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Heidi-Martina

unregistriert

1

23.10.2002, 13:06

Beichte

Kann man als Nichtkatholik eigentlich in die katholische Beichte gehen?

Beiträge: 1 596

Wohnort: Wien

Beruf: Computertechniker

2

23.10.2002, 13:10

Zitat

Original von Heidi-Martina
Kann man als Nichtkatholik eigentlich in die katholische Beichte gehen?
Bevor die Kirchenrechtler zuschlagen, sag ich schnell: Klar! Allerdings würd ich es dem Priester vorher sagen, damit er entsprechend handeln kann: ein gutes seelsorgliches Gespräch kann er auf jeden Fall machen, auch wenn er in diesem Fall wohl nicht das Sakrament spenden wird...

Grüße,
Georg

Heidi-Martina

unregistriert

3

23.10.2002, 13:12

@Georg

Vielen Dank für die schnelle Antwort!

Beiträge: 1 683

Wohnort: Deutschland, NRW

4

23.10.2002, 13:45

Da läuft zwar inzwischen einiges durcheinander, aber kirchenrechtlich - und vernünftigerweise - kann ein Nicht-Katholik dieses (und andere) Sakramente nicht gespendet bekommen! (Ausser natürlich bei Bedarf die Taufe). Macht ja auch Sinn: Wenn jemand an die sakramentale Macht und Wirkung glaubt, dann kann er den katholischen Glauben annehmen. Wer nicht glaubt: für den wäre die Spendung sowieso eine Farce. Das mit dem seelesorglichen Gespräch finde ich aber auch sinnvoll und gut gesagt.
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Heidi-Martina

unregistriert

5

23.10.2002, 13:49

Der Herr Jesus selbst hat ja das Abendmahl eingesetzt und befohlen: "Tut dies zu meinem Gedächtnis!"
DAS ist Motivation, das Abendmahl einzunehmen, um dem Herrn Jesus Christus gehorsam zu sein.

Michelle

Fortgeschrittener

6

23.10.2002, 13:58

@Heidi-Martina
Seraphus hat recht.
Ein Nichtkatholik bzw. Nichtorthodoxer kann zwar ein Seelsorge-Gespräch führen, aber er kann nicht die Lossprechung der Beichte empfangen.

Das protestantische Abendmahl ist nicht das selbe wie das Sakrament der hl. Eucharistie.

Darum gibt es doch die katholische und die evangelische Kirche. Wer evangelisch ist, der ist doch überzeugt, dass die evangelische Kirche ALLES hat, sonst bräuchte man doch nicht etwas vom katholischen. Wenn aber in der evangelischen Kirche grundsätzliche Dinge fehlen, dann kann man nicht einfach diese Dinge bei den Katholiken schnell mal stibizen und dann weiterhin evangelisch sein wollen. Das heißt, manche versuchen das vielleicht, aber das ist dann eben nimmer ehrlich, denn sie nennen sich dann evangelisch und sinds nimmer. Um die Sakramente zu empfangen, muss man katholisch oder orthodox sein.

Lieben Gruß!
Michelle
Die Homepage Gottes ist die Schöpfung, und ein Teil davon bin ich. 8)

Beiträge: 1 683

Wohnort: Deutschland, NRW

7

23.10.2002, 15:05

@heidi-martina

Fragt sich nur, wer „ALLE“ ist? Schau Dir doch einmal den Kontext an, in welcher Situation Jesus diese Worte spricht. Spricht Er sie an einem öffentlichen Ort, sodass man wirklich an ein globales ALLE denken könnte, oder spricht Er sie nicht in einem privaten Rahmen zu Seinen Jüngern? Da wird doch ganz klar deutlich, wen Jesus hier adressiert! Klar, dass nur ein Christgläubiger gemeint sein kann, der an die wahre sakramentale Gegenwart des Herrn glaubt.

(Mir scheint, Du denkst bei dem ALLE an alle Menschen... Hoffentlich habe ich Dich nicht falsch verstanden.)

Liebe Grüsse, Seraphus
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Beiträge: 1 596

Wohnort: Wien

Beruf: Computertechniker

8

23.10.2002, 15:15

Inzwischen liegen die wesentlichen Bausteine am Tisch, also noch mal zum Mitschreiben:

Die katholische Kirche kann (außer in speziellen Sonder-Notfällen wie Todesgefahr) alle Sakramente nur jenen spenden, die sich zum katholischen Glauben bekennen und dies auch durch sichtbare Mitgliedschaft zur katholischen Kirche bezeugen. Diese Exklusivität ist keine fiese egoistische Werbemasche der Kirche, sondern liegt in der gottgegebenen Natur des Sakraments, die die Kirche auch beim besten Willen nicht ändern könnte: zum Sakrament gehört Gottes Gnade, der/die Sakramentspender und der/die Sakramentempfänger. Außer Gott müssen alle Beteiligten gewisse, je nach Sakrament unterschiedliche, Anforderungen erfüllen (zB ungetauft sein, im Stand der Gnade sein, Bischof sein, ... die Sonderregelungen für sakramentsverbundene Ostkirchen etc. spare ich mir komplett, da wirds dann wirklich mörderkompliziert)

Ein Nichtkatholik, der zur katholischen Beichte geht und so tut, als wäre er Katholik, wird wohl vom Priester die Lossprechungsworte hören - nur wird's nix nutzen, denn der Priester hat nicht die Macht, das Wesen des Sakraments zu ändern. Allerdings kann Gott jederzeit die entsprechenden Gnaden schenken, denn Er ist nicht an Seine Sakramente gebunden. Wir schon - und darum auch die Aussage hier im Thread: Seelsorgliches Gespräch ja, denn katholische Priester sind (hoffentlich) gern für alle Menschen da. Sakramentale Beichte hingegen nein - und wer versucht, sie zu "erschleichen", hat nicht verstanden, worum es geht.

Grüße,
Georg

Heidi-Martina

unregistriert

9

23.10.2002, 19:39

@Seraphus

Mit "ALLE" meinte ich natürlich ALLE an jesus Christus und sein heilswerk gläubige und dadurch wiedergeborene Christen - und dazu zählen, wie du mir vielleicht zustimmen wirst, schließlich nicht nur die Katholiken....;-)

Beiträge: 1 683

Wohnort: Deutschland, NRW

10

23.10.2002, 20:28

@Heidi-Martina

Soviel ich weiss glauben nur die Katholiken und die Orthodoxie an das Sakrament der Eucharistie. Bei Evangelischen ist das zumindest zumeist anders! Sie sehen im Abendmahl nur symbolischen Charakter oder sie meinen, Jesus sei nur kurz gegenwärtig oder so ähnlich. Die Interkommunion, d.h. die Teilnahme von evangelischen Christen am Herrenmahl (Sakrament der Eucharistie) ist nicht erlaubt, auch wenn sie z.T. im Ungehorsam von einigen Priestern praktiziert wird! Wer nicht an die Realpräsenz Jesu in Brot und Wein glaubt, der brauch ja da auch nicht hingehen, denn es wäre ja nichts anderes als Theater und es wäre eine ziemliche Beleidigung für den Herrn, nicht an Seine Gegenwart im Sakrament zu glauben, aber Ihn doch zu empfangen!

Liebe Grüsse, Seraphus
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11

24.10.2002, 01:17

In gewissen Fällen schwerer Sünde darf nur der Bischof die Absolution erteilen.
Mich würde interessieren wann konkret?

Josephus

Erleuchteter

Beiträge: 3 277

Wohnort: Tirol, jetzt Niederösterreich

Beruf: Priester, Theologe, Webmaster

12

24.10.2002, 08:44

@Stan

Es gibt gewisse Sünden, bei denen zur gültigen Lossprechung eine Erlaubnis des zuständigen Bischofs oder gar des Apostolischen Stuhls nötig ist, da mit diesen Sünden die Exkommunikation bzw. das Interdikt verbunden ist. Dazu zählen:
- Apostasie, Häresie, Schisma
- Hostienschändung
- tätlicher Angriff gegen den Papst oder den Bischof
- Absolution eines Mitschuldigen bei einem Vergehen gegen das 6. Gebot
- versuchte Feier der Messe ohne Priesterweihe
- versuchte Lossprechung ohne gültige Beichtvollmacht
- direkter Bruch des Beichtgeheimnisses
- Falschanklage eines Beichtvaters wegen einer Verführung zu einer Sünde gegen das 6. Gebot
- versuchte zivile Eheschließung durch Kleriker oder Religiosen

Wie man aus dieser Aufzählung sieht, sind das teilweise Sünden, die einen schweren Mißbrauch priesterlicher Vollmachten beinhalten, d.h. ein Priester kann unter Umständen schwerere Sünden begehen als ein Laie, da er im sakramentalen Bereich größere Verantwortung trägt.

Josephus

13

24.10.2002, 12:08

Vielen Dank für deine Antwort, Josephus!

Nur eines ist mir nicht ganz klar:

Zitat

Absolution eines Mitschuldigen bei einem Vergehen gegen das 6. Gebot


Heisst das eines Schuldigen, der mit einem Priester das 6.Gebot gebrochen hat?


Josephus

Erleuchteter

Beiträge: 3 277

Wohnort: Tirol, jetzt Niederösterreich

Beruf: Priester, Theologe, Webmaster

14

24.10.2002, 12:29

Zitat

Original von Stan
Vielen Dank für deine Antwort, Josephus!

Nur eines ist mir nicht ganz klar:

Zitat

Absolution eines Mitschuldigen bei einem Vergehen gegen das 6. Gebot


Heisst das eines Schuldigen, der mit einem Priester das 6.Gebot gebrochen hat?


Richtig! Und zwar geht es um den Beichtpriester selber: wenn er direkt involviert war in die Sünde, dann darf er der anderen Person die Absolution nicht geben!

Josephus

15

24.10.2002, 14:38

Zitat

Heisst das eines Schuldigen, der mit einem Priester das 6.Gebot gebrochen hat?


Wer begeht dann hier von beiden die größere Sünde? Oder kann man das nicht generell sagen?
Ad Maiorem Dei Gloriam

Heidi-Martina

unregistriert

16

24.10.2002, 14:43

@seraphus

<<- Apostasie, Häresie, Schisma>>

Was ist das jeweils?

<<- Absolution eines Mitschuldigen bei einem Vergehen gegen das 6. Gebot>>

Ich weiß, dass die kath. Kirche die Gebote anders zählt als die Bibel - welches ist bei Euch das 6. Gebot?

Gruß,
Heidi-Martina

reto

Erleuchteter

Beiträge: 4 027

Wohnort: Bistum Chur

Beruf: Dipl. El.-Ing ETH, Primarlehrer

17

24.10.2002, 14:59

@Heidi-Martina:
Die katholische Kirche zählt die Gebote nicht anders als die Bibel. Die Bibel gibt keine Nummerierung der Gebote.

Es stimmt aber, dass es drei verschiedene Zählsysteme gibt (Juden, Katholiken/Lutheraner und Orthodoxe/Protestanten). Sh. dazu folgende Information (englisch).

Das sechste Gebot nach katholischer Zählweise:
Du sollst nicht ehebrechen.
Quoniam si reprehenderit, nos cor nostrum:
maior est Deus corde nostro, et novit omnia. (1 Joh 3,20)

Josephus

Erleuchteter

Beiträge: 3 277

Wohnort: Tirol, jetzt Niederösterreich

Beruf: Priester, Theologe, Webmaster

18

24.10.2002, 15:01

Zitat

Original von Maisi

Zitat

Heisst das eines Schuldigen, der mit einem Priester das 6.Gebot gebrochen hat?


Wer begeht dann hier von beiden die größere Sünde? Oder kann man das nicht generell sagen?


Die (objektiv) schwerere Sünde hat der Priester, da hier zur Sünde gegen das 6. Gebot noch die Sünde gegen das 2. Gebot kommt!
Die (subjektive) Anrechenbarkeit einer Sünde hängt bei jedem Menschen vom Grad der Erkenntnis und des Einsatzes der Freiheit ab.

Josephus

Josephus

Erleuchteter

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Wohnort: Tirol, jetzt Niederösterreich

Beruf: Priester, Theologe, Webmaster

19

24.10.2002, 15:04

Zitat

Original von Heidi-Martina
<<- Apostasie, Häresie, Schisma>>

Was ist das jeweils?

Apostasie: Abfall vom katholischen Glauben, z.B. kundgetan durch Kirchenaustritt
Häresie: bewußt und freiwillig festgehaltener Irrtum durch Zweifel an einer Glaubenswahrheit oder deren hartnäckige Leugnung
Schisma: Trennung von der Kirche bzw. dauernder schwerer Ungehorsam gegen die rechtmäßige kirchliche Autorität

Josephus

20

24.10.2002, 15:50

Zitat

Die (objektiv) schwerere Sünde hat der Priester, da hier zur Sünde gegen das 6. Gebot noch die Sünde gegen das 2. Gebot kommt!


Äh, blöde Frage: wieso gegen das 2. Gebot? ?(
Ad Maiorem Dei Gloriam

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