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Gandalf

Administrator

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1

09.06.2004, 11:17

Karmelitenpater: Kultur - Natur Geniessen mit Qigong?

Da flattert heute ein Werbeprospekt in das kath.net-Postfach:

Zitat

Urlaub für Ehepaare, Familien und 'Singles' in der erholsamen Umgebung von Gramart oberhalb Innsbruck

Möglichkeit zum Wandern, Golf, Radfahren, Theater- und Gottesdienstbesuch mit geistl. Begleitung. Vormittag und abends je 1 Stunde Unterweisung in "Qigong' für jung und alt und praktische Übungen mit dem Karmeliterpater Mag. Johannes B. Lehrner

"Qigong ist eine Bewegungslehre, die zur Kräftigung der Lebensenergie und bei Krankheit zur Genesung beiträgt"

Kosten: pro Woche - Halbpension - Singles 590 EURO
2-Bett: 530 Euro



Was soll man davon halten?
Von Qigong etc.?

G.

P. S. Um 530,-- Euro kann ich schon einen tollen Urlaub in Griechenland machen ;)
MARY'S MEALS - 10 EURO für ein Kind - Rettet Kinder vor dem Hungertod!
Mit Kath.Net nach IRLAND: Juni 2012 - Papstbesuch - Eucharist. Weltkongress

Padre Pio: "Überlege gut, was du schreibst, denn der Herr wird dich darüber zur Rechenschaft ziehen."

reto

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2

09.06.2004, 11:46

Egal was davon sonst noch zu halten ist:

Ich finde es enorm schade und kontraproduktiv, wenn wir Katholiken unsere Energien im öffentlichen Raum dafür einsetzen, irgendwelche nichtchristlichen Meditationen oder Gesundheitspraktiken zu propagieren.

Da draussen vor der Tür hat es Tausende von Menschen, die Jesus nicht richtig kennen, die falsche Vorstellungen haben von der katholischen Kirche, die ihr Heil überall suchen, nur nicht beim dreieinen Gott. Es gibt genug zu tun, das wichtig ist. Solche Kurse geben sehr zwiespältige Signale und schaden der Botschaft Christi nur schon durch den Eindruck, der entsteht, es sei egal wo man das Heil suche, Hauptsache man sei glücklich.

Wie hat der Heilige Vater in Bern gesagt?

Zitat

Heute mehr denn je, in einer oft dunklen und mutlosen Welt ohne höhere Ideale, ist nicht die Zeit, sich des Evangeliums zu schämen (vgl. Röm 1, 16). Es ist vielmehr die Zeit, das Evangelium von den Dächern zu verkünden (vgl. Mt 10, 27).


Das Evangelium von den Dächern verkünden - das braucht unsern ganzen Einsatz! Wir sind kein Kurverein, wir sind die Apostel Jesu Christi!
Quoniam si reprehenderit, nos cor nostrum:
maior est Deus corde nostro, et novit omnia. (1 Joh 3,20)

3

09.06.2004, 13:14

Ich finde es nicht schlecht wenn man auch "niederschwellige" Angebote im Programm hat - und die Kombination von Erholung und Spiritualität ist ja auch interessant. Nicht umsonst werden Ferienprogramme, Reisen usw. von profanen Anbietern mancherorts durch Geistliche begleitet.

Lustig finde ich es allerdings, dass Meditationsangebote immer häufiger fernöstlich verbrämt werden müssen um interessant zu erscheinen (als ob das automatisch ein Zeichen von Qualität wäre). Und dann ist da natürlich die Frage nach der grundsätzlichen Zielsetzung eines solchen Angebotes.

Ohmmmmmmm .... :O

Poldi
"In necessariis unitas - in dubiis libertas - in omnibus caritas!"
"Im Notwendigen Einheit - im Zweifel Freiheit - in allem aber Liebe!"

(Wahlspruch des Unitas-Verbandes)

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4

09.06.2004, 13:37

Zitat

Original von Gandalf
Was soll man davon halten?
Von Qigong etc.?
Qi Gong ist für mich eine ganz sanfte Sportart und eine recht gut wirksame Methode zum Relaxen. In der Natur wirkt es besonders gut. Mit irgendwelchen spirituellen Erlebnissen verbinde ich es nicht und würde es auch nicht verbunden wissen wollen. Auch nicht mit Meditation, Gebet o.ä. - ich fände das ebenso unpassend wie "Rosenkranz-Joggen" oder eine "Motorrad-Messe".

Benedikt

Meister

Beiträge: 2 878

Wohnort: Deutschland

5

09.06.2004, 15:55

"Qigong ist eine Bewegungslehre, die zur Kräftigung der Lebensenergie" klingt reichlich esoterisch. Aber wahrscheinlich ist es wie mit Yoga. Die einen verbinden damit Sport, für die andern ist es spirituelles Hochgefühl.
Weblog:Speculum@kathhost
Mein Nutzername im Kath.net-Leserbereich: Nyger

Lülüss

unregistriert

6

09.06.2004, 22:48

Kurverein?!

Liebe Reto

Wir sind ein Kurverein!!
Das Evangelium ist Heilung für Leib und Seele, also sind wir ein Kurverein ;) .

Dieses Dingsbums da kenne ich nicht so gut, doch es gibt wirksame Arbeit mit dem Körper die den Geist öffnen kann. Jeder hat ein anderes Empfinden und so ist der Zugang zu den einzelnen Personen sehr verschieden. Warum nicht auch mit Bewegung arbeiten? Zudem kann man alles "esoterisieren". Es wäre interessant wenn jemand genaueres über dieses Dings da berichten könnte. Ich habe da nur so ein Bild im Kopf, wo eine Horde Leute dümmlich grinsend, mit wehenden Armen über eine Wiese hopsen.... :) .

Apropos Reto, wie baust Du eigentlich allfälligen Stress ab, den es bei der Glaubensverbreitung geben kann? Reicht bei Dir das "vorbei und vergessen" aus oder könntest Du Dir vorstellen auf so eine Art und Weise etweige Frustrationen abzubauen?

Schönen Abend noch L.

Marvin

unregistriert

7

09.06.2004, 23:04

Sportliche Betätigung tut immer gut. Kann man auch mit Geistlichen Angeboten mischen. Allerdings sollte man natürlich darauf achten, dass es nicht ins esoterische abrutscht. In wie weit das beim Qigong der Fall ist, kann ich nicht genau beurteilen. Ein wenig kenne ich es und denke es ist eigentlich nur eine Imaginations - und Atemtechnik (ähnlich Autogenes Trainig). Das muss nicht schlecht sein, wenn man darauf nicht seine gesamte Hoffnung setzt und in einem gesundem Maß es macht. Viele mögen sich ja nicht verausgaben und trotzdem was für die Gesundheit tun. Da kann Quigong vielleicht ein erster Schritt sein. Solche Techniken setzen aber besonderes medizischisches Fachwissen und der ausgeübten Technik voraus!! Falsch angewendet gibt es erhebliche Gefahren. Hier ein Auszug aus einem Text über Qigong:

falsches und exzessives Praktizieren von Qigong und Meditation kann Psychosen hervorrufen. Solche Fälle sind in einem Buch über so genannte „Kundalini-Erfahrungen“ dokumentiert. Im diagnostischen Handbuch der „American Psychatric Association“ existiert sogar der medizinische Begriff der qigong-psychotischen Reaktion. Die Gefahren des exzessiven Praktizierens ist auch in China bekannt. Dr. Zhang Tongling von der medizinischen Universität in Beijing fand in einer Studie mit 145 Personen heraus, dass fanatisches Qigong-Betreiben latente psychiatrische Probleme und Halluzinationen hervorrufen kann. Dr. Zhang Tongling setzt sich für die Eröffnung einer Klinik für obsessiv Qigong-Praktizierende ein

Der ganze Text auf http://www.kenju-ryu.de

8

09.06.2004, 23:32

Allen, die dieses Zeug für Harmlos und vielleicht sogar noch unterstützend halten rate ich zu folgendem Buch:


Die verbotene Erfahrung
Vom Ashram ins Kloster von P. Joseph-Marie Verlinde,
Unio Verlag
ISBN 3-93519-12-5


dieser Verlinde weiß wovon er spricht und wovor er wahrnt.

Lasst lieber die Finger davon.

lassie


reto

Erleuchteter

Beiträge: 4 027

Wohnort: Bistum Chur

Beruf: Dipl. El.-Ing ETH, Primarlehrer

9

10.06.2004, 10:54

@Lülüss

Das mit dem Kurverein meine ich ernst. Wenn ich mir die Programme katholischer Bildungshäuser anschaue, finde ich alles mögliche - aber wo finde ich Jesus? Niederschwellige Angebote finde ich wichtig. Aber wohin führt die Schwelle? Zu den andern Angeboten katholischer Bildungshäuser wie Feng Shui, Yoga, Reiki, Kraft der Bäume etc.? Oder zu einer Umkehr und Hinkehr zu Jesus Christus?

QiGong, damit verbinde ich Bilder chinesischer Parkanlagen, wo am Morgen hunderte, ja tausende von Leuten in sanften Bewegungen eine Art Morgengymnastik machen (oder ist das schon Tai Chi?). Nichts schlimmes, so weit ich das beurteilen kann. Aber wie Lars und lassie schreiben, sollte man sich wohl zuerst genauer informieren, falls man so etwas tun will.
Mich beunruhigt aber v.a. das Angebot katholischer Bildungshäuser. Im Gesamtkonzept einer Bildungsarbeit, wie sie solche Häuser z.B. bei uns anbieten, sehe ich QiGong eher als niederschwelliges Angebot zum Ausstieg aus dem Christentum, als zum Einstieg. Jedenfalls gehört es nicht zum Kerngeschäft, um einmal ein Wort aus der Wirtschaft zu gebrauchen. Und die Lage ist ernst - da sollten wir uns so stark als möglich aufs Kerngeschäft konzentrieren.

Wie ich Stress abbaue? Ich bin ein eher ausgeglichener Typ. Aber auch ich werde natürlich von Zeit zu Zeit durchgeschüttelt: Ich hatte vor ein paar Monaten eine sehr, sehr harte Zeit und denke nicht, das mir ein QiIrgendwas geholfen hätte. Da war ich froh, dass ich mich ganz einfach in die Arme Jesu sinken lassen konnte, an der Messe teilnehmen, vor dem Tabernakel knieen, Psalmen beten, weinen, und mich mit den lieben Menschen austauschen, die ich kenne.

Also: falls Kurverein, dann einer mit einer ganzheitlichen Kur beim richtigen Arzt!
Quoniam si reprehenderit, nos cor nostrum:
maior est Deus corde nostro, et novit omnia. (1 Joh 3,20)

Geist aus Appenzell

unregistriert

10

10.06.2004, 12:32

Zitat

Original von reto
Also: falls Kurverein, dann einer mit einer ganzheitlichen Kur beim richtigen Arzt!


Ganzer Beitrag gut von Dir:

Quintessenz, beide meinen das Gleiche 8o Nicht gemerkt? :P ;)

Gottes Segen

Flavius

Profi

Beiträge: 668

Wohnort: Wien

Beruf: Jurist

11

10.06.2004, 14:40

@ reto
Sehr gute Analyse. Pflichte Dir voll bei.

Meiner Meinung nach gehört der kirchliche Bereich von Esoterik vollständig freigehalten. Es gibt ohnedies Unmengen Esoterikangebote, darunter auch einige harmlose im Bereich Atemübungen - Entspannung - Eurhythmie. Es gab zu allen Zeiten christliche Gelehrte oder sonstige Glaubenspersönlichkeiten, die das Zeug dazu hatten, von einem gefestigten Standpunkt aus nichtchristliche Geistes- oder Kulturgüter zu studieren und das Brauchbare daraus für das Christentum nutzbar zu machen. Man denke nur an Thomas v. Aquin und seine Aristoteles-Rezeption. Aber diese Fähigkeit ist der Masse der Leute nicht gegeben. Diese "Masse" bringt man nur völlig unnötig in die Gefahr, irgendwohin abzudriften.

Marvin

unregistriert

12

11.06.2004, 10:45

Zitat

Original von reto
Und die Lage ist ernst - da sollten wir uns so stark als möglich aufs Kerngeschäft konzentrieren.
[...]
Also: falls Kurverein, dann einer mit einer ganzheitlichen Kur beim richtigen Arzt!

Stimme dir voll zu besonders den beiden zitierten Sätzen. Allerdings kenne ich Beispiele, wo Menschen durch Heilfastenkurse (angeboten von der kath. Erwachsenenbildung) wieder erstmals mit der Lehre der Kirche vertraut gemacht wurden, insbesondere der Beichte. Da gibt es manchmal halt "Lockangebote", wo kirchenferne eher drauf ansprechen und denen man dann die eigentlichen Botschaften vermittelt. Dabei kommt es natürlich darauf an, wer der oder die ReferentIn bei so was ist.

Wünschenswert ist es natürlich, wenn man auf sowas nicht zurückgreifen muss.

Beiträge: 1 591

Wohnort: Wien

Beruf: Computertechniker

13

11.06.2004, 11:15

Zitat

Original von reto
QiGong, damit verbinde ich Bilder chinesischer Parkanlagen, wo am Morgen hunderte, ja tausende von Leuten in sanften Bewegungen eine Art Morgengymnastik machen (oder ist das schon Tai Chi?)
Tai Ji Juan ist eine weiterentwickelte Form des ursprünglicheren Qi Gong (sprich: Dschi Gung) - diese Methoden zur Stärkung der Körperenergie (Qi) sind auf ähnliche Art miteinander verwandt wie die diversen fernöstlichen Kampfsportarten (Kung Fu, Ju Jitsu, Kara-Te, ...)

Faustregel: Die hunderten Chinesen beim Morgensport praktizieren Tai Ji, wenn sie sich "mehr bewegen" (Schrittfolgen ähnlich wie beim Turniertanz :D ), und Qi Gong, wenn sie sich "wenig bewegen", stillstehen und nur die Arme bewegen, oder so. Es gibt beim Qi Gong stille Übungen, wo man eine Körperposition einnimmt und dann überhaupt nur im Inneren (durch Atemtechnik, Visualisierung von "Qi"=Energiefluß u.a.) "arbeitet", und bewegte Übungen, wobei man allerdings in der Regel an einem Ort steht oder sitzt.

Bei allem Respekt für Lassie möchte ich auch darauf hinweisen, dass "Ashram" (das ist ein Ort, an dem man Yoga mit dem Ziel spirituellen Wachstums betreibt, und zwar absolut in Konkurrenz zu christlicher bzw. katholischer Mystik) und körperenergetische Übungen wie Qi Gong grundsätzlich nichts miteinander zu tun haben, obwohl man natürlich in einem Ashram Qi Gong üben könnte (aber de facto ziemlich sicher nicht Qi Gong, sondern Yoga geübt wird). Yoga wird hierzulande nicht selten als eine Art Kontortionssport betrachtet, ist aber viel mehr spirituell ausgerichtet und lässt sich wohl nicht einfach in unsere westliche Erfahrungswelt übersetzen. Qi Gong ließe sich IMHO ganz trefflich mit "sanftes Kreislauftraining" eindeutschen, auch wenn die dahinterstehenden medizinischen Grundgedanken von dem Konzept der Körperenergie "Qi" ausgehen, das der westlichen Medizin weitgehend fremd ist.

Aber im Zweifel ist es freilich absolut ratsam und vernünftig, die Finger von Dingen zu lassen, bei denen man sich nicht sicher ist, ob davon eine Gefahr für die Seele ausgeht. Ich selbst habe schon sehr gute Qi Gong-Kurse besucht und profitiere in Bezug auf effiziente "innere" Entspannungs- und Belebungstechniken (gerade auch für Sänger nützlich, die nach einer langen Predigt ein aufwändiges Credo singen müssen! ;) ) von Qi Gong, aber trotzdem würde ich nicht in ein buddistisches Meditationszentrum oder ein Ashram gehen, um solche Kurse zu belegen. "Esoterische" Weltanschauungen kriegt man freilich überall vorgesetzt, Räucherstäbchen, eine CD mit Klangschalen"musik" und/oder Kristalle am Fußboden sind auch fast Standardausstattung. Darüber muss ich immer mal wieder lächeln. Und wem das recht bedrohlich vorkommt, dem kann ich von einem solchen Kurs in der Tat nur abraten - Wandern in den schönen Alpen ist allemal unübertroffen. :]

Grüße,
Georg

Beiträge: 1 683

Wohnort: Deutschland, NRW

14

13.06.2004, 08:39

ich würde gern noch einmal auf das Posting von Lassie hinweisen, auf dass niemand eingegangen ist.

Ich habe die Befürchtung, das wir Christen da oft zu unbedarft und gutgläubig herangehen an solche Sachen. Diese ganzen fernöstlichen Sachen sind zumeist mit dem christlichen Glauben zutiefst inkompatibel. Sie sind durchtränkt von einem selbsterlösenden, oft gottlosen und einem sich den kosmischen Energien hingebenden/öffnenden Gedankengut.

Merkwürdigerweise weiss ich von eingen, die aus diesen Bereichen und aus dem Okkultismus kommen, dass sie heftigst davor warnen.

Schönen Gruss

P.S.: Das Argument von der ganzheitlichen Erholung ist für mich eine billige Ausrede. Wir haben wirklich mehr zu verkünden als irgendwelche fernöstllichen Praktiken. Diesen Touch von spiritueller Relaxation müssen wir nicht aus einer unchristlichen Kultur importieren! So etwas kennen wir aus unserer eigenen Tradition, haben es scheinbar oftmals nur leider vergessen. Die christliche Mystik hätte da sehr viel Spannendes zu bieten. Komisch, dass sich DA niemand drum kümmert. Besonders der Karmel sollte sich da schämen mit den beiden Doctores mystici in den eigenen Reihen!
www.imitatio.de
- eine werdende homepage, die (hoffentlich) mit der Zeit wächst... :)

www.marienforum.de

15

13.06.2004, 10:14

Ein Artikel in Vision 2000
http://www.vision2000.at/2001/vision2-01/22_02.htm%20
von P. Clemens Pilar, COP, der sich sehr viel damit beschäftigt hat.

Vielleicht doch ein Grund mal ein bißchen nachzudenken.

lassie


Beiträge: 1 683

Wohnort: Deutschland, NRW

16

13.06.2004, 11:23

Danke, Lassie.

Die Kirchen werden sich noch umgucken, wenn sie das nicht mal langsam ernster nehmen.

Sollte jeder Christ lesen und vor allem beherzigen. Und in diesem Artikel tritt ja erst die Spitze des Eisbergs zutage.

Wenn ich nur beispielsweise an den biologisch dynamischen Anbau denke. Da kommt es mir hoch. Man glaubt, man kauft was "Natürliches / Gutes", wie z.B. die Produkte von Alnatura im DM oder Demeter-Produkte. Und, was steckt hinter diesem dynamischen Anbau? Der pure Okkultismus. Das Gedankengut von R. Steiner wäre ja schon schlimm genug. Aber nachts um drei Uhr bei Vollmond ein Loch buddeln, irgendwelchen Kram verbuddeln, rechtsrum rühren, die kosmischen Energien herabrufen, beim nächsten Vollmond um drei wieder ausbuddeln, und fertig ist der Dünger. Also, nee danke, das ist Magie und antichristlich.

Es ist Zeit, langam mal aufzuwachen und zu verstehen.


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www.marienforum.de

17

13.06.2004, 13:49

Hallo liebe Kath.net - Diskutanten 8)

Ein interessantes Thema, Christentum und fernöstliche Lehren. Immer wieder stelle ich fest, dass gute, fromme Christen fast panisch reagieren, wenn Wörter wie Qi Gong, Tai Chi oder Akupunktur udgl. fallen. Sofort wird monoton wiederholt, dass es sich dabei um nicht christliches Gedankengut handelt und das ja nur schlecht sein kann.

Ich denke mir, so kann man nicht urteilen. Es muss doch ein Unterschied sein, ob ich beispielsweise Qi Gong als körperliche Übung, mit erwiesenermaßen positiven Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden (als Art chinesischer Gymnastik mit Tiefenwirkung ) betreibe oder ob ich es als Religion ansehe, mit all dem dazugehörigen taoistischen oder buddistischen Gedankengut. Ich denke mir, wenn ich mir bewusst bin, dass es für mich ein rein körperlicher und meinetwegen auch mental positiver Akt ist, kann ich es als Christ durchaus vertreten, Qi Gong, Tai Chi udgl zu betreiben. Wenn ich allerdings mehr will und auf die Suche nach ewigem Leben mittels Qi Gong gehe (war ja mal Ziel der ganzen Sache) bin ich auf einem gefährlichen Weg.

Mir wäre wichtig, dass Christen einen gewissen nüchternen Blick auf solche Dinge entwickeln und nicht gleich auf alles was aus dem nicht christlichen Raum kommt mit Feuer und Schwert losgehen.

Wäre es nicht möglich, dass Meridiane, Chi und ähnliches ebenso in der Schöpfung Gottes enthalten sind wie unser Blutkreislauf und das Nervensystem. Warum darf ich als Christ zu Baldrian greifen, wenn ich nervös bin, nicht aber Akupunktur in Anspruch nehmen?

Paulus hat mal gesagt (1. Kor. 8 ,8 ): "wir wissen, dass uns keine Speise vor das Gericht Gottes bringen kann" ich denke mir, es ist OK, dieses Wort auszudehnen und zu sagen: "wir wissen, dass uns keine Medizin (keine Akupunkturnadel, keine Bewegungsform usw.) vor das Gericht Gottes bringen kann (weiter 1. Kor. 8,8 : ....Essen wir nicht, so verlieren wir nichts, essen wir, so gewinnen wir nichts....)

In diesem Sinne, wünschte ich mir sehr, dass die sicherlich gut gemeinten Warnungen doch etwas realistischer eingeschätzt werden und wir in der Freiheit der Kinder Gottes entscheiden können, was gut für uns ist und wo wir persönlich gefährdet sind. "nicht jeder kann jedes wählen" steht auch irgendwo in der Bibel :o)


Gottes Segen

Windhauch


Marvin

unregistriert

18

13.06.2004, 14:04

Zitat

Original von Windhauch
Hallo liebe Kath.net - Diskutanten 8)

Ein interessantes Thema, Christentum und fernöstliche Lehren. Immer wieder stelle ich fest, dass gute, fromme Christen fast panisch reagieren, wenn Wörter wie Qi Gong, Tai Chi oder Akupunktur udgl. fallen. Sofort wird monoton wiederholt, dass es sich dabei um nicht christliches Gedankengut handelt und das ja nur schlecht sein kann.

Ich denke mir, so kann man nicht urteilen. Es muss doch ein Unterschied sein, ob ich beispielsweise Qi Gong als körperliche Übung, mit erwiesenermaßen positiven Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden (als Art chinesischer Gymnastik mit Tiefenwirkung ) betreibe oder ob ich es als Religion ansehe, mit all dem dazugehörigen taoistischen oder buddistischen Gedankengut. Ich denke mir, wenn ich mir bewusst bin, dass es für mich ein rein körperlicher und meinetwegen auch mental positiver Akt ist, kann ich es als Christ durchaus vertreten, Qi Gong, Tai Chi udgl zu betreiben. Wenn ich allerdings mehr will und auf die Suche nach ewigem Leben mittels Qi Gong gehe (war ja mal Ziel der ganzen Sache) bin ich auf einem gefährlichen Weg.

Mir wäre wichtig, dass Christen einen gewissen nüchternen Blick auf solche Dinge entwickeln und nicht gleich auf alles was aus dem nicht christlichen Raum kommt mit Feuer und Schwert losgehen.

Wäre es nicht möglich, dass Meridiane, Chi und ähnliches ebenso in der Schöpfung Gottes enthalten sind wie unser Blutkreislauf und das Nervensystem. Warum darf ich als Christ zu Baldrian greifen, wenn ich nervös bin, nicht aber Akupunktur in Anspruch nehmen?

Paulus hat mal gesagt (1. Kor. 8 ,8 ): "wir wissen, dass uns keine Speise vor das Gericht Gottes bringen kann" ich denke mir, es ist OK, dieses Wort auszudehnen und zu sagen: "wir wissen, dass uns keine Medizin (keine Akupunkturnadel, keine Bewegungsform usw.) vor das Gericht Gottes bringen kann (weiter 1. Kor. 8,8 : ....Essen wir nicht, so verlieren wir nichts, essen wir, so gewinnen wir nichts....)

In diesem Sinne, wünschte ich mir sehr, dass die sicherlich gut gemeinten Warnungen doch etwas realistischer eingeschätzt werden und wir in der Freiheit der Kinder Gottes entscheiden können, was gut für uns ist und wo wir persönlich gefährdet sind. "nicht jeder kann jedes wählen" steht auch irgendwo in der Bibel :o)

Gottes Segen

Windhauch

Danke, sehr guter Beitrag. Bin ganz deiner Meinung. Seraphus und P. Clemens Pilar schiessen meines Erachtens über das Ziel hinaus, wenn sie sich nicht die Mühe machen. Meditationstechniken von gymnastischen und medizinischen Techniken/Übungen zu unterscheiden.

Marvin

unregistriert

19

13.06.2004, 14:07

Zitat

Original von Seraphus
Wenn ich nur beispielsweise an den biologisch dynamischen Anbau denke. Da kommt es mir hoch. Man glaubt, man kauft was "Natürliches / Gutes", wie z.B. die Produkte von Alnatura im DM oder Demeter-Produkte. Und, was steckt hinter diesem dynamischen Anbau? Der pure Okkultismus. Das Gedankengut von R. Steiner wäre ja schon schlimm genug. Aber nachts um drei Uhr bei Vollmond ein Loch buddeln, irgendwelchen Kram verbuddeln, rechtsrum rühren, die kosmischen Energien herabrufen, beim nächsten Vollmond um drei wieder ausbuddeln, und fertig ist der Dünger. Also, nee danke, das ist Magie und antichristlich.

Dieser Beitrag ist auch ziemlich undifferenziert. Zum einen geht es hier nicht um biologisch-dynamischen Anbau (der sich nicht um die Lehren von Steiner dreht), sondern um Qigong. Der biologisch-dynamische Anbau hat ganz andere Probleme/Schwächen.

Marvin

unregistriert

20

13.06.2004, 14:20

P. Clemens Pilar, schrieb im Abschnitt Selbsterlösung durch Technik und Erkenntnis:

Zitat

"Der Begriff der Erlösung hat in der Esoterik selbstredend nichts verloren. Der Mensch sucht Vollendung in der Erleuchtung. Moralische Fehlhaltungen, so sie einer Korrektur bedürfen, können durch entsprechende “vergeistigte" Mittel behoben werden. Krankheitsmuster sollen “gelöscht" und durch gesunde Muster ersetzt werden. Auch geistig-seelische Probleme werden in dieser Vorstellung zu Energieproblemen.

Die Energien können durch Meditationen, Bewegungstherapien oder andere Praktiken angehoben werden, auch richtig schwingende Arzneimittel sollen hilfreich sein. Gestörter Energiefluß wird durch Massagen, Nadeln, Bewegungen, Klänge, Farben... korrigiert. Jeder muß selber sehen, wie er vorankommt. Jeder ist für seine Erleuchtung, seine Gesundheit, seine innere Harmonie selber verantwortlich. ... "

Konkret meinte ich diese Bedenken gegen diese Körperenergie Qi. Sie kommt bekanntlich aus der traditionellen chineschischen Medizin. Und diese Medizin von vornherein zu verteufeln halte ich auch für falsch. Es gibt viele seriöse Forschungsinstitutionen und Ärzte im Westen, die sich damit beschäftigen und zum Teil anwenden. Wenn man als Arzt um die Grenzen dieser Medizin weiss, halte ich sie auch nicht für gefährlich.

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