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Alter Sünder

unregistriert

1

21.07.2002, 13:43

Sonntagsevangelium

Sonntagsevangelium
Mt, 13, 24-32

Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. Als nun die Saat wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat ein Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausjäten? Er sprach: Nein! damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet. Laßt beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune.

Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte; das ist das kleinste unter allen Samenkörnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter und wird ein Baum, so daß die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen in seinen Zweigen.


Gerade in Hinblick auf verschiedene Diskussionen, die in letzter Zeit im Forum geführt wurden, fasse ich dieses Wort des Herrn als Aufruf zu mehr Duldung auf. Mag auch Sein Wort missverstanden, fehlinterpretiert, ja, bis zur Unkenntlichkeit verzerrt werden, ist es nicht unsere Sache, hier mit Kraut und Rüben alles auszureissen. Sozusagen eine Kirche der Guten und Reinen schaffen. Die Ernte am Ende ist Sache des Herrn. Er wird richten, was zu richten ist. Nebenbei und weils mir gerade einfällt: Richten kann man auch als 'herrichten' im Sinne von Reparieren, wieder in Ordnung bringen, verstehen - eine Bedeutung, die mehr sehr sympathisch ist.

Das 2te Gleichnis vom Senfkorn: kleine Ursache, grosse Wirkung - oder vielmehr: scheinbar kleine Ursache, Frohe Botschaft, und neben all dem Unkraut gewaltiges Wachstum. Ich denke dabei an die unglaubliche Schönheit, die der Sacro Convento von Assisi von der Ebene kommend, dem Auge bietet. Wahrhaft eine Gottesburg an einer Stätte, die einst als Hinrichtungsstätte übel beleumdet war. Nicht nur Menschen, auch Orte wandelt Gottes Wort.

---------

So, das waren meine Gedanken, sehr spontan, zum heutigen Evangelium. Was sagt es Euch?

Marvin

unregistriert

2

21.07.2002, 13:50

Ich danke dir für diese Initiative, auf Anregung von Sebastian War ja überfällig, dass wir auch mal mehr über das Evangelium hier reden! :)

Hier kann man auch aktuelle Evangeliumkommentare nachlesen (Button Evangelium drücken), von Sr. Romana Eder von den Barmherzigen Schwestern.

Marvin

unregistriert

3

21.07.2002, 14:02

Mir fällt dazu auch ein, dass es generell besser ist, für etwas zu sein, als gegen. Man sollte sich mehr für das positive einsetzen, als das negative zu bekämpfen.

fono

Meister

Beiträge: 2 625

Wohnort: NRW - Sauerland

4

21.07.2002, 14:15

Ernte

Ebenfalls ganz spontan sagt es mir, dass ich mir meist mehr wie das Unkraut vorkomme aber trotzdem hoffe, in die Scheune zum Weizen sortiert zu werden. Vielleicht wird ja auch noch leicht unreifer Weizen geerntet.



Marvin

unregistriert

5

21.07.2002, 14:16

@fono
Unkraut vergeht nicht, wie mir vor kurzem eine alte Dame sagte auf sie selbst bezogen. :)

Alter Sünder

unregistriert

6

21.07.2002, 14:19

@fono

Das ist, Alter Sünder, der ich bin, auch meine Hoffnung. Meine Mutter sagte immer mit süss-saurer Mine, wenn wir gerade mal wieder etwas verbockt hatten: 'Ja, Ja, die Mama wird's schon wieder richten'. Da hoffe ich natürlich, wenn das meine Mutter schon so sah, dass auch Jesus dies so sehen wird: er wird mich richten (im Sinne von herrichten, in Ordnung bringen).

Marvin

unregistriert

7

21.07.2002, 14:23

Ich habe gerade festgestellt dass du - alter Sünder - wieder mal was verbockt hast, so muss ich es jetzt richten. ;)
Du hast den Rest des Evangeliums unterschlagen:

Zitat

Und er erzählte ihnen noch ein Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war. Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge durch Gleichnisse; er redete nur in Gleichnissen zu ihnen.
Damit sollte sich erfüllen, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund und rede in Gleichnissen, ich verkünde, was seit der Schöpfung verborgen war. Dann verließ er die Menge und ging nach Hause. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker.
Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn;
der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen;
der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel.
Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein:
Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben,
und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen.
Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!


aber so konnten wir uns erst mal auf den ersten Teil konzentrieren.

Alter Sünder

unregistriert

8

21.07.2002, 14:28

@Lars

Ich habe nur angeführt, was heute bei der Messe als Evangelium Jesu Christi, das heutige Sonntagsevangelium, vorgetragen wurde. Niemals hätte ich es sonst gewagt, Worte des 'Chefs' zu unterschlagen. ;)

Marvin

unregistriert

9

21.07.2002, 14:30

Zitat

Original von fono
Ebenfalls ganz spontan sagt es mir, dass ich mir meist mehr wie das Unkraut vorkomme aber trotzdem hoffe, in die Scheune zum Weizen sortiert zu werden. Vielleicht wird ja auch noch leicht unreifer Weizen geerntet.

Siehst du dich jetzt als Unkraut oder unreifer Weizen? Ich würde eher sagen, vielleicht bist du unreifer Weizen?!

Marvin

unregistriert

10

21.07.2002, 14:32

@alter Sünder
Ach ja? Hast du in der Kirche gesessen und mitgeschrieben? *staun*

Albert

Profi

Beiträge: 864

Wohnort: München

Beruf: Selbstständig

11

21.07.2002, 14:32

Alter Sünder,

eine ganze Menge.

Weil es einen Erntetag gibt. Gott allein kennt ihn.

Die Engel des Herrn gehen bis an die Grenzen der Welt und sammeln ein: Weizen für die Scheune Gotte, Unkraut für das Feuer der Hölle.
Der Weltenrichter ist Jesus Christus.

Es ist sinnlos, um den Brei herumzureden: Es gibt eine Hölle. Es gibt den Satan, den Gegner Gottes. Es gibt den Himmel.
Und die Geretteten werden mehr sein als reife Weizenähren - sie werden leuchten wie die Sonne.

Gruß Albert

Ave Maria
Totus - tuus

fono

Meister

Beiträge: 2 625

Wohnort: NRW - Sauerland

12

21.07.2002, 21:33

@Lars
Laut Paulus sind alle Gläubigen Heilige, nur benehmen sie sich nicht immer so. So ähnlich ist es auch mit dem Ernte-Gleichnis. An sich weiß ich, dass ich Weizen bin - wenn auch vielleicht noch nicht ganz reif - nur benehme ich mich hier und da eben noch wie Unkraut. Da läßt der alte Adam grüßen...


Beiträge: 82

Wohnort: Wien

Beruf: Jurist

13

22.07.2002, 08:58

Ich war gestern im Stephansdom. Gleiches Evangelium - seltsame Auslegung! Lt dem mir nicht bekannten Priester ging es...

... um innere Zerrissenheit! Wir seien einmal Unkraut, dann wieder Weizen bla bla bla.

Welche Worte wurden den unmündigen Gläubigen nicht zugemutet:

Himmel. Hölle. Fegefeuer. Jüngstes Gericht. Sünde. Verzeihung. Engel. Ewigkeit.

Nein, nein, bitte nicht. Hauptsache alle in der Kirche machen :P .

Ich bete für diesen Priester und alle Priester, denn um Verkünder des Wortes Gottes zu sein braucht man auch Mut. Sonst ist es eben keine Berufung.

Non nobis, Domine, non nobis, sed nomini tuo da gloriam!

isabel

unregistriert

14

22.07.2002, 11:57

Sonntagsevangelium

Wird dieses Forum jetzt zur immerwährenden Dauereinrichtung auf kath.net???????

Könnte mir jedenfalls gefallen.

Arwen

unregistriert

15

22.07.2002, 17:24

Danke, Alter Sünder; dieser Thread ist eine Superidee!
Weil wir gerade beim Mt.-Evangelium sind: Kann mir jemand von euch einen sehr guten Kommentar zu diesem Ev. empfehlen, der nicht zu teuer ist?

Michelle

Fortgeschrittener

16

22.07.2002, 19:31

@Arwen
Ja, und zwar von Johannes Chrysostomus, seines Zeichens Kirchenlehrer.
Bei Interesse bitte mailen, dann leihe ich diesen Kommentar gerne aus 8) .
Die Homepage Gottes ist die Schöpfung, und ein Teil davon bin ich. 8)

Alter Sünder

unregistriert

17

22.07.2002, 19:36

Liebe Arwen,

ich benütze zur Zeit den Kommtenar von Günther Schiwy, Weg ins Neue Testament, Kommentar und Material, 4 Bd. Echter Verlag Würzburg --- aus einem einfachen Grund: der Kommentar ist Bestandteil der digitalen Volksbibel 2000, die kostenlos aus dem Internet 'gedownloadet' werden kann (Download Volksbibel 2000
Mt 10, 8
'Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben'


War ein Tipp von Fono.

Eine digitale Bibel hat halt den kleinen Nachteil, dass man sie nicht so einfach ins Bett mitnehmen kann. Dafür jede Menge Querverweise, Verlinkungen, Anmerkungen, natürlich der Kommentar, dazu noch der Text der Elberfelder Bibel, der Vulgata, der griechische des Neuen Testaments.

Juste

unregistriert

18

28.07.2002, 01:07

Sonntagsevangelium
Mt, 13, 24-32

Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. Als nun die Saat wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat ein Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausjäten? Er sprach: Nein! damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet. Laßt beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune.

Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte; das ist das kleinste unter allen Samenkörnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter und wird ein Baum, so daß die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen in seinen Zweigen.

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Das Gleichnis klingt wie eine Drohung des Herrn gegen das sogenannte Unkraut, doch wie verhält es sich mit dem Unkraut und dem guten Samen auf einem Acker.

Der Acker ist der Kosmos und die Samen sind Impulse aus dem menschlichen Geist, welche in den Kosmos ausgehen.

Der erste Satz des Herrn im Gleichnis sei hier nochmals zitiert: "Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte." Das heisst, ein Mensch begeht gute Handlungen und sät somit guten Samen, der Basis für gute Früchte und für spätere Erkenntnis wird.

Nun kommt ein Feind und dieser sät schlechten Samen auf besagten Acker. Wer ist der Feind - es die Unwissenheit des Menschen und so setzt er schlechte Handlungen, welche ebenfalls zu keimen beginnen.

Nun beginnen sowohl die guten als auch die schlechten Handlungen Ihre Wirkung zu entfalten und werden eines Tages entdeckt. Dies ist der Zeitpunkt, wenn ein Mensch mit Glück oder Pech konfrontiert wird.

Wenn man nun Unkraut entdeckt, dann ist der erste Impuls der, das man das Unkraut vernichten will. Diese Reaktion ist falsch, da auch der gute Samen mit dem Unkraut vernichtet werden kann, somit hat es keinen Sinn das Böse zu bekämpfen, es macht wesentlich mehr Sinn, das Böse zunächst zu akzeptieren und es mitwachsen zu lassen, bis die Zeit reif geworden ist.

Die Zeit der Ernte ist das Erkennen von jenen Impulsen, welche das Unkraut wachsen liesen - somit ist das Erkennen der Ursachen des Bösen in seinem Geist.

Mit der Erkenntnis kommt es nun zur Trennung des Weizens und des Unkrauts. Der Herr sagt in dem Gleichnis, daß zuerst das Unkraut gesammelt werden müsse. Im Prinzip entsteht durch das Unkraut Leiden und Leiden weicht den Geist auf, sodaß er zur Erkenntnis bereit ist. Das ist mit dem Sammeln des Unkrauts gemeint. Durch das Erkennen, weshalb der schlechte Samen gesät wurde, löst sich das gesammelte und gebündelte Unkraut auf. Das Verbrennen des Unkrauts ist ebenfalls eine Metapher für diesen Erkenntnisprozess, es ist der Zeitpunkt, wo der Geist feststellt, dass er selbst das Unkraut verursacht hat und dass er selbst der Feind ist. Dieser Prozess ist meistens äußerst schmerzhaft, aber notwendig, um das Himmelreich zu verwirklichen.

Und er sagt dann, den Weizen in seiner Scheune zu sammeln. Dies bedeutet, dass die Wirkung der guten Taten sich mit der Glückseligkeit vereinen und somit das Erfahren Gottes im Zustand des Seins, des Bewußtseins und der Glückseligkeit ermöglichen.

Das zweite Gleichnis des heutigen Evangeliums beschreibt die Macht einer Handlung im erleuchteten Zustand. Das Senfkorn ist das kleinste Korn und hat die größte Wirkung. Es ist so zu verstehen, daß die Handlung eines Erleuchteten volle Wirkung entfaltet und dass der Aufwand für diese Handlung jedoch sehr gering ist. Es ist ein Handeln im Zustand der Mühelosigkeit.

isabel

unregistriert

19

28.07.2002, 01:20

@Alter Sünder

Gibt es heute wieder das Sonntagsevangelium ala AS?

Fände ich gut!!!!!!

Vielen Dank im Vorraus.

ISABEL

Marvin

unregistriert

20

28.07.2002, 10:45

@saint juste
Deine Heiligkeit hat dich nicht davor bewahrt heute das falsche Sonntagsevangelium zu posten (das hatten wir schon letzte Woche).

Hier ist das aktuelle Sonntagsevangelium vom 28.07.2002 (diesmal ganz kurz):

Mt 13, 44-52

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker.
Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte.
Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.


So und jetzt werde ich erstmal in die Hl. Messe gehen, mal sehen was unser Pastor daraus macht in seiner Predigt...
Bin auch schon mal gespannt auf eure Kommentare - auch von Alter Sünder :)

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