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fono

Meister

Beiträge: 2 625

Wohnort: NRW - Sauerland

1

09.04.2002, 10:17

Erstkommunion

Am vergangenen Sonntag wurde in vielen katholischen Gemeinden die Feier der Erstkommunion begangen. Als ich die Bilder in den Zeitungen sah, mußte ich daran denken, dass meine Erstkommunion nun 20 Jahre her ist. Wann hat die Kirche eigentlich festgelegt, dass ein Kind mit 9 Jahren die Reife zum Empfang der Eucharistie hat? Außerdem würde mich interessieren, wie ihr eure Erstkommunion erlebt habt, bzw. ob euch in der Vorbereitungszeit der Sinn der Eucharistie und der Glaube allgemein vermittelt werden konnte.


2

09.04.2002, 12:26

Erfahrungen

Zitat

Original von fono
Außerdem würde mich interessieren, wie ihr eure Erstkommunion erlebt habt, bzw. ob euch in der Vorbereitungszeit der Sinn der Eucharistie und der Glaube allgemein vermittelt werden konnte.

Meine Erstkommunion war 1983 und in meiner Diasporagemeinde, in der ich damals wohnte, leitete der Pfarrer die einzige Vorbereitungsgruppe für uns ca. 15 Kinder. Tischmütter/ -väter gab es unter diesem Pfarrer nicht. Dafür gab er in den vielen Wochen Vorbereitung nochmal einen guten Durchlauf durch die Glaubensdinge, die einem 9-Jährigen verständlich und lebbar waren. Dazu gab er eine intensive Erklärung der Messfeier mit Lerntexten. Dazu vermittelte er auch das konkrete Eucharistieverständnis.

Wofür ich diesem (in der Gemeinde damals eigentlich nicht so beliebten) Pfarrer (R.I.P.) sehr dankbar bin, ist seine Einführung in das Gebet. Er ließ uns stundenlang ein Kommuniongebet auswendig lernen, bis es wirklich jeder konnte. So ist es mir zu einem lieben Begleiter bis heute geworden. Darüberhinaus hat er uns ein unverkrampftes Beten vermittelt, mit eigenen Worten, dass es "Gott nicht übel nimmt", wenn mal der Text eines Gebetes nicht genau stimmt, oder man eine Strophe mal vergessen hat. Man solle dann einfach nochmal anfangen. Diese Worte sind mir bis heute in Erinnerung geblieben und haben mir eine durchweg positive Grundeinstellung für meine Gottesbeziehung gegeben.

So kann ich sagen, dass ich viel aus dieser Erstkommunionvorbereitung und der Feier der Erstkommunion bis heute mitgenommen habe und als wertvoll achte.
"In necessariis unitas - in dubiis libertas - in omnibus caritas!"
"Im Notwendigen Einheit - im Zweifel Freiheit - in allem aber Liebe!"

(Wahlspruch des Unitas-Verbandes)

reto

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Beruf: Dipl. El.-Ing ETH, Primarlehrer

3

09.04.2002, 12:50

@Poldi
Habe soeben unter Gebete, Lieder und Gedichte deinen Beitrag 'O mein Heiland, grosser König' gesehen. Dieses Gebet hat mich seit meiner Erstkommunion begleitet. Es drückt die Freude sehr gut aus, die ich seither in jeder Eucharistiefeier empfunden habe.
Quoniam si reprehenderit, nos cor nostrum:
maior est Deus corde nostro, et novit omnia. (1 Joh 3,20)

reto

Erleuchteter

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Beruf: Dipl. El.-Ing ETH, Primarlehrer

4

09.04.2002, 13:16

Meine Erstkommunion und die Erstkommunion meiner Tochter

  • Weisser Sonntag vor 30 Jahren: Prachtwetter, Dorfmusik, Anzug und Krawatte,
    sehr feierlich, ca. 40 Kinder, eine Kirche in der Bischofsstadt,
    Kommunion unter beiden Gestalten
    (,falls mich mein Gedächtnis nicht täuscht - oder war dies erst an der Firmung?).
  • Letzten Sonntag bei meiner Tochter: Prachtwetter, Dorfmusik, weisses Kleid und Myrtenkranz,
    sehr feierlich, 12 Kinder, ein Holzkirchlein in der Diaspora,
    Kommunion unter beiden Gestalten.

Habe jetzt erst gemerkt, dass ich da ja mein 30. Jubiläum hatte. Dank fono kam ich auf die Idee nachzurechnen.
Soweit ich mich erinnern kann, war ich mir der Bedeutung des Augenblicks voll bewusst. Wir hatten auch einen sehr guten Unterricht bei unserm Pfarrer. Er vermittelte uns den Sinn der Feier sehr gut, und forderte uns auch heraus, Gott selber im Gebet über dieses Ereignis zu befragen.
Heute ist der Religionsunterricht viel abwechslungsreicher, als damals. Aber leider sind sich nicht alle Katechetinnen voll bewusst, dass hier wirklich Jesus in Gestalt von Brot und Wein bei uns einkehrt. Wenigstens redet unser Vikar da eine klare Sprache - das macht vieles wieder gut. Ich habe das Gefühl gekriegt, meine Tochter habe es erfasst.
Quoniam si reprehenderit, nos cor nostrum:
maior est Deus corde nostro, et novit omnia. (1 Joh 3,20)

JoJo-hannes

unregistriert

5

09.04.2002, 14:14

Alter... @fono

In der Katholischen Kirche gibt es zwei Praktiken
Im Osten (die "Griechisch-Katholischen" = unierten) empfangen Kleinkinder gleich nach der Taufe die hl. Kommunion. Diese Praxis gilt auch bei den Orthodoxen. Bei uns war dies ebenfalls der Fall. Erste Bestrebungen erst ältere Kinder zur Kommunion zuzulassen gab es ca. seit dem Konzil von Tours (813) Kinder sollten erst in einem Alter die Kommunion empfangen wo sie diese deutlich von anderen Speisen unterscheiden könnten und ansatzweise die Wichtigkeit dieser "himmlischen Speise" verstehen würden. -> "Vernunftalter". Ein genaues Alter wurde nicht festgelegt, aber es ist wohl so um die 8 Jahre (wenn auch individuell verschieden). Daher auch die erste hl. Beichte vor der Erstkommunion, da im Vernunftalter schon im gewissen Maß eigenes Verfehlen und Sünde erkennbar ist.


Das IV Laterankonzil (1215) hat dann diese Regelung bekräftigt und auf die ganze westliche Kirche ausgedehnt. Das Konzil von Trient bestätigte diese Regelung. Die Bischöfe (Bischofskonferenzen) können heute eine genauere Regelung treffen (7,8,9...Jahre) und ein Mindestalter.

In Christo
Johannes

tobias

unregistriert

6

09.04.2002, 16:53

Ach ja Weißer Sonntag.................

Wann: 1996
Wetter: perfekt :)
Kommunionanzug
Alle Verwandte waren da.

Es war für mich ein großartiger Tag als ich mit 27 anderen Kindern zum erstem mal an den Tisch des Herren gehen durfte.

Im Vorfeld wurden wir von Tischmüttern und userem Pastor auf dieses Ereigniss vorbereitet.

Was ich auch nie vergessen werde war die Flut an Geschenken und Karten!
Heute denke ich, dass diese Sachen nicht, dass wichtigste an diesem Tag waren, wie es vor 6 Jahren war weiß ich nicht mehr!

reto

Erleuchteter

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Beruf: Dipl. El.-Ing ETH, Primarlehrer

7

09.04.2002, 17:14

@Poldi @tobias

Was sind Tischmütter?
Wir kennen dies bei uns nicht.
Quoniam si reprehenderit, nos cor nostrum:
maior est Deus corde nostro, et novit omnia. (1 Joh 3,20)

tobias

unregistriert

8

09.04.2002, 17:33

@ reto

Tischmütter/väter sind Eltern die den Vorbereitungsunterricht leiten, meistens mit einem Buch. Uns haben sie auch auf die erste Beichte vorbereitet.
Morgens in der Schule der Pastor, Nachmittag die Mütter.
Sie suchen auch das Thema aus (z.B.:Wir sitzen allen in einem Boot) und bereiten die Kommunionmesse vor.

Ich habe mir eben mal ein Kommunionfoto angeschaut, da kommen Erinnerungen hoch....................

Ich hoffe ich konnte dir erstmal weiterhelfen!
Tobias

reto

Erleuchteter

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Wohnort: Bistum Chur

Beruf: Dipl. El.-Ing ETH, Primarlehrer

9

09.04.2002, 17:46

Tischmütter

Bei uns kennen wir den Begriff 'Tischmütter' nicht. Katechetinnen haben wir aber sehr wohl. Meine Tochter ist das einzige katholische Mädchen ihres Jahrgangs in unserem Dorf. Deshalb besucht sie den Religionsunterricht bei einer Katechetin mit den Kindern, die ein Jahr älter sind.

Für die Erstkommunion wurde sie von einer anderen Katechetin vorbereitet und einmal fand ein Vorbereitungsnachmittag aller Erstkommunikanten unserer Pfarrei mit dem Vikar statt. Dies bedeutete, dass sie einige Nachmittage ihrer Freizeit speziell für diese Vorbereitung opfern musste.

In der Schule wird übrigens noch biblischer Unterricht erteilt, von der Klassenlehrerin. Unsere beiden Kinder haben etwas Mühe damit, da sie spüren, dass die Lehrerin weniger Freude hat an der Bibel als sie.
Quoniam si reprehenderit, nos cor nostrum:
maior est Deus corde nostro, et novit omnia. (1 Joh 3,20)

Bernhard

Schüler

Beiträge: 98

Wohnort: Erzdözese Freiburg,BRD

10

09.04.2002, 18:12

Meine Schüler (3.Klasse) haben mir heute über ihre Erstkommunion (nach dem Gottesdienst) berichtet. Es
ging bescheiden zu. Ein Italienerkind war stolz auf den
"eingenommenen" Betrag von 2440 € ! Im Dankgottesdienst haben sie aber alle fleißig gespendet.
1/3 der Erstkommunikanten will Minis werden.

fono

Meister

Beiträge: 2 625

Wohnort: NRW - Sauerland

11

09.04.2002, 22:26

2440€ ist ganz schön viel Geld! Ich hatte damals ca. 500 DM, die meine Eltern einkassiert haben. ;) Außerdem einen Rosenkranz von der Kirche und eine Marienfigur aus Ton von einer Oma. Ich habe sie ein paar Tage später versehentlich fallen gelassen; das gab einen Abriß!


abbé jos

unregistriert

12

11.04.2002, 15:15

An meine Erstkommunion 1986 denke ich gerne zurück, obwohl es an diesem Tag zu einem riesigen Krach in der gesamten Verwandschaft kam. Dafür konnte ich jedoch nicht. Hauptsache für mich war damals, dass ich Jesus hatte, aber auch die Freude über die Geschenke war von der Partie. Denn seien wir mal ehrlich: Wer freut sich nicht auch über ein Geschenk. Allerdings haben nur wenige bis heute überlebt. Doch Jesus blieb.

Die Vorbereitung fand in unserer Pfarre im schulüblichen Religionsunterricht statt, der von unserem damaligen "alten" Pfarrer (78 J.) selbst gehalten wurde. Kommunionunterricht gab es nur in den Osterferien nach den Werktagsmessen. Unserer Pfarrer wusste zu begeistern und den Glauben den Kindern schmackhaft zu machen. Daher denke ich, dass ich es u.a. ihm verdanke, dass ich bin wo ich bin. Diese Erstkommunion war für mich die erste Berührung mit Christus, seit dem Tag, wo ich Ihn zum ersten Mal im hl. Sakrament der Eucharistie empfangen habe, hat er mich nicht mehr losgelassen. Wäre damals diese Erstkommunion nicht gewesen, wer weiss wo ich mich heute befände. Daher auch ein Appel an alle Seelsorger und Mitarbeiter (für D und CH: m/w) in der Pastoral : Bitte macht aus der Erstkommunion kein priviligiertes Ereignis ausschliesslich für die Frommen der Gemeinde, sondern "lasst alle zu Ihm kommen".

Doch die Herausforderung Erstkommunion wird heute immer grösser: Wie kann ich etwas machen, was bei den Kindern Frucht bringt und nicht nur Theater für einen Tag.

tobias

unregistriert

13

11.04.2002, 15:16

Zitat

Original von Bernhard
1/3 der Erstkommunikanten will Minis werden.


Hallo Bernhard,

könntest du mir bitte mal erklären, was Minis sind!
Ich kann mir darunter garnichts vorstellen!


Also so viel Geld habe ich auch nicht bekommen, dass was ich bekommen habe musste ich auch sofort zur Bank bringen, wo es heute noch ist! :)

Tobias

fono

Meister

Beiträge: 2 625

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14

11.04.2002, 15:18

@Tobias
Na wahrscheinlich meint Bernhard Minis-tranten. :))


tobias

unregistriert

15

11.04.2002, 15:23

Zitat

Original von fono
@Tobias
Na wahrscheinlich meint Bernhard Minis-tranten. :))


Das könnte sein!

Ich selber bilde auch Messdiener aus , kann ganzschön nervig sein! Macht aber auch Spaß!

fono

Meister

Beiträge: 2 625

Wohnort: NRW - Sauerland

16

11.04.2002, 15:29

@Tobias
Ich war auch Ministrant. Muss man immer noch mit zwei Stöcken unter dem Arm herumlaufen um zu lernen, das Tablett gerade zu halten?


tobias

unregistriert

17

11.04.2002, 17:22

@ fono

Ich weiß zwar nicht welches Tablett du meinst, aber bei uns muss keiner mit stöcken gehen um irgendetwas gerade zu halten.

Die kleinenlernen immer sehr schnell, sie müssen meißt auch nur in Abendmessen an Wochentagen dienen, wenn dort ein Fehler passiert ist nicht ganz so schlimm.

reto

Erleuchteter

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Beruf: Dipl. El.-Ing ETH, Primarlehrer

18

11.04.2002, 17:32

Zitat

Original von tobias
Die kleinen lernen immer sehr schnell, sie müssen meißt auch nur in Abendmessen an Wochentagen dienen, wenn dort ein Fehler passiert ist nicht ganz so schlimm.

Formale Fehler sind m.E. sowieso nicht schlimm. Ich erinnere mich noch gut, wie mich damals als ich auch noch ministrierte eine Frau darauf angesprochen hatte, das es ihr helfe zu sehen, dass die Ministranten mit dem Herzen voll bei der Sache sind. Wenn die Herzenshaltung stimmt, kommt das Formale schon.
Quoniam si reprehenderit, nos cor nostrum:
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SpanishInquisition

unregistriert

19

11.04.2002, 17:49

die richtige haltung

@reto: das mit der haltung stimmt wohl.

ich habe als ministrant gelernt, daß man in der kirche schreitet. schreiten wurde uns als weder schnell noch langsam gehen erklärt.
ich habe einmal einen festakt in der stuttgarter domkirche für kard. kasper im anschluß an eine messe miterlebt. als der kardinal mitbekam, daß der evangelische landesbischof, der als gast anwesend war, sich - wohl aufgrund anderer verpflichtungen - mitten in der veranstaltung "französisch" verabschiedete, rannte kardinal kasper ihm durch den mittelgang nach, um sich noch persönlich von ihm verabschieden zu können. es ging ein raunen durch die menge, doch es hat wohl niemand als "unwürdig" angesehen.

colombo

Schüler

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Beruf: Studentin

20

11.04.2002, 20:15

Zitat

Original von JoJo-hannes
In der Katholischen Kirche gibt es zwei Praktiken
Im Osten (die "Griechisch-Katholischen" = unierten) empfangen Kleinkinder gleich nach der Taufe die hl. Kommunion. Diese Praxis gilt auch bei den Orthodoxen.


nur so eine "kleinigkeit": es stimmt nicht, dass die griechisch-katolischen kinder gleich nach der taufe erstkommunion empfangen. es ist die firmung, die gleichzeitig mit der taufe empfangen wird. die hl.kommunion kommt erst "ganz normal" mit 9 - 10 jahren.
***btw, das wäre ja was, babys wein zum trinken zu geben... *g* ...die griechen haben bekanntlich die kommunion unter beiden gestalten..***
Gott hat Humor, denn er hat den Menschen erschaffen.
G. K. Chesterton

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