig Sorgen machen wie um eine würdig gefeierte Liturgie oder profilierungssüchtige Akteure (denn die sind wesentlich abhängig vom Rückhalt in der Gemeinde).

Leider aber hört man zu diesem wesentlichen Punkt kaum etwas an Konstruktivem, was man auch praktisch umsetzen kann. Seit fast 10 Jahren ziehe ich mit meiner Gemeinschaft in Deutschland herum, habe in hunderten von Gemeinden die gewöhnlich Sonntagsmesse besucht und versucht, diese mit genau dem oben beschriebenen Anliegen mitzugestalten und bin inzwischen ziemlich ratlos. Ich weiß nur: Mit radikalen Lösungen erreicht man gar nichts.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dirk« (28.09.2005, 13:58)


Benedictus

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28.09.2005, 14:16

Also ich hätte nichts dagegen, wenn eine vakante Pfarrstelle von einem Pater der Petrusbruderschaft übernommen wird, der dann dort sogar Pfarrer wird. Aber ich bin mir durchaus im Klaren, dass dies in der Gemeinde zu Verwerfungen führen würde, weil viele den NOM quasi als Errungenschaft einer überfälligen Reform ansehen und den überlieferten Ritus mit schlechten Kirchenbildern aus ihrer Jugendzeit gleichsetzen, wie das schon mal in einem anderen Thread hier erwähnt wurde.

Andererseits: Was ist die Lösung? Eine Messe im überlieferten Ritus oder eben keine. Dann doch lieber Messe. Außerdem muss man bedenken, dass der Besuch einer NOM-Messe nun wirklich kein solches Problem darstellt wie das einer Messe im überlieferten Ritus. Für eine NOM-Messe müsste jedenfalls niemand 150 km weit fahren, in der Nachbargemeinde gäbe es im Normalfall die nächste.

Es kommt, denke ich, in so einem Fall auch sehr auf das Fingerspitzengefühl des neuen Paters an. Wenn er dahinkommt mit der Einstellung "Jetzt zeigen wir den NOM-Verlotterten mal, was ne liturgische Harke ist", dann wird das schief gehen. Eine vorhergehende Einweisung, dass Bereitlegen eines zweisprachigen Messformulars und begleitende Predigten wäre dagegen hilfreich.

Zitat

Original von Geist

Zitat

Original von Sebastian1985
Ich bin überzeugt, die Frage nach dem Ritus ist DER Knackpunkt überhaupt. Mein Katechet sagte mir mal, dass er nicht andächtig mitbeten könne, wenn die Texte aus dem Messbuch gebetet werde, andersherum: Er kann nur mitbeten, wenn der Priester seine selbstformulierten Gebete nimmt.
Wenn hier schon Wirrungen hinsichtlich des neuen Ritus entstehen, dann doch erst recht beim alten Ritus! Ich würde sogar sagen, es gäbe Spaltungen innerhalb der Pfarrgemeinde oder sogar innerhalb der Ortskirche und das ist, in der tat eine schlechte Situation!


Nein, keine schlechte, sondern das Spreu vom Weizen getrennt.


Sorry - aber der Satz hätte auch von Pfluger stammen können. Wer den NOM mag ist also Spreu? Interessant.
Spiritus Domini replevit orbem terrarum. Alleluia.

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139

28.09.2005, 14:22

Zitat

Original von Geist
PS: Wir sind off-topic... kehren wir zurück zum Thema.


Waren die Ritusfragen nicht ein eigenes Thema in diesem Forum?
Muss sich beim Thema "Priestermangel" alles auf Liturgie konzentrieren (so sehr die hl. Eucharistie auch culmen et fons des ganzen krichlichen Lebens ist)?
Gibt es nicht auch noch Verkündigung und Diakonie?

Geist

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140

28.09.2005, 14:25

Zitat

Original von Benedictus

Zitat

Nein, keine schlechte, sondern das Spreu vom Weizen getrennt.


Sorry - aber der Satz hätte auch von Pfluger stammen können. Wer den NOM mag ist also Spreu? Interessant.

Nein, da hast Du mich missverstanden, und ich hoffe, Du nimmst den Vergleich zurück. Ich meinte, dass wer genau bei Deiner Frage (lieber Messe oder keine, da ja im überlieferten Ritus) nein sagen würde, Spreu ist, denn dem gehts nicht um das eucharistische Opfer, sondern um "Kirchenpolitik".

Genau dies würde nämlich bildlich vor Augen führen, wer denn in die Kirche geht wegen der Messe und Gott und dem Gebet, oder wer eben aus "falschen" Gründen vielleicht ab und zu geht.

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