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mysterium fidei

Administrator

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Wohnort: Wo die Sonne häufig scheint

Beruf: Dipl.-Theol.

1

25.09.2012, 12:20

Ehe und Familie - ist das eine eigene christliche Berufung?

Sind Ehe und Familie eigentlicht eine eigene christliche Berufung?
Oder stellt sich die Frage nach der Berufung einem jungen Menschen womöglich so:
"Habe ich eine Berufung oder soll ich heiraten?" - so dass nur das zölibatäre Leben als Leben ganz für Gott verstanden wird?

Ich habe ein frischgebackenes und sympathisches Junges Ehepaar: 'Wir möchten ganz viele Kinder!'junges Ehepaar zum Thema "Ehe" (und noch ein bisschen mehr) interviewt:
Ubi petrus ibi ecclesia
Wo Petrus ist, da ist die Kirche

2

25.09.2012, 14:11

Die Frage finde ich gut und sehr wichtig, weil jungen Christen ganz bewusst sein muss was sie sich vor Gott versprechen, denn zwei oder mehrere Leben haben sie nicht.

Beiträge: 1 312

Wohnort: D/Rheinland-Pfalz

3

28.09.2012, 11:19

Ich denke ganz klar JA - denn wenn die große göttliche Berufung (nach der ja idealerweise alle streben sollten) allein im zölibatären Leben bestünde, würde ganz plump gesagt die von Gott geschaffene Menschheit aussterben. Daher denke ich, dass es sehr wohl von Gott gewollt ist, dass nur wenige die zölibatäre Berufung in sich entdecken und die große Mehrheit zu Ehe und Familie berufen ist.
"Die Bibel ist nicht dazu da, dass wir sie kritisieren, sondern dazu, dass sie uns kritisiert."
Søren Kierkegaard

veruschka

Fortgeschrittener

Beiträge: 502

Wohnort: Diözese Linz

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4

28.09.2012, 13:48

Ich habe mysterium fideis Frage anders als Küstenwächter verstanden, nämlich: Gibt es das, dass jemand sich AUSDRÜCKLICH berufen fühlt zum Eheleben?
Ich selber von mir weiß es ehrlich gesagt nicht - es war klar, dass ich keine geistliche Berufung hatte, na ja, somit war dann klar, wenn man jemanden findet, der zu einem passt, heiratet man.
Aber ist das wirklich richtig? Ich lernte einmal eine 70-jährige Alleinlebende kennen, die mir sagte: Mir hat Gott in früher Jugend gesagt, du sollst nicht heiraten und ich will dich auch nicht in einem Orden haben. Sie hat das schon sehr glaubwürdig gelebt und im Rückblick gesagt, dass das Alleinleben auch wirklich die richtige Berufung für sie war.

herzrosenduft

Erleuchteter

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5

06.10.2014, 11:10

Darf ich vorschlagen, dass wir in diesem thread über die Bischofssynode in Rom diskutieren, die sich mit dem Thema "Familie" befasst? Hier kann jede/r mitdiskutieren, auch wenn er/sie kein Mitglied bei kath.net ist.

Die Homepage der Deutschen Bischofskonferenz berichtet darüber unter www.dbk.de.

Papst Franziskus hat zu dieser außerordentlichen Bischofssynode vom 5. bis 19. Oktober 2014 eingeladen. Sie steht unter dem Thema:
„Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“.
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Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

herzrosenduft

Erleuchteter

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6

07.10.2014, 10:26

Die Bischofssynode soll eine Antwort darauf geben, wie die Kirche mit den veränderten Lebensbedingungen innerhalb der Familie umgehen soll.

...Wie soll die Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen umgehen? Dürfen diese Mitchristen zur Kommunion zugelassen werden. Das ist eine Hauptfrage, der sich die Bischofssynode stellt. Hier wird mit Spannung das Ergebnis erwartet.

Die Lehre der Kirche kann nicht geändert werden, weil sie auf dem Evangelium gründet. Man kann die Lehre der Kirche deshalb nicht dem Zeitgeist anpassen. Das Evangelium bleibt immer dasselbe. Es kann auch nicht ganz neu ausgelegt werden. Das ist eine unveränderliche Tatsache in der Kirche.
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7

07.10.2014, 12:05

Soeben habe ich den Gastkommentar von Bischofsvikar Helmut Prader gelesen, in dessen Einführung er zu den klaren Aussagen im NT schreibt: " ...doch genügend Wortmeldungen tun so, als wenn es diese Stellen nicht gäbe."

Man stellt fest, dass unter diese Wortmeldungen auch einige von hohen Würdenträgern der "rheinischen Allianz" fallen. Erinnerungen an meine frühere Lektüre von P. Ralph Wiltgens Buch über das II. Vatikanum "Der Rhein fliesst in den Tiber" werden unwillkürlich wach, und ich lege diesbezügliche Gedanken am heutigen Rosenkranzfest in die Hände der Rosenkranzkönigin.
cor ad cor loquitur
John Henry Newman

herzrosenduft

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8

12.10.2014, 19:31

Ich weiß nicht, ob ich das so richtig formuliere, aber bei der Familiensynode wird doch besprochen, wieso sich die Menschen so weit von der Lehre der Kirche entfernt haben und sich teilweise nicht mehr damit identifizieren können. Die Realität von Ehe und Familie entspricht nicht dem, was die Kirche uns lehrt.

Ich habe mir überlegt, wie es bei mir war. ...
Die Lehre der Kirche wurde mir nur in der Kindheit beigebracht. Dort war die Katechese noch sehr ausführlich. Der Religionsunterricht in der Schule war in meinen Augen dagegen einfach nur eine Katastrophe. Wir haben über Weltreligionen etc. gesprochen, aber der katholische Glaube wurde nicht mehr vertieft. Die Folge bei mir war, dass ich mich erstmal von der Kirche ganz abgewandt habe. Und das konnte ich auch bei meinen Altersgenossen beobachten.

Auch später, als ich wieder anfing den Glauben auch zu praktizieren, gab es keine Unterweisungen mehr in der Lehre der Kirche. Ich habe von keinem Pastor und nirgendwo sonst in der Kirche mehr etwas über die Lehre der Kirche vernommen. Wieso eigentlich? ... Jetzt braucht man sich doch nicht zu wundern, dass die Lehre der Kirche bei den Leuten gar nicht mehr präsent ist und dass keiner mehr überhaupt noch danach lebt. In den letzten 40 Jahren wurde die Weitergabe der Lehre der Kirche nach meiner Auffassung sträflich vernachlässigt. Wieso hat uns keiner mehr die Lehre der Kirche erklärt?

Die Familiensynode in Rom befasst sich nun endlich mit diesem Thema... ich bin gespannt, ob die nötigen Konsequenzen gezogen werden. Es wird schwierig werden den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Dabei spreche ich aus der Sicht eines Deutschen, der die Kirche hierzulande so erlebt hat wie beschrieben. In anderen Ländern mag es anders sein.
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9

13.10.2014, 20:38

Da benennst Du ein ganz zentrales Anliegen, Herzrosenduft, die Glaubensunterweisung im Sinn der Kirche, die eigentlich abgebrochen ist. Dabei gäbe es doch bewährte Mittel, mit denen Bischöfe und Priester wieder ein kirchliches Bewusstsein fördern könnten, z.B. durch die Förderung der eucharistischen Anbetung in ihrer Diözese, um für gute Ehen und Priester- und Ordensberufungen zu beten, oder durch die Förderung von Bibelkreisen.

Es gibt Hirten, die diesen so einfachen Versuch gemacht hatten und deren Bemühungen innert weniger Jahre unglaublich reiche Früchte getragen haben. In einer südamerikanischen Diözese hatte es 2004 keinen einzigen Ort der ewigen Anbetung gegeben. heute gibt es dort bereits acht Anbetungsstätten und 5.836 Gläubige, die dort regelmässig Anbetung halten. 2004 zählte jene Diözese 14 Diözesanpriester, heute sind es 83. Seit 2004 haben sich sechs neue Orden und drei Priestergemeinschaften mit Zustimmung des Bischofs in der Diözese niedergelassen oder wurden dort gegründet. Die meisten von ihnen sind altrituell oder birituell. Gab es 2004 keine Ordensleute, beträgt deren Zahl inzwischen 124. 2004 fanden 9.543 Taufen statt, 2013 waren es 21.556. Fanden 2004 in der Diözese 1.257 kirchliche Eheschliessungen statt, waren es 2013 6.277. Gab es 2004 nur vereinzelt Bibelkreise, besuchen 2014 mehr als 1.000 Gläubige die Kurse des neugegründeten Bibelinstitutes, die an 20 Orten der Diözese gehalten werden, um in der Heiligen Schrift unterwiesen zu werden.

Du siehst, das Wunder von Ars wäre auch heute noch möglich.
cor ad cor loquitur
John Henry Newman

herzrosenduft

Erleuchteter

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Beruf: Gärtner

10

14.10.2014, 08:38

@Copertino

Ich verstehe es einfach nicht: Wenn man sich darüber beklagt, dass die Menschen nicht zur Beichte und trotzdem regelmäßig zur Kommunion gehen, dann wäre es doch angebracht, dass die Priester uns genau darauf hinweisen! Das ist doch die erste Aufgabe der Priester mit die Gläubigen zu unterweisen. ...Aber wo hört man in der Messe den Hinweis vom Priester, dass man vor dem Empfang der Kommunion erst sein Gewissen befragen soll?
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Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

11

14.10.2014, 09:32

Dafür gibt es eine einfache Antwort, Herzrosenduft: Der "mündige" Katholik, der es sich ganz gewiss nicht mehr gefallen lässt, sich wie im "Mittelalter" in einen Beichstuhl zu bequemen und seine intimsten Sachen einem "fremden Menschen" zu offenbaren. Lange genug hatte man auch in unserer Pfarrei die gemeinschaftlichen Bussfeiern propagiert und die Menschen davon in Theorie und Praxis überzeugt, dass diese Form der Busse der Beichte eigentlich gleichwertig sei, mit Ausnahme ganz schwerer Sünden - und wer begeht unter lauten Anständigen noch wirklich schwere Sünden? Wenn also jemand zur persönlichen Beichte geht, dann "stimmt etwas mit ihm nicht", so jedenfalls der Eindruck.
Die monatliche Andachtsbeichte, wie sie früher in den Gemeinden gepflegt wurde, gerade an Herz-Jesu-Freitagen oder Herz-Mariä-Sühnesamstagen, kamen so rasch ausser Kurs, und was nicht geübt wird, das verlernt man schnell, gerade wenn es eine Praxis ist, die eine gewisse Selbstüberwindung kostet. Teilweise sind also die Seelsorger selber schuld, dass sie im Zuge einer "Emanzipierung ihrer katholischen Schäfchen" durch Propagierung der allgemeinen Bussfeiern, die teilweise gar mit allgemeiner Lossprechung erfolgten, aktiv daran gearbeitet haben oder es einfach so geschehen liessen, dass die Beichte vielerorts praktisch abgeschafft ist.
Ein katholischer Arbeitskollege, der mit seinem Pfarrer gut befreundet ist und auf jeder Velotour sein Rad von ihm segnen lässt, liess in einem Gespräch kürzlich durchblicken, das ich mithörte, wie man doch früher so verklemmt gewesen sei und immer zur Beichte sprang, und wie Katholischsein doch heute viel menschlicher sei ohne diese Priesterabhängigkeit.
Ein Freund suchte kürzlich einen Pfarrer auf, weil er, wie gewohnt, bei ihm seine Monatsbeichte ablegen wollte. Im Beichtstuhl wurde ihm vom Pfarrer vorgehalten: "Und deswegen bemühen Sie mich extra in den Beichtstuhl?" Das ist mir auch schon mal passiert.
Dies wieder umzukehren braucht sehr viel Aufbauarbeit, so dass auch die Andachtsbeichte wieder Allgemeingut wird. Denn eine regelmässig und sorgfältig bearbeitete "Sündenkultur" verhindert, dass aus kleinen Untugenden grössere Probleme werden, oder dass das Bewusstsein verloren geht, dass wir alle uns täglich bemühen müssen, im Vertrauen auf Gott zu leben und aus Liebe zu Ihm möglichst nicht in Sünden zu fallen.
cor ad cor loquitur
John Henry Newman

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