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1

20.01.2002, 16:07

Religion in dieser Zeit?

Tja hallo ich heisse Isabella und komme aus Wien ich habe mich lange und eingehend mit Religionen aller Art beschäftigt... Tja und mir ist aufgefallen dass man oft schief angeschaut wird wenn man über dieses Thema redet und dass man nicht verstanden wird aber warum????
sind die leute denn so verbittert in dieser zeit dass sie an gar nichts glauben können?
ich habe heute den Artikel von Paddys Interview zum ersten mal gelesen bin auch zum ersten mal hier heute und naja ich bin echt stolz auf ihn und kann alles nachvollziehen was er gesagt hat....
ich selbst habe vor einem Jahr vielleicht auch etwas länger her meine Religion vergessen und sie hinten angestellt weil so viele sachen wichtiger erschienen aber so ist es nicht denn ich finde in allem was wir tun was die natur und die welt hergiebt steckt religion
ich selbst bin von meinen eltern nie getauft worden und bin ohne bekenntnis aufgewachsen denn meine eltern glauben selber ned so dran und so bin ich aufgezogen worden naja und als ich einige Monate alt war wurde ich vom Papst zufällig gesegnet (das habe ich erst vor ein paar jahren erfahren) ich war schon immer anders als die anderen ich bin freiwillig in den religionsunterricht gegangen habe gebetet ja wollte sogar nonne werden und mit 13 jahre habe ich dann den entschluss gefasst mich taufen zu lassen (von einem sehr guten freund Pater Helmut) und ich habe auch die bibel gelesen und so weiter ich faste jedes jahr bete oft und glaube wieder und als der herr kardinal schönborn bei uns an der schule war wegen einer diskussion mit bestimmten leuten sind mir seine worte sehr ans herz gegangen und ich fühlte wieder diese wärme und die geborgenheit die ich in den letzten 2 jahren verloren hatt und ich fühlte gott wieder....
tja aber leider kann man niemanden davon erzählen weder meinen freunden sonst wem denn die halten einen dann für verrückt tja und deshalb bin ich so stolz auf paddy da er so einen grossen schritt gewagt hat
eure isabella 19 jahre

spectator

unregistriert

2

21.01.2002, 09:42

hallo
ich denke man muß in der heutigen zeit sehr selbsbewußt als christ und vor allem als katholik sein ich wünsche dir jedenfalls alles gute
der spectator

Gandalf

Administrator

Beiträge: 25 889

Wohnort: Mittelerde

Beruf: M+M (Medien+Management)

3

21.01.2002, 11:14

@Isabella

Auf www.kath.net wirst Du sicher nicht schief angeschaut, ganz im Gegenteil.
:]
MARY'S MEALS - 10 EURO für ein Kind - Rettet Kinder vor dem Hungertod!
Mit Kath.Net nach IRLAND: Juni 2012 - Papstbesuch - Eucharist. Weltkongress

Padre Pio: "Überlege gut, was du schreibst, denn der Herr wird dich darüber zur Rechenschaft ziehen."

spectator

unregistriert

4

21.01.2002, 11:18

stimmt gandalf

CelticQueen

Anfänger

Beiträge: 14

Wohnort: Österreich

Beruf: Student

5

21.01.2002, 22:01

Ich kann das nachfühlen,

denn ich habe fast genauso dieselbe Geschichte wie du. Nur dass ich von Anfang an schon Glauben hatte, aber es stimmt, dass man heute leider in der Öffentlichkeit schief angesehen wird, wenn man sagt ich glaube an Gott. Ich finde das total schade, die meisten wissen garnicht was ihnen damit fehlt. Was ich absolut nicht verstehen kann ist, wenn jemand sagt er glaubt nicht an Gott. Wie schlecht kann es einem Menschen gehen, soetwas zu sagen? Man muss sich mal vorstellen, wie schlecht es dem Menschen schon gehen muss soetwas zu sagen. Ich kann mir ein Leben ohne Gott garnicht vorstellen! Solche Menschen die sagen es gibt keinen Gott, gerade solche sollte man an der Hand nehmen und ihnen zeigen dass da doch jemand ist. Ich finde das sehr wichtig!

Aber was quatsche ich da eigentlich! Ich wollte hier eigentlich keinen Roman schreiben, aber ich hab soviel zu sagen dass ich garnicht weiß wo ich anfangen soll. :)

Ich finde das gut, Irishqueen was du hier schreibst. Und ich weiß dass es in der Öffentlichkeit schwierig ist. Aber Gandalf hat recht, hier schaut dich keiner schief an. :]

Finde ich toll, dass du hier so offen redest.

Manchmal fällt es auch mir schwer!

Grüße

CelticQueen :))

corinquietum

Moderator

Beiträge: 1 597

Wohnort: Bad Waldsee

Beruf: Kath. Priester i.R

6

10.08.2017, 15:30

Christliche Gemeinschaft - Greenpeace mit Gebeten?

Ein aussagekräftiger Artikel heute auf Kath.Net.
Douglas Murray: Die Pfarrer "reden nur von sozialer Gerechtigkeit, von Ungleichkeit und vielleicht noch darüber, unseren Nächsten zu lieben.
Was sie sich noch vor zwanzig Jahren zu sagen getrauten, würden sie jetzt nicht mehr sagen. Sie sind versehrte Kreaturen.
Ich sehe nicht, wie das Christentum bestehen soll, wenn der Islam die einige geschützte Religion ist und die einzige, die ihre Prinzipien verteidigt, während alle anderen eine Art GREENPEACE MIT GEBETEN werden."
+Corinquietum
Wo immer Beifall für menschliches Machen in der Liturgie aufbricht, ist dies ein sicheres Zeichen, dass man das Wesen der Liturgie gänzlich verloren und sie durch eine Art religiös gemeinter Unterhaltung ersetzt hat." Card. J. Ratzinger

El Dakhel

Fortgeschrittener

Beiträge: 485

Wohnort: الدولة الأموية في الأندلس

7

10.08.2017, 18:45

Ich sehe nicht, wie das Christentum bestehen soll, wenn der Islam die einige geschützte Religion ist und die einzige, die ihre Prinzipien verteidigt, während alle anderen eine Art GREENPEACE MIT GEBETEN werden.
"Der Islam die einzige Religion, die ihre Prinzipien verteidigt." Auf die Spitze gebracht, aber das kann man stehen lassen. Der Islam bei uns die einzige "geschützte Religion"? Staatlich anerkannt (und somit geschützt), ja sicher, aber gesellschaftlich "geschützt"? Ich komme aus Norddeutschland. Fragen Sie einmal bei uns religiös "Bedürfnislose", was sie von gläubigen Katholiken halten, da werden sie - durch die Blume gesprochen - erfahren: es sind Irre. Fragen sie dieselben Leute nach gläubigen Moslems und Sie werden erfahren: es sind gefährliche Irre. Oder irre ich mich?

Hier ein anderer Artikel von kath.net: http://www.kath.net/news/57926

Aber lassen Sie uns noch einen kurzen Blick auf Herrn Murray werfen (Quelle Wikipedia):

Zitat

Douglas Murray war ursprünglich praktizierender Anglikaner. 2008 erklärte er jedoch in einem Artikel der Zeitschrift The Spectator, wie das Studium des Islam und des Koran zum Verlust seines eigenen Glaubens geführt hat. Er vertritt seitdem eine atheistische Weltanschauung.
Selten etwas Fadenscheinigeres, Dümmeres gelesen.

Mut zur Wahrheit, Mr. Murray!

No gods, no masters.

Zitat

Murray is an atheist, having previously been a practising Anglican until his twenties, but has described himself variously as a cultural Christian and a Christian atheist.
Ich würde eher sagen, dass Kulturkatholiken (vielleicht doch eher Kulturchauvinisten im Falle Murrays?) und (selbstdeklarierte) "christliche Atheisten" (was für ein Schmarrn!) mit ihrer Gott-ist-tot-Theologie die eigentlichen Totengräber des europäischen Christentums sind und schon immer waren.

Zitat

Er sieht das Hauptproblem im Kulturrelativismus, der, wie er sagt, "unsere Primärerkrankung ist – das AIDS des Westens – die Krankheit, die die opportunistische Infektion durch den Islam so tödlich gemacht hat."
Offensichtlich leidet dieser bedauernswerte Mensch an einem ausgewachsenen Gotteskomplex, daher sein Hass auf monotheistische Religionen. Katholiken, Juden, Moslems scheinen in Europa episodisch mal schwächer mal heftiger Opfer dieses Hasses zu sein. Der Vergleich mit einer Infektionskrankheit erinnert an den kämpfenden Atheisten Richard Dawkins, für den Religionen sich durch psychotische Infektionen fortpflanzende Krankheiten sind. Bei dem geht es aber um Religion, hier ist eine ganze Kultur gemeint.

Bitte nächstes mal was Besseres von der Insel.
Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde erschaffen hat“
Ps 124,8

MaxJosef

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Beiträge: 243

Wohnort: Bayern

Beruf: Gartenbautechniker

8

10.08.2017, 22:55

Ich würde eher sagen, dass Kulturkatholiken (vielleicht doch eher Kulturchauvinisten im Falle Murrays?) und (selbstdeklarierte) "christliche Atheisten" (was für ein Schmarrn!) mit ihrer Gott-ist-tot-Theologie die eigentlichen Totengräber des europäischen Christentums sind und schon immer waren.


Dazu habe ich irgendwo mal ein ganz nettes Bonmot gelesen: Gott ist nicht tot, er ist nur beim "Wort zum Sonntag" eingeschlafen.

Klomb

Meister

Beiträge: 2 284

Beruf: Wächter der Rechtgläubigkeit ;)

9

11.08.2017, 13:02

Ich würde eher sagen, dass Kulturkatholiken (vielleicht doch eher Kulturchauvinisten im Falle Murrays?) und (selbstdeklarierte) "christliche Atheisten" (was für ein Schmarrn!) mit ihrer Gott-ist-tot-Theologie die eigentlichen Totengräber des europäischen Christentums sind und schon immer waren.
Das Wort "Kulturkatholik" klingt für mich in sich viel harmonischer als das Wort "Kulturprotestant", einfach weil in der "sola fide"-Religion der Kultur (dem Kultus, der tätigen Gottesverehrung) ein schwächerer Stellenwert zukommt als im gelebten katholischen Glauben.

Und so vehement würde ich auch nicht den Stab über Herrn Murray brechen:

Zitat

Das stimmt, aber manchmal erringt man einen zu kompletten Sieg. Bevor er Papst wurde, sagte Joseph Ratzinger einmal, Kirche und Politik sollten sich darauf verständigen, dass Erstere jedem weltlichen Machtanspruch entsagt, Letztere im Gegenzug aber anerkennt, dass die Stimme der Kirchen bei moralischen Fragen von Bedeutung ist. Das sieht mir nach einer vernünftigen Antwort aus.

Das könnte auch ich gesagt haben.

Und im Originalinterview steht, wie das mit dem "christlichen Atheisten" gemeint ist:

Zitat

Ich habe mich nicht entschieden, ein kultureller Christ zu sein, sondern dies hat sich so ergeben. Ich bin nun einmal in einem christlichen Umfeld aufgewachsen, nicht in einem buddhistischen oder zoroastrischen. Zwischen einem muslimischen und einem christlichen Atheisten wird es immer Unterschiede geben, auch wenn beide nicht gläubig sind. Sie kommen aus verschiedenen Traditionen, haben eine andere Luft geatmet, aus anderen Brunnen getrunken und träumen andere Träume.


Ich wage zu behaupten, daß man christlicher oder islamischer Moral anhängen kann, ohne wirklich christlichen oder mohammedanischen Glaubens zu sein. Wobei ich offen lassen möchte, ob Murray wirklich christlicher Moral anhängt. Vielleicht irrt er sich ja auch in Beziehung auf das, was er an sich selbst noch christlich hält. Abschließend kann das nur ein Wächter der Rechtgläubigkeit nach gründlicher Herzensschau beurteilen. ;)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Klomb« (11.08.2017, 13:08)


El Dakhel

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10

11.08.2017, 21:06

Zitat

"Der Islam die einzige Religion, die ihre Prinzipien verteidigt."
Auf die Spitze gebracht, aber das kann man stehen lassen.
Zunächst, eine kleine Bemerkung zu meiner eigenen Aussage: was man auf die Spitze stellt, steht ziemlich unsicher.

Lieber Klomb, ich musste mir nun zur Antwort etwas Zeit nehmen. Ach, wieso Stab brechen... von ihm kommen wohl auch wahre Einsichten - partiell! - das habe ich ja auch schon erwähnt. Was du zitierst habe ich ebenfalls gelesen. Da hat er schon wieder Recht, siehst du mal. Oh, aber ich habe eine gute Spürnase und merke schon beim Lesen seines vorne reingestellten Artikels, dass er nicht ganz sauber über'm Nierenstück ist. Dann nur noch etwas Fährtenarbeit, und ich habe was ich suche. Herzensschau kann ich nicht, kann nur Gott, und, auch wenn es manchmal etwas raubeinig und rüdenhaft wirkt - will niemanden indignieren -, aber auch ich habe meine Fähigkeiten erhalten, die einzusetzen ich mir vorbehalte. Und nicht vergessen: des Herrn wegen muss man den Hund lieben.
Zu dem "kulturellen Christen", warauf ihr, Murray und du ( ;) ), hinauswollt: ja, ich finde sogar noch mehr als das. Alle unsere heutigen Gesellschaften in Europa haben ihr christliches Gepräge, das sie gar nicht so einfach abstreifen können; eines, das sogar noch stärker ist als bei unseren mittelalterlichen Vorfahren, gerade den Deutschen. Die waren in ihrem Denken noch viel heidnischer als wir. Das Christentum ist unserer Kultur und damit uns selbst tief eingefleischt, ob einige es wollen oder nicht. Überhaupt, Denken und auch Glauben ereignen sich immer in der Provinz der Kultur, sind gar nicht aus ihr herauszulösen. Nun kann man aber die Caritas als eine humane Idee verstehen, die man bis in die hintersten Ganglien irgendeines Humanitätsapostels zurückverfolgen kann, aber - nicht e i n Stück weiter -, genau wie man Gott als eine Idee des Menschen und nicht umgekehrt den Menschen als eine Idee Gottes verstehen kann. Die so etwas machen sind für mich Kulturkatholiken (o. -protestanten), wie etwa dieser Murray, oder Albert Schweitzer. Dies ist leider als eine Realität zunächst einmal hinzunehmen. Aber muss man dann mit einem Bekennerstolz ein großes C vor der Brust tragen, gerade wenn man weiß, dass es auch sehr viele richtige Christen gibt und Quellen wo man erfahren könnte, was eigentlich christlich ist? Muss man dann in so ungeheuerlich frecher Naivität, wenn man z. B. als Politiker selber keine Ahnung vom Glauben hat, den Kirchen- und Christentumsverbesserer spielen wollen, so dass die Leute irgendwann denken müssen, dass in Deutschland die CSU festlegt was christlich ist - und wenn die am Aschermittwoch Weißwurschtfressen machen, dass das dann auf jeden Fall gut katholisch ist? Muss einer von der unbegreiflichen Barmherzigkeit Gottes salbadern, wenn er gleichzeitig nicht an dessen Allmacht glaubt, sich sogar fragen muss: "Kann sich Gott um seine Kinder kümmern?" - "Hat er überhaupt Kinder?" Oder, muss man sich dann wie Murray, dieser Kultur-Jingo, hinstellen und mit Selbstbezeichnungen wie "christlicher Atheist" kokettieren, wenn andersowo in der Welt Leute für ein Bekenntnis zum wahren Gott Christus in ein Konzentrationslager kommen oder gleich einen Kopf kürzer gemacht werden. In der ČSSR gab es mal eine regimetreue atheistische Priestervereinigung, deren Mitglieder sich "Friedenspriester" nannten und ihr Verkündigungsorgan "Katholische Zeitung". Murray fördert nicht mal Frieden, er stachelt auf gegen andere Kulturen.
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Klomb

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Beruf: Wächter der Rechtgläubigkeit ;)

11

11.08.2017, 23:33

Die so etwas machen sind für mich Kulturkatholiken (o. -protestanten), wie etwa dieser Murray, oder Albert Schweitzer. Dies ist leider als eine Realität zunächst einmal hinzunehmen. Aber muss man dann mit einem Bekennerstolz ein großes C vor der Brust tragen, gerade wenn man weiß, dass es auch sehr viele richtige Christen gibt und Quellen wo man erfahren könnte, was eigentlich christlich ist?
Tja, das ist ja genau das Christentum, das seine Prinzipien nicht verteidigt. Sonst könntest Du genau dieses nicht beklagen. Die Anhänger so einer christlichen Moral ohne Gott wären gebannt worden.

Ich sehe der ganzen Diskussion um Islam, Zuwanderung und "unseren Werten" (früher hätte man Ideale gesagt) nur, daß man bei der staatlichen(!) Einführung von Religionsfreiheit und Säkularität vergessen hat, daß eine ganze Menge unseres Zusammenlebens nie wirklich staatlich gelenkt wurden, sondern einfach weiter aus der Religion gespeist wurde. Das ist nur lange nicht aufgefallen, weil man religiös in Europa lange Zeit ziemlich homogen war (verglichen mit Indien ...), selbst die Atheisten waren noch christlich (haben z.T. sogar Weihnachten gefeiert). Diese Homogenität ist inzwischen dahin. Nun ist man in der absurden Situation, daß man sich wegen der Bekleidung politische Gedanken macht, aber nicht weil sie Bekleidung ist, sondern weil damit bestimmte religiöse Meinungen gepflegt werden. Dabei ist man dem Papier nach viel mehr der Religionsfreiheit verpflichtet als dem Recht der freien Bekleidungswahl!

Mich geht das alles aber nichts an. Weder habe ich Säkularismus eingeführt und dabei übersehen, welche normative Bedeutung Kirche trotzdem behält, noch habe ich Nichtchristen ins Land geholt, um die Bedeutung des Christentums hierzulande zu "verdünnen", und hinterher diese Einladung zu bereuen. Beides trübt mein Verhältnis zu Gott nicht. Weder orientierungslose Säkularisten noch fanatische Mohammedaner versuchen, wurden mir das Gewissen mit fremden Fastenregeln zu belasten. Alles gut! :)

El Dakhel

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12

11.08.2017, 23:51

Noch ein Vergleich zum Nachdenken:

Wie hätte Nietzsche auf die Idee des christlichen Atheismus reagiert? (Adolf von Harnack: Kulturprotestantismus, Dietrich Bonhoeffer: "Religionsloses Christentum", Rudolf Bultmann: "Entmythologisierung", der anglikanische Bischof John A. T. Robinson und sein Buch: "Honest to God", Dorothee Sölle: 'gottlose Mystik', Hans Küng: "Projekt Weltethos", oder die atheistische "Friedenspriester", "Wir sind Kirche", "Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch" usw. usf., usw. usf.)

Mit Hohn und Spott.

Dabei lag ihm der Kulturdünkel, der etwa Murray auszeichnet, fern und war vom Geiste her christlicher als viele der oben Genannten. Er war ehrlich und hat seine Mitmenschen nicht über seine wahren Ansichten getäuscht, wie das einige der Genannten tun. Man weiß bei ihm, woran man ist. Er hat gerade nicht diesen unangenehm-moralischen Gestus, den die meisten Atheisten notorisch aufsetzen. ;)
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El Dakhel

Fortgeschrittener

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13

12.08.2017, 00:17

Ich sehe der ganzen Diskussion um Islam, Zuwanderung und "unseren Werten" (früher hätte man Ideale gesagt) nur, daß man bei der staatlichen(!) Einführung von Religionsfreiheit und Säkularität vergessen hat, daß eine ganze Menge unseres Zusammenlebens nie wirklich staatlich gelenkt wurden, sondern einfach weiter aus der Religion gespeist wurde.
Na logo! "Unsere Werte" und das ganze Gefasel und die humanistischen Duseleien sind doch nur ein billiges Substitut für die Zehn Gebote! Eben die berühmten Voraussetungen, die der Staat selber nicht schaffen kann. Das versucht er aber gerade verzweifelt, s. de Maizière mit seinen zehn Alternativgeboten oder wie soll man es nennen. Oh, es ist zum weinen...
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »El Dakhel« (12.08.2017, 12:20)


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Beruf: Kath.Priester des röm.Ritus (Stephansdom) u.Erzpriester des byzant.Ritus(für Ukrainer) / Gymnasiallehrer ( Rk ) i.R.

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12.08.2017, 11:49

@ El Dakhel

Es gibt ein sehr schönes Buch von Kardinal Ratzinger mit dem Titel "Wahrheit, Werte und Macht"! Da bespricht der damalige Kardinalpräfekt unter anderem genau dieses Thema. Es gibt nämlich letztlich auch keine Werte, wenn es keine Wahrheit gibt. Darin zeigt sich das ganze Dilemma der so genannten "Wertediskussion", die heute allenthalben stattfindet. Ganz gleich ob im Bereich der Gesetzgebung, der Schulen, der politischen Ideologien usw. Überall wird von "Menschenrechten" geredet, die ohne das Christentum gar nicht hätten formuliert werden können und gleichzeitig sind wir nach Kardinal Ratzinger in der Bredouille den Wert des Menschen überhaupt nicht mehr definieren zu können, weil der "Archimedischen Punkt" außerhalb des Systems fehlt. Der Gottesbezug ist abhandengekommen und dieses Defizit lässt sich vielleicht eine Weile kaschieren, aber dann wird die ganze Tragik der postchristlichen Gesellschaft sichtbar, da können Atheisten und Relativisten heulen wie die Wölfe und die ganze Schmutzwäsche der Geschichte des Christentums aufzählen, an der notwendigen Sinnstiftung ändert das aber gar nichts.
Kardinal Ratzinger formuliert: "Erst wenn der Mensch Gott gefunden hat, weiß er, wer er selber ist." Und ich setze hinzu, wenn der Mensch weiß, wer er selber ist, dann weiß er auch, wer der Mitmensch ist, nämlich Geschöpf Gottes, also Bruder und Schwester.Msgr. Franz Schlegl

El Dakhel

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15

12.08.2017, 15:21

Überall wird von "Menschenrechten" geredet, die ohne das Christentum gar nicht hätten formuliert werden können und gleichzeitig sind wir nach Kardinal Ratzinger in der Bredouille den Wert des Menschen überhaupt nicht mehr definieren zu können, weil der "Archimedischen Punkt" außerhalb des Systems fehlt.
Das muss dann wohl der "autonome Mensch" sein, der "Omega-Punkt", wo alle unsere Fortschrittsparteien, gleich welcher Couleur, drauf zulaufen. Der Mensch will das "aus sich rollende Rad" sein, braucht dann für die Antwort auf die Frage "Wer bin ich?" keinen Bezug mehr auf Gott sondern antwortet mit der immergleichen Tautologie: Ich bin ich bin ich bin ich bin ich bin ich... so wie einst Gott im Dornbusch sprach "Ich bin der ich bin". Das sieht man heute schon an den "ethischen Diskursen" in der Politik, die sich allesamt um unklare humane Ideen (in der öff. Meinung: Werte) drehen. Für mich werden "Werte" ja immer noch an der Börse gehandelt. Und vergleichen wir - trotz allem Bestand an Christlichem bei uns (s. Grundgesetz), und allem guten Willen, den auch viele Politiker wie Martin Schulz in D. sicher haben - diese Börsenwerte mit "unseren Werten", dann finden wir doch Übereinstimmung: sie sind Schwankungen unterworfen und von Angebot und Nachfrage bestimmt. "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" von dem Soziologen Max Weber (der selber leider, meine ich jedenfalls, nicht an den Himmel geglaubt hat, aber auch intelligent genug war um nicht an den Wertehimmel der Politiker, Funktionäre und Kulturchristen zu glauben) wäre wohl auch ein gutes Buch zur Vertiefung.
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Dammerl

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16

24.09.2017, 14:38

Es gibt ein sehr schönes Buch von Kardinal Ratzinger mit dem Titel "Wahrheit, Werte und Macht"! Da bespricht der damalige Kardinalpräfekt unter anderem genau dieses Thema. Es gibt nämlich letztlich auch keine Werte, wenn es keine Wahrheit gibt. Darin zeigt sich das ganze Dilemma der so genannten "Wertediskussion", die heute allenthalben stattfindet. Ganz gleich ob im Bereich der Gesetzgebung, der Schulen, der politischen Ideologien usw. Überall wird von "Menschenrechten" geredet, die ohne das Christentum gar nicht hätten formuliert werden können und gleichzeitig sind wir nach Kardinal Ratzinger in der Bredouille den Wert des Menschen überhaupt nicht mehr definieren zu können, weil der "Archimedischen Punkt" außerhalb des Systems fehlt.

Dazu möchte ich Auszüge eines Vortrags zitieren, den Joseph Kardinal Ratzinger am 28. November 2000 in der Bayerischen Vertretung in Berlin hielt. Der Titel war: Europa. Seine geistigen Grundlagen gestern, heute, morgen

Zitat

Die Renaissance des Islam ist nicht nur mit dem neuen materiellen Reichtum islamischer Länder verbunden, sondern auch von dem Bewußtsein gespeist, daß der Islam eine tragfähige geistige Grundlage für das Leben der Völker zu bieten vermöge, die dem alten Europa abhanden gekommen zu sein scheint, das so trotz seiner noch währenden politischen und wirtschaftlichen Macht immer mehr zum Abstieg und zum Untergang verurteilt angesehen wird. Auch die großen religiösen Traditionen Asiens, vor allem seine im Buddhismus ausgedrückte mystische Komponente erheben sich als geistige Kräfte gegen ein Europa, das seine religiösen und sittlichen Grundlagen verneint …

Mit dem Sieg der posteuropäischen technisch-säkularen Welt, mit der Universalisierung ihres Lebensmusters und ihrer Denkweise verbindet sich weltweit, besonders aber in den streng nicht-europäischen Welten Asiens und Afrikas der Eindruck, daß die Wertewelt Europas, seine Kultur und sein Glaube, worauf seine Identität beruhten, am Ende und eigentlich schon abgetreten sei; daß nun die Stunde der Wertesysteme anderer Welten, des präkolumbianischen Amerika, des Islam, der asiatischen Mystik gekommen sei. Europa scheint in dieser Stunde seines äußersten Erfolgs von innen her leer geworden, gleichsam von einer lebensbedrohenden Kreislaufkrise gelähmt, sozusagen auf Transplantate angewiesen, die dann aber doch seine Identität aufheben müssen. Diesem inneren Absterben der tragenden seelischen Kräfte entspricht es, daß auch ethnisch Europa auf dem Weg der Verabschiedung begriffen erscheint.
Es gibt eine seltsame Unlust an der Zukunft. Kinder, die Zukunft sind, werden als Bedrohung der Gegenwart angesehen; sie nehmen uns etwas von unserem Leben weg, so meint man. Sie werden weithin nicht als Hoffnung, sondern als Grenze der Gegenwart empfunden …

Das totalitäre Modell hingegen verband sich mit einer streng materialistischen und atheistischen Geschichtsphilosophie: Die Geschichte wird deterministisch als ein Prozeß des Fortschritts über die religiöse und die liberale Phase hin zur absoluten und endgültigen Gesellschaft verstanden, in der Religion als Relikt der Vergangenheit überwunden sein und das Funktionieren der materiellen Bedingungen das Glück aller gewährleisten wird. Die scheinbare Wissenschaftlichkeit verbirgt einen intoleranten Dogmatismus: Der Geist ist Produkt der Materie; die Moral ist Produkt der Umstände und muß je nach den Zwecken der Gesellschaft definiert und praktiziert werden; alles, was der Herbeiführung des glücklichen Endzustandes dient, ist moralisch. Hier ist die Umwertung der Werte, die Europa gebaut hatten, vollständig. Mehr, hier vollzieht sich ein Bruch mit der gesamten moralischen Tradition der Menschheit: Es gibt keine von den Zwecken des Fortschritts unabhängigen Werte mehr, alles kann im gegebenen Augenblick erlaubt oder sogar notwendig, im neuen Sinn moralisch sein. Auch der Mensch kann zum Mittel werden; nicht der einzelne zählt, sondern einzig die Zukunft wird zur grausamen Gottheit, die über alle und alles verfügt …

Gibt es in den gewaltigen Umbrüchen unserer Zeit eine Identität Europas, die Zukunft hat und zu der wir von innen her stehen können? Für die Väter der europäischen Einigung nach den Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs - Adenauer, Schumann, de Gasperi – war es klar, daß es eine solche Grundlage gibt und daß sie im christlichen Erbe unseres durch das Christentum gewordenen Kontinents besteht. Für sie war klar, daß die Zerstörungen, mit denen uns die Nazidiktatur und die Diktatur Stalins konfrontierten, gerade auf der Abstoßung dieser Grundlage beruhten - auf einer Hybris, die sich dem Schöpfer nicht mehr unterwarf, sondern beanspruchte, selbst den besseren, den neuen Menschen zu schaffen und die schlechte Welt des Schöpfers umzumontieren in die gute Welt, die aus dem Dogmatismus der eigenen Ideologie entstehen sollte. Für sie war klar, daß diese Diktaturen, die eine ganz neue Qualität des Bösen hervorbrachten, weit über alle Greuel des Krieges hinaus, auf der gewollten Abschaffung Europas beruhten und daß man wieder zu dem zurückkehren müsse, was diesem Kontinent in allen Leiden und Verfehlungen seine Würde gegeben hatte …

Wichtig sind eine Ehrfurcht vor dem, was dem anderen heilig ist und die Ehrfurcht vor dem Heiligen überhaupt, vor Gott, die sehr wohl auch demjenigen zumutbar ist, der selbst nicht an Gott zu glauben bereit ist. Wo diese Ehrfurcht zerbrochen wird, geht in einer Gesellschaft Wesentliches zugrunde. In unserer gegenwärtigen Gesellschaft wird gottlob jemand bestraft, der den Glauben Israels, sein Gottesbild, seine großen Gestalten verhöhnt. Es wird auch jemand bestraft, der den Koran und die Grundüberzeugungen des Islam herabsetzt. Wo es dagegen um Christus und um das Heilige der Christen geht, erscheint die Meinungsfreiheit als das höchste Gut, das einzuschränken die Toleranz und die Freiheit überhaupt gefährden oder gar zerstören würde. Meinungsfreiheit findet aber ihre Grenze darin, daß sie Ehre und Würde des anderen nicht zerstören darf; sie ist nicht Freiheit zur Lüge oder zur Zerstörung von Menschenrechten. Hier gibt es einen merkwürdigen und nur als pathologisch zu bezeichnenden Selbsthaß des Abendlandes, das sich zwar lobenswerterweise fremden Werten verstehend zu öffnen versucht, aber sich selbst nicht mehr mag, von seiner eigenen Geschichte nur noch das Grausame und Zerstörerische sieht, das Große und Reine aber nicht mehr wahrzunehmen vermag …

Europa braucht, um zu überleben, eine neue - gewiß kritische und demütige - Annahme seiner selbst, wenn es überleben will. Die immer wieder leidenschaftlich geforderte Multikulturalität ist manchmal vor allem Absage an das Eigene, Flucht vor dem Eigenen. Aber Multikulturalität kann ohne gemeinsame Konstanten, ohne Richtpunkte des Eigenen nicht bestehen. Sie kann ganz sicher nicht ohne Ehrfurcht vor dem Heiligen bestehen. Zu ihr gehört es, dem Heiligen des anderen ehrfürchtig zu begegnen, aber dies können wir nur, wenn uns das Heilige, Gott, selbst nicht fremd ist …

Den Kulturen der Welt ist die absolute Profanität, die sich im Abendland herausgebildet hat, zutiefst fremd. Sie sind überzeugt, daß eine Welt ohne Gott keine Zukunft hat. Insofern ruft uns gerade die Multikulturalität wieder zu uns selber zurück.


Dieser Vortrag wurde vor 17 Jahren gehalten! Man darf sich nicht wundern, dass politische Kräfte, wie die AfD in Deutschland, diese Sehnsucht nach dem Eigenen, freilich wieder antichristlich pervertiert, den Menschen als Programm anbietet.

Servus
Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde.
https://emmauspilger.wordpress.com/

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