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mysterium fidei

Administrator

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1

31.08.2011, 19:05

Papst Benedikt XVI. - "Mein" Papst?

Frau Barbara Wenz erzählt im kath.net-Artikel "Der Papst meines Lebens davon, wie sie Papst Benedikt XVI. zu schätzen gelernt hat und dadurch katholisch wurde.

Hier ist Gesprächsraum für unsere Erfahrungen und Zeugisse.
Ubi petrus ibi ecclesia
Wo Petrus ist, da ist die Kirche

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2

31.08.2011, 19:25

Was für ein wunderbarer Text!
Ich liebe solche Zeugnisse - gerade von Menschen, die (ob noch vor kurzer oder auch vor etwas längerer Zeit - wie bei Peter Seewald oder Matthias Matussek) früher mit dem Glauben so gar nichts am Hut hatten und die von der Kirche, ihrer Botschaft oder ihrem Papst überzeugt wurden, dass es sich hier um den richtigen Weg handelt.

So möchte ich gern aus dem Text einen besonders schönen Fazit-Satz noch einmal herausheben:

Zitat

Eines aber hat sich gezeigt: Der „Mozart der Theologie“ ist als Papst ein veritabler Hardrocker: Er steuert das Schiff nicht in den seichten Gewässern des Zeitgeistes und der bequemen Anpassung an all die Forderungen und Gelüste, die die Menschen nun einmal so haben und ihnen gerade in den Sinn kommen.


Besser kann man's kaum sagen.

Und um auch die persönliche Antwort zu geben: JA, Benedikt ist auch MEIN Papst, auch wenn mir manchmal der Intellekt fehlt, seinen theologischen Ausführungen in allen Facetten folgen zu können. Aber genau das, was auch die Autorin im vorliegenden Text an diesem Papst beeindruckt (siehe o. g. Zitat), fasziniert auch mich: Dass er das Kirchenschiff mit einer beachtlichen Souveränität und Klarheit, aber auch Gelassenheit durch die schwersten Stürme steuert und dabei aber dennoch so menschlich und nächstenliebevoll bleibt.
Möge uns der Heilige Vater noch lange als Hirte erhalten bleiben.
"Die Bibel ist nicht dazu da, dass wir sie kritisieren, sondern dazu, dass sie uns kritisiert."
Søren Kierkegaard

3

31.08.2011, 19:46

Mir hat das Zeugnis von Frau Wenz sehr gefallen, weil es in vielen Punkten meiner Biographie entspricht.
Ich war immer katholisch aber eben nur eine katholische Ideologin.
Bekehrt?
Nein.

Am Anfang des Christseins steht nicht ein ethischer Entschluss oder eine große Idee, sondern die Begegnung mit einem Ereignis, mit einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont und damit seine entscheidende Richtung gibt Papst Benedikt XVI

Das kann ich nur bestätigen.
Und wie bei Frau Wenz waren es Personen, die mir den Glauben (keine katholische "Einstellung"!) vermittelten:
Sein Vorgänger, Papst Johannes Paul II. und die Menschen und Katecheten meiner Gemeinschaft.

Es ist ein Geschenk und es ist wunderbar, katholisch zu sein.
Der Mensch von heute will nicht Lehrer, sondern Zeugen.
Und wenn er Lehrer akzeptiert, dann deswegen, weil sie Zeugen sind.

Evangelii nuntiandi

Lorger

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4

31.08.2011, 19:51

Das Zeugnis von Barbara Wenz ist wirklich wunderbar und bewegend.
Der Papst ist wie ein Fels in der Brandung und geht den Weg, welchen Gott ihm zeigt.Durch sein radikales Zeugnis, ohne Wenn und Aber ist der Nachfolger Petri glaubwürdig und ein Vorbild für Viele, auch für viele Suchende.
Auch ich möchte einen Satz besonders hervorheben, welcher mir besonders gefallen hat:

Zitat

„Nur die Augen des Herzens verstehen die Erfordernisse einer großen Liebe, die fähig ist, die Totalität des Menschseins zu erschöpfen“, schrieb nicht etwa Saint-Exupéry, sondern Benedikt zum vierzigsten Jahrestag der Veröffentlichung von „Humanae vitae.“

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5

31.08.2011, 20:24

Das Zeugnis von Barbara Wenz ist wirklich wunderbar und bewegend.
Der Papst ist wie ein Fels in der Brandung und geht den Weg, welchen Gott ihm zeigt.Durch sein radikales Zeugnis, ohne Wenn und Aber ist der Nachfolger Petri glaubwürdig und ein Vorbild für Viele, auch für viele Suchende.
Auch ich möchte einen Satz besonders hervorheben, welcher mir besonders gefallen hat:

Zitat

„Nur die Augen des Herzens verstehen die Erfordernisse einer großen Liebe, die fähig ist, die Totalität des Menschseins zu erschöpfen“, schrieb nicht etwa Saint-Exupéry, sondern Benedikt zum vierzigsten Jahrestag der Veröffentlichung von „Humanae vitae.“


Da merke ich gerade, wie facebookgeschädigt ich schon bin - gerade hatte ich tatsächlich schon den "Gefällt mir"-Button gesucht. :D
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Søren Kierkegaard

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6

31.08.2011, 23:14

In den siebziger Jahren war die Interpretierung des Konzils und die Lehre des Glaubens dem persönlichen Gusto überlassen,so stellte es sich einem jungen Mann,der ich damals war, dar.

Ich habe hohe Achtung vor Papst Paul VI ,aber das Duo Papst Johannes Paul und Kard. Ratzinger war eine große Erleichterung für den Gläubigen.Ich muss das morgen genauer erklären,wie ich es als bewußt kirchlicher,junger Mensch empfunden habe.

Diese beiden Männer ,Papst Johannes Paul und Kard.Ratzinger,auch persönlich befreundet,wollten Schulter an Schulter ,dass das Konzil im Geiste der Tradition aller Konzilien und des Magisteriums und dessen ,was wirklich beschlossen worden war,verstanden wird.Der Katechismus ,den Kardinal Ratzinger im Auftrag des Papstes zusammenstellte,wurde ja oft nicht freundlich empfangen,weil er zusammenstellte,was man glauben musste. Kein Relativismus also.

Daher meine Freude,als nach JPII Kard. Ratzinger gewählt wurde:

Schon,als ich ihm Fernsehen den Kardinaldiakon sagen hörte, „Josephum“ sprang ich auf,und kniete mitten in Wohnzimmer nieder,weinte vor Freude ,und rief immer wieder :Gott Du bist so gut“.
Meine beiden Hunde waren ganz verwirrt,weil sie so etwas noch nie erlebt hatten,liefen mit zurückgelegten Ohren zu mir,und waren ganz freudig überrascht,dass sie auch noch so heftig umarmt und gestreichelt wurden.

Bis morgen.
"So ist es auch nicht Liebe, wenn man die Irrlehre, die Entstellung und Auflösung des Glaubens wuchern läßt, als ob wir den Glauben selbst erfänden. Als ob er nicht mehr Gottes Geschenk, die kostbare Perle wäre, die wir uns nicht nehmen lassen."

Papst Benedikt XVI

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Francisco« (31.08.2011, 23:29)


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7

01.09.2011, 09:15

Auch mir ist es so wie @Francisco ergangen: als im italienischen Fernsehen der Kardinaldekan "Josephum" aussprach, konnte ich meine Freude kaum noch bezwingen. Hinzu kam, dass plötzlich ununterbrochen Anrufe kamen und mir die vielen vielen Freunde in Italien mit den Worten gratulierten: "Christa! Hai sentito? Il tuo Cardinale è diventato nostro Papa! ..." ["Christa, hast Du gehört? Dein Kardinal ist unser Papst geworden! ..."] Auch aus Canada rief man mich an und aus vielen anderen Ländern, jeder, der mich kennegelernt hatte, wußte von meiner besonderen Verehrung und Bindung zu Joseph Kardinal Ratzinger. Die Resonanz aus Deutschland hielt sich hingegen in Grenzen und belief sich auf die für mich recht vagen Schlag-Worte: "Wir sind Papst". Ich habe allerdings, um es gleich richtig zu stellen, keinerlei Glückwünsche verdient!!! Sie gebühren einzig und allein unserem Santo Padre, unserem Heiligen Vater: Benedikt XVI.! Der Artikel von Barbara Wenz ist einzigartig! DANKE von ganzem Herzen...

Vor drei Tagen besuchten mich Freunde aus Milano und sagten zu mir: "Quanto è bello nostro Papa Benedetto, quanto è bello! Ma dici, Christa, cosa succede in Germania? Sono i tedeschi tutti pazzi?" ...und sie fragten mich noch mehr. Über das, was da augenblicklich in Deutschland mit und in unserer Kirche los sei. Ich war erstaunt, wie informiert man hier im Ausland ist. Ich versicherte ihnen, dass zum Glück nicht alle in Deutschland verrückt sind - non tutti i tedeschi sono pazzi - aber es ist leider wahr, dass man in den deutschen Massenmedien keine objektive Berichterstattung zum Beispiel über den Weltjugendtag in Madrid verfolgen konnte (ich habe jedenfalls nichts Brauchbares in den TV-Sendungen gefunden). Und da erinnere ich mich an die Zeit zurück, als Joseph Ratzinger Bischof in München war (da lernte ich ihn erstmals kennen), als er kurz darauf Präfekt der Glaubenskongregation wurde, ich erinnere mich sehr gut noch daran, wie man von ihm als dem "Großinquisitor" und "Panzerkardinal" sprach - und ich erinnere mich daran, wie er selbst dieses in Demut und mit einem großen Schuß Humor würdig getragen hat. Er hat sich von niemandem beeinflussen lassen und war stets bemüht darum, voll in der Nachfolge Christi zu stehen und beispielgebend allen vorauszugehen. Er hat sich nicht geändert! Deo gratias! Er ist und bleibt ein Verfechter der Wahrheit, ein Diener des Herrn, eine Frohnatur im Heiligen Geist - anders kann ich es nicht ausdrücken. Er ist selbst verständlich "mein Papst" und ich halte, was ich ihm (nicht nur einmal!) versprochen habe: dass ich für ihn beten werde! Und dazu lade ich alle ein! ;)

In Christus und Maria
Christa

herzrosenduft

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8

01.09.2011, 09:35

Papst Benedikt XVI hat als Theologieprofessor Großes gewirkt. Meine Frau hat in der Schule im Religionsunterricht die Erfahrung gemacht, dass alle Texte, die sie in Arbeiten von Professor Ratzinger vorgelegt bekam, erfolgreich für sie waren, weil sie "Ratzinger immer verstanden" habe. Das ist es ja auch, was diesen großen Theologen auszeichnet: Jeder kann verstehen, was er sagt. Es ist ein Zeichen dafür, dass jemand etwas ganz und gar verstanden hat, wenn er schwierige Zusammenhänge ganz einfach und klar ausdrücken kann, so dass jeder es verstehen kann. Und Papst Benedikt hat es anscheinend ganz und gar verstanden, denn seine Rede und seine Lehre sind so flüssig, dass man ihm vielleicht einmal einen Titel wie etwa "Goldmund" geben wird.

Papst Benedikt hat in Deutschland vielleicht einen besonders schweren Stand, weil die anderen Professoren der Theologie vom Neid getrieben sein könnten. Denn während ihre Lehrsäle leer waren, waren die von Professor Ratzinger brechend voll...
_______________________________________________________________________________________

Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

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9

01.09.2011, 12:54

Das ist es ja auch, was diesen großen Theologen auszeichnet: Jeder kann verstehen, was er sagt.


Wie wahr, wie wahr! Meine Tante, die noch bis zu ihrer vollen Pflegebedürftigkeit viel las, sagte zu mir, nachdem sie das Buch "Salz der Erde" von Joseph Card. Ratzinger las: "Mein Gott, wie da in dem Buch alles so verständlich geschrieben steht! Hast Du noch was von Kardinal Ratzinger zum lesen?" Und ich gab meiner 85jährigen Tante, die nur noch ein Auge hat und der das Lesen deshalb schwer fällt, alles, was ich deutschsprachig von ihm in meiner Bibliothek hatte. Da war mein Tantchen hell erfreut und von jedem Buch zutiefst angetan und begeistert. Und noch heute, wenn es ihr physischer Zustand erlaubt, weiß die inzwischen 88jährige, was sie da gelesen hatte und ist in ihrer Erinnerung von "unserem tollen Papst" (wie sie es sagt) zutiefst angetan. :P

In Christus und Maria
Christa

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10

22.09.2011, 18:25

So, jetzt hat er ja die vielbeachtete und im Vorfeld viel umstrittene Rede gehalten.
Ich glaube, man wird sie noch dreimal lesen müssen, um sie ganz zu erfassen. Ich muss leider sagen: Ein wenig mehr eindeutiger, weniger verklausulierter Klartext hätte dieser Rede sehr gutgetan.
Und noch eines muss ich kritisieren: Auch wenn diese Rede insgesamt ein Manifest für die Beachtung der christlichen Wurzeln Europas darstellt, fand ich die lobenden Worte für die "ökologische Bewegung" doch ein wenig fehl am Platze. Es ist genau diese Bewegung - parteipolitisch verkörpert durch die Grünen -, die für die Umwertung aller Werte steht, für die Entwertung der Familie, für aggressiven Homo-Lobbyismus, für die Verächtlichmachung der Nation und vor allem der Religion, für eine ganz bewusste Umwandlung unserer Gesellschaft - inclusive einer offensiv befürworteten Islamisierung! -, die ausdrücklich die Tötung menschlichen Lebens im Mutterleib befürwortet und die das Schriftwort "Macht euch die Erde untertan" radikal umkehrt, indem sie die Interessen des Menschen rigoros und rücksichtslos den Interessen von Pflanzen und Tieren unterordnet. Diese Bewegung muss man - bei aller Nächstenliebe und Barmherzigkeit - nun wahrlich nicht lobend erwähnen, erst recht nicht, während draußen bei den abstrusesten und blasphemischsten Gegendemonstrationen die grünen Fahnen wehen.

Aber wie gesagt: Insgesamt natürlich eine sehr gute, wenn auch sehr kompliziert formulierte Rede!
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Søren Kierkegaard

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11

22.09.2011, 18:58

Ich muss leider sagen: Ein wenig mehr eindeutiger, weniger verklausulierter Klartext hätte dieser Rede sehr gutgetan.


Er hat natürlich auf höchstem intellektuellem Niveau eindeutigen,unmissverständlichen Klartext geredet .Und das wahrscheinlich mit Absicht an dieser Stelle,die oft genug nur Bühne für primitive Demagogie und peinlichsten Opportunismus ist.

Tatsächlich hat er,der Gast ist, viel über z.B. das "Recht",die Abtreibung zu "regeln",gesagt.Vielleicht dämmert das dem einen oder anderen Abgeordneten nach einiger Zeit,wenn er über den Text nachdenkt.

Viele Grüße
"So ist es auch nicht Liebe, wenn man die Irrlehre, die Entstellung und Auflösung des Glaubens wuchern läßt, als ob wir den Glauben selbst erfänden. Als ob er nicht mehr Gottes Geschenk, die kostbare Perle wäre, die wir uns nicht nehmen lassen."

Papst Benedikt XVI

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Francisco« (22.09.2011, 19:21)


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12

22.09.2011, 20:28

So, jetzt hat er ja die vielbeachtete und im Vorfeld viel umstrittene Rede gehalten.
Ich glaube, man wird sie noch dreimal lesen müssen, um sie ganz zu erfassen. Ich muss leider sagen: Ein wenig mehr eindeutiger, weniger verklausulierter Klartext hätte dieser Rede sehr gutgetan.
Sicherlich war diese Rede auf ihre Art sehr "gross". Freilich ich hatte beim Zuhören den Eindruck man muss schon ein halbes Theologie- oder Philosophie oder Jurastudium absolviert haben um sie wirklich zu verstehen. Ein wenig hat er das "Hohe Haus" (das sich zumal in den letzten Tagen als unterirdisch tiefes Haus erwiesen hat) in einen akademischen Hörsaal mutiert. Ob die geistig so limitierten Damen und Herren dort diese Rede wirklich verstehen konnten? Wohler wäre mir ums Herz gewesen wenn der Hl. Vater in schlichten klaren Worten diese gottlose Bagage dort zur Busse und Umkehr aufgefordert hätte.
Dankbar rückwärts! - Mutig vorwärts! - Gläubig aufwärts!

Franz Josef Strauß

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Maximus Confessor« (22.09.2011, 20:52)


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13

22.09.2011, 20:53

Als Staatsbesucher und Gast ist es wesentlich klüger,die Gesetzgeber an richtig verstandene Vernunft und Recht zu erinnern,als zu schimpfen.

Und es ist auch sehr gut,dass er durch das Niveau seiner Rede erinnert,wie Diskussionen ,wenn sie fruchtbar sein sollen,stattfinden sollten.Das ist eben keine Predigt,sondern eine grundsätzliche Rede.Und auf diese Weise doch wieder auf andeere Art eine Predigt.
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Papst Benedikt XVI

MaxJosef

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14

22.09.2011, 22:29

Ich habe mir die Rede des Papstes im Bundestag gerade durchgelesen und anschließend auch noch auf kath.tube angesehen. Wirklich eine große Rede, finde ich, wobei ich wohl längst noch nicht alles in seiner Tiefe erfasst habe, was der Heilige Vater gesagt hat. Ich werde mir diesen Text vom "Professor Dr. Papst" sicherlich noch einige Male durchlesen...
Auch die Predigt im Olympiastadion fand ich sehr gut. Der erste Tag von Benedikts Deutschlandbesuch war auf jeden Fall ein verheißungsvoller Beginn!

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15

23.09.2011, 00:32

Und noch eines muss ich kritisieren: Auch wenn diese Rede insgesamt ein Manifest für die Beachtung der christlichen Wurzeln Europas darstellt, fand ich die lobenden Worte für die "ökologische Bewegung" doch ein wenig fehl am Platze.


Lieber @BergKarmel, nun muß ich doch mal leise nachfragen: hast Du wirklich nicht verstanden, was der Heilige Vater sagte? Und hast Du es wirklich nicht bemerkt, welche schallende Ohrfeige er da jenen versetzte, die offenbar mangels Vernunft leider nur mit brachialer Gewalt umzugehen verstehen? Bezüglich der "ökologischen Bewegung" sagte er (und ich zitiere): "...dass das Auftreten der ökologischen Bewegung in der deutschen Politik seit den 70er Jahren zwar wohl nicht Fenster aufgerissen hat, aber ein Schrei nach frischer Luft gewesen ist und bleibt...". Ich glaube, noch deutlicher kann man da auf die bestehenden Defizite in der Politik und im Umgang mit Politik, Ethik und Gesellschaft nicht aufmerksam machen.

Wohler wäre mir ums Herz gewesen wenn der Hl. Vater in schlichten klaren Worten diese gottlose Bagage dort zur Busse und Umkehr aufgefordert hätte.
?(

Ich danke Gott, dass Du nicht im Bundestag eine Rede zu halten hattest..., sorry, aber man kann sich auch wie ein Elefant im Porzellanladen verhalten.

Ich finde richtig, was @Francisco schreibt, nämlich "...dass es sehr gut ist, dass er durch das Niveau seiner Rede erinnert,wie Diskussionen ,wenn sie fruchtbar sein sollen,stattfinden sollten. " Dieser Aussage kann ich mich nur voll und ganz anschließen!

In Christus und Maria
Christa

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16

23.09.2011, 08:34


Lieber @BergKarmel, nun muß ich doch mal leise nachfragen: hast Du wirklich nicht verstanden, was der Heilige Vater sagte? Und hast Du es wirklich nicht bemerkt, welche schallende Ohrfeige er da jenen versetzte, die offenbar mangels Vernunft leider nur mit brachialer Gewalt umzugehen verstehen? Bezüglich der "ökologischen Bewegung" sagte er (und ich zitiere): "...dass das Auftreten der ökologischen Bewegung in der deutschen Politik seit den 70er Jahren zwar wohl nicht Fenster aufgerissen hat, aber ein Schrei nach frischer Luft gewesen ist und bleibt...". Ich glaube, noch deutlicher kann man da auf die bestehenden Defizite in der Politik und im Umgang mit Politik, Ethik und Gesellschaft nicht aufmerksam machen.


Nein, da kam gar keine schallende Ohrfeige. Wenn da eine Ohrfeige kam, dann war sie in einem solch gigantisch gepolsterten Boxhandschuh verborgen, dass sie für den Nichttheologen und Nichtphilosophen kaum wahrnehmbar war. Da kam eine Menge Philosophie - und mit der erreicht er DIESES Publikum (also das, was sich da im Bundestag tummelt) nur zu einem ganz, ganz geringen Teil. Zuerst habe ich die Rede nur gelesen - und das auch noch unter Zeitdruck -, jetzt habe ich auch versucht, sie mir noch einmal anzuschauen. Da ist das Essentielle mit so viel Historischem und Philosophischem umgeben, dass ich zwischenzeitlich innerlich ein wenig abgeschaltet habe. Und im Bundestag sitzen ja - wie Maximus Confessor richtig, wenn auch in heftiger Wortwahl feststellte - nicht unbedingt die intellektuellen Eliten des Landes. Ihnen und den zuhörenden "Normalbürgern" gegenüber wäre eine klarere, direktere, deutlichere Ausdrucksweise schon dienlicher gewesen.

Und auf den Punkt mit der ökologischen Bewegung bin ich überhaupt erst durch die Nachberichterstattung gekommen, als sich alle - vor allem Frau Künast von den Grünen - so dolle freuten, dass der Papst die grüne Bewegung so gelobt hat. Selbst wenn es so nicht gemeint gewesen sein sollte, ist es doch so angekommen. Und das halte ich in einer Zeit, in der die zerstörerischen "Grünen" Wahlergebnisse um die 20% einfahren, schon für gefährlich, wenn auch nur der Eindruck entsteht, sie hätten für ihr Treiben jetzt auch den Segen des Papstes und der Kirche.

Das soll keineswegs die Bedeutung der Rede schmälern - ganz im Gegenteil, da wurden Perlen vor die Säue geworfen (wobei ich mich mangels akademischen Bildungsgrades durchaus selbst unter diesen "Säuen" einordne). Aber ich glaube, diese Rede hat genau das Problem der Kirche widergespiegelt: Sie spricht oft in einer Sprache, die der Normalmensch nicht versteht. Und das bedeutet keinesfalls, dass sie INHALTE ändern müsste (ich denke und hoffe, in diesem Forum soweit bekannt zu sein, dass ich der Letzte wäre, der eine Abkehr der Kirche von ihren Glaubensgrundsätzen gutheißen würde), aber sie muss ihre Wahrheiten in einer für die Menschen verständlichen Sprache formulieren. Dann würde freilich manches härter klingen - aber wer sagt, dass das schlecht wäre?
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Søren Kierkegaard

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17

23.09.2011, 08:44



Ich danke Gott, dass Du nicht im Bundestag eine Rede zu halten hattest..., sorry, aber man kann sich auch wie ein Elefant im Porzellanladen verhalten.



Da muss ich unseren "Maximus Confessor" jetzt aber mal in Schutz nehmen. Die Elefanten im Porzellanladen sind diejenigen, die demonstrativ einer Papstrede fernbleiben und monatelange Debatten darüber anzetteln. Es sind diejenigen, die beim "Christopher Street Day" in Papstkostümen auftreten und sein Amt und seine Person in den Dreck ziehen. Es sind diejenigen, die die Kirche permanent auf Zölibat, Pille, Kondome, Frauenpriestertum und den Missbrauchsskandal reduzieren. Es sind die, die in unflätigstem Vokabular überall im Internet und bei sogenannten "Gegendemonstrationen" ihren unfassbaren Hass auf die Kirche und den Papst herausbrüllen.

Und dazu muss man doch sehr klar festhalten, dass Jesus zum Satan selbst auch nicht gesagt "Komm, sei doch mein Freund, ich tu' dir ja auch nix", sondern da hat er klar gesagt "Weiche von mir!".
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mysterium fidei

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18

23.09.2011, 08:53

da wurden Perlen vor die Säue geworfen (wobei ich mich mangels akademischen Bildungsgrades durchaus selbst unter diesen "Säuen" einordne)


.... abgelehnt. Wir sind "Schäfchen", müssen auch nicht immer gescheit sein, aber Schäfchen sind deutlich sympathischer :)
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19

23.09.2011, 09:00

[

.... abgelehnt. Wir sind "Schäfchen", müssen auch nicht immer gescheit sein, aber Schäfchen sind deutlich sympathischer :)


Hihi, danke - Du hast recht! Ein Schäfchen gefällt mir natürlich auch viel besser.

Übrigens lese und höre ich gerade die Predigt des Heiligen Vaters im Olympiastadion. DAS ist für mich Klartext. Das ist ganz, ganz wunderbar! Ich finde, vielleicht etwas modifiziert hätte er genau das auch im Bundestag sagen können - denn den Menschen heute muss man ja leider von Grund auf erst einmal den Sinn, die Bedeutung und die Botschaft von KIRCHE erklären...
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20

23.09.2011, 09:10

Dass eine "härtere Gangart" nicht schlechter gewesen wäre, steht hier doch erst einmal gar nicht zur Debatte. Fakt ist, dass bereits von vornherein ein explosives Milieu bereitstand - hochgespielt nach allen Un-Regeln der Kunst vor allem durch die Medien! - in dem die Rede des Papstes erwartet wurde. Ich habe diese Rede keineswegs als belehrend, hingegen als präzise argumentativ erfahren. Von denen, die (nicht nur als Abgeordnete) im Bundestag anwesend waren, sollten alle verstanden haben, was der Heilige Vater allen (sic!) zu sagen hatte. Gerade das Zurückgreifen auf Ursprünge, also die philosophische Darlegung der wesentlichen Dinge, war dazu notwendig, denn Philosophie hat nichts mit konkreten Wissenskenntnissen, sondern vielmehr mit Logik zu tun, und dieser konnte ohne weiteres Folge geleistet werden. Wo das nicht der Fall war, fehlt es möglicherweise schon an grundsätzlichen Maßstäben und nicht ohne Grund wurde mehrfach von Diskutanten darauf hingewiesen, dass man diese Rede noch vertiefen, diskutieren und ergründen müsse (soweit ich dies live über Satelit im Ausland verfolgen konnte). Und so äußerten sich Vertreter verschiedener politischer Richtungen demgemäß, was für mich bedeutet, dass es da offenbar bei jedem "irgendwie geklingelt" hat... Wenn das der Heilige Vater damit erreicht hat, dann wirklich Hut ab und Deo gratias - so sehe ich es jedenfalls. Was die Klarheit der Botschaften, die uns Benedikt XVI. vermittelt, angeht, so wissen wir alle, dass er in ihnen zu uns allen in brillanter Klarheit zu sprechen versteht (siehe seine Bücher, seine Predigten, seine Angelus-Ansprachen). Aber halt jedes zu seiner Zeit und am richtigen Ort. Und seine historische Rede im Bundestag erfolgte genau nach diesen Prämissen. Dabei verstehe ich Dich schon, lieber @BergKarmel, und ich halte Dich keineswegs für das, wozu Du Dich da so bescheiden einordnest... ;)

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