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1

07.07.2004, 17:48

Sel. Elisabeth v.d. hl. Dreifaltigkeit

Selige Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit

Eine wunderbare Selige des Teresianischen Karmel. :)

Sie lebte vom 18.07.1880 bis 09.11.1906 in Frankreich.

Taufname: Elisabeth Catez (geb. in Bourges)

Tochter eines Hauptmanns, eine Schwester (Margarete)

Mit sieben Jahren erkennt sie in der Hl. Beichte, wie sehr ihre Fehlhaltungen, vor allem ihr Jähzorn, Gott mißfallen.

Sie ändert sich unter schweren Überwindungen.

Ein Umkehrweg vollendet sich in der ersten hl. Kommunion. An diesem Tag erhält sie von der Priorin des Karmel in Dijon ein Bildchen, worauf die Nonne Elisabeths Name erklärt:

„Das Geheimnis, das sich heute an diesem grossen Tag erfüllt,
Dein segensreicher Name spricht es aus:
Elisabeth, Haus Gottes hier auf Erden,
Dein Herz, mein Kind, ist's heut' geworden.
Der Gott der Liebe schlug in ihm sich seine Wohnung auf.
Elisabeth heisst: Gottes Haus.“

Diese Worte werden Elisabeth prägen.

13jährig verspricht sie - einem inneren Impuls folgend - Gott ganz gehören zu wollen.

Gott schenkt ihr eine außergewöhnliche Gnade innerer Sammlung. („In meinem Innern finde ich Gott; er verläßt mich nie; er ist in mir und ich in ihm, das ist mein Leben.“)

21jährig tritt sie in den Karmel von Dijon ein.

Der Fragebogen, den Elisabeth bei ihrem Eintritt zu beantworten hat:
1. Was ist für Sie das Ideal der Heiligkeit?
- Aus Liebe leben.
2. Was ist das Mittel, es am raschesten zu erreichen?
- Sich ganz klein machen, sich ohne Sicherung ausliefern.
3. Welchen Heiligen lieben Sie am meisten?
- Den Liebesjünger, der an der Brust seines Herrn geruht hat.
4. Welcher Punkt der Regel sagt Ihnen am meisten zu?
- Das Schweigen.
5. Welches ist der Hauptzug Ihres Charakters?
- Die Empfindsamkeit.
6. Welches ist Ihre Lieblingstugend?
- Die Reinheit. „Selig die reinen Herzen sind, denn sie werden Gott schauen.“
7. Welches ist der Fehler, den Sie am meisten verabscheuen?
- Der Egoismus im allgemeinen.
8. Geben Sie eine Wesensbestimmung des Gebetes!
- Die Vereinigung der Nichtseienden mit dem Seienden.
9. Welches ist Ihr Lieblingsbuch?
- Die Seele Christi: sie offenbart mir alle Geheimnisse des himmlischen Vaters.
10. Fühlen Sie starke Sehnsucht nach dem Himmel?
- Oft sehne ich mich danach, aber abgesehen von der Schau besitze ich ihn ja im Innersten meiner Seele.
11. In welcher Verfassung möchten Sie sterben?
- Liebend möchte ich sterben und so in die Arme dessen sinken, den ich liebe.
12. Welche Form des Martyriums wäre Ihnen die erwünschteste?
- Ich liebe sie alle, besonders das der Liebe.
13. Welchen Namen möchten Sie im Himmel tragen?
- Wille Gottes. (Nach Jahren ändert sie das in: Lob der Herrlichkeit der heiligsten Dreifaltigkeit)
14. Was ist Ihr Wahlspruch?
- Gott in mir und ich in ihm.»

Eines ihrer Worte gibt gut wieder, was fortan ihr Leben bestimmt: „Es wurde immer mehr meine einzige Übung, in mein Inneres einzukehren und mich in Jenen (Anm.: die drei göttlichen Personen) zu verlieren, die dort anwesend sind. Das Glück meines Lebens ist die Vertrautheit mit den Gästen meiner Seele.“

Ihr Streben: „Dem in meiner Seele wohnenden Gott (Joh 14,23) zum ‚Lob seiner Herrlichkeit’ (Eph 1,11) gereichen!“, „Wie ein kleines Gefäß an der Quelle stehen, um andern das Leben mitzuteilen und die Fluten der unendlichen Liebe über sie strömen zu lassen!“

Ihr Opfer ihrer selbst, das Elisabeth so früh dargebracht hat, wird bald vollendet. Eine qualvolle Krankheit, die der Arzt ein Martyrium nennt, kommt ihrem glühenden Verlangen, sich für Gott und seine Kirche zu verzehren, entgegen. („Beim Gedanken, daß der Vater mich vorherbestimmt hat, dem Bilde seines gekreuzigten Sohnes gleichförmig zu werden, empfindet meine Seele ein unaussprechliches Glück. Ich möchte nicht nur rein wie ein Engel werden für den Himmel, sondern auch umgestaltet in den Gekreuzigten.“)

Die letzten Worte der tiefen Mystikerin: „Ich gehe zum Licht, zur Liebe, zum Leben.“

Ihr Charisma: Die Seelen zur inneren Sammlung zu ziehen und ihnen zu helfen, durch eine ganz einfache Bewegung der Liebe Gott anzuhangen und sich in dem großen inneren Schweigen zu halten, in welchem Gott sich ihnen einprägt.
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2

07.07.2004, 17:52

Ihr bekanntes und wunderschönes und tiefmystisches Gebet zur Heiligsten Dreifaltigkeit:


Gebet zur Heiligsten Dreifaltigkeit

Mein Gott, Dreifaltigkeit, die ich anbete:
Hilf mir, mich ganz zu vergessen,
um in Dir zu wohnen, regungslos und friedvoll,
so als weilte meine Seele bereits in der Ewigkeit.
Nichts soll meinen Frieden stören können,
nichts mich aus Dir herausziehen können,
mein Unwandelbarer; vielmehr soll mich jede Minute weiter hineinführen
in die Tiefe Deines Geheimnisses.
Schenk Frieden meiner Seele,
mach sie zu Deinem Himmel,
zu Deiner geliebten Wohnung
und zum Ort Deiner Ruhe.
Gib, dass ich Dich dort nie allein lasse,
sondern ganz da bin,
ganz wach in meinem Glauben, ganz anbetend,
ganz ausgeliefert an Dein schöpferisches Handeln.

Mein geliebter Christus, aus Liebe gekreuzigt,
ich möchte Braut sein für Dein Herz,
ich möchte Dich mit Ehre überschütten,
ich möchte Dich lieben ... ja, aus Liebe sterben!
Aber ich fühle mein Unvermögen.
Darum bitte ich Dich:
»Bekleide mich mit Dir selbst«,
mach meine Seele eins
mit allen Regungen Deiner Seele, überflute mich, nimm mich in Besitz,
tritt Du an meine Stelle,
damit mein Leben nur mehr
ein Widerschein Deines Lebens sei. Komm, bete Du in mir, heile und befreie mich.
Ewiges Wort, Wort meines Gottes,
ich will mein Leben damit verbringen,
auf Dich zu hören,
ich will ganz offen und gelehrig sein,
um alles von Dir zu lernen. Sodann will ich durch alle Nächte,
durch alle Leere und alles Unvermögen hindurch
immer den Blick auf Dich richten
und in Deinem hellen Licht bleiben.
Mein geliebter Stern, mache mich fest in Dir,
damit ich nie mehr aus Deinem Strahlenkranz herausfallen kann.

Verzehrendes Feuer, Geist der Liebe,
»komm über mich«, damit in meiner Seele gleichsam eine Inkarnation des Wortes geschehe:
damit ich Ihm eine zusätzliche Menschheit sei,
in der er sein ganzes Mysterium erneuern kann.

Und Du, Vater,
neige Dich zu Deinem armen kleinen Geschöpf herab,
»bedecke es mit Deinem Schatten«,
sieh in ihm nur den »geliebten Sohn,
an dem Du Dein Wohlgefallen hast«.

Ihr, meine Drei, mein Alles, meine Seligkeit, unendlicher Einer,
Unermeßlichkeit, in die ich mich verliere,
ich liefere mich Dir als Eigentum aus.
Senke Dich ganz in mich hinein,
damit ich mich in Dich versenke,
bis ich einst in Deinem Licht
zur Anschauung Deiner unermeßlichen Größe
und Erhabenheit gelange.

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3

07.07.2004, 17:53

Einer ihrer wunderschönen Briefe:


Der große heilige Paulus sagt: „Wo die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden.“ Mir scheint, daß gerade der schwächste, ja sogar der schuldbeladenste Mensch den meisten Anlaß hat zu hoffen. Und dieser Akt, den er setzt, um sich zu vergessen und sich in die Arme Gottes zu werfen, beglückt und erfüllt ihn mit größerer Freude als alle Selbstbesinnung und alle Gewissenserforschung, die ihn in seinen Gebrechen weiterleben lassen, während er in der Mitte seiner selbst doch einen Retter hat, der ihn in jeder Minute neu reinigen will.

Erinnern Sie sich an die schöne Stelle, wo Jesus zu seinem Vater sagt, daß Er ihm alle Macht gegeben habe über alles Fleisch, damit Er allen ewiges Leben gebe? Eben dies will Er in uns wirken: In jeder Minute will Er, daß Sie aus sich herausgehen, daß Sie alle Sorgen lassen, um sich in diese Einsamkeit zurückzuziehen, in der Er auf dem Grund Ihres Herzens zu finden ist. Er ist immer dort, auch wenn Sie Ihn nicht fühlen. ER erwartet Sie und will „einen wunderbaren Austausch“ mit Ihnen beginnen, ... , eine innige Vertrautheit zwischen Bräutigam und Braut. Von Ihren Gebrechen, von Ihren Fehlern, von allem, was Sie beunruhigt, will Er, ja Er, Sie befreien, durch diese beständige Verbindung mit Ihm. Hat er nicht gesagt: „Ich bin nicht gekommen zu richten, sondern zu retten“? Nichts darf Ihnen als Hindernis auf dem Weg zu Ihm erscheinen. Achten Sie nicht so sehr darauf, ob Sie begeistert oder mutlos sind; es gehört zum Gesetz der Verbannung, daß man so von einer Verfassung in die andere wechselt. Glauben Sie dann, daß er sich niemals verändert, daß Er in Seiner Güte sich immer über Sie neigt, um Sie mitzunehmen und in Sich zu bergen. Sollte trotz all dem Leere und Traurigkeit Sie niederdrücken, so vereinigen Sie sich in dieser Agonie mit der des Meisters im Ölgarten, als Er zum Vater sagte: „Wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber.“ Liebe gnädige Frau, Sie meinen vielleicht, es sei schwierig, sich zu vergessen. Seien Sie ohne Sorgen; wenn Sie wüßten, wie einfach das ist ... Ich will Ihnen mein „Geheimnis“ mitteilen: Denken Sie an diesen Gott, der in Ihnen wohnt und dessen Tempel Sie sind; der heilige Paulus sagt es so, ihm können wir glauben. Nach und nach gewöhnt sich die Seele daran, in seiner süßen Gesellschaft zu leben; sie begreift, daß sie in sich einen kleinen Himmel trägt, in dem der Gott der Liebe sich niedergelassen hat. Es ist gleichsam eine göttliche Atmosphäre, in der sie atmet. Ich würde sogar sagen, nur noch ihr Leib ist auf der Erde. Ihre Seele wohnt jenseits der Wolken und der Schleier, in Dem, der der Unveränderliche ist. Denken Sie nicht, dies sei nichts Für Sie, Sie seien zu erbärmlich. Denn das ist gerade im Gegenteil ein Grund mehr, um zu Dem hinzugehen, der rettet. Aber nicht mit dem Blick auf diese Erbärmlichkeit werden wir gereinigt werden, sondern in dem wir Den anschauen, der die völlige Reinheit und Heiligkeit ist.

(Brief 249)
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Tolkien

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4

07.07.2004, 21:37

Diesen Ratschlag zum Gebet hat sie einem Mädchen in der Welt gegeben, in einem Brief:

"Du mußt Dir drinnen in Deiner Seele eine kleine Zelle bauen, so wie ich. Denke daran, daß Gott darin ist, und geh von Zeit zu Zeit hinein. Wenn Du nervös bist oder Dich unglücklich fühlst, ziehe Dich dann rasch dorthin zurück und erzähle alles dem Meister. Wenn Du ihn ein bißchen besser kennen würdest, würdest Du beten nicht langweilig finden. Es ist vielmehr ein Ruhefinden, eine Entspannung: Du gehst ganz einfach zu dem, der Dich lieb hat. Du bleibst ganz nahe bei ihm wie ein Kindlein in den Armen seiner Mutter und läßt dem Herzen freien Lauf... Wenn Du wüßtest, wie gut er Dich begreift."

Beiträge: 1 683

Wohnort: Deutschland, NRW

5

07.07.2004, 21:39

Hier gibt es Literatur über Elisabeth von Dijon. Man muss etwas nach unten scrollen, nach der Literatur zu Edith Stein...

Hier ist die Bestelladresse ...
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6

27.07.2004, 18:54

Die sel. Elisabeth von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit schreibt in einem Brief an ihre Verwandten:

Zitat

„... Diesmal verbrachte ich Heiligabend in tiefer Stille im Chor ganz nahe bei Ihm, und ich liebte es, mir selber zu sagen: ‚Er ist mein Alles, mein einziges Alles.’ Mit welchem Glück und welchem Frieden erfüllt das die Seele! Er ist der Einzige, ich habe Ihm alles gegeben. Wenn ich es von der irdischen Seite her betrachte, so erblicke ich Einsamkeit, ja Leere; denn ich kann nicht sagen, daß mein Herz nicht gelitten hat, aber wenn mein Blick immer fest auf Ihn, meinen strahlenden Stern, gerichtet bleibt, ja, dann verschwindet alles darin, und ich verliere mich in Ihm wie ein Wassertropfen im Ozean. Es ist alles ganz still, ganz mit Frieden erfüllt, und der Friede des lieben Gottes ist so gut. Von Ihm spricht der hl. Paulus, wenn er sagt, daß er ‚alles Begreifen übersteigt’! ... Darum hungert die Seele nach Stille, um immer auf Ihn zu hören, um immer tiefer in Sein unendliches Sein einzudringen ... Leben wir mit Gott wie mit einem Freund, haben wir lebendigen Glauben, um durch alles hindurch mit Ihm vereinigt zu sein ... Mir scheint, ich habe meinen Himmel auf Erden gefunden, denn der Himmel ist Gott, und Gott ist in meiner Seele. An dem Tag, da ich dies verstanden habe, ist mir alles hell geworden, und ich möchte dieses Geheimnis ganz leise allen mitteilen, die ich liebe, damit auch sie, durch alles hindurch, immer Gott anhangen ... Mein Anteil ist so schön! Ein ganzes Leben lang in Stille, Anbetung, Herz an Herz mit dem Bräutigam zu verbringen!“

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herzrosenduft

Erleuchteter

Beiträge: 5 771

Wohnort: Deutschland

Beruf: Gärtner

7

16.10.2016, 18:03

Heute wurde Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit heiliggesprochen... und wieder ging aus dem Orden der Karmelitinnen eine große und bedeutende Frau hervor.
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Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

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