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Gandalf

Administrator

Beiträge: 25 889

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1

20.04.2002, 13:56

Wann darf man die hl. Eucharistie empfangen?

In einigen Threads ist dies schon manchmal angeschnitten geworden. Vielleicht "erbarmt" sich einer der Theologen und könnte in diesem Thread kurz und prägnant die Kriterien aufzählen, wann man wirklich die hl. Eucharistie empfangen darf?

Danke im Voraus!
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Padre Pio: "Überlege gut, was du schreibst, denn der Herr wird dich darüber zur Rechenschaft ziehen."

Bantam

unregistriert

2

20.04.2002, 14:37

Also, ich bin zwar kein Theologe und eigentlich steht das ja auch im Katechismus :D , aber ich finde es echt seltsam und doof, daß ich als Freikirchler und an Jesus Glaubende und ordnungsgemäß getaufte Lady, die versucht, dem Herrn Jesus nachzufolgen, nicht daran teilnehmen darf, weil ich eben nicht katholisch bin. Und das Argument: dann werd doch katholisch, zieht jetzt auch nicht, um gleich einigen Geschwistern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Wieso dürfen Menschen, die mit Jesus überhaupt garnichts zu tun haben zur Eucharistie und ich nicht. Das interessiert mich sehr!!! ?(

Dirk

Erleuchteter

Beiträge: 3 377

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3

20.04.2002, 15:07

Zitat

Original von Bantam
Wieso dürfen Menshcen, die mit Jesus überhaupt garnichts zu tun haben zur Eucharistie und ich nicht. Das interessiert mich sehr!!! ?(


Wer sagt denn, dass diejenigen Menschen, die mit Jesus nichts zu tun haben, dürfen? Das ist Deine Interpretation der Tatsache, dass sie es einfach tun. Ob sie's wirklich tun sollten, steht auf einem ganz anderem Blatt. Es sind nicht alle Menschen so sensibel wie Du, zu erkennen, was sie dürfen und was sie nicht dürfen.

Wenn Du Freikirchlerin bist, ist die Eucharistie für Dich doch sicherlich Götzendienst, warum willst Du also daran teilnehmen? ;)

Gottes Segen,
Dirk

Josephus

Erleuchteter

Beiträge: 3 277

Wohnort: Tirol, jetzt Niederösterreich

Beruf: Priester, Theologe, Webmaster

4

20.04.2002, 15:53

Wer darf die heilige Kommunion empfangen?

Voraussetzung ist
a) die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche
b) der Stand der heiligmachenden Gnade
c) das Freisein von kirchenrechtlichen Hindernissen
d) sowie die rechte Absicht

Zu a): [die Erklärung der anderen Punkte spar' ich mir etwas auf]
Nur wenn ich katholisch bin, kann ich innerhalb der katholischen Kirche das Sakrament der Eucharistie empfangen. Der innere Grund dafür ist, daß der katholische Glaube Voraussetzung ist für das Hinzutreten zur heiligen Kommunion. Die Kommunion ist nichts Privates, sondern drückt die Communio (Gemeinschaft) mit Christus und seiner Kirche aus. Nur jene Christen können Kommuniongemeinschaft haben, die denselben Glauben teilen.
Wer nicht mehr zur Kirche gehören will (Kirchenaustritt), verliert damit auch das Recht, von dieser Kirche die Sakramente zu empfangen. Doch kann er jederzeit umkehren (Beichte und Wiederaufnahme in die Kirche); dann darf er die Hl. Eucharistie empfangen!
Ausnahmen vom Prinzip a) gibt es in Todesgefahr (jeder Getaufte, der im katholischen Sinn an die Gegenwart Christi glaubt, darf dann kommunizieren) sowie bei besonders erschwerten Umständen (wie Unerreichbarkeit des eigenen Priesters): dann darf ein Katholik die Kommunion auch in einer (nichtkatholischen) Kirche (v.a. des Ostens) empfangen, in der die Hl. Eucharistie gültig gefeiert und gespendet wird.

Josephus
P.S. Ich habe dies jetzt "freihändig" formuliert; wer also einen Fehler entdeckt, eine Ergänzung anbringen kann etc., ist dazu herzlich eingeladen. Wird fortgesetzt ... :]

sie1

Fortgeschrittener

Beiträge: 424

Wohnort: Österreich

5

20.04.2002, 18:56

Da hab ich gleich noch eine Frage. Mir war das nach Josephus posting nicht so ganz klar. Und will auch Missinterpretationen meinerseits vermeiden.

Darf ein Katholik zur Kommunion gehen in der orthodoxen Kirche bzw umgekehrt ?

Würd mich wirklich interessieren.

Liebe Grüße,
sie1
"Alles zur größeren Ehre Gottes!" Hl. Ignatius von Loyola

Linus

unregistriert

6

20.04.2002, 19:30

Zitat

Darf ein Katholik zur Kommunion gehen in der orthodoxen Kirche bzw umgekehrt ?


@sie1

Ja darf man!!! 8)

ABER

Nur wenn ein katholischer Priester nicht erreichbar ist, sprich wenn du in der rusischen Taiga bist, neben dir die russisch-orthodoxe Kapelle und der nächste kath. Prister auf Kamtschatka zu finden istalso die Entfernung einfach unzumutbar ist.... (gilt im Übrigen analog für die Beichte)

Wie das umgekehrt ist - der orthodoxe der in der kath. Kirche kommunizieren will, weiss ich nicht, aber ich denke, dass das wohl kein problem sein wird zumal das orthodoxe kirchenrecht ja nicht so überfrachtet ist mit regeln wie das "unsrige"..... :D

SpanishInquisition

unregistriert

7

20.04.2002, 19:35

überfrachtet

Zitat

zumal das orthodoxe kirchenrecht ja nicht so überfrachtet ist mit regeln wie das "unsrige".....


@linus: du meinst bei uns ist etwas zu viel oder unnötig?

Linus

unregistriert

8

20.04.2002, 19:49

@SI
nicht zuviel oder unnötig, nur alles bis zum kleinsten husterer geregelt. da muss man manchmal schauen von wo man frischluft bekommt...

während in der orthodoxie viel weniger verschriftlichtes recht da ist was heisst das es weicher ist (aber nicht à la KJ in ÖberÖ wo Weckerl "gewandelt" werden missbraucht wird, man ist sich ja seiner tradition bewusst.... :D

Josephus

Erleuchteter

Beiträge: 3 277

Wohnort: Tirol, jetzt Niederösterreich

Beruf: Priester, Theologe, Webmaster

9

20.04.2002, 22:09

Zur Frage, ob von uns aus gesehen ein orthodoxer Gläubiger in der katholischen Kirche kommunizieren darf, findet sich eine Antwort in "Ökumenischen Direktorium". Dort heißt es unter Nr. 125: "Die katholischen Spender können erlaubt die Sakramente der Buße, der Eucharistie und der Krankensalbung Mitgliedern der orientalischen Kirchen spenden, wenn diese von sich aus darum bitten und in rechter Weise disponiert sind. Auch in diesen Fällen muß die Ordnung der orientalischen Kirchen für ihre eigenen Gläubigen beachtet und jeder Anschein von Proselytismus vermieden werden."

Zum umgekehrten Fall heißt es wörtlich in Nr. 123: "Wenn die Notwendigkeit es erfordert oder ein wirklicher geistlicher Nutzen dazu rät und vorausgesetzt, daß jede Gefahr des Irrtums oder des Indifferentismus vermieden wird, ist es jedem Katholiken, dem es physisch oder moralisch unmöglich ist, einen katholischen Spender aufzusuchen, erlaubt, die Sakramente der Buße, der Eucharistie und der Krankensalbung von einem nichtkatholischen Spender einer Ostkirche zu empfangen."

Quelle: Ökumenisches Direktorium
http://stjosef.at/dokumente/oekumenisches_direktorium.html
(natürlich auf stjosef.at :) )
Josephus


SpanishInquisition

unregistriert

10

20.04.2002, 23:47

@ josephus:
nach unserem (und wohl auch orthodoxem) verständnis, verwirklicht sich im empfang der kommunion die volle kirchengemeinschaft (communio). würde ich nun in einer notsituation von einem othodoxen priester die kommunion empfangen, so befände ich mich doch damit in voller gemeinschaft mit der entsprechenden ostkirche. gleichzeitig bleibe ich natürlich katholik... ist das nicht eine paradoxe situation? nun verlange ich nicht, dass jede nach gängiger logik paradoxe situation vollkommen aufzulösen ist. paradoxien begegnen uns im leben wohl auf schritt und tritt. und man darf wohl annehmen, dass gottes gnade, die sich in sakramenten verwirklicht, nicht menschlicher logik unterzuordnen ist. sie ist immer größer und anders als unser beschränktes denken.
dennoch: heißt denn der sonderfall, dass es verchiedene "wirklichkeitsebenen" der kirchengemeinschaft gibt?
weiter gefragt, warum ist nur im notfall erlaubt, was qualitativ den selben rang hat, wie der normalfall der kommunion in der gemeinschaft der katholischen kirche? denn in der kommunion, die jemand von einem orthodoxen priester gespendet bekommt, ist christus ja kein deut weniger zugegen, seine gegenwart ist ja etwas absolutes, unteilbares.
geht es einfach um ein "anstandsgebot" gegenüber der jeweiligen ordnung der kirche, um einen frieden der zuständigkeit zu erhalten?
noch ein weiterer gedanke: wird nicht beim empfang der voll gültigen kommunion jeder begleitumstand unwichtig? ich meine (ohne an einer amnesie zu leiden): wenn ich in der richtigen inneren haltung die kommunion empfange, sind kirchentrennende momente dann überhaupt noch wahrnehmbar?

Benedikt

Meister

Beiträge: 2 878

Wohnort: Deutschland

11

21.04.2002, 00:16

Wer sagt das denn?
"nach unserem (und wohl auch orthodoxem) verständnis, verwirklicht sich im empfang der kommunion die volle kirchengemeinschaft (communio)."
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SpanishInquisition

unregistriert

12

21.04.2002, 00:22

@bene

worin sonst sollte sich gemeinschaft der kirche mehr verwirklichen, als in der teilhabe an seiner gegenwart?

vielleicht warten wir doch noch die gedanken eines theologen ab.

Benedikt

Meister

Beiträge: 2 878

Wohnort: Deutschland

13

21.04.2002, 00:39

@SI
Ich werde jetzt keinen Theologen abwarten, sondern hier mal zwei Textpassagen bringen.
1. Dominus Iesus
"17. Es gibt also eine einzige Kirche Christi, die in der katholischen Kirche subsistiert und vom Nachfolger Petri und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird. Die Kirchen, die zwar nicht in vollkommener Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen, aber durch engste Bande, wie die apostolische Sukzession und die gültige Eucharistie, mit ihr verbunden bleiben, sind echte Teilkirchen. Deshalb ist die Kirche Christi auch in diesen Kirchen gegenwärtig und wirksam, obwohl ihnen die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche fehlt, insofern sie die katholische Lehre vom Primat nicht annehmen, den der Bischof von Rom nach Gottes Willen objektiv innehat und über die ganze Kirche ausübt."

2. Lumen Gentium
"3. Es kam also der Sohn, gesandt vom Vater, der uns in ihm vor Grundlegung der Welt erwählt und zur Sohnesannahme vorherbestimmt hat, weil es ihm gefallen hat, in Christus alles zu erneuern (vgl. Eph 1,4-5.10). Um den Willen des Vaters zu erfüllen, hat Christus das Reich der Himmel auf Erden begründet, uns sein Geheimnis offenbart und durch seinen Gehorsam die Erlösung gewirkt. Die Kirche, das heißt das im Mysterium schon gegenwärtige Reich Christi, wächst durch die Kraft Gottes sichtbar in der Welt. Dieser Anfang und dieses Wachstum werden zeichenhaft angedeutet durch Blut und Wasser, die der geöffneten Seite des gekreuzigten Jesus entströmten (vgl. Joh 19,34), und vorherverkündet durch die Worte des Herrn über seinen Tod am Kreuz: "Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle an mich ziehen" (Joh 12,32). Sooft das Kreuzesopfer, in dem Christus, unser Osterlamm, dahingegeben wurde (1 Kor 5,7), auf dem Altar gefeiert wird, vollzieht sich das Werk unserer Erlösung. Zugleich wird durch das Sakrament des eucharistischen Brotes die Einheit der Gläubigen, die einen Leib in Christus bilden, dargestellt und verwirklicht (1 Kor 10,17). Alle Menschen werden zu dieser Einheit mit Christus gerufen, der das Licht der Welt ist: Von ihm kommen wir, durch ihn leben wir, zu ihm streben wir hin."
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Bantam

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14

21.04.2002, 00:40

@Dirk - komme auch aus Herne, witzig!!
Ich wollte nicht anmassend erscheinen o.ä. Ich habe weder ein Problem mit dem Abendmahl noch mit der Eucharistie. Ich fühle mich nur etwas ausgegrenzt, wenn wir Christen diese gemeinschaft nicht miteinander haben können. Habe mal die Situation erlebt, daß das Abendmahl und die Eucharistie in einem Raum gefeiert wurden, war auf einer Tagung. Ich habe, auf der Abendmahlseite, ziemlich weit hinten gestanden und so beide Liturgieen mitbekommen. Und da habe ich schwer geheult!! Weil das halt alles so trennend war - was jetzt kein Vorwurf an die Katholiken ist! Jedenfalls meinte danach einer der Hauptverantwortlichen, daß Gott uns diesen Schmerz zugemutet hätte, was ich einen sehr schlauen Satz fand und das es Gott noch viel mehr schmerzt als uns, so ähnlich. Ich maße mir auch nicht an, über den Glauben der einzelnen zu urteilen - stimmt nicht, maße ich mir wohl an, aber nicht weil ich so tolll bin sondern, wenn ich Leute sehe, die ganzinechtundüberhaupt nichts mit Gott zu tun haben, jedenfalls ... und hier wiederhole ich mich. Hoffe, daß das jetzt einigermaßen verständlich war ;)

SpanishInquisition

unregistriert

15

21.04.2002, 00:54

danke

Zitat

Zugleich wird durch das Sakrament des eucharistischen Brotes die Einheit der Gläubigen, die einen Leib in Christus bilden, dargestellt und verwirklicht (1 Kor 10,17).


danke für die bestätigung @ bene.
und diese aussage gilt wohl auch für die von einem orthodoxen priester gespendete kommunion. denn sonst wäre es keine kommunion.

Benedikt

Meister

Beiträge: 2 878

Wohnort: Deutschland

16

21.04.2002, 00:57

SI, aber was ist mit dem hier:
"Deshalb ist die Kirche Christi auch in diesen Kirchen gegenwärtig und wirksam, obwohl ihnen die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche fehlt, insofern sie die katholische Lehre vom Primat nicht annehmen, den der Bischof von Rom nach Gottes Willen objektiv innehat und über die ganze Kirche ausübt."
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SpanishInquisition

unregistriert

17

21.04.2002, 01:43

leben in widersprüchen

genau die aussage zeigt doch, wie paradox die situation ist: volle kirchengemeinschaft verwirklicht sich, aber nur manchmal in notsituationen, dann aber ohne abstriche, allerdings in gewisser weise eingeschränkt.
ich kann ganz gut damit leben, dass die lehraussagen und auch die realitäten hier letztlich widersprüchlich sind. und das in einem so zentralen punkt.

Juergen

Fortgeschrittener

Beiträge: 322

Wohnort: Paderborn

18

21.04.2002, 10:28

Bezüglich der Spendung der Eucharistie an Nichtkatholiken findet sich eine Interessante Fußnote (S. 834, Nr. 46) im Artikel von Adalbert Mayer im 'Handbuch des katholischen Kirchenrechts' - dort auch einige Quellenangaben:

''46 Kommunionspendung ist auch möglich an Angehörige anderer Kirchen, die nach dem Urteil des Apostolischen Stuhls hinsichtlich der Sakramente in der gleichen Lage sind wie die orientalischen Kirchen (c. 844 §3). Bei den übrigen Christen, die nicht in voller Gemeinschaft stehen, ist vorausgesetzt, daß sie einen Spender der eigenen Gemeinschaft nicht aufsuchen können sowie bezüglich dieser Sakramente den katholischen Glauben bekunden und in rechter Weise disponiert sind (c 844 §4). Vgl. Nrn. 125 u. 130f. DirOec 1993 u. c. 671 §§3-5 CCEO. Dazu Pastoral Veineinbarungen der deutschen Bischöfe mit der syrisch-orthodoxen Kirche v. 24.1.1994 in AfkKr 163 (1994), S. 155f.: Gläubige der syr.-orth. Kirche können beim Sakramentenempfang nicht abgewiesen werden. Vgl. Stellungnahme der schweizerischen Bischöfe über eucharistische Gastfreundschaft, in PfBL. 59 (1986), S. 353-356.''

Einen weiterer Artikel zu Zulassung zur Kommunion findet sich in der FS Schmitz (S.175-206). Er stammt von M. Kaiser mit dem Titel 'Wer darf nicht zur heiligen Kommunion zugelassen werden?'

Zu den Abkürzungen:
CIC - Codex Iuris Canonici (=lat. Kirchenrecht)
CCEO - Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium (=ostkichtliches Kirchenrecht der Kirchen, die mit der lat. Kirche in voller Gemeinschaft stehen [unierte Kirchen])
AfkKR - Archiv für katholisches Kirchenrecht
PfBL - Pfarramtsblatt
FS Schmitz - Iuri canonici promovendo. Festschrift für H. Schmitz zum 65. Geburtstag. / Hg. v. W. Aymans u. K.-Th. Geringer. Regensburg 1994.
stabilitas contra mundum

Josephus

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Beruf: Priester, Theologe, Webmaster

19

21.04.2002, 10:42

Zur Frage nach der Sinnhaftigkeit dieser kirchenrechtlichen Regelungen gilt es vor allem zwei Momente zu bedenken:
1. Die Eucharistie ist von Jesus Christus um des Heiles der Menschen willen eingesetzt worden. Jeder, der entsprechend vorbereitet ist, kann die hl. Kommunion fruchtbringend empfangen.
2. Im gemeinsamen Empfang der Eucharistie drückt sich die kirchliche "communio" (Gemeinschaft) aus, d.h. die Einheit im Glauben, in der Leitung und in den Sakramenten. D.h. nur wo diese Communio besteht, ist Kommunion sinnvoll!

In einer Notsituation kann es um des geistlichen Wohles des einzelnen Gläubigen willen die bereits angeführten Ausnahmen geben; hier gilt wirklich: suprema lex est salus animarum (das Heil der Seelen ist das oberste Gesetz).
Das heißt dann, jemand darf unter Umständen die heilige Kommunion auch dann empfangen, wenn die volle kirchliche Einheit noch nicht besteht. Das zweite Moment wird hier relativiert, aber nicht einfach aufgehoben.

Josephus

SpanishInquisition

unregistriert

20

21.04.2002, 11:01

sehnsucht

es ging mir nicht darum, einen "systemfehler" aufzudecken. auch nicht, eine klare antwort auf eine klare hierarchie der aussagen zu bekommen. das braucht es wohl nicht. ich denke vielmehr, dass das aufgezeigte paradox auf die notwendigkeit verweist, auch außerhalb der eucharistie die volle kirchengemeinschaft dauerhaft zu verwirklichen.

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