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13.10.2014, 20:14

Bischofssynode zur Familienpastoral

Obwohl eine wichtige Bischofssynode in Rom tagt zur Familienpastoral ist hier im Forum noch nicht einmal ein eigener Thread dazu erföffnet worden. Ich habe jedenfalls keinen gesehen.

Deshalb möchte ich heute diesen Thread hier eröffnen in der Hoffnung, dass viele Clubmitglieder, die früher in diesem Forum sehr aktiv und gehaltvoll zu diversen Themen geschrieben haben, wieder aktiv werden und die notwendige Begleitung der Synodalen in diesem katholischen Forum begleiten!

Dieses Forum betrachte ich als eine große Chance, wichtige Diskussionen innerhalb der Katholischen Kirche zu befruchten und zu vertiefen.
Allein der offene Brief von Victoria Bonelli zeigt mir, dass es nötig ist, auch von der Basis her mutig und mit der tiefen Liebe zur Kirche, die aktuellen Diskussionen über die Familienpastoral innerhalb der Kirche öffentlich zu begleiten und zu stärken!

Dazu lade ich ganz herzlich ein - es geht aus meiner Sicht wirklich um die Substanz unseres Glaubens. Das wird deutlich aus vielen Stellungnahmen des Papstes, der Kardinäle, Bischöfe und Gläubigen der ganzen Welt!

Es hat schon des Öfteren hier im Forum gute Anstöße und Ideen gegeben, die die "Kath.net-Gemeinde" in den deutschsprachigen Diözesen auf den Weg gebracht haben.

Auch die Kommentare zu den einzelnen Artikeln sind wichtig, aber leider nur eine Momentaufnahme, da nach einigen Tagen die aufeinanderfolgenden Argumentationen nicht mehr "greifbar" und "verfolgbar" sind, alleine schon dadurch, dass die Artikel im "Archiv" verschwinden.

Hier aber im Forum hat man wesentlich bessere Möglichkeiten richtig intensive Diskussionen zu führen und Argumente auszubreiten, die ein Thema gründlich aufarbeiten können!

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13.10.2014, 20:17

Zwischenbericht der Synode

Der Zwischenbericht der Synode ist erstellt worden. Was ist Eure Meinung, was glaubt Ihr, wohin geht die Tendenz der Synode?

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13.10.2014, 20:29

Wo findet Ihr etwas über den Zwischenbericht der Synode?

Hier eine Zusammenfassung des Inhalts des Zwischenberichtes von Radio Vatikan:

Zwischenbericht - Zusammenfassung

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13.10.2014, 21:52

@ Philipp Neri

Die ganze Situation ist ungeheuer komplex! Eine große Zahl auch kirchlich geschlossener Ehen scheitern heute, leider! Als AHS Lehrer mit 39 Jahren Erfahrung sehe ich die Auswirkungen auf die Kinder.
Ein fast 90 jährige Pfarrer, Doktor der Theologie, er hat den ROM studiert, und war jahrzehntelang angesehene Stadtpfarrer im Baden bei Wien, sagte mir 2 Jahre vor seinem Tod, er halte einen großen Prozentsatz auch der kirchlich geschlossenen Ehen für UNGÜLTIG! In der Tat werden immer mehr Eheprozesse geführt, bei denen sich eine Eheführungsunfähigkeit bei einem, oder sogar beiden Partnern herausstellt. Psychische und religiöse Unreife, eine nicht christliche Umgebung, vielleicht manchmal sogar der Druck aus der Familie auch kirchlich zu heiraten, sind zu beobachten. Manchmal sind die Partner auch einfach zu jung!
Die Lösung des Dilemmas wird wohl in erster Linie in einer Reform der Eheprozesse zur Feststellung der Gültigkeit einer Ehe darstellen. Sowohl Willensmängel, als auch Ehehindernisse müssen rascher festgestellt werden. Meine Erfahrung als Beichtvater und Seelsorger in der Großstadt hat mir gezeigt, dass eine zweite Ehe, die nur standesamtlich geschlossen wurde in der Regel nicht selten einen Kirchenaustritt eines oder beider Partner zur Folge hat. Deshalb werden auch die Kinder aus dieser 2. Ehe oftmals nicht mehr zur Taufe gebracht. Die Zahl der Kinder ohne religiöses Bekenntnis ist in Westeuropa rapide im Ansteigen, leider! Können die Eltern nicht mehr zu den Sakramenten gehen, werden auch die Kinder nicht mehr gehen.
Wenn ich ehrlich bin, dann stört mich vorne bei den Kommentaren unter den Nachrichten über die Synode, die zum Teil AGGRESSIVE Panikmache einiger User! Gandalf hat sehr deutlich darauf hingewiesen, dass es sich keineswegs um ENDGÜLTIGE Beschlüsse handelt. Die "UNGLÜCKSPROPHETEN", welche schon der heilige Papst Johannes XXIII am Beginn des II. Vatikanischen Konzil verurteilt hat, sind wieder einmal unterwegs, obwohl ÜBERHAUPT KEINERLEI Entscheidung getroffen wurde. Ich darf darauf hinweisen, dass das Konzil von Trient (1545-1563) die Praxis der orthodoxen Kirche, gemäß den leider verloren gegangenen Kanones des heiligen Basilius des Großen († 379) nach 10 Jahren Kirchenbuße eine 2. Ehe zu tolerieren, NICHT als Häresie verurteilt hat. Die katholischen Ostkirchen sind weitgehend gehindert dieser uralten Praxis zu folgen, Tatsache ist aber, dass in den ethnischen Gebieten der katholischen Orientalen eine Annullierung meistens rascher erfolgt, als im Westen. Die theologische Frage lautet schlicht und einfach: kann die Materie des Ehesakramentes ebenso korrumpieren (verderben), wie die Materie der Eucharistie, wenn etwa die Hostie von Schimmel befallen wird, oder der eucharistische Wein in Essig übergeht? Kann ich die Aufrechterhaltung von etwas erzwingen, was LEIDER zu bestehen aufgehört hat.
Ähnlich wie bei der in der Enzyklika "humanae vitae" abgelehnten künstlichen Empfängnisregelung, ist es auch hier!
Das wirkliche Problem tritt GENAU dann auf, wenn nur EIN Partner gläubig ist! Wenn beiden Partnern die Kirche egal ist, machen die ohnedies was sie wollen! Wenn beide gläubig sind, ist die Chance, dass die Ehe scheitert natürlich, Gott sei Dank, wesentlich geringer. Aber wir müssen die Situation der Seelsorge in unseren Breiten sehen.
Ist Ihnen etwa bekannt, dass in der äthiopisch orthodoxen Kirche fast nurmehr Kinder und Greise zur Kommunion gehen, weil ein Großteil der christlichen Äthiopier entweder nicht monogam lebt, oder bereits in der 2. oder 3. Lebenspartnerschaft? Schrecklich für das sakramentale Leben einer Kirche. Nur kann ich einfach nicht glauben, dass Gott alle diese Menschen zur ewigen Verdammnis gelangen lassen möchte. Ich kenne die Not des Gewissens vieler ehrlich ringenden katholischen Menschen, denen der Partner in einer kirchlichen Ehe UNTREU geworden ist und sie verlassen hat. Nun findet sich ein neuer liebevoller Partner, der AUCH die verlassenen Kinder annimmt und beide sind eindeutig NICHT zum Zölibat berufen.
Ich denke an das Wort des Herrn: "Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!" Natürlich weise ich immer eindeutig auf die Bestimmungen der katholischen Lehre hin, aber zurechtkommen müssen damit die Menschen! Msgr. Franz Schlegl

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Msgr. Mag. Franz Schlegl« (13.10.2014, 22:33)


5

13.10.2014, 22:40

Liegt das Problem nicht eigentlich darin begründet, dass so gut wie keine Katechese stattfindet, was das Ehesakrament eigentlich bedeutet, was die Sakramente insgesamt eigentlich bedeuten?
Hier liegt meines Erachtens die Quelle für das Scheitern vieler kirchlich geschlossener Ehen.
Ich meine nicht, dass die Katechese unbedingt früher besser war, aber heute geschieht so gut wie gar keine Katechese mehr.
Ich selbst war dieses Jahr zum wiederholten Mal Firmkatechet und musste dabei wieder feststellen, dass ein Glaubenswissen bei den Jugendlichen so gut wie gar nicht vorhanden war. Wie soll es denn eigentlich dann bei Eheleuten sein?
Mir war wichtig, den Jugendlichen zunächst einmal das A und O unseres Glauben zu erklären. Auch war mir klar, dass sie Vorbilder im Glauben suchen. In der eigenen Familie finden sie diese doch meist nicht mehr. Viele haben auch von der Kirche ein Bild, das sie aus den Medien her kennen. Da muss letztendlich Katechese einsetzen. Man muss die Jugendlichen dort abholen, wo sie zur Zeit stehen. Das geht aber nur, wenn man ihnen aufzeigt, was es heißt, sich persönlich an Jesus wenden zu können, wie man das Gebet lernen kann, wie man im Nächsten Jesus entdecken kann. Man muss das Salz erst wieder schmackhaft machen, nur so kann man auch zum "Salz der Erde" werden!
Hier sollte die Katholische Kirche ansetzen, indem sie Wege und Mittel zu ergründen sucht, wie man die Katechese und in welchem Rahmen fördern und intensivieren kann.

herzrosenduft

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14.10.2014, 08:32

Die erste Katechese über die Ehe ist meiner Meinung nach die Ehe der Eltern, wie wir sie als Kinder erleben. Dies prägt unsere Vorstellung von Ehe und da kann es schon hapern... oder, wenn die Eltern eine gelungene Ehe geführt haben, wird den Kindern eine gute Grundlage gelegt. Ich habe von meiner Mutter immer zu hören gekriegt: Wenn die Eltern geschieden sind, können die Kinder auch schnell zu einer Scheidung neigen.

Tatsächlich ist es so, dass von Seiten der Kirche nur Ehevorbereitungskurse angeboten werden, die mehr oder weniger fruchtbar sein können. Eine Begleitung der Ehe durch die Kirche ist eher selten in einer christlichen Umgebung. Wir dürfen hier vor Ort glücklich darüber sein, dass die Schönstattschwestern regelmäßig Exerzitien zum Thema Ehe anbieten. Dort haben meine Frau und ich gelernt, dass wir als Mann und Frau verschieden sind, verschieden denken und verschieden reagieren. So haben diese Ehenachbereitungskurse Konfliktpotential aus dem Weg geräumt. Wir führen jetzt ein relativ entspanntes Eheleben. Prinzipiell gilt die Regel: Wenn man weiß, wie etwas funktioniert, dann kann man auch besser damit umgehen. Das gilt für die Ehe und für das Zusammenleben.

Wichtig ist es in einer Ehe die Grundsätze einzuhalten, die man sich bei der Trauung versprochen hat: Treue, Liebe und gegenseitige Achtung... das muss man schon wollen, dann kommt man an so mancher Klippe heil vorbei!

Für mich ist die christliche Ehe eine echte Lebensalternative zu allen anderen doch eher fraglichen Formen des Zusammenlebens. Allerdings frage ich mich immer wieder, was ich meinen Kinder raten soll: Heirat bedeutet zu X Prozent scheitern und Scheidung. Das ist dann die Katastrophe des Lebens. Ich habe soviele geschiedene Paare hinterher erlebt, so dass ich das sagen mag. Werden meine Kinder, die eigentlich eine Ehe auf Lebenszeit anstreben, wie es aussieht, auch einen gleichgesinnten Partner finden? Hier braucht es viel Mut für sie zu einem Schritt in Richtung Heirat ... bzw. christlicher Ehe.
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Der Papst betont die Wichtigkeit eines „christlichen Stils“ der Präsenz auch in der digitalen Welt:

„Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation“.

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7

14.10.2014, 09:25

@Philipp Neri

Zweifellos gibt es auch eine Krise der Katechese, nicht nur im Hinblick auf das Sakrament der Ehe. Aber auch ein gelungener Religionsunterricht (den gibt es auch noch!) und gute Kurse, die ja vor der kirchlichen Eheschließung vorgeschrieben sind, sind noch keine Garantie für deren Gelingen.
Seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts fallen praktisch immer mehr äußere Stützen des Ehesakramentes weg. Das ist ungefähr so, als würde man die stützenden Bögen an der Außenseite gotischer Kathedralen wegnehmen. Dann würde der Druck des Deckengewölbes auf die Außenmauern diese zum Einsturz bringen.
In der Gesellschaft erfreut sich leider die Ehe nicht mehr der Rechtsgunst, die ihr eigentlich vom Naturrecht zukommt. Schon die alten Römer haben gewusst "Beispiele erziehen!"
Vor einem Jahr war an der theologischen Fakultät der Universität Wien ein Vortrag eines russisch-orthodoxen Generalvikars. Er hat berichtet, dass in seiner Diözese 50 % der Ehen seiner orthodoxen Priester scheitern, und zwar daran, dass die Frauen nicht mehr die caritativen Aufgaben in einer orthodoxen Pfarre übernehmen wollen, die sie traditionellerweise dort hatten! Natürlich müssen die Frau noch arbeiten gehen, weil die orthodoxe Kirche durch die Spenden der Gläubigen lebt, das heißt, was der Priester verdient, reicht zum Unterhalt der Familie nicht aus. Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass die verheirateten orthodoxen Priester und deren Gattinnen eine ordentliche Katechese zur Vorbereitung auf das Sakrament der Ehe hinter sich haben, aber das allein reicht offensichtlich nicht aus.
Die Synode der ukrainisch griechisch katholischen Kirche hat beschlossen in Zukunft niemand mehr zum Priester zu weihen, der nicht 10 Jahre in einer stabilen Ehe lebt und damit das Alter der Priesterweihe auf 35 Jahre hinaufgesetzt. Ein mutiger Schritt!
Auf der anderen Seite weiß ich, dass zurzeit der so genannten "stabilen Ehen" viele Frauen schwerstes Unrecht von Seiten der Ehemänner erdulden mussten. Auf dem Land wurden Frauen von ihren oft alkoholisierten Männern verprügelt und gedemütigt. Natürlich konnten diese Menschen nicht auseinandergehen, weil sonst die Landwirtschaft zusammengebrochen wäre. Auch diese Dinge muss man mitbedenken. Das Vorbild guter Eltern und andere gelungener Ehen, ist sicher die beste Vorbereitung, aber wie viele junge Menschen erleben das noch? Msgr. Franz Schlegl

8

14.10.2014, 10:14

Nachdem die sprachlich getrennt diskutierenden Gruppen der Bischofssynode mehrheitlich Leiter gewählt hatten, welche Kardinal Kaspers Linie kritisch gegenüberstehen (unter den englischsprachigen Bischöfen mit grossem Abstand Kardinal Burke, unter den französischsprachigen Bichöfen EB Leonard und unter den spanischsprachigen Bischöfen Kardinal Robles Ortega), griff Papst Franziskus ausserplanmässig ein und ernannte sechs zusätzliche "Redaktoren", welche sich im Vorfeld eher offen für eine Veränderung gezeigt hatten. Davon berichtet Rorate Caeli . Eigentlich drängt sich kein anderer nachvollziehbarer Grund für diesen Eingriff auf als der, das unerwartet konservative Bild etwas zu "korrigieren" und - etwas boshaft ausgedrückt ;) - "dem Heiligen Geist etwas nachzuhelfen".
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John Henry Newman

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9

14.10.2014, 12:44

@ Copertino

Also, ich habe mir jetzt viele Seiten von "Rorate caeli" angeschaut! Diese Seite steht SEHR, SEHR weit RECHTS, das heißt faktisch auf dem Niveau von FSSPX! Immer wieder finden sich mehr oder weniger VERSTECKTE Attacken auf Papst Franziskus. Ich glaube nicht, dass eine solche Seite der Linie der katholischen Kirche entspricht und auch nicht der Linie von Kathnet!
Immer wieder werden Vermutungen geäußert, Handlungen und Worte des Papstes interpretiert und natürlich die schon sattsam bekannten "Unglücksprophezeiungen". Offensichtlich hat bei manchen Leuten der Heilige Geist bereits abgedankt und muss durch solche Websites ersetzt werden! Besser als Spekulationen, wäre einfach darauf zu warten, was wirklich auf der Synode zu Stande kommt! Ohne die Durchsicht der Glaubenskongregation unter Kardinal Müller, wird sicherlich NICHTS Endgültiges veröffentlicht werden! Ich habe als Priester dieses Vertrauen und bitte darum, dass es die anderen User auch aufbringen. Msgr. Franz Schlegl

herzrosenduft

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10

14.10.2014, 13:14

Mich hat der Satz beeindruckt, den ich irgendwo aufgeschnappt habe: Es gibt zwei Synoden, die eine, wie sie die Medien darstellen, und die andere, wie sie wirklich ist. Deshalb lasse ich mich von dem Ergebnis der Synode einfach überraschen. Es wird bestimmt besser als man denkt.
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Bert

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11

14.10.2014, 13:36

Lieber Monsignore, für mich als einfachsten Laien klingt ihre Stellungnahme schon extrem beschwichtigend, schaffen wir die Sünde ab, weil man kann es eh nicht einhalten.......

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14.10.2014, 14:28

@Bert

Aber überhaupt nicht! Vom Beschwichtigung kann überhaupt keine Rede sein! Ich kann doch in der Schule nicht über das Ergebnis einer Konferenz reden, bevor diese zu Ende ist! Übrigens gibt es zumindest im Bereich der Schulen ein "KONFERENZGEHEIMNIS"! Jeder Lehrer ist durch den Eid des Dienstes sogar dazu verpflichtet. Bei einer Disziplinarkonferenz muss sogar an den Stadtschulrat rekurriert werden, bevor eine Maßnahme durchgezogen wird. Es ist absolut verboten aus einer Konferenz zu berichten, WAS JEMAND über ETWAS oder JEMANDEN gesagt hat. Aus meiner langjährigen Erfahrung im Schuldienst hielte ich es für klug, das bei der Synode genauso zu machen. Wenn diese beendet sein wird, hat die Glaubenskongregation das LETZTE Wort! Erst dann wird Papst Franziskus einen Endbericht veröffentlichen.
Die von Copertino angeführte Website ist PROBLEMATISCH. Ich bin sicher, dass sich an der katholischen Lehre von der Unauflöslichkeit der GÜLTIG geschlossenen Ehe NICHTS ändern wird. Man wird lediglich schauen müssen, wie viele Menschen in eine ungültige Ehe hineingestolpert sind. Im Beichtstuhl des Domes können Sie manchmal HAARSTRÄUBENDE Berichte hören! Ebenso am kirchlichen Ehegericht. Msgr. Franz Schlegl

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14.10.2014, 18:38

@ Copertino

Ich habe diesen Text von Claudia Caecilia aus dem Tread " VERSCHWÖRUNGSTHESEN" hierher TRANSPLANTIERT!!!
TEXT VON CLAUDIA CAECILIA:
" Lieber Copertino, leider kann ich nicht im neuen Thread schreiben, aber ein bisschen passt Dein Beitrag auch hier her. Von Anfang an hast Du mir das Gefühl vermittelt, dass Du unseren Heiligen Vater sehr kritisch siehst. Jederzeit bist Du bereit nur das Schlechteste von ihm zu denken. Vermutlich informierst Du Dich wirklich auf den falschen Seiten. Dein Verhalten ist nicht romtreu und das finde ich sehr schade. Trau doch dem Hl. Geist mal etwas mehr zu! "
ENDE DES TEXTES VON CLAUDIA CAECILIA

14

14.10.2014, 21:54

...Eure Ausführungen über meine Quelle habe ich registriert.
Zwei Fragen dazu:
  1. Was ist davon zu halten, dass ich über solche doch nicht unwichtige Informationen wie die Tatsache, dass Papst Franziskus ausserplanmässig sechs Redaktoren bestimmt hat, nicht durch kath.net erfahre?
  2. Dem Heiligen Vater als oberstem Hirten steht es natürlich frei, im Verlauf eines Verfahrens die Spielregeln zu ändern, das liegt in seiner Kompetenz. Wie beurteilen meine Mitdiskutanden die Tatsache, dass alle sechs ernannten Redaktoen sich im Vorfeld in ihrer Tendenz im Sinne der Thesen von Kardinal Kasper geäussert hatten? Ist es so abwegig, darin eine mögliche "Korrektur" zu sehen?
  3. Warum erzeugt schon nur die Erwähnung einer solchen doch nicht unwichtigen Massnahme eine derartige Emotionalisierung? Auf das Ergebnis der Bischofssynode werden solche Überlegungen eh keine Auswirkungen haben. (Im übrigen komme ich soeben vom Familiengebet, wo wir um Gottes Segen für einen guten Ausgang der Bischofssynode gebetet haben.)
Übrigens bedeutet Kritik nicht unbedingt Lieblosigkeit. Gerade lässt Kardinal Burke verlauten, dass die Informationen über die Bischofssynode manipuliert werde, und der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Gadecki, kritisiert, es würden zweideutige Formulierungen verwendet. Burke fordert den Heiligen Vater gar auf, er solle endlich ein klares Wort sagen. Erfreulich, dass ich darüber auf kath.net einen Bericht lesen kann ;) . Wer wollte Raymond Burke eine zu geringe Romtreue unterstellen? Ich würde seine Äusserungen eher als Ausdruck tiefer Besorgtheit interpretieren, eine Tendenz festgestellt zu haben, welche die Synode in eine bestimmte Richtung zu drängen versuchen. In diesem Zusammenhang dürfte für Burke wohl auch die "Zettelkommunikation" zwischen Papst und Synodalpräsident Baldisseri einige Fragen aufwerfen.
cor ad cor loquitur
John Henry Newman

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »Copertino« (14.10.2014, 23:00)


15

15.10.2014, 00:13

Richtung vorgegeben?

Man kann sich schon fragen, warum die Synode scheinbar in eine bestimmte Richtung gedrängt werden soll. Warum werden z.B. bei so wichtigen Themen die Stellungnahmen der einzelnen Teilnehmer nicht veröffentlicht?
So bestimmen letztendlich die dürftigen Pressemeldungen und die Medien die Berichterstattung. Will man das?
Auf der Seite von Radio Vatikan habe ich folgende Stellungnahme von Kardinal Marx gefunden:

Zitat

Aber es gebe auch durchaus Spannungen zwischen denjenigen Synodenteilnehmern, die „die Lehre ins Zentrum stellen und denen, die vom Leben der Menschen ausgehen“, räumte Marx ein. „Ich hoffe sehr, dass wir mit einem starken, pastoral orientierten Zuspruch in die nächste Etappe gehen können.“

Warum wird von ihm ein solcher "Gegensatz" zwischen denen, die angeblich die Lehre ins Zentrum stellen und denen, die den Menschen ins Zentrum stellen, hergestellt? Das ist aus meiner Sicht schade, dass auf diese Art und Weise Argumente ausgetauscht werden. Das ist wie, als ob man die "andere Seite" als die sogenannten Gesetzeslehrer (Pharisäer) hinstellt und die "andere Seite" als diejenigen, die wie Jesus den Menschen im Blick haben würden. Warum wird so ein Gegensatz erzeugt?

Das sich nach der "Halbzeit" sogar einige Kardinäle trauen, offen von Manipulation zu sprechen, zeigt mir, dass es schon um die Substanz, um das Zentrum unseres Glaubens geht.
Kardinal Tagle sagt:

Zitat

Das Drama geht weiter!

Kardinal Burke äußerte sich so:

Zitat

Statt „unnütze Diskussionen“ zu führen „über Wahrheiten, die sich nun einmal nicht verändern lassen“, solle die römische Synode lieber katholischen Familien in aller Welt helfen, „die sich trotz aller Schwierigkeiten nicht von dem lösen wollen, was das Evangelium lehrt“.


Diesen Satz kann ich nur unterstreichen. Ich habe von der Synode von Anfang an die Erwartung, dass ich als Ehemann und meine Frau als Ehefrau von unserer Kirche in unserem Glaubenszeugnis als christliches Ehepaar ganz eindeutig gestärkt werden, gerade in diesem schwierigen, gesellschaftlichen Umfeld, in dem wir uns als Christen mittlerweile befinden! Das wünschen sich sicherlich auch andere, meines Erachtens Hunderttausende von christlichen Ehepaaren auf der ganzen Welt! Wir brauchen den Zuspruch, auch von unserer Kirche, für unser Zeugnis als christliche Familie in der Katholischen Kirche, in dieser Welt, in der es für Familien sowieso überall schwierig geworden ist!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Philipp Neri« (15.10.2014, 00:34)


16

15.10.2014, 09:04

MEDRUM ist ein christlicher online-Mediendienst, den ich schätze, weil er immer wieder gute Stellungnahmen und Berichte veröffentlicht zu Themen wie Lebensschutz und gesellschaftlichen Fragen. Scheint eher aus dem evangelischen Lager zu sein. Heute lese ich dort folgende Schlagzeile:
Wechselt die katholische Kirche Gott aus? - Papst Franziskus und die Mehrzahl der zur Bischofssynode in Rom versammelten Bischöfe scheinen neue Wege gehen zu wollen

Es geht mir hier nicht darum zu beurteilen, wie zutreffend diese Einschätzung tatsächlich ist. Aber aus Rom kommen eindeutig zwiespältige Signale, welche schon der polnische Erzbischof an der Synode kritisiert hatte. Man soll sich nicht beklagen, wenn solche irritierenden Botschaften von der liberalen Presse genüsslich aufgenommen und in ihrem Sinn interpretiert werden. Wenn aber ein christlicher Mediendienst, der dafür bekannt ist, die aus dem Evangelium sich abzuleitenden ethisch-moralischen Ansprüche hochzuhalten, solche Schlagzeilen zu setzen beginnt, ist dies für mich ein Alarmzeichen, weil ich davon ausgehen muss, dass es in Rom Versammelte gibt, welche genau diesen öffentlichen medialen Druck aufbauen wollen, um dessen Hebelwirkung in ihrem Sinn zu nutzen.
Ich kann mich der heutigen Analyse von Martin Grichting auf kath.net nur anschliessen: "Jede wahre Pastoral muss von der tiefen Überzeugung durchdrungen sein, dass das auch heute wahr ist. Sonst stehen wir am Ende vor einer pastoral kaschierten Kapitulation vor der heutigen gesellschaftlichen Realität, die auch denen noch den Mut zu nehmen droht, die sich ganz für das Evangelium hingeben."
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John Henry Newman

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Copertino« (15.10.2014, 13:03)


Cassian

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17

15.10.2014, 16:30

Nach der Lektüre des Zwischenberichts bin ich über einige Formulierungen erstaunt, zum Beispiel über die Aussage "Homosexuals have gifts and qualities to offer to the Christian community ..." (50) - was einerseits selbstverständlich ist, da jeder Mensch Gaben und Fähigkeiten hat, die er in die Kirche einbringen kann, aber andererseits so verstanden werden kann, als hätten Homosexuelle gerade als solche Gaben erhalten, über die Heterosexuelle nicht verfügen.

Mir scheint jedoch ein Hauptproblem darin zu liegen, dass vielfach im Text abgewogen wird, wieviel Gutes und Wahres sich zwar vor allem in der Familie, aber teilweise doch auch in anderen Formen des Zusammenlebens findet (z.B. 36-39).

Warum ich diesen Ansatz für verfehlt halte?
Eine Kollegin, die mit einem geschiedenen Mann zusammenlebt, hat mir einmal gesagt: "Ich weiß, was ich getan habe. Aber bin ich deshalb schlecht?" Es geht nicht darum, ob Du besser oder schlechter bist als ich, hätte ich ihr sagen sollen (habe es aber leider nicht getan, weil ich "schmähstad" war) - das ist eine Themenverfehlung! Sondern es ist einfach so, dass Gott uns in der christlichen Ehe und Familie, die sich auf ihn gründet, einen unermesslichen Schatz anbietet. Eheleute, die ihre Ehe auf Gott gründen, bauen auf Fels, denn seine Gnade ist weit größer als unsere Sünde - ginge es nach meinem Charakter und dem meiner Frau, wären wir schon längst geschieden. Es ist Christus allein und nicht unser Heroismus, der eine Ehe gelingen lässt.

Es kann also nur darum gehen, die Größe dieses Geschenks, das Gott uns machen möchte, in der Pastoral bewusst zu machen. In dem Maß, in dem wir bereit sind, uns auf die Pläne Gottes einzulassen, werden wir die Früchte ernten. Ein Bewertungsversuch à la "der eine erfüllt die Norm zu 80%, der andere nur zu 60% ... hmmm ... das ist aber eigentlich auch schon ganz gut" ist a priori sinnlos und irreführend.

Liebe Grüße
Cassian

Cassian

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18

15.10.2014, 16:48

In der Berichterstattung auf der Vatikan-Homepage findet sich übrigens auch ein schönes Interview mit Kardinal Schönborn (auf italienisch), in dem er darauf hinweist, dass ihm in der Synode der Blick auf die Leiden der Kinder geschiedener Eltern und auf die Einsamkeit eines geschiedenen Ehepartners, der dennoch an seiner Treue festhält, bislang fehlt.

19

15.10.2014, 19:48

Die Lehre der Kirche ist die Lehre von Jesus!

Ich habe bisher bei allen offiziellen Verlautbarungen der Päpste und des Vatikans geschätzt, dass die vorgebrachten Argumente und Stellungnahmen immer mit fundierten Textstellen aus der Heiligen Schrift untermauert und gefestigt wurden. Das erhoffe ich mir auch vom Abschlussdokument am Samstag.
Jesu Lehre (also seine Worte) sollte sich in den Beschlüssen der Synodenteilnehmer wiederfinden. Denn diese sind die Grundlage unseres Glaubens und unserer Kirche!

herzrosenduft

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20

16.10.2014, 09:09

Ich stelle mir gerade vor, dass ich in die Situation eines geschiedenen Wiederverheirateten geraten wäre, aus der ich nicht so leicht herauskäme. Wie würde ich reagieren,wenn ich dann auch Glauben hätte? Bestimmt hätte ich die Sehnsucht nach dem Empfang der Kommunion. Mir wäre es wohl bewusst, dass meine Situation nicht in Ordnung wäre und dass ich eine heile Situation anstreben müsste. Ich würde schrecklich daran leiden. Wie froh wäre ich dann, wenn ... (?). Ja, was...?
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„Dieser verwirklicht sich in einer Form
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