16.12.2017, 15:44 UTC+1

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: kathNews. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

2 901

06.01.2017, 10:28

Die geistige Macht der Landschaft (99) P. Eugen Mederlet OFM, März 1964

Wir stehn in Gefahr, dass, wenn die Einsicht sich Bahn bricht, allzuviel Wertvolles in der Natur durch unreifes Vorgehen unwiederbringbar zerstört ist. Darum müssen die Einsichtigen, auch wenn sie eine mittellose Minderheit sind, sich mit Kraft und Glauben zur Wehr setzen, damit die noch vorhandenen Werte der Natur die Krise überdauern können.


Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 902

07.01.2017, 11:38

Die geistige Macht der Landschaft (100) P. Eugen Mederlet OFM, März 1964

Somit kommt uns die Aufgabe zu, in Weisheit und Mut auszuwählen, welche Landschaft mehr dem Nutzen dienen und welche der reinen Begegnung bewahrt bleiben soll. Zweifellos ist der Hochrhein mit dem Untersee ganz besonders geeignet, uns die geistige Macht der Landschaft bewusst werden zu lassen.

(eig. Anm.: Die Schrift „Die geistige Macht der Landschaft“ mit dem Untertitel „St.-Otmars-Werd im Hochrhein“ entstand Anfang der 1960er Jahre. Siehe auch „Nachruf für P. Eugen Mederlet, Franziskaner“

http://www.kathnews.com/index.php?page=Thread&postID=376500&highlight=nachruf#post376500 )


Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 903

08.01.2017, 12:47

Die geistige Macht der Landschaft (101) P. Eugen Mederlet OFM, März 1964

Große Strecken seines Laufes sind noch unberührt, wo wir einen im Tages- und Jahresrhythmus überaus reichen Wechsel der Stimmungen erleben. Die natürlich bewachsenen Ufer sind voller Vögel und Getier, das wir mit viel Freude immer neu entdecken und beobachten können. Weiter Schilfbestand bietet selten gewordenen Vogelarten Zuflucht. Die großen Schwankungen des Wasserstandes lassen den Wechsel der Jahreszeiten kraftvoll erleben und sichern manchem an diese Schwankungen gebundenen Pflänzchen, wie der sonst fast verschwundenen Litorella, den Bestand. Auch das Leben der Fische und Vögel ist in diese Schwankungen eingepasst. Eine Regulierung würde den ganzen Lebensrhythmus zerstören.

(eig. Anm.: Die Schrift „Die geistige Macht der Landschaft“ mit dem Untertitel „St.-Otmars-Werd im Hochrhein“ entstand Anfang der 1960er Jahre.)

Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 904

09.01.2017, 11:53

Die geistige Macht der Landschaft (102) P. Eugen Mederlet OFM, März 1964

Es wird einen großen, allen industriellen Nutzen weit übersteigenden Segen des Volkes bedeuten, wenn wir den Hochrhein und den Untersee als natürliche Landschaft retten. Dann müssen wir aber auch mit aller Kraft sein Wasser wieder lauter machen, den Motorenlärm vermindern und die schönen Strecken vor jeder Überbauung bewahren. Es sollte an keinem Gewässer erlaubt sein, die Ufer so ausschließlich zu besetzen, dass der Fluss oder der See den anderen entzogen wird. Damit die geistige Macht einer Landschaft sich auswirken kann, muss sie den Menschen zugänglich bleiben. Seen und Flüsse müssen allen offen sein. Auch die lauten Lagerplätze sollen nicht an allen Stellen sich ausbreiten. Wir brauchen stille Wanderwege und ruhige Orte an See und Rhein, so still, dass der Mensch wieder sehen und hören lernt.

(eig. Anm.: Die Schrift „Die geistige Macht der Landschaft“ mit dem Untertitel „St.-Otmars-Werd im Hochrhein“ entstand Anfang der 1960er Jahre. Siehe auch „Nachruf für P. Eugen Mederlet, Franziskaner“

http://www.kathnews.com/index.php?page=Thread&postID=376500&highlight=nachruf#post376500 )


Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 905

10.01.2017, 11:07

Die geistige Macht der Landschaft (103) P. Eugen Mederlet OFM, März 1964

Das Otmars-Werd

Und mitten in diesem auf die Rettung wartenden Strom liegen die drei Werdli oberhalb Stein a. Rhein. Zwei gehören dem Kanton Schaffhausen und stehen unter Naturschutz. Das dritte ist seit über tausend Jahren im Besitz des Klosters Einsiedeln und wird von einer kleinen franziskanischen Brüdergemeinschaft bewohnt. Hier steht eine Kapelle, die zwischen den Jahren 864 und 958 erbaut wurde und nun in ihrer ursprünglichen Schlichtheit wieder hergestellt ist. Sie birgt die Grabanlage des heiligen Otmar, des Wiedererweckers des Klosters St. Gallen, der hier im Jahre 759 nach politischen Wirren in der Verbannung gestorben ist.

(eig. Anm.: Die Schrift „Die geistige Macht der Landschaft“ mit dem Untertitel „St.-Otmars-Werd im Hochrhein“ entstand Anfang der 1960er Jahre. Siehe auch „Nachruf für P. Eugen Mederlet, Franziskaner“

http://www.kathnews.com/index.php?page=Thread&postID=376500&highlight=nachruf#post376500 )


Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 906

11.01.2017, 10:24

Die geistige Macht der Landschaft (104) P. Eugen Mederlet OFM, März 1964

Käme die Hochrheinschifffahrt, so würden die beiden anderen Inseln weggebaggert und in den Untersee geworfen. Es würde eine Rinne von 50 bis 75 Meter Breite und 4 Meter Tiefe gegraben, wodurch die Wasserverhältnisse unserer Insel völlig verändert wären. Die kraftvollen Schwankungen des Wasserspiegels würden aufhören; es bliebe ständig Hochwasser, wobei nur durch die Fahrrinne das Wasser flösse. Im Übrigen würde die ganze weite Fläche oberhalb des Städtchens Stein zu einem stehenden Gewässer, und um die Otmarsinsel würde das Wasser faul.

(eig. Anm.: Die Schrift „Die geistige Macht der Landschaft“ mit dem Untertitel „St.-Otmars-Werd im Hochrhein“ entstand Anfang der 1960er Jahre . Siehe auch „Nachruf für P. Eugen Mederlet, Franziskaner“

http://www.kathnews.com/index.php?page=Thread&postID=376500&highlight=nachruf#post376500 )



Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 907

12.01.2017, 14:42

Die geistige Macht der Landschaft (105) P. Eugen Mederlet OFM, März 1964

Die natürlichen Ufer würden verschwinden und das herrliche Naturschutzgebiet der Bibermündung in Mitleidenschaft gezogen. Durch die Schifffahrt und die Industrie würde der Hochrhein mehr und mehr zum leblosen, schmutzigen Gerinne. Lassen wir uns nicht täuschen durch Versprechungen. Sie mögen ehrlich gemeint sein, aber sie können nicht gehalten werden. Wir können das Leben einer Landschaft und ihre geistige Macht nicht künstlich erhalten. Ein Eingriff ruft dem anderen, und selbst was gerettet wird, ist nicht mehr lebendig. Wenn die Schifffahrt kommt, ist der Hochrhein mitsamt dem Untersee als natürliche Landschaft verloren, und unser Werdli mit seiner alten Kapelle wird in seinem innersten Sinn wertlos.

(eig. Anm.: Die Schrift „Die geistige Macht der Landschaft“ mit dem Untertitel „St.-Otmars-Werd im Hochrhein“ entstand Anfang der 1960er Jahre. Siehe auch „Nachruf für P. Eugen Mederlet, Franziskaner“

http://www.kathnews.com/index.php?page=Thread&postID=376500&highlight=nachruf#post376500 )


Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 908

13.01.2017, 10:23

Die geistige Macht der Landschaft (106) P. Eugen Mederlet OFM, März 1964

Denn diese Kapelle ist kein Museum. Es leben dort die Brüder in Gebet und geistiger Arbeit. Sie sind ganz von selber die Deuter dieser Landschaft. Denn die Erde kann ja erst sprechen im menschlichen Herzen. Die schönste Landschaft ist stumm, bis ein Mensch sie entdeckt, bis sie in seinem Gemüt und in seinem Geist zu lichtvoller Kraft aufsteigt und zum Lobgesang wird. Wer über den schmalen Steg hinwandert, wird aufgenommen vom Gebet der Jahrhunderte, das schlicht im Chor der Brüder weitergeht.

(eig. Anm.: Die Schrift „Die geistige Macht der Landschaft“ mit dem Untertitel „St.-Otmars-Werd im Hochrhein“ entstand Anfang der 1960er Jahre. Siehe auch „Nachruf für P. Eugen Mederlet, Franziskaner“

http://www.kathnews.com/index.php?page=Thread&postID=376500&highlight=nachruf#post376500 )


Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 909

14.01.2017, 12:46

Die geistige Macht der Landschaft (107) P. Eugen Mederlet OFM, März 1964

Ein geistiger Segen kommt auf ihn zu. Die Besucher können im Gespräch mit den Brüdern Rat und Stärkung suchen. Durch dieses Werdli im Rhein wird der Sinn der Stille und der unberührten Erde in einer größeren Tiefe bewusst.

(eig. Anm.: Die Schrift „Die geistige Macht der Landschaft“ mit dem Untertitel „St.-Otmars-Werd im Hochrhein“ entstand Anfang der 1960er Jahre. Siehe auch „Nachruf für P. Eugen Mederlet, Franziskaner“

http://www.kathnews.com/index.php?page=Thread&postID=376500&highlight=nachruf#post376500 )

Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 910

15.01.2017, 12:31

Die geistige Macht der Landschaft (108 und Schluss) P. Eugen Mederlet OFM, März 1964

Der Sinn der Landschaft wird gedeutet, nicht durch viele Worte, einfach weil hier eine Kapelle steht und die Brüder wohnen. Jeder, der noch jenes Kind geblieben ist, dem allein der Zugang zum Gottesreich zukommt, ahnt hier, warum die Erde heilig ist, und warum wir sie mit aller Kraft vor uns selber schützen müssen. Und darum darf die Hochrheinschifffahrt nicht kommen.
Wie oft bin ich selber durch den Rheinweg heimgekommen und über den lagen, schmalen Steg geschritten, mein Innerstes und meine Hände hingewandt zum fließenden Wasser und der Fülle des Lebens, zum Gewimmel der Kleinen im Gottesreich und zu aller heimlichen Kraft der sprießenden Erde. Ich habe sie in zärtlichem Danke gesegnet, aber ebenso bin ich selber gesegnet worden von einer Kraft, die mir zufloss von allen Seiten, von einer Kraft, die mich das Leben bestehen lässt und den Tod überwinden.
Und wenn ich bei nächtlicher, müder Heimkehr das stillgewordene Wasser von den gespiegelten Sternen blinken sehe, weiß ich es: Der Himmel selber ist´s der durch die Erde mich segnet.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 911

15.01.2017, 17:05

Die geistige Macht der Landschaft (Gesamttext 1), St.-Otmars-Werd im Hochrhein, P. Eugen Mederlet OFM, März 1964

Gott hat die Erde dem Menschen ausgeliefert, indem er sagt: „Füllet die Erde und machet sie euch untertan.“ Es ist eigenartig, mit welcher Verblendung wir den Auftrag auslegen. Wir glauben, er sei ein Freipass für jede Vergewaltigung. In Wirklichkeit hat uns Gott damit die Verantwortung gegeben, die Erde nicht willkürlich, nach dem Augenblicklichen Nutzen, sondern sinngemäß, auf ein Ziel hin zu verwalten. Was aber ist der Sinn der Erde? Zu welchem Ziel hin sollen wir sie führen? Die Erde kann ihren Sinn nicht in sich selber haben; der Sinn der Erde liegt im Menschen. Die Erde soll dem Menschen helfen, sein eigenes Ziel zu erreichen. Dann müssen wir aber genau wissen, welches der Sinn des Menschenlebens ist. Weil das heute fast niemand mehr weiß, reißen wir die Erde hin und her nach dem jeweiligen unmittelbaren Nutzen, den jeder gerade begehrt. Die Erde ist in Gefahr, weil der Mensch die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht mehr stellt. Wohin soll den unser Leben gehen? Ich werde auf die Frage eine kindlich naive Antwort geben. Die Frage ist ja auch so wichtig, dass jedes Kind von selber die Antwort muss finden können, genau so schlicht und selbstverständlich, wie es die Luft findet mit dem ersten Schrei und die Nahrung an der Brust der Mutter. Wie sollte es sonst das Leben meistern können, wenn es ihm nicht selbstverständlich entgegen käme?

Die Begegnung

Wir sind auf Erden, um Gott zu erkennen, ihn zu lieben, ihm zu dienen und ewig mit ihm zu leben. Diese Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens mag manchem fremd klingen, aber vielleicht hat sie uns als Kinder glücklich gemacht. Das Leben umfing uns mit einer unendlichen Gewissheit. Die Erde kam auf uns zu aus dem Herzen Gottes, in eine Zärtlichkeit gehüllt. Die Erde war uns viel mehr als der Ort unserer Spiele. Was sie uns bot, war voll eines geheimen Sinnes. Mit jedem Schritt gingen wir auf die Suche; nicht nur nach den Wunderdingen, die wir mit den Augen sehen, mit den Ohren hören und in unsere Hände nehmen konnten; wir suchen nach der unsichtbaren, liebenden Hand, die uns diese Herrlichkeiten bot. Eine heimliche Gegenwart in der Erde wühlte unsre Seele auf zum Wagnis des Lebens. Gott hatte uns angeweht so selbstverständlich wie die Luft und machte uns das Leben zur Verheißung, deren Wahrheit uns Erfahrung war. Darum waren wir voll von jenem unbewussten Glück, das uns aus dem Kinderantlitz so keusch und lichtvoll strahlt.

Gott tut sich dem Kinde kund in der Luft, die es atmet, in der Sonne, die es bescheint, im Wasser, an dem es spielt, und in der Blume, die es in sein Haar flicht. Jedes Kind weiß aus innerstem Erleben, dass die Blume mehr ist als ihr äußeres Erscheinen, die Quelle mehr als eine durch physikalische Gesetze aus der Erde sprudelnde Menge von H2O. Das Kind kommt zu sich selber durch das Leben der Erde; es kommt zu seinem eigenen innersten Geheimnis. Es beginnt zu ahnen, wer es ist beim Quellen des Wassers, beim Wehen des Sturmes, beim Lodern des Feuers. Denn die Erde deutet den Menschen und weckt seine Seele auf. Das Kind ahnt, dass in einer unauslotbaren Tiefe ein unendliches Geheimnis von Macht und Liebe sein eigenes Herz und die ganze Erde umfängt, und zusammen mit all diesen Geschwistern sagt es diesem beglückenden Geheimnis, aus dem alles quillt: „Unser Vater im Himmel.“

Das wissen wir alle, heimlich und uneingestanden, im verschütteten Kern unseres Seins. Für einige Augenblicke steigt die Erinnerung mahnend in euch auf, wenn ihr eure Kinder so glaubend und staunend von Gott sprechen hört. Dann seid ihr auf eine kleine Weile erschüttert und fragt euch, woher eure Kinder diese Erfahrung haben. Nicht von euch. Euer dünn gewordener Glaube könnte das Kind nicht überzeugen. Das Herz des Kindes antwortet nur auf das Wahre. Das Kind hatte seine eigene Begegnung. „Nicht Fleisch und Blut hat dir das kund getan, sondern mein Vater im Himmel.“ (Worte Jesu an Petrus).

Die Erde ist im Tiefsten gar nicht dazu angelegt, unserem Nutzen und unserer materiellen Macht zu dienen. Der Nutzen kommt als Beigabe hinzu, sagt Christus, für jene, die auf der Suche nach dem Reiche Gottes sind. Gott kann wie im Spiel zugleich auch noch seine Kinder nähren mit den Gaben der Erde. Aber er meint unendlich mehr als die Nahrung. Er hat die Erde, das ganze sichtbare All geschaffen als Begegnungsort mit dem Menschen. Er ist darin verborgen wie ein Vater, der sich im Spiel versteckt hat und nun nach dem Kinde ruft. Wenn es ihn gefunden, schließt er es lachend in die Arme und verbirgt sich wieder aufs neue. Jeder spürt diesen Ruf Gottes durch die Erde gehen; jeder, der sich nicht allen Ausweg aus dem eigenen Ich verbaut hat. Auch wer nie eine Kirche betritt, wird durch die Erde von Gott umfangen. Überall ist Gott auffindbar, und niemand kann an ihm vorbeigehen. Er ist in der Erde wie der Liebende im Kuss und wie die Seele in einem glücklichen Antlitz. Er hat sich in der Erde durch eine unendliche Fülle von Zeichen erlebbar gemacht: im Wehen des Windes, im Ziehen der Wolken und im Blinken der Sterne, im Gewimmel des Wassers, in jeder Knospe und in jedem Kind. Gott hat sich in allen Gestalten und in jeder Kraft und in allem Leben der Erde kindlich und beweislos auffindbar gemacht. „In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir.“ (hl. Paulus) Darum braucht kein Naturvolk und kein Kind einen Gottesbeweis.
Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 912

15.01.2017, 17:20

Die geistige Macht der Landschaft (Gesamttext 2), St.-Otmars-Werd im Hochrhein, P. Eugen Mederlet OFM, März 1964

Wir müssen also die Erde so verwalten, dass Gott uns darin begegnen kann.
Aber der Mensch will kein Kind bleiben. Sobald er seine eigene Kraft spürt, bricht die Versuchung in ihm auf, sich des Vaters zu entledigen. Es drängt ihn, Gott zu entwachsen, ihn aus der Erde zu verdrängen und sie selber zu besetzen. Statt sie liebend und gehorsam dem göttlichen Sinn gemäß zu verwalten, unternimmt er es, sie unter seine selbstgewählten Gesetzte zu zwingen und sie so sehr mit seinen eigenen Werken zu überbauen, dass er sich vor Gott verbergen kann. Mit seinen eigenen Werken schirmt er Gott ab, wie man gefährliche Strahlungen abschirmt, damit der Mensch nur noch sich selber begegne. Er ist in seiner Arbeit vom materiellen Nutzen besessen, so dass er keine Rücksicht nimmt auf die Erde und ihren natürlichen Lebensrhythmus. Es kommt ihm kaum noch in den Sinn, bei der Bearbeitung und Überbauung der Erde an Gott zu denken. Er verliert den Sinn für dessen Gegenwart und damit die Ehrfurcht vor der Erde. Er löscht sie aus zur bloßen Materie, aus der er möglichst viel Nutzen ziehen will. Er fühlt sich als ihr absoluter Herr und Eigentümer, der sich all ihre Kräfte aneignet, daraus seine eigene, neue Schöpfung zu machen. Nicht im inneren, liebenden Gehorsam zu Gott, sondern als sein Konkurrent. Er glaubt, er werde mit dieser neuen, selbstgemachten Schöpfung auch von Gott unabhängig, er brauche es ihm nicht mehr zu danken, da er es selber macht. Durch die Macht, die er immer mehr über die Erde erringt, wächst in ihm die Illusion, er sei der höchste Herr und das letzte Maß geworden. Damit wird die Erde gefährdet, denn der Mensch kann sie nur dann sinngemäß beherrschen, wenn er selber unter Gottes Herrschaft steht. Sonst entstehen überall Störungen des Zusammenspiels. Der Mensch treibt heute die Produktion der Erde und das Wachstum der Pflanzen willkürlich an; er kann fast zu jeder Jahreszeit ernten; aber durch diese Eingriffe nehmen die Schädlinge zu, so dass in der Schweiz jedes Jahr 7 kg Gift pro Kopf gespritzt werden müssen. Damit ist dir Gesundheit nicht nur des Menschen, sondern auch der Tiere und des Bodens gefährdet.

Er greift willkürlich in den Wasserhaushalt der Erde ein, und nun sind seit 1945 30 % aller Quellen in Mitteleuropa versiegt und seit 1957 3.000 Gewässer derart verschmutzt worden, dass jedes Leben darin erlosch.

Der Mensch bringt den Luftraum in die Gefahr der Verschmutzung und Vergiftung. Wenn er den Sternenhimmel anschaut, so denkt er an die Raumraketen und Satelliten. Wenige schauen noch zum Mond in froher Besinnlichkeit; der Mensch überlegt vielmehr bei seinem Anblick, wie er ihn erobern und nutzbar machen könne. Nicht, dass der Mensch die Kräfte der Welt bearbeitet ist gefährlich; dazu hat er den Auftrag. Aber das Ziel ist verschoben. Er arbeitet nicht mehr auf Gott hin, sondern auf sich selber als von Gott gelösten Herrn. „Ich will der Schöpfung aus dem Nichts die Schöpfung aus dem Geiste des Menschen entgegenstellen und sehen, was besser ist.“ (Dürrenmatt in: Ein Engel kommt nach Babylon.) Der Mensch sieht die Erde und die ganze Welt nur noch zu seiner Nützlichkeit an. Der Gedanke an Gott kommt ihm selten bei der Arbeit. Er denkt kaum, dass ihm Gott als Vater und Schöpfer die Erde schenkt. Und noch weniger wird ihm bewusst, dass Gott die Erde gar nicht nur zum Nutzen gibt, sondern dass er durch die heiligen Zeichen der Erde zum Herzen des Menschen sprechen will.

In dieser bloßen Nützlichkeitsgesinnung wachsen unsere Kinder auf. Das Erlebnis von der heiligen Erde wird überdeckt vom Eindruck, dass der Mensch alles selber mache. Das Kind kann, unabhängig von der Jahreszeit, auf dem Markt oder aus der Gefriertruhe Früchte und Gemüse haben. Das Wunder des Sonnenlichts ist ihm viel weniger bewusst als die tausend Möglichkeiten der künstlichen Beleuchtung. Wasserkraftwerke sind ihm ein größeres Erlebnis als eine Quelle. Es fährt im Auto, es kennt alle Marken der vorbeifahrenden Wagen. Es ist schon ganz berauscht von der Macht und Schnelligkeit, die der Mensch gewonnen hat, aber es sagt ihm kaum jemand, dass Gott vor Millionen Jahren in unendlicher Weisheit und Liebe das Erdöl zu unserem Benzin bereitet hat, und dass wir gar nichts „machen“ können, sondern nur Gaben Gottes zusammensetzen.

Es lebt in der Illusion, dass der Mensch alles selber mache. Es verlangt ungestüm, alle Mittel der Technik in die Hand zu bekommen, und es träumt von einer Zukunft, wo alle Kräfte der Erde und des Weltalls ihm zur Verfügung stehen und die ganze Welt machbar wird. In allem, was ihm die Erwachsenen anbieten, begegnet es immer nur dem Menschen. Zu selten erlebt es jene heilige Gegenwart Gottes. Die Erde wird ihm von den Erwachsenen angeboten als auszunützende Materie und Kraft. Wenn wir zu ihm von Gott sprechen, bleibt es ein leeres Wort, denn es kennt nur den Menschen. Wenn wir Gott sagen, meint der Mensch heute sich selber. Darum kommt auch das Kind in Gefahr, auf dem Land sowohl als in der Stadt, nur diesen kleinen, selbstherrlichen Gott zu kennen.

Freilich strebt der Mensch in der Freizeit aus der Stadt in die Natur. Aber er nimmt allen Komfort mit, denn er sucht auch dort viel mehr sich selber und das wohlige Erlebens seines eigenen Leibes, als eine aufrüttelnde Begegnung mit Gott. Er hat zu sehr die Ehrfurcht vor der Erde verloren, dass er in seiner tiefsten Seele sie noch sehen und auf sie hören könnte. Gott erreicht ihn nicht mehr durch die Erde. Der Mensch ist für den Himmel zugangslos geworden, und so leidet Gott Not um ihn, weil er ihn nicht mehr finden und beglücken kann.

Gott aber hört nicht auf, uns zu suchen. Er will zu uns sprechen wie seinerzeit zu Bruder Franz von Assisi. Es heißt von ihm: „Auf ganz wundersame und anderen ungewohnte Weise drang der klare Blick seines Herzens in das verborgene Wesen der Geschöpfe ein. Er hatte Freude an allen Dingen am Weg. Sie waren ihm der klare Spiegel Gottes, und in jedem Kunstwerk bewunderte er den Künstler. Er freute sich herzlich an allen Werken der Hände Gottes, und durch alles Liebliche, was sein Auge sah, schaute er hindurch bis in den lebenspendenden Urgrund der Dinge. Jedes Geschöpf nannte er Bruder und Schwester. Wir, die mit ihm waren, sahen ihn stets im Innern und Äußern an allen sich freuen. Er berührte sie und sah sie gern. Dabei schien sein Geist nicht auf Erden, sondern im Himmel zu sein.“ So berichten seine eigenen Gefährten.
Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 913

15.01.2017, 17:23

Die geistige Macht der Landschaft (Gesamttext 3), St.-Otmars-Werd im Hochrhein, P. Eugen Mederlet OFM, März 1964

Der Mensch soll wohl die Erde sich nutzbar machen, aber so ehrfürchtig, dass er Gott erspüren kann. Er soll auch nicht alles mit seinen eigenen Werken bedecken, sondern Gott noch freien Raum lassen. Denn die vom Menschen unberührte oder nur im Rhythmus der Natur bearbeitete Erde hat eine ganz besondere Macht, Gott zu offenbaren. Der frei wachsende Wald umfängt uns mit anderer Kraft als eine Parkanlage. Das wilde Reh, das wir auf freier Bahn erspähen, weckt in uns eine andere Freude als Haustiere im Stall. Kein Kanarienvogel im Käfig lässt uns so mitsingen wie das viel schlichtere Gezwitscher in den Bäumen. Wir können nicht um den Ölbrenner unserer Zentralheizung im Kreise sitzen wie um ein Lagerfeuer im Freien, wo die Wärme und Freiheit der Flamme unsere eigene Seele zum Loden bringt und uns eint in kraftvoller Freude. Keine Fahrt im Auto kann uns das Urerlebnis unserer Lebendigkeit und des Einsseins mit allem Sprießen der Erde geben wie eine Wanderung zu Fuß. Ein Berg, den nur Fußgänger besteigen, eine ausgedehnte, ungestörte Schilflandschaft voll geheimen Lebens, ein unberührter Flusslauf, ein reiner Quell, ein klares Wasser, in dem von Verschmutzung unbedroht die Fische aller Art leben und sich mehren, die Erde, wie sie aus Gottes unendlicher Kraft und Reinheit hervorgeht, voll von seinen Gedanken und seiner Liebe, sie durchschauert uns mit einer Freude, die zum Gebete wird, auch wenn wir Gott nicht nennen. Das Gebet entsteht zwanglos und namenlos in unserer Seele, wie die Quelle entsteht und die Knospe und das Kind. Da sind wir nicht mehr uns selber gegenüber. Ein Geheimnis des Lebens umfängt uns und bringt uns zum Staunen, wie das Kind staunt vor dem Leben. Wir werden davon erlöst, das erbärmlich Letzte und Größte sein zu müssen. Klein und sanft werden wir eingefügt in ein unendlich Größeres. Scheu, kaum ausgesprochen, vielleicht von unserem Stolz noch halb verdeckt, weiß es der tiefste Kern in uns: Es ist jemand heimlich da. Er weht uns an durch das Leben der Erde und er sucht mich, wie ein Liebender in allen Zeichen um die Liebe wirbt. Es ist nicht die Erde selber, die mich zur Anbetung bringt; sie ist nur der Ort der Begegnung. Es ist Gott selber, mein Vater, der allmächtige Schöpfer des Himmels und der Erde. Ich erlebe mich als sein Geschöpf und sein Kind. Er ist auf der Suche nach mir, und einen Augenblick lang hat er mich, das trotzige Kind gefunden. Denn Gott hat die Erde geschaffen zu seinem heiligen Einweihungsort, wo er mich erwartet. Dürfen wir dieses göttliche Leuchen in der Erde auslöschen und nur noch unseren materiellen Nutzen suchen?

Wir haben erkannt, dass die Erde in ihrem tiefsten Sinn Begegnungsort ist mit Gott. Sie hilft dem Menschen, sein eigenes Ziel zu erreichen, nämlich Gott zu finden. Dieses Ziel muss er erreichen, sonst ist sein Leben ohne Wert. Darum ist unsere größte Pflicht der Erde gegenüber, sie so zu verwalten, dass der Mensch in ihr Gott wirklich finden kann. Diese Pflicht hat Gott gemeint mit dem Auftrag, die Erde untertan zu machen. Alles andere muss diesem Ziele untergeordnet sein. Es ist erstaunlich, dass dies fast niemand mehr weiß und sagt, obwohl doch die ganze Zukunft des Menschen und der Erde davon abhängt. Wie können wir Entscheidungen wie die der Hochrheinschifffahrt treffen, wenn uns das Ziel des Menschen und die Bedeutung, die der Erde dabei zukommt, nicht klar ist?

Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 914

15.01.2017, 17:28

Die geistige Macht der Landschaft (Gesamttext 4), St.-Otmars-Werd im Hochrhein, P. Eugen Mederlet OFM, März 1964

Die Bibel

Ich möchte einen Schritt weiter gehen. Die Quelle unseres Glaubens ist die Bibel. Wer versteht ihre Sprache? Auf all ihren Seiten spricht sie von der sichtbaren Welt. Aber sie tut es in völliger Unbekümmertheit um naturwissenschaftliche Kenntnisse. Sie gibt auch keine Anleitung zur besseren Ausnützung der Kräfte dieser Welt. Ihr Anliegen ist ein ganz anderes.

In der Schrift ist die Erde mit allem, was sie erfüllt, Zeichen und Deutung der geistigen Welt. Zeichen ist aber die Erde nicht durch naturwissenschaftlichen Tatbestand, sondern durch unser Erleben. Darum spricht die Heilige Schrift von der Erde als symbolerfülltem Erlebnis.

Auch der Schöpfungsbericht der Bibel hat mit Naturwissenschaft nichts zu tun; er stellt nicht ein veraltetes, wissenschaftliches Weltbild dar, sondern deutet uns in ewig gültigen Bilden, wie unser Vater und Erschaffer die Erde und unser eigenes Menschenleben uns anbietet, und was er damit meint.

Betrachten wir als Beispiel das Erlebnisbild vom Himmelsgewölbe. Wir lächeln darüber, weil wir wissen, dass kein Bunker über die Erde gespannt ist. Und doch bietet sich das Himmelgewölbe in Wahrheit dem erlebenden Menschen dar und verschließt ihm das Jenseits Gottes. Dieses Jenseits ist das unheimlich Drohende um den Menschen her, das er unter sich zwingen will. Früher bauten sie den Turm von Babel, um das Gewölbe zu durchstoßen. Heute fahren wir mit der Raumrakete durch das Gewölbe, nicht mehr, um das Jenseits zu erstürmen, sondern um es loszuwerden. „Wir sind droben gewesen und haben von Gott nichts gesehen“, sagte Chruschtschew. Aber der Mensch kommt gar nicht an das Gewölbe; es wandert mit ihm weiter bis zum äußersten Sternenspiral, wie der nie zu erreichende Horizont. Immer wirft das Gewölbe über ihm den Menschen in die Endlichkeit zurück. Einmal hat es sich aufgetan. Bei der Taufe Jesu am Jordan heißt es: „Der Himmel öffnete sich.“

Das ist keine Sprache unterentwickelter Völker. Die Schrift gibt uns hier die göttliche Deutung der Welt. Aber wie kann der Mensch diese Weisheit verstehen, wenn der Himmel ihm nur zu durchfliegender Raum oder zu berechnende Lichtjahre bedeutet? Er muss beim Anschauen des Himmels geahnt haben, dass jenseits des Gewölbes das Größere ist; und dass nur einer ihm dorthin den Zugang erschließen kann.

Wie können wir die Psalmen noch beten? Da ruft Gott meine Seele heim an den Wasserrand. Aber was kann mir heute das „Wasser“ von Gott sagen? Wasser ist ein lärmiger Strand, wo der Mensch nicht Gott, sondern den Leib sucht.

Gott vergleicht mich , sein Kind, im Psalm mit einem Baum am Ufer gepflanzt, dessen Blätter nicht welken und dessen Früchte reifen zur Zeit. Aber das Wort Baum bedeutet mir Geldertrag oder Spritzmittel oder Genuss eines Apfels. Wie kann ich Glück empfinden, wenn Gott mich einen Baum nennt? Bruder Franz von Assisi hat dieses Glück gekannt. Der lebendige Baum hat ihn mit Staunen erfüllt. Darum bat er, ergriffen von der Ehrfurcht, den Bruder, der das Holz zum Feuern bereitete, keinen Baum ganz umzuhauen; er sollte einen Teil leben lassen, damit er wieder ausschlage.

Das Psalmengebet setzt voraus, dass im Alltag unser Menschenleben mit der Erde in eins gewoben ist, und in allen Zeichen der Erde Gott zu uns spricht und wir zu Gott. Denn die ganze Schrift ist Deutung der Erde, um mir zu sagen, wer ich bin und was Gott mit mir vor hat, was mich bedroht und was mir verheißen. Wer so vom heiligen Verständnis der Erde her den Zugang zur Schrift gewinnt, dem geht die Lebensweisheit auf. Wer aber die Erde nur naturwissenschaftlich erforscht oder ihre Kräfte nur in seinen materiellen Nutzen zwingt, dem bleibt das Wort der Bibel verschlossen, welcher Konfession er auch angehört. Wenn wir die Erde auslöschen, stirbt auch die Bibel.
Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 915

15.01.2017, 17:33

Die geistige Macht der Landschaft (Gesamttext 5), St.-Otmars-Werd im Hochrhein, P. Eugen Mederlet OFM, März 1964

Die Kirche.
Noch einen Schritt will ich tun. Christus selber hat viel und mit Liebe von der Erde gesprochen. Er hat damit noch mehr als den Menschen, er hat durch die Erde in vielen Gleichnissen sein eigenes göttliches Geheimnis gedeutet. In der Feuerflamme zeigt er nicht nur die lebendige Glut der menschlichen Seele auf; er deutet die göttliche Liebe, den Heiligen Geist, von dem er erfüllt ist, und den er zu senden kam. „Ich bin gekommen Feuer zu senden.“ Das sollten wir ahnen, wenn wir Feuer brennen sehen, wenn in der Osternacht das Feuer geweiht wird, und wenn wir das Pfingstfest feiern. Von Bruder Franz schreiben seine Gefährten: „Er verbot, dass ein Bruder Glut hinwerfe wie man das so tut; er sollte sie sorgfältig auf die Erde legen.“ Jesus steht mit seinen Jüngern vor dem Acker. Die Körner fallen aus der Hand des Bauern in die Erde. Sie sterben und stehen wieder auf. Dieses jedem Kind erfahrbare Lebensereignis im Acker deutet er dem gläubigen Menschen als Frohbotschaft, dass der Tod gar kein Tod ist. „Wer an mich glaubt, wird leben in Ewigkeit.“

Aber Jesus hat aus der Erde mehr als Gleichnisse genommen. Er nahm Brot und sprach: „Das ist mein Leib.“ Und über den Wein sprach er: „Das ist das Blut des neuen Bundes.“ In einem mit Worten nicht anzurührenden Geheimnis gibt der Herr sich selbst zur Nahrung. Ein großer Teil der Christen findet zu diesem Sakrament den Weg nicht mehr. Nicht immer, weil sie den Glauben an Christus verloren haben, sondern weil sie die Zeichen nicht verstehen. Sie sind im täglichen Leben Materialisten. Ackerfeld und Weinberg sagen ihnen nichts Geistiges aus. Wir müssen wieder mit schlichtem Blick das Leben der Erde durchschauen. Alltäglich sollen wir die Früchte im Gedenken des Herrn genießen. Das Brot auf unserem Tisch müsste das Begehren wecken nach jenem anderen Brot, das den viel tieferen Hunger in uns erreicht. Das sinnfällig erlebbare Zeichen will uns hinüberführen in das größere Geheimnis.

Das alltägliche Erleben der Erde ist der Einweihungsweg zu Christus. Nur von der Erde her gibt es einen Zugang zum Verständnis und zum Erleben des Abendmahles. Wenn die Erde uns nichts mehr von Christus aussagt, dann steht das Abendmahl in unserem Leben wie die Überreste eines griechischen Tempels in einer modernen Stadt, stehengebliebene Säulen, zu denen unser gewohntes Leben keine Beziehung hat, die nur ein paar Archäologen zu deuten wissen.

Auch die Taufe ist nur noch schwer erlebbar als die Geburt aus dem reinen Quell. Das Wasser ist immer mehr zum einseitigen Nutzen der Industrie und zum Lebenskomforte da. Unsere Kinder kennen kein anderes als schmutziges Wasser, in das aller Unrat abgeleitet wird. Sie haben kaum je einen klaren Quell aus dem Schoße der Erde hervorsprudeln sehen. Sie kennen kaum einen Bach oder Fluss, der noch ganz Gott gehört, in dem er wie am Schöpfungsmorgen nach seiner Lust darf Leben wimmeln lassen, an dessen Ufern die Pflanzen nach Gottes Kraft und Willen wachsen und ungestörtes Leben bergen. Wir müssen immer wieder Gelegenheit haben, uns zu freuen über die Klarheit des Wassers, über die Fülle des Lebendigen in seinem Schoß und über die Kraft, mit der es unaufhaltsam strömt. Bewegt durch diese Freude würden wir tatkräftig das Wasser schützen und pflegen. Aus unserer Ehrfurcht würden die Kinder das Wasser lieb gewinnen. Wenn es dann bei der Taufe über den Leib fließt, können wir ahnen, welch reines und kraftvolles, ewig nicht endendes Leben uns Gott im Zeichen des Taufwassers schenkt. Dann würden wir um der Taufe Willen das Wasser mit schützender Ehrfurcht behüten. Wenn der heilige Franziskus sich die Hände wusch, suchte er einen Ort, wo das Wasser, das ihm gedient hatte, nachher nicht mit Füßen getreten werde. Nur eine in Ehrfurcht bewahrte Erde kann uns die Sakramente fruchtbar begehen lassen. Denn der erste Begegnungsort mit Gott ist die Erde, und nur wer ihre göttliche Kraft erlebt, versteht die Gleichnisse Jesu, erkennt den Herrn und lebt aus den Sakramenten. In der Erde beginnt der Gottesdienst, und er vollendet sich in der Kirche. Wenn die Erde nicht mehr göttlich erlebbar ist, wenn sie nur noch zur nutzbaren Sache wird, dann ist das kirchliche Leben ohne Wurzeln und stirbt ab. Die Krise der Kirche ist in Wirklichkeit eine Krise der Erde. Im Paradies ist die Erde mit dem Lebensbaum und dem heiligen Quell dem Menschen anvertraut worden, damit er sie als Gottes heiligen Ort bewahre. Da wollte Gott zu ihm sprechen im Wehen des Windes, im Sprießen der Erde, im Quellen des Wassers. Und er wollte sich offenbaren im Antlitz des Kindes, das mit allen Wurzeln aus heiliger Erde Gott aufnimmt. Der Mensch aber hat damals und immer die Frucht der Erde nur zu seinem Nutzen gepflückt. Dann löscht Gott aus in der Erde. Sie wird zum Stoff. Wie ein kostbares Glasgemälde ohne durchscheinendes Licht auslöscht zu wertlosen Stückchen Glas und Blei. Dann gibt es keine Sakramente mehr.

Unser Gespräch um die Gewässer bleibt fruchtlos, wenn wir nur Nutzen gegen Nutzen ins Feld führen. Auf diese Weise wird immer der materiell Stärkere siegen. Die Erde mit ihrem Wasserquell wird nur gerettet, wenn wir wieder gläubige Menschen werden.
Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 916

15.01.2017, 17:36

Die geistige Macht der Landschaft (Gesamttext 6), St.-Otmars-Werd im Hochrhein, P. Eugen Mederlet OFM, März 1964

Der Hochrhein

Wie sollen wir aber konkret die Erde behandeln? Wir müssen doch leben und für unsere Nachkommen sorgen und fortschreiten. Sicher darf und muss die Erde auch dem Nutzen des Menschen dienen. Christus sagt, das Wesentliche sei das Gottesreich, der Nutzen komme hinzu. Wir müssen also ein Gleichgewicht suchen zwischen dem natürlichen Nutzen und der geistigen Erfahrung. Auch wenn wir die Kräfte der Erde zu unserem Nutzen bearbeiten, soll der Gedanke Gottes bei uns sein. Das, was die Heilige Schrift „Gottesfurcht“ nennt und so eindringlich dem Menschen empfiehlt, muss wieder unser Herz erfüllen. Ehrfurcht vor Gott und allen Gaben, die er uns in die Hände legt, und darum Ehrfurcht vor den Brüdern, mit denen wir zusammen seine Kinder sind. Dann wird von selber manche Gewinnsucht und manche Rücksichtslosigkeit fallen. Auch die Rücksichtslosigkeit vor der Erde. In dieser Gottesfurcht würden wir uns wieder in die heiligen Gesetze der Erde einfügen, statt sie selbstherrlich zu vergewaltigen und zu stören. Durch die Gottesfurcht bleiben wir bei allem Streben nach dem materiellen Nutzen beglückt eingefügt in die Harmonie des Kosmos.

Wir sollen aber auch besonders eindrucksvolle Flecken Erde unbebaut lassen, sie gleichsam Gott freigeben, damit er sich dort eindringlicher offenbaren könne. Eine für die Zukunft wichtige Entscheidung liegt hier in unserer Hand. Denn der moderne Mensch wird sich zurücksehnen nach der Natur und der Begegnung mit Gott. Was wird er dann noch vorfinden? Jetzt leben wir in einer technischen und industriellen Pubertätskrisis. Die Berauschung der entdeckten Macht lässt uns durch alle Bindungen brechen. Wir wähnen im Tumult der ersten Triebe, mit Technik und Industrie alle Probleme lösen zu können. Aber schon reift bei den höchstbegabtesten unter den Technikern die Einsicht, dass Technik und Industrie zu wenig Lebenskräfte enthalten, und dass sie deshalb dienend eingeordnet werden müssen in die Gesamtheit des Lebens. Sie erkennen den hohen Wert der unberührten Natur und sind überzeugt, dass der jugendliche Rausch überlebt wird. Vorläufig aber ist die Lenkung noch in der Hand jener, die an die alles erlösende Macht von Technik und Industrie glauben, oder diesen Glauben für ihre Zwecke ausnützen. Wir stehn in Gefahr, dass, wenn die Einsicht sich Bahn bricht, allzuviel Wertvolles in der Natur durch unreifes Vorgehen unwiederbringbar zerstört ist. Darum müssen die Einsichtigen, auch wenn sie eine mittellose Minderheit sind, sich mit Kraft und Glauben zur Wehr setzen, damit die noch vorhandenen Werte der Natur die Krise überdauern können.

Somit kommt uns die Aufgabe zu, in Weisheit und Mut auszuwählen, welche Landschaft mehr dem Nutzen dienen und welche der reinen Begegnung bewahrt bleiben soll. Zweifellos ist der Hochrhein mit dem Untersee ganz besonders geeignet, uns die geistige Macht der Landschaft bewusst werden zu lassen. Große Strecken seines Laufes sind noch unberührt, wo wir einen im Tages- und Jahresrhythmus überaus reichen Wechsel der Stimmungen erleben. Die natürlich bewachsenen Ufer sind voller Vögel und Getier, das wir mit viel Freude immer neu entdecken und beobachten können. Weiter Schilfbestand bietet selten gewordenen Vogelarten Zuflucht. Die großen Schwankungen des Wasserstandes lassen den Wechsel der Jahreszeiten kraftvoll erleben und sichern manchem an diese Schwankungen gebundenen Pflänzchen, wie der sonst fast verschwundenen Litorella, den Bestand. Auch das Leben der Fische und Vögel ist in diese Schwankungen eingepasst. Eine Regulierung würde den ganzen Lebensrhythmus zerstören. Es wird einen großen, allen industriellen Nutzen weit übersteigenden Segen des Volkes bedeuten, wenn wir den Hochrhein und den Untersee als natürliche Landschaft retten. Dann müssen wir aber auch mit aller Kraft sein Wasser wieder lauter machen, den Motorenlärm vermindern und die schönen Strecken vor jeder Überbauung bewahren. Es sollte an keinem Gewässer erlaubt sein, die Ufer so ausschließlich zu besetzen, dass der Fluss oder der See den anderen entzogen wird. Damit die geistige Macht einer Landschaft sich auswirken kann, muss sie den Menschen zugänglich bleiben. Seen und Flüsse müssen allen offen sein. Auch die lauten Lagerplätze sollen nicht an allen Stellen sich ausbreiten. Wir brauchen stille Wanderwege und ruhige Orte an See und Rhein, so still, dass der Mensch wieder sehen und hören lernt.
Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 917

15.01.2017, 17:39

Die geistige Macht der Landschaft (Gesamttext 7 und Schluss), St.-Otmars-Werd im Hochrhein, P. Eugen Mederlet OFM, März 1964

Das Otmars-Werd

Und mitten in diesem auf die Rettung wartenden Strom liegen die drei Werdli oberhalb Stein a. Rhein. Zwei gehören dem Kanton Schaffhausen und stehen unter Naturschutz. Das dritte ist seit über tausend Jahren im Besitz des Klosters Einsiedeln und wird von einer kleinen franziskanischen Brüdergemeinschaft bewohnt. Hier steht eine Kapelle, die zwischen den Jahren 864 und 958 erbaut wurde und nun in ihrer ursprünglichen Schlichtheit wieder hergestellt ist. Sie birgt die Grabanlage des heiligen Otmar, des Wiedererweckers des Klosters St. Gallen, der hier im Jahre 759 nach politischen Wirren in der Verbannung gestorben ist.

Käme die Hochrheinschifffahrt, so würden die beiden anderen Inseln weggebaggert und in den Untersee geworfen. Es würde eine Rinne von 50 bis 75 Meter Breite und 4 Meter Tiefe gegraben, wodurch die Wasserverhältnisse unserer Insel völlig verändert wären. Die kraftvollen Schwankungen des Wasserspiegels würden aufhören; es bliebe ständig Hochwasser, wobei nur durch die Fahrrinne das Wasser flösse. Im Übrigen würde die ganze weite Fläche oberhalb des Städtchens Stein zu einem stehenden Gewässer, und um die Otmarsinsel würde das Wasser faul. Die natürlichen Ufer würden verschwinden und das herrliche Naturschutzgebiet der Bibermündung in Mitleidenschaft gezogen. Durch die Schifffahrt und die Industrie würde der Hochrhein mehr und mehr zum leblosen, schmutzigen Gerinne. Lassen wir uns nicht täuschen durch Versprechungen. Sie mögen ehrlich gemeint sein, aber sie können nicht gehalten werden. Wir können das Leben einer Landschaft und ihre geistige Macht nicht künstlich erhalten. Ein Eingriff ruft dem anderen, und selbst was gerettet wird, ist nicht mehr lebendig. Wenn die Schifffahrt kommt, ist der Hochrhein mitsamt dem Untersee als natürliche Landschaft verloren, und unser Werdli mit seiner alten Kapelle wird in seinem innersten Sinn wertlos.

Denn diese Kapelle ist kein Museum. Es leben dort die Brüder in Gebet und geistiger Arbeit. Sie sind ganz von selber die Deuter dieser Landschaft. Denn die Erde kann ja erst sprechen im menschlichen Herzen. Die schönste Landschaft ist stumm, bis ein Mensch sie entdeckt, bis sie in seinem Gemüt und in seinem Geist zu lichtvoller Kraft aufsteigt und zum Lobgesang wird. Wer über den schmalen Steg hinwandert, wird aufgenommen vom Gebet der Jahrhunderte, das schlicht im Chor der Brüder weitergeht. Ein geistiger Segen kommt auf ihn zu. Die Besucher können im Gespräch mit den Brüdern Rat und Stärkung suchen. Durch dieses Werdli im Rhein wird der Sinn der Stille und der unberührten Erde in einer größeren Tiefe bewusst. Der Sinn der Landschaft wird gedeutet, nicht durch viele Worte, einfach weil hier eine Kapelle steht und die Brüder wohnen. Jeder, der noch jenes Kind geblieben ist, dem allein der Zugang zum Gottesreich zukommt, ahnt hier, warum die Erde heilig ist, und warum wir sie mit aller Kraft vor uns selber schützen müssen. Und darum darf die Hochrheinschifffahrt nicht kommen.

Wie oft bin ich selber durch den Rheinweg heimgekommen und über den lagen, schmalen Steg geschritten, mein Innerstes und meine Hände hingewandt zum fließenden Wasser und der Fülle des Lebens, zum Gewimmel der Kleinen im Gottesreich und zu aller heimlichen Kraft der sprießenden Erde. Ich habe sie in zärtlichem Danke gesegnet, aber ebenso bin ich selber gesegnet worden von einer Kraft, die mir zufloss von allen Seiten, von einer Kraft, die mich das Leben bestehen lässt und den Tod überwinden.

Und wenn ich bei nächtlicher, müder Heimkehr das stillgewordene Wasser von den gespiegelten Sternen blinken sehe, weiß ich es: Der Himmel selber ist´s der durch die Erde mich segnet.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 918

16.01.2017, 11:22

Erscheinung des Herrn (1), Matth 2, 1 – 2, 1. Lesung: “Völker wandern zu Deinem Licht und Könige zu Deinem strahlenden Glanz.“ (Jes 60, 3), P. Eugen Mederlet OFM, Kassette 473

Geliebte im Herrn!

Wie ich schon eingangs angedeutet habe, ist es eigentlich das Hochzeitsfest, die Einladung zur Hochzeit.

Der Bräutigam ist erschienen, Gott selbst. Das Wort Gottes, die Zweite Person der Heiligsten Dreifaltigkeit, der Sohn,

„Ein König bereitet seinem Sohn die Hochzeit.“


Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 919

16.01.2017, 18:11

Erscheinung des Herrn (2), Matth 2, 1 – 2, 1. Lesung: “Völker wandern zu Deinem Licht und Könige zu Deinem strahlenden Glanz.“ (Jes 60, 3), P. Eugen Mederlet OFM, Kassette 473

Dieses Wort steht über der ganzen Schöpfung. Schon im Anfang, da es begann, war es Zubereitung der Hochzeit. Und zwar ist dieser König der Vater, der seinem Sohn Hochzeit bereitet, seinem Sohn, der Zweiten Person der Heiligsten Dreifaltigkeit in ihrer Menschwerdung. Ihm, dem menschgewordenen Sohn Gottes hat Gott der Vater die Hochzeit bereitet, und zwar angefangen mit „Im Anfang“. „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“, da beginnt die Zubereitung der Braut für den Bräutigam, und schon aus und durch den Bräutigam, denn der Vater schafft ja nicht allein. Alle Werke Gottes sind getan von allen drei göttlichen Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist aber jede Person handelt auf ihre Weise und gibt deshalb ein ganz besonderes Gepränge dem, was geschaffen wird. Durch die Erschaffung werden wir Kinder des Vaters, er erschafft als Vater. Der Sohn erschafft als der Bräutigam, und der Heilige Geist als die Liebesglut des Bräutigams.


Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

2 920

17.01.2017, 19:17

Erscheinung des Herrn (3), Matth 2, 1 – 2, 1. Lesung: “Völker wandern zu Deinem Licht und Könige zu Deinem strahlenden Glanz.“ (Jes 60, 3), P. Eugen Mederlet OFM, Kassette 473

So trägt alles schon im tiefsten das Gepräge, das Wesen der Heiligsten Dreifaltigkeit in sich. Die Heiligste Dreifaltigkeit ist Hochzeit, ist die unendliche Vermählung Vater und Sohn im Heiligen Geist, in unendlicher Liebe hingegeben und empfangen. So ist die ganze Schöpfung die Zubereitung der Braut, die der Bräutigam selbst aus dem Vater im Heiligen Geist sich bereitet.


Fortsetzung folgt.
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. (Apg 17, 28) Denke daran, das jedes Werk, das der Verbreitung des Glaubens dient, weit über jedem anderen guten Werke steht. Die wichtigste Angelegenheit, die es in der Welt überhaupt geben kann, ist die Rettung einer Seele. (Vinzenz Pallotti)

Thema bewerten