20.10.2017, 09:03 UTC+2

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: kathNews. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

1

24.05.2004, 00:30

Pater Josef Kentenich

Grüß Euch !

Wie ihr wisst bin ich Schönstätter; Schönstatt - gegründet von Pater Josef Kentenich; hier der Ort zur Diskussion über ihn und sein Werk!
Anlass des Threads ein Text von ihm zur Kirche, mit dem ich mich identifiziere ;)

"Wenn wir für einen Augenblick hineinschauen in das Herz und in die Sendung des jetzt regierenden Bischofs von Augsburg, werden sie ungemein viel Ähnlichkeit finden.["Dem pilgernden Gottesvolke dienen" ist die Sendung;)] Er will sein ganzes Leben verschleißen, hingeben wofür? Für das Gottesvolk, für das pilgernde Gottesvolk. Hier müsste ich an sich lange stehen bleiben, um das neue Bild der Kirche zu zeigen und zu zeichnen. Ich weiß nicht ob wir immer die Gelegenheit wahrnehmen, dieses Bild in uns aufzunehmen, um von dort aus wieder neu zu lernen, unser ganzes religiöses Leben auf eine neue Basis zu stellen und zu himmelhohen Zielen hinzuordnen.

Nicht wahr, wir, wir auf dem Lande sind ja doch gemeiniglich gewohnt gewesen, die Kirche zu sehen, als den Felsen Petri. Die Kriche der unbewegliche Fels!
Auf diesem Felsen stehen wir mag kommen was will, und nichts kann den Felsen erschüttern. Türe und Tore der Welt gegenüber geschlossen!
Und nunmehr pilgernde Kirche! Wenn wir schon bei dem Bilde bleiben wollen: die Kirche ein Fels, und wir stehen sicher und gesichert auf diesem Felsen.
Dann müssten wir das Bild jetzt aber so deuten: der Fels steht nicht mehr an seinem Platze, er ist ständig in Bewegung. Die Kirche wartet nicht, bis die Völker zu diesem Felsen kommen. Wir sollten daher viel lieber - so tut es auch das Konzil - ein anderes Bild in den Vordergrund rücken. Da sehen wir die Kirche als das Schiff, dass auf dem Meer hin und hergewälzt wird, umtost, umbrandet von Höhengang und Tiefensturz.

Und was will die Kirche? Türen auf Fenster auf hinaus in die Welt, fast ohne Schutz und ohne Schirm, gleichsam nackt, der nackten Welt gegenüber. Ein ungeheures Wagnis, was Johannes XXIII auf sich genommen, So ungeheuer, dass wir tatsächlich einstweilen konstatieren dürfen und müssen: Die Folge des Konzils im Raume des Katholizismus ist ein Wirrwarr, eine große Unsicherheit. Als unmittelbare Wirkung des Konzils hätte man erwartet: Ruhe Beruhigung, konzentrierte Kraft und Sicherheit. Und so hinaus auf das Meer, hinaus in alle Welt.
Statt dessen Unsicherheit auf Unsicherheit, Wanken und Schwanken überall, ob im Klerus, ob im Episkopat, ob im katholischen Volk. Die Dinge liegen an sich so drastisch, dass man schier fürchten muss, die nächste Epoche der Kirchengeschichte bedeutet ein hinabgestürzt werden in Niederungen. Erst wenn diese Niederungen dann überwunden darf man wohl eine Blüte der neuen Kirche erwarten.
Es wird eine Kirche sein, die der heutigen Welt angepasst hat, deren Mitlgieder aber durch ihr Sein - ja hören Sie noch einmal - durch ihr Sein, durch ihr religiöses Sein, ihr sittlich hochwertiges Sein, durch ihre jenseitige Grundeinstellung das Ideal des jenseitigen Menschen verwirklichen und mit beiden Füßen auf dem Boden des Diesseits stehen. Solche Katholiken will die Kirche heute haben. Lassen sie es mich genauer sagen: Katholiken, die den lebendigen Gott gegenwärtig setzen durch ihr Sein."

P.J. Kentenich, Schönstatt auf'm Berg 1966

Herzliche Grüße

Mathias
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

2

24.05.2004, 20:10

Ein bisschen viel Pathos ...

Bei allem Respekt vor dem Lebenswerk Pater Kentenichs, aber sooo genial sind diese Worte IHMO nun auch wieder nicht.

Außerdem scheint mir dieser schwülstige Sprachstil sehr schwer verdaulich.

Könnt ihr Schönstätter nicht mal normales Deutsch sprechen?!? :P X( ;)

Unsere Sprache soll zwar nicht anbiedernd, aber doch zeitgenössisch sein.

Außerdem sind mittlerweile 38 Jahre ins Land gezogen, also mehr als eine Generation. Und was ist seither geschehen?!? ?(

Ein bisschen viel Pathos

meint
Bonifatius


PS. Nix für ungut, lieber Mathias!
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

Aristoteles

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

3

25.05.2004, 00:42

Grüß Dich Bonifatius !

:)) Hat ja niemand behauptet, dass die Worte "supergenial" sind... ;)

Ich wollte nur zum einen, einen Platz erstellen, an dem man über P. Kentenich reden und diskutieren kann (... wenn ich mich recht erinnere hat der Geist mal gemeint, er stehe der "Kentenich-Pädagogik" kritisch gegenüber ... ;)) und zum anderen wollte ich diesen Text hier reinstellen, da er für mich sehr gut, das Bild der Kirche ausdrückt.
Außerdem meine ich, dass es hier doch viele gibt, die sich doch mehr auf den Felsen berufen, als auf das Boot ... - wollte damit also noch eine "andere Meinung" hereinbringen ;)
Zum anderen finde ich, dass der Text auch gut ausdrückt, was gerade geschieht ... "Niederungen" ... und erst wenn die Niederungen überwunden sind, kann es zu einer neuen Blüte der Kirche kommen ... diese Niederungen sind aber ein Weg und deswegen vertrau ich eben Gott, dass er die Kirche auf diesem Weg geleitet ... (das tut wohl jeder hier, nur scheint es mir manchmal, als ob man das ein wenig vergisst, wenn man "immer" leicht auf jenen Bischof und "sellen" Pfarrer schimpft und "herzieht" ... :()

Ich meine in dem Text sind sehr viele Diskussionpunkte aufgelistet, an denen man eine Diskussion beginnen könnte ;)
Deswegen nehme ich Dir Deine Meinung natürlich auch nicht krumm ... nur weil ich ein Text von Kentenich ausgewählt habe heißt das ja nicht, dass der nicht kritisiert werden darf, oder dass man da anderer Meinung ist, oder eben dass das "nichts Neues unter der Sonne" ist ... ;)

Zum Stil: Nunja jeder Mensch hat wohl so seine "Ausdrucksform" ... da der Text schon einige Jahrzehnte alt ist meine ich ist das verständlich ... oder?
Mir geht es mehr um den Inhalt ;)

Herzliche Grüße

Mathias
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

4

25.05.2004, 16:36

Nun ja, daß der Text schon 38 Jahre alt ist, dafür kann Pater Kentenich nun wirklich nichts. Das ist halt so. Wir beschweren uns ja auch bei Thomas von Aquin oder Augustinus nicht über das Alter ihrer Texte, allenfalls über den altbackenen Stil mancher Übersetzungen.

Aber bei einem Satz habe ich trotzdem gestutzt:

Zitat

Es wird eine Kirche sein, die (Anm.: sich???) der heutigen Welt angepasst hat


Das muß man sicher vor dem Hintergrund des unmittelbaren nachkonziliaren Überschwangs sehen - aber, bitte schön, akzeptieren können wir das ja wohl so nicht (vgl. Rö 12,2).

Gruß,
A.
It would be a gain to the country were it vastly more superstitious, more bigoted, more gloomy, more fierce in its religion than at present it shows itself to be.

John Henry Cardinal Newman

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

5

25.05.2004, 17:45

Grüß Dich Archimedes !

Mir fiel da wieder "Sacrosanctum concilium" ein:

Zitat

Das Heilige Konzil hat sich zum Ziel gesetzt, das christliche Leben unter den Gläubigen mehr und mehr zu vertiefen, die dem Wechsel unterworfenen Einrichtungen den Notwendigkeiten unseres Zeitalters besser anzupassen , zu fördern, was immer zur Einheit aller, die an Christus glauben, beitragen kann, und zu stärken, was immer helfen kann, alle in den Schoß der Kirche zu rufen. Darum hält es das Konzil auch in besonderer Weise für seine Aufgabe, sich um Erneuerung und Pflege der Liturgie zu sorgen.


In Röm heißt es "gleicht euch nicht dieser Welt an"! und das muss ja auch so stehen bleiben, Kentenich sagt, dass "WIR", die Kirche aus unserem religiösen Sein geprägt wird

Zitat

deren Mitlgieder aber durch ihr Sein - ja hören Sie noch einmal - durch ihr Sein, durch ihr religiöses Sein, ihr sittlich hochwertiges Sein, durch ihre jenseitige Grundeinstellung das Ideal des jenseitigen Menschen verwirklichen und mit beiden Füßen auf dem Boden des Diesseits stehen. Solche Katholiken will die Kirche heute haben. Lassen sie es mich genauer sagen: Katholiken, die den lebendigen Gott gegenwärtig setzen durch ihr Sein."


Also nicht die Welt prägt uns und wir passen uns der Welt an, sondern wir prägen die Welt, deswegen "Türen und Fenster auf hinaus in die Welt"

Herzliche Grüße

Mathias
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

6

25.05.2004, 18:17

Ja und?

Wo ist denn "die Welt", bitte schön, in den letzten vierzig Jahren christlicher geworden? ?(

Es scheint eher umgekehrt zu sein: Durch die "offenen Fenster" ist nicht wenig Weltgeist (Zeitgeist) in die Kirche eingedrungen ...

Bonifatius
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

Aristoteles

Geist aus Appenzell

unregistriert

7

25.05.2004, 20:54

Zitat

Original von Bonifatius
Durch die "offenen Fenster" ist nicht wenig Weltgeist (Zeitgeist) in die Kirche eingedrungen ...


Ich muss Dich korrigieren, sorry:

Prof. Küng, der sich immer noch kath. fühlende, hat gesagt: Die Fenster sind leider immer noch zu!

siehe Thread Küng!

Gottes Segen :D

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

8

25.05.2004, 23:20

Zitat

Es scheint eher umgekehrt zu sein: Durch die "offenen Fenster" ist nicht wenig Weltgeist (Zeitgeist) in die Kirche eingedrungen ...


"Ja und?" ... :P ;)

Zitat

Wo ist denn "die Welt", bitte schön, in den letzten vierzig Jahren christlicher geworden?


Tja, das ist wohl eher eine "IchbeendedieDiskussionhier-Frage" ... oder ?
Ich kann Dir schlecht, all die guten Dinge aufzählen, die in den 40 Jahren passiert sind ... ?( ?(
Genausowenig, all die Dinge, die nicht so gut waren ...

Das ist doch eine Frage, die ich immer und überall stellen kann "Und .... was hat es gebracht? ...

Ich glaube nicht, dass das eine "fruchtbare Frage" ist ... oder?

Was bringt der Glauben ?
Wieso sagen einige Menschen, dass sie ohne Kirche besser leben können?
Was bringt es sich in der Kirche (oder aus meiner Perspektive der Jugendarbeit) einzusetzen ... ?

Was bringt's ?

Diese Frage muss jeder für sich beantworten!
Ich für mich weiß, was es (anderen und mir) bringt ... aber gilt das auch so für meinen Mitmenschen? Bestimmt nicht, er muss die Frage für sich beantworten ... auch wenn es wohl gleiche "Muster" gibt ...!

Wieviele sind durch jenen zur Kirche gekommen ...
Wieviele durch den anderen von der Kirche abgekommen ... Tja, wer zieht hier wohl die Schlussbilanz ...

Auch aus pädagogischer Sicht, finde ich die Frage "unfruchtbar" ... man beurteilt einen Lernprozess nicht in dem man das Ergebnis abliest ..., sondern der ganze Prozess zählt ...

O.k. genug geschrieben, dass ich die Frage nicht gut finde kam wohl rüber ...

Herzliche Grüße

Mathias
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

9

25.05.2004, 23:24

P.S. Morgen fängt unser Zeltlager an, ich kann also nicht "gleich" antowrten!

P.P.S. Als Weihegeschenk gibt es entweder einen Rosenkranz, oder ein "Hausheiligtum" (Kreuz und MTA (Mater ter admirabilis)) ;) :))
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

Lülüss

unregistriert

10

26.05.2004, 20:56

..........

Wenn Du Dein Zelt auch nur mit ...... befesstigst dann fällt es Dir aber bald schon auf den Kopf.

Ein schönes Zeltlager und Grüsse

Lülüss

corinquietum

unregistriert

11

26.05.2004, 21:32

Irgendjemand soll gesagt haben:
"Erfolg ist keiner der Namen Gottes!"

Wenn ichs recht bedenke, ist auch Jesus Christus nach menschlichem Ermessen gescheitert, obwohl er den Seinen sagte: "Seid getrost, ich habe die Welt überwunden!"

Es gibt so viele gute Ansätze auch heute in dieser "bösen Welt", man muß sie nur sehen wollen.

Aus meiner oft so erfolglos scheinenden Arbeit kann Gott immer noch etwas Gutes machen.

Was das Vatikanum II Gutes gebracht hat? Nun zumindest ein Aufbrechen der Fragen, die heute gestellt werden und die uns dazu zwingen, nach Antworten zu suchen.

Wann kann ein Lehrer schon sagen, daß seine Schüler alles verstanden haben?
Wir Heutigen meinen oft, es müsse alles, was wir beginnen, gleich einen guten Erfolg zeitigen. Aber sagt nicht das Sprichwort: "Gut Ding will Weile haben!"?
Wer weiß, ob nicht erst Generationen nach uns erkennen werden, was unsere Zeit auch an Gutem hervorgebracht hat.

L.G.
Corinquietum

Philothea

Moderator

Beiträge: 6 138

Wohnort: Region Bonn

Beruf: Kinderkrankenschwester

12

29.05.2004, 10:34

lieber Bonifatius

Zitat

Wo ist denn "die Welt", bitte schön, in den letzten vierzig Jahren christlicher geworden?

Siehst du nicht etwas zu schwarz? ;(

Ich meine jeder Mensch fängt ja bei Null an im Glauben, daß heißt auf Erden können wir oft das weiterkommen gar nicht sehen. Nur durch Gottes Segen und seine Führung gehen wir als Christen - auch als Kirche - weiter. Das bedeutet für mich, selbst wenn ich nicht sehe, daß es besser wird, glaube ich dem Herrn, daß er seinen Segen zu jeder Zeit sendet und uns durch seinen Geist leitet.

Zur Sprache von Pater Kentenich ist viel gesagt worden.
Ich lese lieber die orginal-Sprache, da durch jede "Ãœbersetzung" -auch jede Ãœbertragung in die heutige Sprache- auch Interpretation geschieht.
Deshalb lese ich z.B. die Philothea auch in einer franz. Ausgabe von 1646 und nicht die deutsche von 1965. ;) :D

liebe Grüße
Philothea

Gegen Stolz, gegen Neid, gegen Lieblosigkeit und Hass gibt es ein einziges, großes Heilmittel - die Liebe.
(Franz von Sales)
:P Philothea 8)

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

13

01.06.2004, 14:58

Grüß Dich Werner !

Tolle Antwort, gefält mir sehr gut!

Zitat

Irgendjemand soll gesagt haben: "Erfolg ist keiner der Namen Gottes!"

Das war Martin Buber ... :))


Zitat

Aus meiner oft so erfolglos scheinenden Arbeit kann Gott immer noch etwas Gutes machen.

Und um das geht es doch, oder? Unsere Jahresparole heißt Blick-richtung Jesus; müssen wir nicht immer mit Gottes Kraft und Gnade rechnen und daraufhin unser Leben gestalten?

Meine Ausrichtung, meine Hoffnung und meine Kraft sind doch auf Gott ausgerichtet und wenn es eine Niederlage gibt, oder etwas schlechtes, dann gibt es freilich noch den Teufel, aber Gott ist eben Gott, der größte; Gott ist immer größer!

Zitat

Wer weiß, ob nicht erst Generationen nach uns erkennen werden, was unsere Zeit auch an Gutem hervorgebracht hat.


Wer weiß? - ich bin mir da sicher! ;)

Herzliche Grüße

Mathias
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

14

01.06.2004, 15:00

Grüß Dich Lülüss !

Ich schätze Deine Meinung sehr, doch noch mehr würde mich Deine inhaltliche Meinung interessieren !!

Herzliche Grüße

Mathias
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

15

01.06.2004, 15:01

Grüß Dich Philothea !

Zitat

Nur durch Gottes Segen und seine Führung gehen wir als Christen - auch als Kirche - weiter. Das bedeutet für mich, selbst wenn ich nicht sehe, daß es besser wird, glaube ich dem Herrn, daß er seinen Segen zu jeder Zeit sendet und uns durch seinen Geist leitet.


Das bringt es auf den Punkt !
Danke!

Herzliche Grüße

Mathias
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

Redakteur

Fortgeschrittener

Beiträge: 232

Wohnort: Wien

Beruf: Journalist

16

16.06.2004, 11:12

ein schönstätter? wie fein!
ich mag die schöbnstatt-bewegung sehr, vor allem die familienbewegung ist toll!

was "schwülstig" betrifft: gerade die schönstätter katholiken kommen mir persönlich extrem UN-schwülstig vor. für tiefgläubige romtreue marianische christen kommen sie mir immer extrem fröhlich und locker und "cool" vor!

apropos katholische coole familien und schönstatt:
kennt ihr schon http//www.fab-community.com ?

ich find das ganz gut! 8)

Redakteur

Fortgeschrittener

Beiträge: 232

Wohnort: Wien

Beruf: Journalist

17

17.06.2004, 15:17

http://www.fab-community.com

sorry - richtig ist natürlich dieser link!

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

18

21.06.2004, 01:29

Grüß Dich Redakteur!

Zitat

ein schönstätter? wie fein! ich mag die schöbnstatt-bewegung sehr, vor allem die familienbewegung ist toll! was "schwülstig" betrifft: gerade die schönstätter katholiken kommen mir persönlich extrem UN-schwülstig vor. für tiefgläubige romtreue marianische christen kommen sie mir immer extrem fröhlich und locker und "cool" vor!


Das geht natürlich runter wie Honig ;) :D 8)

Herzliche Grüße

Mathias
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

19

23.06.2004, 19:00

Grüß Euch !

Da es ja gerade heiß hergeht in dem Disput um den Katholikentag hier ein Text Kentenichs zur Kirche; da er sehr lang ist werde ich mich auf die mir wichtig erscheinenden Passagen beschränken ;)
Ich weiß, dass es sehr viel zu lesen ist, aber meiner Meinung nach lohnt es sich ;)

"I. Das Kirchenbild des II. Vatikanischen Konzils
Was ich zur ersten Frage sagen soll: Wie sieht die Kirche aus? Die hat ein anderes Gesicht als die Kirche von gestern und ehegestern. Wie sieht die Kirche aus?
Wenn Sie später einmal Gelegenheit haben, alles auf sich wirken zu lassen, was das Konzil gebracht an Entschließungen, an Äußerungen, dann werden Sie bald finden: Das Mittelstück, (das) Zentralstück, das ist die Konstitution über die Kirche [Lumen Gentium]. Alles was sonst dort beraten, geredet, beschlossen, das alles finden sie wenigstens keimhaft in der Konstitution über die Kirche.

Weshalb eine neue Grundeinstellung der Kirche, eine neue Auffassung der Kirche von sich selber, zu einem großen Teil unterschiedlich von gestern und ehegestern?
Das sit die große Frage: Wie sieht die heutige Kirche sich selbst? Also nicht etwa nur: Wie sehen die absolut unveränderlichen Grundfesten der Kirche aus? Also nicht etwa nur die Frage nach der Metaphysik der Kirche sondern das sit die große Frage: wie die heutige Kirche sich selber sieht.
Wir wissen, wie stark und wie lange disputiert worden ist auf dem Konzil über die Züge, die neuen, (die) neuartigen Züge dieser Kirche. Und nun die Frage wie sieht die Kirche aus gegenüber gestern und vorgestern?
Die Antwort? Das ist eine eigenartige Kirche.
(1) Das sit eine Kirche, die auf der einen Seite tief innerlich beseelt traditionsgebunden ist, aber auf der anderen Seite ungemein frei, gelöst von erstarrten traditionsgebundenen Formen.
(2) Das sit eine Kirche, die in überuas tiefgreifender Brüderlichkeit geeint, aber auch gleichzeitig hierarchisch, ja väterlich gelenkt und regiert wird.
(3) Das ist eine Kirche, die die Sendung hat, die Seele der heutigen und der kommenden Kultur und Welt zu werden.
[...]

Die jetzige Kirche erlebt sich als die pilgernde Kirche, nicht also die ins sich fertige, nicht als die in sich abgeschlossene Kirche, (sondern als) die pilgernde Kirche. Wenn sie am Pilgern ist, was will das bedeuten?
Dann hat sie rechts und links am Pilgerwege, am Pilgerwege ihrer Existenz, am Pilgerwege ihrer historischen Existzenz Elemente verschiedenster Art in sich aufzunehmen, hat dafür zu sorgen, dass diese Elemente ihr Antlitz, ihr zeitbedingtes Antlitz wesentlich mitprägen. Eine pilgernde Kirche.
[...]
Die Kirche - ein Schiff. Mit dem Begriffe Schiff ist ja die Beweglichkeit verbunden; ein Schiff hindurch durch Wogen und Wellen, und mögen die Wellen haushoch sein, und mögen die Wellen vielfach das Schiff gefährden, so dass die Not besteht, jederzeit die Gefahr, dass es in den Abgrund hinuntergerissen wird. Bild der Kirche.
[...]
Als zweite Eigenschaft durfte ich sagen: diese Kirche will geeint sein in einer überaus zarten, tiefen, innigen Brüderlichkeit. Einer Brüderlichkeit, und zwar in einer Form geeint, die auch gleichzeitig eine hierarchische Regierung, eine hierarchische Führung kennt.
Wenn wir das wiederum vergleichen, diese zweite Eigenschaft mit dem Bild der Kirche von gestern und ehegestern, dann wissen wir wie die Kirche früher ausgesehen, wissen, wie wir sie zum großen Teil selber erlebt haben. Da war es nicht Brüderlichkeit, die das Volk untereinander geeint, geeint auch mit den Führern der Kirche, da war es auf der einen Seite ein starres Herrentum, auf der einen Seite eine Hierarchie, die eine Verantwortungsfülle, eine Herrschaftsfülle in den Händen trug, und auf der anderen Seite ein Volk, das - ja fast möchten wir sagen - schwindsüchtig war, lebte vom Mangel an Verantwortung und Mitverantwortung.
[...]
Und demgegenüber weiß nun die Kirche sich selber zu sehen unter einem einheitlichen Standpunkt, sie sieht sich schlechthin als das Volk Gottes. Ein Volk Gottes, das eine einzige Linie kennt. Und alle ohne Ausnahme treffen sich auf dieser einen einzigen Linie: ob es sich um eine Hierarchie handelt, ob es sich um den Papst handelt.
Was alle miteinander eint, was ist das? Eine gemeinsame Brüderlichkeit, die die Seelen ineinander wachsen lässt.
[...]
Und die dritte Eigenschaft? Sie müssen später - oder dürfen - nachprüfen, dass ich ihnen hier nichts vortrage, was lediglich selber zusammengebraut, sondern was auf der ganzen Linie durch das Konzil in den Aussprachen immer und immer wieder bald so, bald so hervorgehoben worden ist: Diese Kirche soll - wie sie es im Frühchristentum war, wie sie es hätte immer sein sollen - die Seele der heutigen gesamten Weltkultur werden. Also nicht Trennung der Kirche von der Kultur, nicht Trennung der Kirche von der Welt. Nein, die Kirche soll die Seele der Gesamtkultur, der verworrenen Kultur, der überaus weltlich gesinnten Kultur, der teuflisch beeinflussten Kultur werden.
[...]
Wenn die heutige Welt insgesamt von der Idee des Evolutionismus getragen wird, dann will auch die Kirche gesehen werden unter dem Zepter einer gesunden Evolution. Kirche ist nicht fertig, sie wird nie hier auf Erden fertig sein.
[...]
Wenn Sie nun das kurz umrissene Bild der neuen Kirche, der neuen Selbstzeichnung der Kirche, auf sich wirken lassen wollen und schauen dann das Leben draußen an - ob es sich handelt um das Leben des Klerus, um das Leben im Episkopat, um das Leben unter den einzelnen Gläubigen - dann können sie verhältnismäßig schnellsignalisieren, auf welchem Boden der Einzelne steht. Verlässt er total den Boden der Tradition, so dass er lediglich nur Fortschritt, Evolution kennt, dann weiß ich wo er steht. Kennt er aber nur die Tradition, kennt er keine Entwicklung, dann weiß ich woher der große Wirrwarr in der heutigen Zeit kommt.
Und mich dünkt, wir müssen lange warten, sehr lange warten, bis die nachteiligen Nebenwirkungen des Konzils überwunden sind in der kirchlichen Öffentlichkeit.. Fachleute die wissen uns nachzuweisen, dass es Jahrzehnte lang gedauert hat, bis die Früchte des Ersten Vatikanischen Konzils eingeheimst werden können.
Heute gilt es erst die nachteiligen Begleiterscheinungen, die ungeachtete oder unerwartete Unsicherheit weitester Kreise - ob es sich um hierarchische Kreise, klerikale Kreise oder Laienkreise handelt - diese Unsicherheit über das neue Bild der Kriche zu überwinden. Sind die in etwa überwunden, dann erst fängt das Konzil an, fruchtbar zu werden."


Herzliche Grüße

Mathias
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

Beiträge: 1 396

Wohnort: Göppingen [D]

Beruf: Lehrer

20

23.06.2004, 23:37

GRüß Euch!

Mit der Grundlage des oben geposteten Textes will ich ein paar Fragen stellen, die sich auf den Disput um den Katholikentag beziehen:

Zitat

(1) Das sit eine Kirche, die auf der einen Seite tief innerlich beseelt traditionsgebunden ist, aber auf der anderen Seite ungemein frei, gelöst von erstarrten traditionsgebundenen Formen. (2) Das sit eine Kirche, die in überuas tiefgreifender Brüderlichkeit geeint, aber auch gleichzeitig hierarchisch, ja väterlich gelenkt und regiert wird. (3) Das ist eine Kirche, die die Sendung hat, die Seele der heutigen und der kommenden Kultur und Welt zu werden.

Zitat

Die jetzige Kirche erlebt sich als die pilgernde Kirche, nicht also die ins sich fertige, nicht als die in sich abgeschlossene Kirche, (sondern als) die pilgernde Kirche. Wenn sie am Pilgern ist, was will das bedeuten? Dann hat sie rechts und links am Pilgerwege, am Pilgerwege ihrer Existenz, am Pilgerwege ihrer historischen Existzenz Elemente verschiedenster Art in sich aufzunehmen, hat dafür zu sorgen, dass diese Elemente ihr Antlitz, ihr zeitbedingtes Antlitz wesentlich mitprägen. Eine pilgernde Kirche.


Eine Kirche, die beides hat: Tradition und "Zeitgeist" (bitte nicht falsch verstehen Stefan ;))
Ein solche Kirche "muss" mE auf aktuelle Fragen eingehen! Sicher das hätte man auch mit anderen Theologen, als mit Küng und Drewermann machen können, dennoch ist klar, dass es eine "automatosche" Spannung gibt, wenn Küng auf Lehmann trifft!

Zitat

Die Kirche - ein Schiff. Mit dem Begriffe Schiff ist ja die Beweglichkeit verbunden; ein Schiff hindurch durch Wogen und Wellen, und mögen die Wellen haushoch sein, und mögen die Wellen vielfach das Schiff gefährden, so dass die Not besteht, jederzeit die Gefahr, dass es in den Abgrund hinuntergerissen wird. Bild der Kirche.

Kirche darf sich ruhig einlassen auf solche Stürme, wo es wogend und tobend zur Sache geht! Die Fähigkeit von der Zukunft der Kirche auch in solchen haushohen Wellen zu bekennen nennt man: Glauben! (Hl. Geist - Versicherung Jesu Ich bin bei euch alle Tage ... Mt 28,20)

Zitat

Und demgegenüber weiß nun die Kirche sich selber zu sehen unter einem einheitlichen Standpunkt, sie sieht sich schlechthin als das Volk Gottes. Ein Volk Gottes, das eine einzige Linie kennt. Und alle ohne Ausnahme treffen sich auf dieser einen einzigen Linie: ob es sich um eine Hierarchie handelt, ob es sich um den Papst handelt. Was alle miteinander eint, was ist das? Eine gemeinsame Brüderlichkeit, die die Seelen ineinander wachsen lässt.

Wo ist denn diese Brüderlichkeit?
- wenn man auf Kardinäle und Bischöfe schimpft ?
- wenn man von Bischöfen und Kardinälen nur ihre
"Aufgaben" einfordert ?
- wenn man nicht alle Kardinäle als Geschenke Gottes sieht und sie Brüderlich behandelt, auch wenn ich mal anderer Meinung bin, oder derjenige mehr meine Meinung vertritt als ein anderer ... es gilt ALLE Kardinäle und Bischöfe zu "würdigen" und in Brüderlichkeit den Klerus mit den Laien zu verbinden!!

Zitat

Also nicht Trennung der Kirche von der Kultur, nicht Trennung der Kirche von der Welt. Nein, die Kirche soll die Seele der Gesamtkultur, der verworrenen Kultur, der überaus weltlich gesinnten Kultur, der teuflisch beeinflussten Kultur werden.

Und damit muss sich Kirche weltlichen Fragen stellen, in Brüderlichkeit und meiner Meinung nach heißt das auch, dass ein Küng da ins Gespräch kommen darf!

Zitat

Wenn wir das wiederum vergleichen, diese zweite Eigenschaft mit dem Bild der Kirche von gestern und ehegestern, dann wissen wir wie die Kirche früher ausgesehen, wissen, wie wir sie zum großen Teil selber erlebt haben. Da war es nicht Brüderlichkeit, die das Volk untereinander geeint, geeint auch mit den Führern der Kirche, da war es auf der einen Seite ein starres Herrentum, auf der einen Seite eine Hierarchie, die eine Verantwortungsfülle, eine Herrschaftsfülle in den Händen trug, und auf der anderen Seite ein Volk, das - ja fast möchten wir sagen - schwindsüchtig war, lebte vom Mangel an Verantwortung und Mitverantwortung.

Verantwortung und Mitverantwortung!
Wo sind denn jene die sagen, dass der Katholikentag zur Desorientierung beitrage?
Was haben sie denn verantwotlich geleistet um etwas zur Orientierung beizutragen ?
Wer nur auf der Ofenbank sitzt und meckert, der hat mE nicht das Recht zur Kritik!
Wer etwas ändern will, der muss stets selber anpacken!
Um etwas zu verstärken oder etwas entgegenzuwirken.

Herzliche Grüße

Mathias
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht.
Antoine de Saint-Exupéry
Mater perfectam habebit curam et victoriam - mphcev =)

Thema bewerten