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fono

Meister

Beiträge: 2 625

Wohnort: NRW - Sauerland

61

06.10.2002, 01:19

@Falk

Ich kannte bisher nur die Ablässe an sich und wußte nicht, dass sie auch für eine bestimmte Anzahl an Tagen ausgestellt werden. Diese Praxis finde ich ehrlich gesagt etwas befremdlich. Gibt es da einen Katalog, in dem festgelegt ist, wieviele Tage mir für diesen oder jenen Ablass erlassen werden?


Heidi-Martina

unregistriert

62

06.10.2002, 11:44

Nochmal zu meiner Frage betreffend der für das Fegefeuer hinzugezogenen Bibelstelle:

<<in 1 Kor 3, 13-15 findet man einen solchen biblischen Hinweis, der in der katholischen Kirche schon immer auf das Fegefeuer bezogen wurde:

"...Das Feuer wird prüfen, was das Werk eines jeden taugt. Hält das stand, was er aufgebaut hat, so empfängt er Lohn. Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch." >>

Das hieße ja dann, dass letztendlich JEDER, mit kleinerem oder größerem Verlust, aus dem Fegefeuer gerettet werden wird - auf jeden Fall nicht verloren gehen kann durch Jesu Gnade. Liege ich da richtig?

Falk

Profi

Beiträge: 610

Wohnort: Luckau im Land Brandenburg

63

06.10.2002, 15:48

>>Das hieße ja dann, dass letztendlich JEDER, mit kleinerem oder größerem Verlust, aus dem Fegefeuer gerettet werden wird - auf jeden Fall nicht verloren gehen kann durch Jesu Gnade. Liege ich da richtig?<<
(Heidi-Martina)


Ja, also wenn ich die katholische Lehre zum Thema richtig verstehe, wird jeder, der ins Fegefeuer kommt, auch gerettet.
Allerdings kommen ja nicht nur nicht "alle alle in den Himmel" ;) sondern es kommt auch nicht jeder ins Fegefeuer.
Es gibt nämlich noch diejenigen, die in die Hölle kommen, und diese werden nicht gerettet.

Heidi-Martina

unregistriert

64

06.10.2002, 16:18

@Falk

Ja, die Lehre, die behauptet, dass alle Menschen durch mehr oder weniger schwere Gerichte hindurch letztendlich in den Himmel kommen, ist die Lehre der Allversöhnung.
Sie geht davon aus, dass bei Gott NICHTS unmöglich ist, und dass er die Menschen zu sehr liebt, um sie auf ewig in der Hölle schmoren zu lassen - aber Wert darauf legt, dass jeder sich freiwillig zu ihm bekehrt. Wo jemand das nicht tut, muss er durch Gerichte unterschiedlicher Intensität und Zeitdauer gehen, lehren sie, an deren Ende er schließlich freiwillig zu Gott umkehren wird.
Als Bibelstelle, die das belegen soll, nehmen sie
"Mir sollen sich ALLE Knie beugen und ALLE Zungen sollen Gott bekennen!" Römer 14, 11.
Und die Knie derer, die sich ewig in der Hölle befänden, müssten ja ausgeschlossen werden, in dieser Bibelstelle heißt es aber ausdrücklich "ALLE KNIE".
(Ich hatte kürzlich eine Diskussion mit einer Vertreterin der Allversöhnungslehre.... ;)

Viele Grüße,
Heidi-Martina

Falk

Profi

Beiträge: 610

Wohnort: Luckau im Land Brandenburg

65

06.10.2002, 16:55

Na ja, es steht aber auch geschrieben:

>>Denn er muß herrschen, bis Gott ihm «alle Feinde unter seine Füße legt» (Psalm 110,1). << (1 Kor 15, 25)

Und vielleicht bedeutet das ja, dass eben auch die Feinde ihre Knie beugen werden.
Alle Knie werden sich beugen, die einen freiwillig, die anderen gezwungenermaßen.

Also nicht unbedingt ein überzeugendes Argument für die Allerlösung, oder?


Heidi-Martina

unregistriert

66

06.10.2002, 17:03

@ Falk


Stimmt.... :rolleyes:
Heißt dein obiges Zitat eigentlich, dass er mal NICHT herrschen wird?
Weil es doch da heißt:
"Er wird herrschen, BIS ihm alle Feinde unter die Füße gelegt sind..." ??? ?(

Heidi-Martina

Falk

Profi

Beiträge: 610

Wohnort: Luckau im Land Brandenburg

67

06.10.2002, 20:26

Also wenn unser Glaubensbekenntnis stimmt, wird ja "seiner Herrschaft kein Ende sein". (GL 356, 6)

Heidi-Martina

unregistriert

68

06.10.2002, 20:48

Ich glaube mit "herrschen" ist in dieser Bibelstelle nicht seine allumfassende ewige Herrschaft gemeint, sondern eher sein Herrschen im Gericht bzw. bis zur Zeit des Gerichts, solange das Böse noch in der Welt ist.

Heidi-Martina

unregistriert

69

06.10.2002, 20:52

Ein bisschen Schwierigkeiten macht mir allerdings diese Vorstellung schon: in der Ewigekit, ein Paradies bei Gott, der alle Tränen abwischen wird, all das Wundervolle einer neuen, gereinigten Erde, das Offenbarung 21 uns beschreibt.... und irgendwo soll aber ein "Kämmerlein" in dieser Herrlichkeit sein, das "Hölle" heißt, und wo verlorene Seelen ohne Jesus auf ewig leiden müssen..... macht Euch diese Vorstellung auch gewisse Probleme?

Beiträge: 1 683

Wohnort: Deutschland, NRW

70

06.10.2002, 21:04

Liebe Heidi-Martina!

Schau Dir doch noch einmal das Posting von Dirk in diesem Thread an! Das macht einiges sehr deutlich. Diese Dinge sind theologisch nicht leicht zu fassen und wir müssen eher betend um Erkenntnis suchen, als mit dem Kopf nach unserer Logik verstehen zu wollen. Viele grossartige Menschen der Kirche (Heilige) haben es gesehen, dass der Mensch freiwillig den Weg zu Hölle und Fegfeuer geht. Gott ist unendlich und von einer unendlichen Intensität. Wir würden durchbrennen wie eine Sicherung, weil wir so schwach und "gebrochen" sind. Sicher will Gott uns immer wieder Seine liebende Hand reichen, aber wenn der Mensch eigensinnig ist und am Ende völlig gottfremd vor dieser Herrlichen Gottheit erscheint, vermag sie es einfach nicht zu ertragen, Sündiges und Göttliches gehen dann nicht mehr zusammen. Hier auf Erden ist alles anders. Göttliches und Sündiges: beide Wesensarten sind gehemnisvoll verdeckt und wir tragen noch beides in uns. In der Ewigkeit wird beides in seiner Krassheit deutlich und dann ist es wie Feuer und Wasser, was Du nicht zusammenbringen kannst. Das sind nur schwache Bilder, die hinken, aber der Mensch erkennt, dass er so nicht bei Gott sein kann, denn nun ist die Hülle entfernt, die Gott verbirgt. Und an uns wird die ganze Gebrechlichkeit und alles Schlechte und Lieblose (Widergöttliche) in seiner Hässlichkeit deutlich und das es eben nicht vereinbar mit dem Licht ist... Das nur in Kürze. Vielleicht überarbeite ich dieses Posting noch. Mal sehen.

Liebe Grüsse, Seraphus
www.imitatio.de
- eine werdende homepage, die (hoffentlich) mit der Zeit wächst... :)

www.marienforum.de

Heidi

unregistriert

71

06.10.2002, 21:21

Äääähm... man kann das Fegefeuer auch umgehen, wenn man den Verheißungen Jesu an die hl. Brigitta von Schweden glaubt und 12 Jahre lang 7 Vater unser und Ave Maria täglich betet.
Ich persönlich hab bewusst im hl. Jahr die 15 Vater unser und Ave Maria lückenlos gebetet, wollte dann nicht abrupt abbrechen und mittlerweile sind mir diese Gebete richtig heilig geworden. ;)

LG

Heidi

Heidi-Martina

unregistriert

72

07.10.2002, 10:23

@ Seraphus

Danke für dein aufschlussreiches Posting.
Ich verstehe schon, wie du das meinst mit der unendlichen Heiligkeit und Herrlichkeit Gottes im Gegensatz zu unserer Sündhaftigkeit und Gebrechlichkeit.... mit dem Feuer und dem Wasser, ein schöner Vergleich....
Nur: Wenn ich meine Sünden täglich vor Gott bekenne, der sie mir aufgrund des Blutes Jesu vergibt (siehe 1. Johannes 1, 9: "Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist Gott treu und gerecht, so dass er sie uns vergibt."), dann erscheine ich doch quasi "ohne Sünde" vor Gott - da ich die Sünde ja auf Jesus "geworfen" habe, der die Strafe dafür am Kreuz getilgt hat.
Oder verstehe ich das falsch?


@ Heidi

Kann ich mir gut vorstellen, dass so intensives Gebet allmählich zu einem festen Bestandteil des Lebensalltags wird und einem einfach gut tut......

Liebe Grüße,
Heidi-Martina

Beiträge: 1 683

Wohnort: Deutschland, NRW

73

07.10.2002, 13:17

@heidi-martina

Nur ganz kurz: Bei der Beichte geht es darum, Sünden, also Schuld zu vergeben und deren Wunden zu heilen. Die Sünde stört das Verhältnis, die "Kommunikation" zwischen Gott und Mensch, da jede Sünde Abkehr bzw. Trennung von Gott bedeutet. Die Beichte ist ein kostbares Gnadengeschenk, durch das Gott uns also wieder in die wirkliche Gemeinschaft mit Ihm aufnimmt. Auf einer anderen Ebene steht das Prinzip der Läuterung. Wir müssen in unserem Leben, auf diesem Pilgerweg einen Weg der Wandlung durchlaufen, vom gebrochenen Wesen zurück zum Ebenbild Gottes. Also sollen wir dem neuen Adam, Jesus, gleichförmig werden. Denn wir sollen ja zur völligen Anschauung Gottes fähig werden, sollen in Ewigkeit in die Herrlichkeit der göttlichen Dreifaltigkeit mithineingenommen sein. Die Mystik spricht auf Erden von der mystischen Vermählung: wenn wir hier schon diesen "Prozess" mit Gottes Gnade und unserem Dazutun durchlaufen, können wir schon hier auf Erden zur Vereinigung mit unserem Gott gelangen: ein grosses Geheimnis! Haben wir diese "Reife", die Gott eigentlich für einen jeden von uns schon hier unten vorgesehen hat, wegen unserer Schwäche noch nicht, dann treten wir dieser Anteilhabe an Gott unfähig vor Ihn hin. Eigentlich wären wir verloren auf ewig. Aber es ist ein Geschenk der Barmherzigkeit Gottes, dass es einen Ort gibt, an dem wir fähig gemacht werden, mit Gott ganz vereinigt zu sein und Anteil zu erhalten an unserem Erbe im Himmel, für ewig die Freude und grösste Glückseligkeit! Nur von diesem Aspekt aus gesehen, nimmt eine noch nicht "fertige" Seele diese Reinigung mE nach mit Sicherheit gerne auf sich, denn sie wird ja "präpariert", damit sie in diese Freude eingehen kann für ewig. Verstehst Du, welche Aspekte ich hier betonen möchte? Es ist bestimmt grosses Leid im Fegefeuer, das will ich damit nicht in Abrede stellen. Nur ist es nicht der grausame Gott, der uns aus Schikane quält, sondern man kann es auch positiv sehen.

Nun hab ich doch noch recht viel geschrieben... :)

Liebe Grüsse, Seraphus
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Heidi-Martina

unregistriert

74

07.10.2002, 15:06

Hm - wenn ich ehrlich sein soll macht mir das trotzdem Schwierigkeiten..... (geht/ging es Euch anderen Konvertiten ähnlich?) - Jesu Opfer als so groß und so wunderbar, dass es uns den Weg zu Gott frei macht und uns alle unsere Sünden vergibt..... gleichzeitig aber die Notwendigkeit eines Purgatoriums, um für Gott würdig zu werden.....warum reicht das Opfer Jesu für uns nicht aus, um uns für Gott "passend" zu machen?? ?( ?(

Heidi-Martina

Falk

Profi

Beiträge: 610

Wohnort: Luckau im Land Brandenburg

75

07.10.2002, 16:41

Auch ich habe zugegebenermaßen einige Probleme, mir vorzustellen, dass ich mein letztes Stündlein in dem Bewusstsein erleben muss:
Ich habe es jetzt noch nicht geschafft, sondern komme nach der "Mühsal der irdischen Pilgerlaufes" erst mal ins Feuer, also in eine neue Mühsal.

Ich schließe also nicht die Augen, um nun an der Hand Mariens, die ich vielleicht mit dem letzten Atemzug noch gebeten habe: "Bitte für mich Sünder in der Stunde meines Todes", zu neuem sorgenfreien Leben zu erwachen, Jesus zu begegnen, meine verstorbenen Verwandten wiederzusehen, und ausruhen zu dürfen in den himmlischen Gefilden, sondern nachdem mich die Todesangst im letzten Augenblick des Diesseits umfängt, erwartet mich nun eine neue Angst und Qual im Jenseits.

Sehr ermutigend ist diese Vorstellung nun wirklich nicht.


Manchmal wird ja der Tod auch mit der Geburt verglichen.
Und vielleicht ist das Fegefeuer ja so etwas ähnliches wie das Abwaschen des Neugeborenen nach der Geburt, wo er ja in der Tat nich sehr appetitlich aussieht.

Vielleicht ist der "Reinigungsort" ja auch so etwas ähnliches wie die Dusche, unter die man sich erst mal stellt, wenn man von einer schweren körperlichen Arbeit schmutzig und geschwitzt nach Hause kommt, bevor man sich an den gedeckten Tisch setzt.

Nun ja, wir werden wohl abwarten müssen, wie es nun genau sein wird.

Beiträge: 1 683

Wohnort: Deutschland, NRW

76

07.10.2002, 17:16

@heidi-martina
@falk (z.T.) :)

Es liegt wohl an mir, wenn Du es nicht verstehst. Es ist wie gesagt auch einer der schwereren Brocken des katholischen Glaubens, wo sich heute leider selbst viele Priester schwertun.

Weisst Du, es gibt im Reich Gottes keine Automatik. Es wäre manchmal schön, aber das geht so einfach nicht. Jesus erlöst uns und *peng* ist alles gelaufen. Nicht umsonst heisst es an so vielen Stellen der Schrift "Der Weg ist schmal und das Tor ist eng. In dieser Zeit haben wir es mit dem Glauben - finde ich - zudem sehr schwer. Wir werden zu kleinen Herrgöttern erzogen und alles kann man erklären und wir können alles erreichen und dieser eklige Rationalismus, der dem lebendigen Glauben so sehr entgegensteht.

ABER LASSEN WIR UNS NICHT ENTMUTIGEN! Wir müssen einfach das Beste geben und wirklich auf Gottes Gnade und Hilfe vertrauen, dann wird alles gut! Davon bin ich felsenfest überzeugt. Lasst uns doch nicht soviel spekulieren, wie lange wir nun im Fegefeuer brutzeln müssen. Wer weiss? Eine gesunde Gottesfurcht (die nichts mit Angst zu tun hat) finde ich richtig und wichtig, aber Jesus sagt doch auch "Wer nicht so klein sein kann wie dieses Kind..." Vertrauen wir uns doch dem liebenden Gott an, dann wird ganz sicher alles gut. Und wie gesagt, man redet neben den Leiden der Armen Seelen ja auch von den Freuden der Armen Seelen! Sie sind sich der einstigen Anschauung Gottes gewiss! Und sie sind - so glaube ich - doch zufrieden, weil sie sich schon auf den Erfolg der Reinigung und die herrliche Ewigkeit freuen! Vertrauen wir doch, dass wir einen guten Gott haben, und dass dieser liebende Gott das Beste für uns herausholt. Der Preis der wahren Freiheit, die wir haben, ist nun einmal, dass wir alles verantworten müssen. Anders geht es nicht, sonst wäre die Freiheit im Eimer. Ein bisschen Leiden wird uns da vielleicht nicht erspart bleiben. Aber die zukünftige Herrlichkeit wiegt im Vergleich dazu UNENDLICH schwerer, als alles Leid, was wir bis dahin erduldet haben! Schauen wir doch darauf!!!

In diesem Sinne liebe Grüsse von Seraphus

P.S.: Ist da was von rübergekommen? :)
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Heidi-Martina

unregistriert

77

07.10.2002, 20:46

@ Seraphus

Danke Seraphus, das ist gut rübergekommen.
Und trifft meines Erachtens ins Schwarze. Es bringt nichts, sich über solche Dinge das Gehirn zu zermartern - viel gesünder für die Seele und den Leib ist es, Gott und seiner Barmherzigkeit zu vertrauen und sich ganz in SEINE Arme zu werfen. Wie Falk schon sagte, wir müssen einfach abwarten, wie es werden wird - mit Bestimmtheit kann das niemand sagen, und Gottes Wort enthält einen bedeutend größeren Teil an wunderbaren Verheißungen Gottes, die im Himmel an uns verwirklicht werden sollen - bis in alle ewigkeiten. Da werden wir an das Leid davor nicht mehr gedenken.
In Jesu Liebe verbunden :]
Heidi-Martina

corinquietum

unregistriert

78

20.10.2002, 19:23

Fegfeuer

Empfehle wärmstens das Buch: "Einblick in das Fegfeuer" aus dem Parvis-Verlag Ch-1648 Hauteville/ Schweiz ISBN 3-907523-63-6. Es wurde von einem hervorragenden katholischen Theologen: René Laurentin kommentiert. Katholisch tausendmal unterstrichen, er ist wirklich gut katholisch. Darin wird auch nur von den heiligen Seelen gesprochen:
Es ist zwar kein Dogma, aber seit Jahrhunderten Lehre der Kirche, verbürgt durch das Lehramt, namentlich durch die beiden Konzilien von Lyon (D 1304 für Theologiestudenten!) Der KKK spricht in Nr. 1030-1032 davon. Ich werde das Buch zur Grundlage meiner Allerseelen-Predigt und einer Predigtreihe im "Allerseelen-Monat" November machen. Es steckt einem nämlich wirklich Lichter auf!
Beten wir oft für die heiligen Seelen! Vergelts Gott!

Beiträge: 12

Wohnort: BRD, NRW, Köln

Beruf: Dip. Heilpädagoge

79

21.10.2002, 14:51

Nützen wir den Monat November besonders, um an die Armen Seelen zu denken. Sie werden dann auch ihrerseits für uns beten und wir haben somit Freunde und Fürsprecher für uns im Himmel. Vergessen wir auch die Armen Verwandtenseelen nicht. So kann über den leiblichen Tod hinaus die Familie füreinander dasein.
Es ist ja die wunderbare Einheit zwischen streitender (Erde), leidender (Fegefeuer) und triumphierender Kirche (Himmel). Das Schöne am Reinigsungsort ist, dass die Seelen dort in jedem Fall die Hoffnung haben, einmal in den Himmel zu kommen. Gottes Barmherzigkeit aber ist größer als Seine Gerechtigkeit, sodass er es gerne zulässt, dass büssende Seelen eher aus dem Purgatorium befreit werden, indem wir für sie beten und opfern können. Wir können z.B. wirkungsvoll für sie Hl. Messen lesen lassen, beten, geweihte Kerzen anzünden, Weihwasser aufopfern oder andere Opfer für sie darbringen. Das Fegefeuer kann nur wiederum aus der Barmherzigkeit Gottes verstanden werden. Es ist einfach gesagt wie eine Art "Nachsitzen", eine nachträgliche Läuterung der Seele nach dem irdischen, leiblichen Tod. Dies geschieht dann, wenn die Seele sich nicht in der Liebe, in ihren Tugenden und ihrem Glauben zu Lebzeiten genügend auf Gott vorbereitet hat. Beim persönlichen Gericht (nach dem Erdenleben) erkennt die eigene Seele selbst klar, dass sie noch nicht in dem Stande ist, dass sie zur Heiligkeit Gottes und des Himmels passt.
Dafür sind in der Seele noch Läuterungs- und Abtötungsprozesse notwendig. Wenn ein Mensch beispielsweise zu sinnlich war (z.B. übermässiges Rauchen und Trinken, an dem das Herz mehr hing als an Gott), dann muss die Seele im Reinigungsort lernen, dass dem Schöpfer und nicht den Genußmitteln der erste Platz im Tempel der Seele gehört ("Du sollst Gott lieben mit ganzem Herzen, ganzer Seele und all Deinen Kräften...", nicht einwandfrei zitiert aus der Bibel).
Paulus mahnt uns zu recht: "Seid Tempel des Heiligen Geistes !". Natürlich wird jeder Mensch im irdischen Leben immer wieder Fehler und Sünden begehen. Doch schon zu Lebzeiten ist jeder Mensch eingeladen, heilig zu werden. Der Herr selbst gibt uns dafür Hilfsmittel: das Gebet, das Fasten, die Hl. Schrift und die Sakramente. Die Hl. Beichte kann uns innerlich ganz reinigen und die Hl. Eucharistie verbindet uns wirklich mystisch mit dem Leib des Herrn zu unserer geistigen Stärkung. Die Krankensalbung etwa vor dem Tode stärkt, reinigt uns und kann uns die Barmherzigkeit Gottes erwirken.
Haben wir nun die Hilfsmittel Gottes zur Heilung unserer Seele nicht oder wenig auf Erden genutzt, dann können wir eben unsere Seelen noch nachträglich im Purgatorium läutern und heiligen. Voraussetzung ist aber die Reue und der eigene gute Wille, zu Gott in den Himmel kommen zu wollen. Gott akzeptiert ja die Freiheit des Menschen, sich für oder gegen Ihn zu entscheiden. Die Seelen, die in die Hölle kommen (oder besser gesagt: wollen), sprechen sich bewußt gegen den Herrn aus. Sie können dies z.B. dadurch tun, indem sie bewußt und ohne Reue gegen die Liebe verstossen haben. Gott ist ja die Liebe; das ist seine größte Eigenschaft. Reue ist Liebe und Umkehr. Denken wir an Dismas, den rechten Schächer und mutmaßlichen Verbrecher an der Seite Jesu bei der Kreuzigung:
Jesus sagt nicht: "Du wirst noch eine zeitlang leiden und dann bei mir im Paradies sein", sondern: "Noch heute wirst Du mit mir im Paradiese sein !".
Menschen anderer Religion oder Atheisten gelangen im Jenseits zu Gott, wenn sie sich in ihrem Tun und Handeln nach der Liebe ausgerichtet haben. Sie sind dann "bessere Christen" gewesen, als z.B. ein heuchlerischer Katholik, der viermal die Woche zur Hl. Messe geht, aber kontinuierlich seine Frau und Kinder schlägt. Unser Vater im Himmel ist der Vater aller Menschen, Völker und Rassen ! Er möchte am liebsten alle Seine Menschenkinder bei sich haben. Wir stammen schliesslich alle von Adam und Eva ab !
Fazit: Wir brauchen um Gottes Willen keine Angst vor dem Fegefeuer zu haben - je mehr wir im irdischen Leben den Schöpfer und die Mitmenschen lernen zu lieben um so mehr heiligen und reinigen wir unsere Seele. Nochmal: Alle Menschen sind eingeladen, Heilige zu werden. An den selig- und heiliggesprochenen Menschen dürfen wir uns ein Bespiel und Vorbild nehmen. Unser aller Ziel sollte: Abba, Vater - wir möchten so gerne zu Dir in den Himmel, am liebsten auf dem direkten Weg !

Zitat

Gott ist die Liebe !
;) Gott ist die Liebe !

corinquietum

unregistriert

80

21.10.2002, 17:39

Fegfeuer

zum Thema Feuer:
der Gedanke des Feuers läßt sich in die Logik der Liebe einordnen. Die Liebe ist Feuer, so wie auch das Leben ist: ein langsamer Verbrennungsvorgang. Die Seele kann als "Fünklein von göttlichem Feuer" lebhaft dargestellt werden und als unsere dauernde Beziehung zum transzendentem Feuerherd des Schöpfers, der nur Liebe ist (1 Joh 4,8.16).
Die Liebe wärmt die Herzen. Ihre Milde schenkt Ruhe und ihre Glut treibt an. Doch sie verwundet und brennt, wenn das Feuer der Vereinigung sich in verzehrendes Feuer des Hasses verwandelt. Augustinus: inquietum est cor nostrum, donec requiescit in Te! Gott, als die Liebe hat uns aus Liebe für seine transzendente Liebe geschaffen. Das Feuer seiner Liebe von unsrer Erfüllung abwenden (=Wesen der Sünde!), heißt in uns das Feuer der Hölle anfachen.
Da aber unsere Liebe oft verwässert oder durch den Egoismus, der den andern ausnützt, anstatt ihm zu dienen, verpestet wird. da sehnt sich unser "Fünklein vom göttlichen Feuer" (=Seele s.o.) nach dem Läuterungsfeuer und bejaht es mit ganzer Kraft. Das ist der Werdegang vieler Bekehrungen (=Konversionen).
Es ist das Geheimnis der Liebe, wovon wir erfasst werden in einer Intensität, die alles irdische Denken und Vorstellen übersteigt. Es fehlen eigentlich die Worte
um das treffend zu beschreiben. Es kann immer nur beim Stammeln bleiben. Die großen Mystiker stammeln in ihrer Lyrik davon und lassen erahnen, was es um Gott ist, niemals erfassen!

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