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Gandalf

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1

22.04.2002, 08:58

ISLAM in der DISKUSSION

Kardinal Lehmann kritisiert Islam wegen Verhältnis zu Gewalt
http://www.kath.net/detail.php?id=2342

Eine Partei, die sich auf den Koran stützt, müßte verboten werden
http://www.kath.net/detail.php?id=2340

Was ist eure Meinung zum ISLAM?

MARY'S MEALS - 10 EURO für ein Kind - Rettet Kinder vor dem Hungertod!
Mit Kath.Net nach IRLAND: Juni 2012 - Papstbesuch - Eucharist. Weltkongress

Padre Pio: "Überlege gut, was du schreibst, denn der Herr wird dich darüber zur Rechenschaft ziehen."

Dirk

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2

22.04.2002, 11:28

Ich denke, das Problem ist ja, dass es keine allgemein anerkannte Instanz gibt, die den Koran verbindlich auslegt, wie das z.B. die katholische Kirche tut. So wie im christlichen Bibel-Fundamentalismus jeder die Bibel auslegen kann, wie er will, so kann man es mit dem Koran auch machen. Der Koran ist halt gewalttätiger als die Bibel, deshalb sind auch die islamischen Fundis gewalttätiger als die christlichen.

Es gibt also nicht den Islam, also kann man weder die Gewaltbereitschaft verallgeimeinern, noch sagen, dass eine Partei, die sich auf den Koran stützt, automatisch gewaltbereit ist. Ich kenne einen gläubigen Moslem, der versucht, dem Koran treu zu sein, aber trotzdem nicht gewaltbereit ist. Und ich denke, das ist die Regel.

Das Problem ist der Fundamentalismus und nicht der Islam.

Kann sein, dass ich das falsch sehe, aber das ist meine Sicht der Dinge.

Gottes Segen,
Dirk
www.totus-tuus-aktuell.de

reto

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3

22.04.2002, 11:43

@Dirk
Ist das Problem der Fundamentalismus oder tritt generell ein Problem auf, sobald jemand den Koran ernst nimmt und ihn umsetzen will?
(Im Christentum z.B. sind ja "Fundamentalismus" und "die Bibel ernst nehmen" nicht unbedingt identisch.)
Du hast bestimmt recht, dass nur die Fundamentalisten ein Problem sind - nur ist das ein solcher Gummibegriff und deine Behauptung ist unter Umständen nur deshalb richtig, weil "Fundamentalismus" als Schimpfwort für alles gebraucht wird, was einem nicht in den Kram passt ;) .
Quoniam si reprehenderit, nos cor nostrum:
maior est Deus corde nostro, et novit omnia. (1 Joh 3,20)

Mustafa

unregistriert

4

22.04.2002, 16:14

Muslime für Menschenrechte und gegen Terror

Hallo,

ich hatte ein Text zusammengestellt über das Verhältnis der Muslime zum taat und Gewalt. Unten gebe ich ein auszug davon . mehr dazu steht in http://de.geocities.com/hafis71/Mensch.htm

Freundliche Grüsse
Mustafa

Muslime für Menschenrechte und gegen Terror



“Es sei kein Zwang im Glauben.” [ Koran Sure 2, Vers 256]

"... wenn jemand einen Menschen tötet, so soll es sein, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so soll es sein, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. .... "
(Koran, Sura 5, 32)

Behauptung welches man leider oft antrifft lautet :

“Der Islam befehle den Moslems im Namen der Religion die Ungläubigen zu töten, ihre Länder zu verwüsten, deren Bevölkerung niederzumetzeln und nennen dies “Dschihad” (Heiliger Krieg).”

Diese Behauptung ist völlig falsch.

Im Islam gibt es das Islam-Staat wo die Regierung das islamische Recht praktiziert (Kalifat,Sultanat,Chanat wo islamisches Recht auch von den Regenten angewendet wird). Alle Staaten darüber hinaus sind nicht-islamische Staaten. Nur im Islam-staat kann der Imam (Regent) der Muslime bewaffneten Dschihad erklären insofern wenn friedliche Massnahmen nicht wirkten oder in Falle des Verteidigungsfall. Seit 1923 gibt es nirgends mehr ein Islam-staat aber verschiedene Staaten worin Muslime leben. Ferner keinen Kalifen. Die Muslime im nicht-islamischen Staaten gehorchen der Gesetze der Regierung ,des Staates. Es gibt zwei Arten der nicht-islamischen Staaten. Der eine : sie erlaubt den Muslimen dass sie unter sich das islamische Recht anwenden, wobei der Anführer der Muslime der Nicht-islamische Regent ernannt oder sie selbst wählen ihn. Dies war in manchen Kolonien Britanniens der Fall oder Sizilien der Normannen . Zweiter Fall: diese Rechtsunabhängigkeit der Muslime liegt nicht vor. Auch in solchen Staaten halten die Muslime an die Gesetze des Landes.(z.B. Gelehrte wie Al Mazari oder Ibn Abidin berichten darüber). Wer all das nicht auseinanderhalten kann oder die Unterschiede nicht weiss kann viel Unheil anrichten oder vorurteile haben.

Ibni Abidin (Angaben siehe unten) schreibt in "Redd ül Muchtar" in Thema "Richterschaft" : "In Nicht-muslimischen Staaten gibt es eine Notwendigkeit deren Gesetze zu gehorchen (nicht zu brechen). Es ist in keinster weise erlaubt deren Güter, Leben und Ehre anzugreifen."

Ibni Abidin schreibt als er die "Baghi" berichtet : " Wenn Muslime in einem Land sicher und frei beten können (ihre Religion ausüben können) und in Frieden leben können, ist es nicht erlaubt gegen die Regierung Aufstand zu machen. Falls die Regierung Unrecht tut und das Entgegentreten gegen das Unrecht Fitna (Zwietracht, Bürgerkrieg, Chaos, Unruhe) verursacht auch dann ist es nicht erlaubt. So ein Sultan (Regenten) helfen heisst das Unrecht unterstützen. Dem Aufständischen (gegenüber ungerechter Regierung) ist kein Hilfe zu leisten. Denn in unerlaubten Dingen darf man nicht unterstützen. (Den Muslimen zu hindern ihre Anbetungen nachzugehen, ihnen Kinder das Erlernen von Religionswissen zu verhindern und sie zu verbotenen Dingen zu treiben die zur Unglaube führen , all das ist die grösste Unterdrückung) Falls die Regierung kein Unrecht (zulm) tut nennt man den Aufständischen die die Regierungsmacht an sich reissen wollen "Baghi". Muslime helfen der Regierung. Denn es heisst im Hadith-i scherif (Wort des ehrenwerten Propheten) "Der Erwecker des Fitna sei verflucht ! ". Die Aufständischen , die die Regierung und die Muslime als "kafir" (ungläubig) bezeichnen und deren Leben und Güter angreifen ,diese nennt man "Haridschi". " Wir erkennen dass Terrorismus in keinster weise Platz im Islam hat.

Unsere Religion verbietet, wie wir s

ehen, gegen grausame und sogar ungläubige Regierungen zu rebellieren und Unheil zu stiften. Rebellion bzw. Unheilstiften ist kein Glaubenskampf sondern Dummheit und schwere Sünde. Der o.a. ehrwürdige Vers, der in der Sure Hadsch (Die Pilgerfahrt) erwähnt wird, weist auf den in Medina neu gegründeten islamischen Staat hin und erlaubt den islamischen Staaten, gegen ungläubige Tyrannen Glaubenskampf zu führen. D.h. der Staat führt den Glaubenskampf und nicht der Mensch! Man darf Angriffe und Revolten der Menschen gegen den Staat kein Glaubenskampf nennen! Das bedeutet Anarchie und ist schwere Sünde. Die Gelehrten der Sunna haben verboten, sogar gegen ungläubige ungerechte Regierung zu rebellieren. Unbefugte Religionsleute , die Anhänger der Irrlehren sind, glauben Gelehrte zu sein, weil sie die Vorzüge der Gelehrten der Sunna (sunnitische Gelehrten) nicht begreifen und den Sinn der islamischen Rechtsbücher und der Koranauslegung nicht erkennen, schaden sie dem Islam und den Muslimen sehr, indem sie die ehrwürdigen Verse und Hadithe falsch deuten.

Im Gegensatz zu diesen islamischen Gelehrten lehren Religionsleute wie Hasan Benna, Seyd Kutb oder Maududi Dinge die keinen Platz im

Islam haben.( Seyd Kutb war Lehrer und Maududi ein Journalist und Autor. Hassen Benna wurde 1368 [1949 n.Chr.] und Seyd Kutb 1386 [1966 n.Chr.] wegen der Rebellion hingerichtet. Tausende von Jugendlichen, die von diesen getäuscht wurden, wurden Jahre lang im Gefängnis gequält und danach hingerichtet.). Unbefugte Religionsleute wie Hassen Benna (Begründer der Organisation Muslim-Bruderschaft) aus Ägypten und dessen Folger Seyd Kutb, Anhänger der Irrlehren, rebellierten gegen die Regierung, indem sie auf den ehrwürdigen Koranvers hinwiesen: "Glaubenskampf ist gegen Unterdrücker und Grausame". Die Ichwân-i müslimân ( Muslim-Bruderschaft ) genannte Jugendlichen revoltierten gegen die grausame Regierung Assad in Syrien. Sie verursachten, dass Tausende von Muslimen grausam getötet wurden 1982. Seyd Kutb lehrt abwegige Lehren z.B den Zakat (Armenabgabe) stellt er anders dar als die Muslime es kennen ,so "Zekat ist Steuer" sagt er und ferner auch : "Der Staat nimmt nicht nur über Steuern sondern auch von Privateigentum so viel wie er braucht ohne Entgelt und ohne Wiedergabe. Diese verwendet er für gesellschaftliche Bedürfnisse." in (Weltfrieden und Islam). Solche sozialistische Einflüsse lehnen wir Muslime strikt ab.

"Bei der Aufbau der islamischen Gesellschaft ist das woran wir uns halten nicht der islamische Fiqh (Recht). Auch wenn wir nicht fremd gegenüber dieser Fiqh sind , ist das woran wir uns binden der islamische Weg und islamische Verständnis." in (Islam und die Probleme der Zivilisation).

Er schreibt auch :"Die Muslime sind revolutionärisch. Sie machen Revolution gegen Unrecht und Unterdrückung." (Weltfrieden und Islam)

Diese Aussage stimmt nicht mit dem überein was die islamischen Gelehrten uns mitteilen. Der Muslim macht keine Revolution, verursacht kein Fitna (Zwietracht) und Fesad (Unruhe). Es ist auch Sünde wenn man gegen ungerechte Regierungen Aufstand zu machen. Es ist kein Dschihad gegen Gesetze und Befehle zu verstossen. Es wäre Fitna. Seyd Kutb und Maududi und die ihnen folgen fielen dem Ayat 39 der Sura Hadsch falsche Bedeutung gebend ins Unglück. Als die ungläubigen Mekkaner die Muslime unterdrückten, folterten und umbrachten, hatte man mehrfach um Erlaubnis gebeten gegen die Ungläubigen zu kämpfen. Es gab kein Erlaubnis dazu. Als die Muslime nach Medina auswanderten kam diese Ayat (Koranvers), welche den neugegründeten Islamischen Staat erlaubte gegen die tyrannischen Mekkaner Dschihad zu führen. Diese Ayat kam nicht um gegen ungerechte Regierungen zur Aufstand hervorzurufen, sondern seitens des Islamischen Staates gegen jene Armee der tyrannischen Dikatoren Dschihad zu führen, die die Menschen verhindern vom Islam zu hören und verhindern dass sie Muslime werden. (Der Islam zieht den Frieden dem Krieg vor. Vor Krieg werden friedliche und kriegshindernde Massnahmen angeboten bzw. angenommen so weit es geht )

Das Ziel des Dschihads im Islam ist nicht die Verwüstung anderer Länder und die Austrottung ihrer Bevölkerung, sondern die Verbreitung und Verteidigung der Religion und dies wird nie durch Zerstörung und Quälerei erreicht. Der Islam schreibt dem Gläubigen vor, sich nur gegen einen Angriff zu wehren und zu kämpfen. Der wahre Moslem dagegen greift niemand an. Wenn jemand ihn oder seine Religion angreift, ermahnt er ihn durch sanfte Worte zur Tugend. Wenn das ohne Erfolg bleibt, wendet er legitime Mittel an. Das Gericht kann ein gerechtes Urteil fällen. Wenn er durch das Gericht sein Recht hat erhalten können, kümmert er sich um seine eigenen Angelegenheiten und darf nicht mit den Angreifern zusammen sein. Wenn trotzdem sein Gut oder Heim überfallen wird, wandert er aus, d.h., er verlässt die Stadt. Wenn es ihm unmöglich ist, irgendwohin auszuwandern, verlässt er diesmal das Land. Wenn er kein islamisches Land findet, in das er auswandern kann, dann wandert er in das Land der Nicht-muslimen aus, wo Menschenrechte beachtet werden. Der Moslem verletzt keinen durch Wort und Tat. Er vergreift sich nicht am Vermögen und an die Ehre anderer. Dschihad heißt allen Menschen den Islam mitzuteilen, die Möglichkeit geben sich darüber zu informieren. Im Islam geschieht dies in der Regel durch sanfte Predigt und musterhaftes Benehmen.

In Staaten wo Muslime unterdrückt werden: Die Forderungen von Tyrannen und von Feinden des Islam muß man mit der Absicht erfüllen, dem Islam zu folgen. Gerät man dabei in Schwierigkeiten, so muss man auf gesetzlichen Weg handeln. Beim Nichterfüllen der sündhaften Forderungen der Eltern und des Lehrers, muss man sich entschuldigen und sie mit Milde behandeln. Man darf kein Unheil stiften. Unsere Pflicht, ist den Gesetzen unseres Landes Achtung zu erweisen. Es ist nicht klug, zu versuchen, sie umzustürzen. In einem Land, wo die Gesetze nicht mehr in Kraft sind, herrscht Anarchie und es ist bestimmt, dass dieser Staat zugrunde geht. Anarchie zu verursachen ist im Islam verboten.



Auch viele Muslime haben durch die Menschrechtserklärung 1945 in USA und dessen Umsetzungen die Möglichkeit erhalten in vielen Staaten ihre Religion weitgehend auszuleben ,worüber wir Allah dankbar sein sollten und wir Muslime sollten bestrebt sein, dass diese Rechte erhalten bleiben.



Dirk

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5

22.04.2002, 16:59

Zitat

Original von reto
@Dirk
Ist das Problem der Fundamentalismus oder tritt generell ein Problem auf, sobald jemand den Koran ernst nimmt und ihn umsetzen will?
(Im Christentum z.B. sind ja "Fundamentalismus" und "die Bibel ernst nehmen" nicht unbedingt identisch.)
Du hast bestimmt recht, dass nur die Fundamentalisten ein Problem sind - nur ist das ein solcher Gummibegriff und deine Behauptung ist unter Umständen nur deshalb richtig, weil "Fundamentalismus" als Schimpfwort für alles gebraucht wird, was einem nicht in den Kram passt ;) .


Ich denke, dass "Fundamentalismus" und "die Schrift ernst nehmen" im Islam genau so ein Unterschied ist, wie im Christentum. Ein Zeichen von Fundamentalismus ist ja, dass der Blick für das ganze Bild fehlt, statt dessen nur kleine, enge Bereiche herausgegriffen werden und völlig übergewichtet einen Großteil des gesamten religiösen Denkens bestimmen. Wenn ich dagegen die Schrift ernst nehme, dann muss ich immer das ganze Bild betrachten. In sofern ist vieleicht "Fundamentalismus" und "die Schrift ernst nehmen" sogar ein Widerspruch.

Ich weiß jetzt nicht, wie es genau im Islam ist, aber im Christentum ist eins der Zeichen für Fundamentalismus oft das Antikatholische. Einzelne Verse werden herausgegriffen ("Nennt niemanden euren Vater", oder die Sache mit der Hure Babylon aus der Offenbarung), und völlig überinterpretiert. Ein christlicher Fundi liest dann fast aus jedem Vers plötzlich etwas antikatholisches heraus. Er verliert den Blick für die ganze Bibel, für den Kontext und dafür, was eigentlich die christlichen Kernaussagen sind, er verliert den Blick für Logik und für die Geschichte. Man kann - gerade im amerikanischen Internet viele Erfahrungen mit solchen Fundis machen - man spürt als Katholik mit jedem Wort den Hass, der einem förmlich durch den Bildschirm entgegenspringt. Und irgendwann stellt sich dann heraus, dass das Gegenüber eine "normale" Vorstadtmutter mit 3 Kindern ist...

Im islamischen Fundamentalismus wird das ähnlich sein. Bestimmte Verse werden herausgegriffen (vielleicht die wenigen, wo Ungläubige umgebracht werden sollen), und bestimmen plötzlich die gesamte Denkweise und Lesart des Korans.

Selbst die Interpreationshoheit der katholischen Kirche kann nicht verhindern, dass es auch katholische Fundamentalisten gibt. Ich verstehe die Prozesse auch nicht, die zum Fundamentalismus führen, ein wichtiger Ausgangspunkt ist vermutlich die Isolation, das "sich abschotten", aber was soll man dagegen tun?

Ich glaube, man kann nicht wirklich etwas gegen Fundamentalismus tun. Ich wollte nur anmerken, dass man islamische Randgruppen genauso wenig auf den Islam ausweiten kann, wie man christliche Randgruppen auf das ganze Christentum projizieren kann. Es ist daher falsch, zu sagen, dass der Islam ein positives Verhältnis zur Gewalt hat und dass man alles, was sich auf den Koran stützt, verbieten sollte.

Gottes Segen,
Dirk
www.totus-tuus-aktuell.de

fono

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Wohnort: NRW - Sauerland

6

22.04.2002, 21:16

@Mustafa
Danke, für deine Erläuterungen. Ich habe auch mal gehört, dass nicht jeder Mullah (richtig geschrieben?) ermächtigt ist den Jihad auszurufen. Demnach hätten viele der selbsternannten Verteidiger des Islam die in letzter Zeit zum Krieg gegen die USA und den Westen aufgerufen haben garkein Recht dazu gehabt. Weißt du da auch etwas zu?

Deine Interpretation des Jihad gefällt mir gut, nur habe ich auch komplett gegensätzliche Auslegungen gehört, die "die einzig wahren" waren. Wer ist nun im Recht?


Benedikt

Meister

Beiträge: 2 878

Wohnort: Deutschland

7

22.04.2002, 22:09

Wir hatten im Reliunterricht ein Referat zum Islam, gehalten von einem Moslem der upper-class aus dem Iran.
Ich versuche mal zu zitieren:
"Der Islam ist nicht nur eine Religion, sondern auch eine Staatsform. Religiöse Dinge sind im Koran geregelt, staatliche in der Scharia."
"Es gibt im Islam den heiligen Krieg."
"Die Terrorangriffe waren natürlich nicht im heiligen Krieg, heiliger Krieg ist eher das, was in Palästina passiert."
8o
Hartes Brot. Und was mich erstaunt hat: Er hat das so vorgetragen, als sei es selbstverständlich.
Weblog:Speculum@kathhost
Mein Nutzername im Kath.net-Leserbereich: Nyger

Mustafa

unregistriert

8

23.04.2002, 01:29

an fono bzgl. dschihad

Hallo Fono,

du hast Recht. keiner kann den dschihad ausrufen. Organisationen, vereine,Parteien ersetzen keinen Kalifen. Das islamische Recht ist kein schwammiges Gebilde sondern eine Wissenschaft für sich. Nur weiss man darüber wenig in den Medien und Allgemeinwissen westlicher Bürger. Die Extremisten und Fundamentalisten kümmern sich kaum um islamisches Recht. Sie biegen die Religion zu ihren Wünschen.
Seir ca 100 Jahren gibt es die Salafiyya genannte neue Gruppe unter den Muslimen. Diese sind ähnlich wie die Wahhabiten und sie trennen sich von den Sunniten, die die Mehrheit der Muslime waren und sind. Ein teil der Salafiyya hat sich sehr radikal verändert und ist sehr gewaltbejahend geworden. Sie sind eine Minderheit aber dennoch gefährlich.
Im Westen kennt man diese Differenzierungen nicht so gut und es wird viel Angst und Unsicherheit unter dem Volk geschürt was ich unverantwortlich finde.

Im Forum hier kann ich nicht detailliert in Rechtsthemen eingehen aber ein kleines Ãœberblick auf rechtliche sachen im islam kann man hier entnehmen: http://de.geocities.com/hafis71/Recht1.htm

Freundliche Grüsse
Mustafa

SpanishInquisition

unregistriert

9

23.04.2002, 01:31

heute meldete radio vatikan:

Zitat

Die in München erscheinende Jesuiten-Zeitschrift „Stimmen der Zeit" hat die „Islamische Charta für Deutschland" gewürdigt. Der vom Zentralrat der Muslime in Deutschland verbreitete Text sei in Passagen „geradezu revolutionär", schreibt der Frankfurter Jesuit Christian Troll in der neuesten Ausgabe. Dabei bezieht sich der Islam-Experte vor allem auf die Aussage, dass Muslime das Recht hätten, „die Religion zu wechseln, eine andere oder gar keine Religion zu haben".


folgenden link hab ich noch gefunden:
http://www.st-georgen.uni-frankfurt.de/bibliogr/troll5.htm

ist ja meist sehr gut, was so von den "schlauen jungs" kommt.

Therese

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10

23.04.2002, 12:43

Ich denke, man muss auf jeden Fall unterscheiden zwischen dem Islam in Reinformat und dem Leben der Menschen. Ich meine damit: Die meisten Länder, in denen Moslems die Mehrheit sind, liegen in der südlichen Hemisphäre. Die meisten Entwicklungsländer liegen ebenfalls dort. Teilweise überschneiden sich diese beiden Gebiete. Es ist bekannt, dass seit der Zeit des Kolonialismus die westlichen Industrienationen die Drittweltländer ausbeuten. Sie zetteln sogar Kriege an, wo es ihnen politisch und wirtschaftlich gerade passt. Zu dem Thema kamen ja z. B. erst vor kurzem Berichte von Peter Scholl-Latour im Fernsehen. Vielleicht haben sie einige von Euch gesehen.

Ich muss ehrlich sagen, über die Scheuslichkeit der Attentate vom 11. September oder von Terrorakten überhaupt brauchen wir nicht zu diskutieren. Aber dass die Leute in den unterdrückten Ländern die Nase voll haben, kann ich verstehen. Und wenn sie auf politischem Weg sich kein Gehör verschaffen können, versuchen sie es auf diese Weise.

Wie gesagt: Ich will das nicht schön reden. Aber verstehen kann ich es trotzdem irgendwo. Wir alle und besonders auch die USA sollten uns mal an die eigene Nase packen und überlegen, wie es wohl kommt, dass diese Leute so einen Hass haben.
Möge der Klang des Himmels stets die Musik deiner Seele sein.
(Irischer Segenswunsch)

reto

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11

23.04.2002, 15:04

Ich habe Achtung vor jedem Menschen, der ehrlich den Kontakt mit Gott sucht. Die gläubigen Muslime gehören zu diesen Menschen.
Fanatiker fügen dem Islam zweifellos grossen Schaden zu. Was aber immer wieder verschwiegen wird: In Staaten mit Islamischer Mehrheit gibt es oft keine Religionsfreiheit - mit dem Resultat, dass Christen aufs Schärfste verfolgt werden.

Zitat

Bericht des Zollern-Alb-Kurier am 24. Februar 2001:
Saudi-Arabien ist das Land mit der stärksten Christenverfolgung. Das stellt das Missionswerk Offene Grenzen (Seesen) in einer Rangliste fest. Zu den ersten zehn gehören sechs islamistisch geprägte Staaten, und zwar Saudi-Arabien, Afghanistan, Turkmenistan, Iran, Ägypten und die Malediven sowie vier kommunistische Länder: Volksrepublik China, Laos, Nordkorea und Vietnam.

In Saudi-Arabien ist der Islam Staatsreligion; die Praktizierung des christlichen Glaubens ist verboten, ebenso der Import der Bibel oder eines Kreuzes. Jedem Moslem, der die Religion wechselt, droht die Todesstrafe.


Als Christ kann ich zu dieser Situation nicht einfach schweigen - und ich hoffe, es gibt auch immer mehr Muslims, die sich gegen diesen Zustand zur Wehr setzen. Hier ist das Problem nicht der Fundamentalismus, sondern eine grundsätzlich andere Einstellung zu Menschenrechten. (für eine ausgewogene Analyse sh. folgenden Link).

Den Verfolgungsindex findet ihr auf der Homepage von "Offene Grenzen".
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Lorenz

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12

24.04.2002, 08:18

Viele wissen nicht, dass es in islamischen Ländern heutzutage immer noch Sklaven und Sklavenhandel gibt. Die Sklaven sind meistens Christen, die deshalb versklavt werden. Mädchen und Frauen werden systematisch vergewaltigt. Ich poste zwei Links zu diesem Thema:

http://www.csi-de.de

und (Ausführlicher):

http://www.csi-int.org/csi-prl/csi-press_releases.htm
Lorenz

reto

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13

24.04.2002, 09:20

Danke für die Links, Lorenz.

Ich würde allen empfehlen, einmal Informationen von CSI anzufordern. In der Schweiz verschickt die CSI monatlich eine Zeitschrift mit Berichten, Gebetsanliegen und Protestkarten, welche an die verantwortlichen Regierungen geschickt werden können. Dies gibt eine gute Grundlage dafür, dass wir im Gebet und mit Taten unsere Mitchristen unterstützen können.

Sie leiden auch für uns - und oft auch wegen unserer Indifferenz!
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Lorenz

Fortgeschrittener

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14

24.04.2002, 10:16

Bitteschön!

Was ich unglaublich finde, ist, wie diese Nachrichten über Sklaverei von wenigen Medien veröffentlicht werden und von wenigen Regierungen angeprangert werden. Und falls sie das tun, nur halbherzig.
Lorenz

Bernhard

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15

24.04.2002, 22:22

Neu: Über politische und religiöse Gruppierungen im Islam:
www.stura.uni-leipzig.de/~farao

Marvin

unregistriert

16

25.04.2002, 10:58

Uni Leipzig:

Hier noch eine Ergänzung zum sehr guten Link von Bernhard:

Mit Informationen zu 54 Ländern und islamischem Recht und islamischen Medien:

Islam Katalog Uni Leipzig

(Diese Quelle wird selbst vom US-Geheimdienst CIA genutzt und hat bis zu 15 000 Nutzer am Tag, laut dpa)

jos

unregistriert

17

27.04.2002, 20:26

Der ISLAM aus meiner Sicht der Geschichte


Als der Islam entstand, war das Christentum schon 600 Jahre alt.

Das Dilemma muss man in der Geschichte suchen.
Mohammed, ein tief religiös charismatischer Mensch, verstand es, in Mekka um sich eine Gemeinde von Anhängern zu sammeln nicht ohne Argwohn des Establishments (gewisse Parallelen zu Jesus in Jerusalem sind nicht abwegig); Verfolgung, Flucht nach Medina usw..

Im Gebiet in dem der Islam im 7. Jh. entstand, in Arabien, gab es zu jener Zeit unter den arabischen Stämmen der Wüste die unterschiedlichsten Stammesreligionen auch jüdische und christliche Gemeinden. Letztere wiederum aufgespalten in autonome Fürstenkirchen, in denen Religion und Gesellschaft völlig verschmolzen waren (siehe das Dilemma Constantin-Staatskirche 4. Jh.).
Die Ur-Spaltung des Monotheismus, des Gottesvolkes von Juden und Christen war für Mohammed ein Gegenzeugnis und er hatte die Vision mit den arabischen Stämmen einen neuen, dritten Weg zu beginnen.
Deshalb kann für uns Christen die islamische Herausforderung nur bedeuten, die Spaltung der Kirche zu sehen, was sie ist: tiefes Unheil. Die später noch folgenden Spaltungen in der Kirchengeschichte haben dies in jeder Hinsicht deutlich gemacht.

jos

18

06.05.2002, 14:07

Zitat

Original von Gandalf


Was ist eure Meinung zum ISLAM?




ich finde es immer wieder zutiefst faszinierend, wenn ein angehöriger der einen religion negative argumente bezüglich der anderen religion bringt, da man die argumente oft sehr einfach umdrehen kann.


wie gesagt, wer im glashaus sitzt, sollnicht mit steinen werfen.

wer einer religion angehört, durch die derart viele kriege, massenmorde etc. ausgelöst oder gerechtfertigt wurden, sollte sich nicht über die angebliche aggressivität einer anderen religion auslassen.
:D

19

06.05.2002, 14:09

Zitat

Original von Lorenz
Viele wissen nicht, dass es in islamischen Ländern heutzutage immer noch Sklaven und Sklavenhandel gibt.


und noch weniger kümmert es, dass es in europa, sogar in deutschland noch sklaven gibt.
:D

reto

Erleuchteter

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20

06.05.2002, 15:36

@a-men
Es ist immer erfrischend, wenn Leute statt wild zu polemisieren, mit belegbaren Fakten aufwarten ;) .
Pauschalurteile lassen sich ja so gut diskutieren ...

Mich nimmt mal wunder, warum wir uns nicht für unsere Glaubensgenossen wehren dürfen, die versklavt oder gefoltert werden. Dass im Namen des Christentums, wie auch im Namen jeder anderen Weltanschauung auch schon schlimmes getan wurde, kann doch nicht der Grund sein, dass wir unsere Mitchristen fallen lassen sollten?

Und dann wären Pauschalurteile wie du sie machst zu präzisieren und in ihrem historischen Kontext zu beurteilen. Nur mit ein paar unreflektierten Schlagworten wirst du kaum ernst genommen.
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